ETFs. Schlüssel zum Vermögensaufbau als Alternative zu aktiven Fonds


Akademische Arbeit, 2020

15 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Exchange Traded Funds (ETFs)
2.1 Definition
2.2 Kernelemente von ETFs

3 Analyse der Vermögensanlage anhand eines aktiven und passiven Fonds
3.1 Würdigung beider Anlagemöglichkeiten
3.2 Auswertung beider Anlagemöglichkeiten in Bezug auf die Vermögensanlage

4 Schluss

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Beschäftigt man sich mit dem Thema Vermögensaufbau, so wird man in diesem Kontext auch auf das Themenfeld der Exchange Traded Funds (ETFs) stoßen. Eine nähere Einord­nung der ETFs wird im folgendem Hauptkapitel vorgenommen, jedoch scheint Warren Buf­fet, einer der populärsten Investoren seiner Zeit, ein Befürworter der ETFs zu sein, denn er tätigte die Aussage: „Die Intelligenz von Hedgefondsmanagern ist in der Regel nicht höher als die Kosten, die sie von ihren Investoren verlangen. Langfristig wird man mit passiven und günstigen Indexfonds besser fahren.“1

Im aktuell niedrigem Zinsumfeld wird es immer wichtiger, sich mit Anlagemöglichkeiten zu beschäftigen, die keine Zinsinstrumente sind. Das staatliche Rentenniveau wird künftig nicht ausreichen, um seinen Lebensstandard zu wahren, vor diesem Hintergrund wird die dritte Säule der Altersvorsorge, die private Altersvorsorge, eine elementare Rolle einneh- men.2 Kapitalmärkte locken mit attraktiven Renditen, doch traditionell sind die deutschen Anleger konservativ eingestellt und in Puncto Aktien eher unterinvestiert“3. Hierbei scheinen die ETFs eine passende Lösung zu sein, da sie günstig sind und teilweise den diversifizierten Einstieg für unerfahrene Investoren in den Kapitalmarkt bieten.

Im Rahmen des zweiten Semesters bin ich erstmals auf die Thematik der ETFs aufmerksam geworden. Ausschlaggebend war innerhalb des Bankmoduls der Gastvortrag von Lyxor ETFs. Dieser Vortrag hat das theoretische Wissen, das in der Hochschule vermittelt wurde, ergänzt und man hat einen praktischen Bezug zur Thematik herstellen können. Weiterfüh­rend weckten die ETFs auch in meinen privaten Anlageentscheidungen mein Interesse, da sich auch mir die Auswahlentscheidung zwischen aktiven und passiven Fonds stellte.

Zielfrage dieser Arbeit soll es sein, inwiefern ETFs als Produkt einen Grundstein für den fundierten Vermögensaufbau liefern. Besonders soll auf den Vergleich zum Konkurrenz­produkt der aktiven Fonds Bezug genommen werden, den Warren Buffet im obigen Zitat anspricht.

2 Exchange Traded Funds (ETFs)

2.1 Definition

„Der Name „Exchange Traded Fund“, abgekürzt „ETF“, wird übersetzt mit 'börslich ge­handelte Fonds'.“4 ETFs sind passiv gemanagte Finanzprodukte, die verschiedenste Vermögensklassen auf Basis deren Indizes (Aktien, Renten, Geldmarkt, Rohstoffe, Immo­bilien) nach und abbilden.“5

„Das Anlageziel passiver ETFs besteht schlicht und einfach darin, einen bestimmten Index möglichst exakt ab- bzw. nachzubilden. Damit wird die Portfoliozusammen­setzung nicht durch ein Fondsmanagement bestimmt, sondern ist durch die Werte im abzu­bildenden Index vorgegeben. Der Markt übernimmt somit die Verantwortung für die Per­formance des Fonds.“6

2.2 Kernelemente von ETFs

Zunächst einmal gilt es, die Kernelemente von ETFs näher zu beschreiben, weiterführend sollen dann ETFs von aktiven Fonds abgegrenzt werden.

Nachfolgend wird zunächst die Bedeutung des Terms ETF erklärt. Der Term ETF beinhaltet drei wesentliche Schlüsseleigenschaften: „Sie folgen einem Index, sind Fonds und börsen­gehandelt.“7 Ein Index vereint zumeist ein breites Portfolio an Wertpapieren. Der Kernge­danke hinter dieser Methode ist es, eine Entwicklung von vielen Aktien anschaulich zu ma­chen. Diese Auswahl kann von dem herkömmlichem Dax-Index mit 30 Werten bis hin zu einem MSCI-World-Index gehen, der je nach Ausführung über 1600 Aktientitel vereinen kann. Der MSCI-World Index ist in seiner Ausführung, die in Abb. 1 zu sehen ist, sehr diversifiziert. Er zeichnet sich über eine Vielzahl von Branchen aus, aber auch über ver­schiedene Anlageklassen, wie Immobilien oder Aktien (siehe Abb. 1). Die Diversifikation hinsichtlich der Länder ist ebenfalls gegeben, da der ETF weltweit anlegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Branchengewichtung des MSCI World, Quelle: Stiftung Waren-test (Hrsg.) (2018), S.20.

Der ETF versucht dementsprechend die Wertentwicklung des zugrundeliegenden Index exakt nachzubilden, hierbei spielt der „tracking error“, der im weiteren Verlaufe der Arbeit noch behandelt wird, eine zentrale Rolle. Hierbei gilt es zu beachten, ob der zugrundelie­gende Index ein Performance- oder ein Preisindex ist. Der Unterschied besteht darin, dass bei einem Performanceindex die Dividendenzahlungen und Bezugsrechte eingerechnet wer­den.8

In Deutschland unterliegen ETFs der OGAW-Richtlinie, währenddessen auf internationaler Ebene auf die UCITS-Richtlinie Bezug genommen wird. Diese Richtlinien zielen auf den Verbraucherschutz ab. Beispiele für Inhalte sind Mindestdiversifikation, Liquiditätsgarantie oder strenge Regeln beim Einsatz von Derivaten.

Daneben bieten sich Anlegern in der Produktwelt der börsengehandelten Fonds weitere Produkte an. ETCs sind börsengehandelte Fonds, die Rohstoffe abbilden. Diese werden meistens mit Swap-Konstruktionen abgebildet, da es komplex ist, den Rohstoffmarkt für den Anleger zugänglich zu machen. Diese Art birgt auch Risiken, wie z.B. das Kontrahen­tenrisiko bei Swaps.

ETNs stellen den Markt der Inhaberschuldverschreibungen von Banken dar. Diese Mög­lichkeit ist durch das Risiko des Zahlungsausfalls der Banken sehr risikobehaftet.9

Im Folgenden wird der Fokus auf die Eigenschaft eines Fonds gelegt. Um ein besseres Ver­ständnis zu gewährleisten, soll der Aspekt anhand einer Grafik beschrieben werden.

Der ETF-Käufer erwirbt Anteile gegen Zahlung eines bestimmten Geldbetrags (siehe Abb. 1, Schritt 1 und 2). Der Fonds bündelt diese Anlegergelder und investiert diese in den aus­gewählten Index (siehe Abb. 1, Schritt 3). Die Gelder haben den Charakter eines Sonder­vermögens, sodass der Emittent gezwungen ist, die Gelder extern bei einer Depotbank zu verwahren. Diese Verfahrensweise gewährt ein Höchstmaß an Sicherheit, da die Institutio­nen sich untereinander kontrollieren.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Funktionsweise von Investmentfonds, Quelle: HDI (Hrsg.) (2020), 2. Abschnitt.

Abschließend soll die Abwicklung über die Börse betrachtet werden. „ETF werden wie Ak­tien an der Börse laufend gehandelt“.11 Folglich gibt es eine exakte Preisnotierung, und der Preis wird nicht zu bestimmten Beobachtungsstichpunkten festgelegt. Ein ETF-Käufer hat somit die Möglichkeit, über einen Finanzintermediären den ETF direkt an der Börse zu er­werben. Andersherum besteht auch die Möglichkeit, den ETF sehr schnell wieder in Liqui­dität umzuwandeln, also zu verkaufen.

Zusätzlich zeichnen sich ETFs durch einen passiven Anlagestil aus. „Der Grundgedanke des passiven Anlagestils besteht kurzum darin, die Wertentwicklung eines ganzen Marktes abzubilden“12. Der passive Fonds wird z.B. bei Umschichtungen des zugrundeliegenden In­dex angepasst, jedoch nicht wenn einem Unternehmen eine positivere Wertentwicklung als dem Umfeld prognostiziert wird. Die Philosophie dieser Denkweise ist es, dass der Markt effizient ist und alle Marktteilnehmer auf die gleichen Informationen Zugriff haben. Demnach bietet sich der Benchmark, also der ausgewählte Markt, zum Kauf an, da eine Outperformance unmöglich ist. Eine Erscheinungsform dieser Praktik ist die „buy and hold“ Strategie. Die gängige Auffassung ist, dass Aktien mit einem langen Anlagehorizont ge­kauft und dementsprechend gehalten werden.13

Je nachdem welcher Index ausgewählt wird, ist der ETF diversifiziert oder nicht diversifi­ziert, somit kann man nicht davon sprechen, dass alle ETFs diversifiziert sind. Ein Dax ETF beinhaltet nur dreißig Unternehmen, die alle ihren Sitz im selben Land haben und am schwersten wiegt jedoch, dass man durch einen Kauf ein Konzentrationsrisiko durch eine Übergewichtung des Automobilsektors hat.

Ein Punkt, der bereits in der vorangegangenen Betrachtung erwähnt wurde, ist der „tra- cking-error“. Dieser Term beschreibt die Abweichung der ETF-Rendite im Vergleich zur Abweichung der Indexrendite14. Diese Abweichung kann Vorkommen, da versucht wird, den Index so genau wie möglich abzubilden, jedoch können z.B. Dividendenzahlungen, eine Umstrukturierung des Index oder die Replikationsmethode zu minimalen Abweichungen führen. Für Anleger ist der „tracking-error“ ausschlaggebend, da er im optimalen Falle so gering wie möglich sein sollte, um von der gesamten Wertentwicklung profitieren zu kön­nen.

[...]


1 o.V. (o.J.), 5. Abschnitt.

2 Vgl. Hoffmann, Victoria (o.J.), Abschnitt 4-5.

3 Focus (Hrsg.) (o.J.), Abschnitt 1.

4 Lamprecht, Christoph (2010), S. 5.

5 Ebenda, S. 5.

6 Ebenda, S. 6.

7 Berlin Stiftung Warentest (Hrsg.) (2018), S. 18.

8 Vgl. ebenda, S. 18f.

9 Vgl. Dominique Riedl (2017), Abschnitt 1-9.

10 Vgl. ebenda S.20.

11 Ebenda, S. 23.

12 Lamprecht, Christoph (2010), S. 8.

13 Vgl. Ebenda, S. 8.

14 Vgl. Weber, Marc u.a. (2015), S. 159.

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Details

Titel
ETFs. Schlüssel zum Vermögensaufbau als Alternative zu aktiven Fonds
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V988039
ISBN (eBook)
9783346333438
ISBN (Buch)
9783346333445
Sprache
Deutsch
Schlagworte
etfs, schlüssel, vermögensaufbau, alternative, fonds
Arbeit zitieren
Maximilian Ebeling (Autor), 2020, ETFs. Schlüssel zum Vermögensaufbau als Alternative zu aktiven Fonds, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988039

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