Die intensive Nutztierhaltung aus wirtschaftsethischer Sicht. Eine Analyse


Studienarbeit, 2020

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ziele der Arbeit
1.2 Aufbau und Struktur der Arbeit

2 Allgemeines zur intensiven Nutztierhaltung
2.1 Definition
2.2 Hauptbetroffene Tierarten in der Intensivtierhaltung
2.3 Tierschutz-Nutztierhaltungverordnung (TierSchNutztV)

3 Intensivtierhaltung aus wirtschaftsethischer Sicht
3.1 Definition Wirtschaftsethik
3.2 Wirtschaftsethische Aspekte
3.2.1 moralisch korrektes Handeln
3.2.2 Nachhaltigkeit
3.3 Die Situation der Unternehmen

4 Zusammenfassung und abschließendes Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

BMEL Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

CO2 Kohlenstoffdioxid

FBIL Forschungsinstitut für biologischen Landbau

IATP Institute for Agriculture and Trade Policy

kg Kilogramm

qm Quadratmeter

TierSchNutztV Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Platzbedarf je Nutztierart (vgl. TierSchNutztV)

Abbildung 2: Bestandsentwicklung an Nutztieren in Deutschland im Verlauf der Jahre 1900 bis 2018 (vgl. Statista (2019), S. 4)

Abbildung 3: Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 (in 1.000) (vgl. Statista (2019), S. 2)

Abbildung 4: Einflüsse auf das unternehmerische Handeln (vgl. Scheinert & Friends (2019), Wirtschaftsethik, S. 28)

Abbildung 5: Vier Handlungsoptionen nach Unternehmenszielen (vgl. Scheinert & Friends (2019), Wirtschaftsethik, S. 31)

1 Einleitung

Aus dem Bericht „SocialLab – Nutztierhaltung im Spiegel der Gesellschaft“, einem innovativen Projekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geht hervor, dass in Deutschland die landwirtschaftliche Nutztierhaltung seit längerem in gesellschaftlicher Kritik steht. Besonders im Fokus stehen dabei beispielsweise der Handel, welcher die Preise drückt und daher kein Spielraum für mehr Tierwohl ist. Auch die Politik steht hier in Kritik, da diese nur unzureichende Vorschriften macht und diese dann nicht bei den Unternehmen durchsetzen kann.1 Der Gründer der veganen Handelskette „Veganz“, Jan Bredack, schreibt in seinem Buch mit dem Titel „Vegan für alle“ folgende Worte: „Wir sind arme Schweine. Arme Schweine, de arme Schweine essen.“ Hierbei stellt er zudem Gleichnisse auf, welche uns Menschen mit den Tieren in der Massentierhaltung vergleichen. Dabei verwendet er den Begriff „Massenmenschhaltung“ und kritisiert dabei nicht nur die Massentierhaltung als solches, sondern auch die Bedingungen, welchen wir Menschen beispielsweise in unserem Berufsalltag ausgesetzt sind. In Bezug auf das Wohlbefinden der Menschen betont er dabei besonders, dass eine gesunde und ethische Ernährung der Schlüssel zu einem anderen Bewusstsein ist und ein allgemeines Umdenken erforderlich ist um als Menschheit überleben zu können.2 Aufgrund dieser Kritikpunkte beschäftigt sich diese Arbeit mit den Hintergründen der Intensivtierhaltung und wie diese aus wirtschaftsethischen Gesichtspunkten beurteilt werden kann.

1.1 Ziele der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, die Situation innerhalb der Intensivtierhaltungsbetriebe zu analysieren, um sie anschließend mit wirtschaftsethischen Aspekten bewerten zu können. Der Fokus liegt hierbei auf der Bewertung des moralischen Handelns der Unternehmen und der Nachhaltigkeit in Bezug auf die Auswirkungen der Massentierhaltung auf Menschen und Tiere. Ziel ist es auch, die Position der Unternehmen darzustellen und deren Interessen und unternehmerischen Entscheidungen zu diskutieren. Konkret werden dabei die äußeren Einflüsse auf die Nutztierhaltungsbetriebe beschrieben und die Handlungsoptionen, welche den Unternehmen in Bezug auf ihre strategischen Entscheidungen zur Verfügung stehen, aufgezeigt.

1.2 Aufbau und Struktur der Arbeit

In den vorangegangenen Abschnitten wurde bereits ein kurzer Überblick über die vorliegende Arbeit geschaffen und deren Ziele erläutert. Zur thematischen Unterstützung des Lesers und zum besseren Verständnis der Zusammenhänge innerhalb der Studienarbeit, folgt im zweiten Absatz eine Darstellung der allgemeinen Rahmenbedingungen innerhalb der Intensivtierhaltung. Neben einer Begriffserläuterung wird hier zudem auf die hauptbetroffenen Tiere dieser Haltungsform näher eingegangen und deren Haltungsbedingungen erläutert. Des Weiteren wird in diesem Kapitel die Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung, kurz Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) als rechtlicher Rahmen für die Nutztierhalter vorgestellt. Dadurch soll dem Leser ein erster Überblick über diese Form der Nutztierhaltung gegeben werden. Im darauffolgenden Hauptteil wird die intensive Nutztierhaltung aus wirtschaftsethischer Sicht betrachtet. Hier werden der Begriff der Wirtschaftsethik definiert und die wirtschaftsethischen Aspekte dargelegt. Ein wesentlicher Teil des Hauptteils beschäftigt sich zudem mit der Situation der Unternehmen, welche eine intensive Nutztierhaltung betreiben und welchen Handlungsoptionen ihnen für die Reaktion auf die äußerlichen Einflüsse zur Verfügung stehen. Im letzten Teil dieser Studienarbeit erfolgt eine Zusammenfassung der gewonnenen Ergebnisse aus dem Hauptteil, woraufhin ein abschließendes Fazit folgt.

2 Allgemeines zur intensiven Nutztierhaltung

Zum besseren Verständnis des Themengebietes, werden in diesem Kapitel der Begriff „Intensivtierhaltung“ näher beschrieben und auf die hauptbetroffenen Nutztiere und deren Haltungsbedingungen näher eingegangen. Des Weiteren erfolgt in diesem Kapitel eine kurze inhaltliche Darstellung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, welche die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Halter der Nutztiere schafft.

2.1 Definition

In der Wissenschaft wird der Begriff „Intensivtierhaltung“ oder auch „Massentierhaltung“ bis heute nicht eindeutig definiert. Die folgende Auslegung des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FIBL) lautet dabei wie folgt: „Es werden Nutztiere gleicher Art und Altersgruppe in großen Beständen auf begrenztem Raum gehalten. Kennzeichen der Massentierhaltung ist der geringstmögliche Einsatz von Arbeitskräften zur Versorgung und Fütterung sowie die Verwendung mechanischer Einrichtungen für die Unterbringung und Haltung der Tiere. In den letzten Jahrzenten nahmen in der gesamten Nutztierhaltung Technik und Rationalisierung eine vorrangige Stellung ein. In den Hintergrund traten dagegen individuelle Betreuung des einzelnen Tieres und die Berücksichtigung der arteigenen Bedürfnisse der Nutztiere. Große Bestände und technisierte Haltungsformen haben sich zunächst bei Geflügel durchgesetzt, dann auch bei Kälbern, Rindern und Schweinen.“3

2.2 Hauptbetroffene Tierarten in der Intensivtierhaltung

Bei den drei wichtigsten Tierarten in der Lebensmittelbranche handelt es sich um Kühe, Schweine, Lege- und Masthühner. Schweine zählen dabei zu den wichtigsten Fleischlieferanten. Kühe werden sowohl für die Produktion von Milch als auch für die Produktion von Rindfleisch gezüchtet. Als Lieferant für Eier und Geflügelfleisch werden Legehennen und Masthühner gehalten.4

Kühe

Kühe werden zur Produktion von Fleisch und Milch gehalten. Sie werden nicht wie es ihrer Natur entspricht ausschließlich mit Heu und Gras gefüttert, sondern auch mit Soja, Getreide und anderem Kraftfutter. Dies soll vorrangig dazu dienen, dass sie zum einen viel Milch geben und zum anderen schnell viel Fleisch ansetzen. Die männlichen Kälber werden zur Produktion von Kalbfleisch aufgezogen. Dazu werden sie meist wenige Tage nach der Geburt ihren Müttern entrissen und in sogenannte Kälberiglus gesperrt. Nach drei bis fünf Monaten werden sie geschlachtet und zu Kalbsfleisch verarbeitet. Die weiblichen Kälber werden wie die Muttertiere zu Milchkühen aufgezogen. Dabei werden sie ebenfalls wenige Tage nach ihrer Geburt den Mutterkühen entrissen und bereits nach einem Jahr erstmal künstlich befruchtet, um möglichst bald Milch zu produzieren. Die künstliche Befruchtung wird dabei meist jährlich durchgeführt, um den Milchfluss aufrecht zu erhalten. Kann die Kuh nicht mehr geschwängert werden, gibt sie zu wenig Milch oder wird krank, wird sie geschlachtet. Dies geschieht meist bereits nach fünf Jahren, wobei die durchschnittliche Lebenserwartung einer Kuh zwanzig Jahre beträgt.

Zucht- und Mastschweine

Besonders Schweine leben in der Intensivtierhaltung unter besonders beengten Verhältnissen. Bei den Zuchtschweinen werden beispielsweise die Muttertiere während der Säugezeit in sogenannte Kastenstände gesperrt, in denen sie sich wochenlang nicht richtig bewegen können. Ebenso leben die Mastschweine unter sehr beengten Platzverhältnissen. Grundsätzlich sind Schweine soziale und friedliche Tiere, jedoch entwickeln sie in Enge und Isolation neurotische Verhaltensweisen, welche sich vor allem in kannibalischem Schwänze beißen äußern. Diesem Verhalten wird entgegengewirkt, indem bereits den Ferkeln die Schwänze kupiert werden und dies ohne jegliche Betäubung. Die Haltungsform in den Ställen mit Spaltenböden führt dazu, dass sich die Tiere an den Gelenken verletzen und sich diese entzünden, dies führt widerum zu Schmerzen. Zudem sind Schweine sehr reinliche Tiere und verfügen über einen ausgepägten Geruchssinn. Die Stallhaltung inmitten von Kot und Urin führt dadurch zu psychischen Störungen und zudem oft zu schmerzhaften Reizungen der Augen und Atemwege.

Legehennen und Masthühner

Beispielsweise hat ein Legehuhn in den 1960er Jahren ca. 230 Eier im Jahr gelegt, die heutigen sogenannten „Turbohühner“ legen zwischen 280 und 300 Eier pro Jahr.5 Die Zucht auf immer mehr Eier führt beispielsweise bei den Legehennen zu Entzündungen des Legeapparates, Deformierungen der Knochen und Knochenbrüchen. Zudem führt die Haltung in großen Gruppen unter wenig Platz zu psychischem Stress, wodurch das sogenannte Federpicken bis hin zum Kannibalismus ausgelöst werden kann. Im Alter von ein bis zwei Jahren lässt die Eierproduktion bei den Legehennen nach und damit auch die Wirtschaftlichkeit für die Landwirte. Die Legehennen werden daraufhin aussortiert und zum Schlachten gebracht. Die ursprüngliche Lebenserwartung eines Huhnes beträgt 10 Jahre. Bei den sogenannten Broilern, die männlichen und weiblichen Hühner welche zur Mast gehalten werden, wirkt sich die auf Effizienz ausgerichtete Intensivtierhaltung besonders auf die Organe Herz und Lunge und das Körperskelett der Tiere aus, da diese nicht auf die überdurchschnittlich schnell wachsende Körperfülle ausgerichtet sind. Die Tiere werden so gezüchtet, dass sie ununterbrochen Futter zu sich nehmen, um so innerhalb von 40 Tagen ein Gewicht von ca. zwei Kilogramm zu erreichen, um schließlich geschlachtet werden zu können. Aufgrund des übermäßigen und unnatürlichen Körpergewichtes zum Ende der Mast können sich die Tiere nicht mehr artgerecht bewegen und verenden teilweise in den Ställen, da sie nicht mehr in der Lage sind, aufgrund von Knochenbrüchen oder -deformierungen zur Futter- und Wasserstelle zu gelangen.6

2.3 Tierschutz-Nutztierhaltungverordnung (TierSchNutztV)

Die unter Punkt 2.2. dargestellten Haltungsbedingungen sind lediglich Beispiele aus der intensiven Nutztierhaltung und können von Betrieb zu Betrieb erheblich abweichen. Unter den oben genannten Bedingungen können die Tiere nicht ihren Bedürfnissen entsprechend und somit nicht artgerecht gehalten werden. Dies geht auch aus der Definition der Massentierhaltung aus dem Gabler Wirtschaftslexikon hervor, welche wie folgt den Begriff definiert: „Massentierhaltung, auch intensive Tierhaltung oder Intensivtierhaltung genannt, ist die massenhafte Haltung von Tieren unter beengenden, belastenden und meist nicht artgerechten Umständen.7 Dass die oben gezeigten Haltungsbedingungen zum Alltag in den Betrieben gehören, wird durch die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) verdeutlicht. Bei dieser Verordnung handelt es sich um Vorgaben, welche die Mindestanforderungen zum Schutz von landwirtschaftlichen Nutztieren, Kälbern, Legehennen, Schweinen und Masthühnern vorgeben. Sie wurde im Rahmen von diversen Richtlinien der Europäischen EU erstmals 2001 erlassen. Seither wurde die TierSchNutztV mehrfach geändert.8

Wie bereits der Begriff „Mindestanforderungen“ besagt, handelt es sich bei dieser Reihe von Vorgaben um Minimalbedingungen, unter welchen die Tiere per EG Verordnung von den Unternehmern gehalten werden dürfen. Nachfolgend einige Auszüge hinsichtlich des Platzbedarfes für die unterschiedlichen Nutztierarten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Platzbedarf je Nutztierart (vgl. TierSchNutztV)

Ob und inwieweit die Haltungsvorschriften aus der TierSchNutztV eine artgerechte Tierhaltung ermöglichen ist umstritten. Doch was bedeutet eigentlich eine „artgerechte Tierhaltung“?

Eine artgerechte Tierhaltung bedeutet eine Tierhaltung, welche möglichst an den natürlichen Lebensbedingungen der Tiere angepasst ist. Wie die natürlichen Bedürfnisse der Tiere definiert sind ist gesetzlich nicht eindeutig festgelegt.

Folgende Punkte müssen jedoch berücksichtigt werden:

- Natürlicher Lebensraum der Tiere
- Stellenwert von Platzangebot und Bewegungsfreiheit
- Natürliche Futterquellen
- Gruppengröße der Tiere in freier Wildbahn
- Gegebenheit von Rangordnungen
- Sozialverhalten der Tiere 9

Aufgrund dieser zu beachtenden Punkte hat beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V., am 28.05.2019 eine Stellungnahme zur aktuellen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eingereicht. In dieser Stellungnahme werden diverse Kritikpunkte an der aktuellen TierSchNutztV erläutert und um entsprechende Änderung gebeten. In Bezug auf die Schweinehaltung wird hier vor allem die unnatürliche Lebensweise für die Tiere in der Intensivtierhaltung kritisiert. Die Tiere sind wie Rinder, Schafe und Ziegen Paarhufer und demnach auf ein Leben auf weichen Böden eingerichtet. Für die Nahrungsaufnahme wühlen sie gerne im Boden und vor dem Abferkeln werden Mulden angelegt, in welchen sie sich ein weiches Nest für ihre Ferkel einrichten. All dies ist in der Stallhaltung auf Spaltenböden und engstem Raum für die Tiere nicht möglich. Diese Form der Haltung wäre demnach nicht den natürlichen Bedürfnissen der Nutztiere angepasst und somit nicht artgerecht.10 Aufgrund der fehlenden Definition über die Bedürfnisse der Tiere, ist dies jedoch Auslegungssache und kann je nach Ermessen entsprechend beurteilt werden.

3 Intensivtierhaltung aus wirtschaftsethischer Sicht

3.1 Definition Wirtschaftsethik

Um klären zu können, inwieweit die Betriebe, welche eine intensive Nutztierhaltung betreiben, aus wirtschaftsethischer Sicht vertretbar sind, ist zunächst der Begriff der „Wirtschaftsethik“ zu definieren. Die Wirtschaftsethik beschäftigt sich vorrangig mit der moralischen Bewertung von wirtschaftlichen Systemen und sucht nach Möglichkeiten für gesellschaftliche Kooperationspotenziale. Im Hinblick auf die zunehmende Kritik an dem marktwirtschaftlichen System sowie Unternehmen, befasst sich die Wirtschaftsethik mit der Frage, wie moralische Normen und Ideale innerhalb der modernen Wirtschaft implementiert werden können.11

3.2 Wirtschaftsethische Aspekte

Als Voraussetzung für wirtschaftsethisches Handeln der Unternehmen kommen verschiedene Aspekte zum Tragen. Hierunter zählen beispielsweise:

- moralisch korrektes Handeln
- soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit
- sich den Folgen des unternehmerischen Handelns bewusst sein
- Berücksichtigung von Umweltbelangen
- Übernahme von sozialer Verantwortung
- Regelmäßige Schulung der Mitarbeiter in ethisch relevanten Themen
- Erstellung eines Verhaltenskodex für den Umgang mit Mitarbeitern

Des Weiteren lässt sich sagen, dass wirtschaftsethisches Verhalten beinhaltet, dass gesetzliche Normen eingehalten werden und dabei nicht gezielt nach „Schlupflöchern“ gesucht wird, welche dazu dienen die Gesetzeslage zu umgehen.12 Aufgrund der bestehenden Rahmenbegrenzungen der vorliegenden Arbeit, kann nicht auf alle zuvor erwähnten wirtschaftsethischen Aspekte näher eingegangen werden. Die Auswahl beschränkt sich auf Grund dessen, auf die Verhaltenskriterien „moralisch korrektes Handeln“ und „soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit“, welche nachfolgend näher erläutert werden.

3.2.1 moralisch korrektes Handeln

Unter dem Begriff „Moral“ werden wiederkehrende Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien von Individuen, Gruppen oder Kulturen verstanden. Die Moral regelt dabei, was man in einer sozialen Gemeinschaft tun oder nicht tun darf und ermöglicht es dem Menschen sein Leben im Hinblick auf ein gerechtes solidairisches Zusammenleben bewusst gestalten zu können. Handlungen sind demnach moralisch korrekt, wenn sie sich nach diesen Konventionen, Normen, Idealen und Werten richten. Zu beachten ist dabei jedoch, dass diese nicht allgemeingültig sind, sondern kulturell geprägt sind und zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen variieren können. Zu beachten ist auch, dass moralische Normen im Gegensatz zu rechtlichen Normen rechtsstaatlich nicht erzwingbar sind. Moralische Grundsätze eines Individuums werden durch die Übernahme von moralischen Werten aus der sozialen Umgebung gebildet. Beispiele hierfür können sein: Elternhaus, Freunde, Schule, Kirche oder Fernsehen. Diese moralischen Regeln werden im Laufe der Entwicklung des Individuums erweitert, verändert oder sogar verworfen.13 Des Weiteren ist davon auszugehen, dass die Moral nicht ausschließlich von der Persönlichkeit, sondern auch von der Situation, in welcher sich die Person gerade befindet, abhängt. Dem zufolge, sind Menschen sowohl zu „bösen“ als auch zu „guten“ Taten fähig.14

[...]


1 Vgl. SocialLab – Nutztierhaltung im Spiegel der Gesellschaft (2019), S. 145

2 Vgl. Bredack (2014), S. 48

3 vgl. www.gruene-thl.de

4 vgl. Matthias Wolfschmidt (2016), S. 11

5 Vgl. Thurn & Kreutzberger (2014), S. 174

6 vgl. https://www.peta.de

7 vgl. https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/massentierhaltung-99932

8 vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

9 vgl. https://utopia.de/ratgeber/artgerechte-tierhaltung-definition-und-situation-in-deutschland/

10 vgl. Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V., Stellungnahme an den BMEL vom 28.05.2019, S. 2

11 vgl. Scheinert & Friends, Wirtschaftsethik, S. 24

12 vgl. Scheinert & Friends, Wirtschaftsethik, S. 6, Gruppendiskussion

13 vgl. Nietsch-Hach (2016), S. 17-18

14 vgl. Holzmann (2019), S. 108

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die intensive Nutztierhaltung aus wirtschaftsethischer Sicht. Eine Analyse
Hochschule
Hochschule Deggendorf
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
26
Katalognummer
V987975
ISBN (eBook)
9783346347091
ISBN (Buch)
9783346347107
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Massentierhaltung, Wirtschaftsethik, Intensivtierhaltung, Ethik, Wirtschaft
Arbeit zitieren
Alexandra Hackl (Autor), 2020, Die intensive Nutztierhaltung aus wirtschaftsethischer Sicht. Eine Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987975

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