In der Einleitung sollen die Vorformen der heutigen Persönlichkeitsforschung beschrieben werden. Der Hauptteil widmet sich dann der Entstehung des heute wohl akzeptiertesten Modells der Persönlichkeitstypologie – den Big Five und seiner Beschreibung. Weiter werden relevante Stresskonzepte zur Erläuterung der theoretischen Hintergründe vorgestellt, um dann auf den persönlichkeitspsychologischen Umgang mit Stress einzugehen. Besteht ein Zusammenhang zwischen Persönlichkeitstyp und Stresserleben? Welche Ergebnisse bringt die aktuelle Forschung hervor? Das Fazit soll mit einem Ausblick schließen, wie zukünftige Forschungsergebnisse können
Die Persönlichkeitsforschung brachte in der Vergangenheit unterschiedlichste Betrachtungsweisen und Modelle zur Kategorisierung von Personen hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsmerkmale hervor.
Inhaltsverzeichnis
1 Entwicklung der Persönlichkeitstypologie
2 Big five
3 Stress
4 Forschungsstand zum Zusammenhang
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen menschlichen Persönlichkeitstypen und dem individuellen Umgang mit Stress. Dabei liegt der Fokus auf der theoretischen Fundierung der Persönlichkeitspsychologie mittels des Big-Five-Modells sowie der Analyse verschiedener Stresskonzepte, um daraus Erkenntnisse über stressrelevantes Verhalten und Bewältigungsstrategien abzuleiten.
- Historische Entwicklung der Persönlichkeitstypologien von der Antike bis heute
- Einführung in das Fünf-Faktoren-Modell (Big Five) der Persönlichkeit
- Definition und theoretische Einordnung von Stress und Belastung
- Empirischer Forschungsstand zum Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf Stresserleben und Coping-Strategien
Auszug aus dem Buch
3 Stress
Das Wort Stress wurde ursprünglich über das französische estrecier ins Deutsche entlehnt und geht zurück auf lat. strictus was so viel wie streng, straff, eng bedeutet. (Kluge 2002) Gerrig (2016) definiert Stress als „Reaktionsmuster eines Organismus auf Stimulusereignisse, die dessen Gleichgewicht stören und dessen Fähigkeit, Einflüsse zu bewältigen stark beanspruchen oder übersteigen“. Selye (1974) versteht unter Stress „die unspezifische Reaktion des Körpers auf jede an ihn gestellte Anforderung“ und liefert damit eine sehr breite Stressdefinition. Auf ihr baut er sein allgemeines Adaptationssyndrom auf, ein Reaktionsmuster des Körpers auf andauernden Stress. Dabei unterscheidet er zwischen Alarmreaktion, Widerstandsstadium und Erschöpfungsstadium. Bei Überforderung des Organismus in diesen Phasen drohen unerwünschte Folgen, bei Bewältigung der drei Phasen erwünschte, positive Folgen. (Bamberg et al. 2012)
Das Belastungs- und Beanspruchungskonzept nach Rohmert (1984) unterscheidet hingegen zwischen Auslöser und Reaktion und bietet damit für die Psychologie eine Möglichkeit, an beiden Seiten Ansätze zu finden und zum Beispiel Anforderungen an äußere Stressoren wie Arbeitsbedingungen zu stellen. Die DIN EN ISO 10075-1 definiert psychische Belastung daraufhin als: „Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken“ (S.3) Unter psychischer Beanspruchung hingegen versteht die Norm: „Die unmittelbare (nicht die langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien“. (S.3)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Entwicklung der Persönlichkeitstypologie: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Ursprünge der Typologien von der antiken Vier-Säfte-Lehre bis hin zu modernen Ansätzen wie denen von Wundt und Eysenck.
2 Big five: Hier wird der psycholexikalische Ansatz erläutert, der zum heute führenden Fünf-Faktoren-Modell führte, welches Neurotizismus, Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Offenheit unterscheidet.
3 Stress: Das Kapitel definiert den Stressbegriff aus verschiedenen psychologischen Perspektiven, darunter Selyes Adaptationssyndrom und das Belastungs-Beanspruchungskonzept nach Rohmert.
4 Forschungsstand zum Zusammenhang: Hier werden Studien zusammengefasst, die aufzeigen, wie spezifische Persönlichkeitstraits die Wahl von Coping-Strategien und die subjektive Einschätzung von Bedrohungen beeinflussen.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Notwendigkeit, Persönlichkeit nicht nur in Einzelmerkmalen, sondern ganzheitlich zu betrachten und interkulturelle sowie methodische Aspekte der Forschung weiterzuentwickeln.
Schlüsselwörter
Persönlichkeitspsychologie, Big Five, Stress, Stresserleben, Coping-Strategien, Persönlichkeitstyp, Neurotizismus, Extraversion, Gewissenhaftigkeit, transaktionales Stressmodell, Belastung, Beanspruchung, Bewältigungsprozess, Psychologie, Stressbewältigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Projektarbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen der Persönlichkeitspsychologie und der Stressforschung, um zu verstehen, wie unterschiedliche Persönlichkeitstypen auf belastende Situationen reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Persönlichkeitstypologien, das Big-Five-Modell, diverse psychologische Stressmodelle sowie der aktuelle Forschungsstand zum Zusammenhang von Charakterzügen und Stressbewältigung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den wissenschaftlichen Kenntnisstand darüber aufzuarbeiten, ob und wie die Ausprägung von Persönlichkeitsmerkmalen das individuelle Stressempfinden und die gewählten Coping-Strategien maßgeblich beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer Theorien und empirischer Studien, wie etwa Metaanalysen zu den Big-Five-Faktoren und gängigen Stressmodellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Big-Five-Modell, verschiedene Stresskonzepte (wie das Modell von Lazarus) und der Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Bewältigungsstrategien (Coping) detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Big Five, Stress, Coping-Strategien, Persönlichkeitsmerkmale und das transaktionale Stressmodell charakterisiert.
Wie wirkt sich laut dem Text ein hoher Neurotizismus auf das Stresserleben aus?
Hoher Neurotizismus geht oft mit einer stärkeren Tendenz einher, Ereignisse als bedrohlich wahrzunehmen und eher problematische Bewältigungsstrategien wie Rückzug oder Wunschdenken zu wählen.
Warum spielt die Gewissenhaftigkeit eine Rolle bei der Stressbewältigung?
Personen mit hoher Gewissenhaftigkeit weisen oft eine geringere Stressbelastung auf, da sie dazu neigen, potenzielle Stressoren vorausschauend zu planen und impulsive Handlungen zu vermeiden.
- Arbeit zitieren
- Jana Schleske (Autor:in), 2020, Besteht ein Zusammenhang zwischen Persönlichkeitstyp und Stresserleben?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987902