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Tabakkunsum im III. Reich. Die nationalsozialistische Anitraucher-Kampagne zwischen Freiheitsbeschränkung und individueller Verwirklichung

Titel: Tabakkunsum im III. Reich. Die nationalsozialistische Anitraucher-Kampagne zwischen Freiheitsbeschränkung und individueller Verwirklichung

Bachelorarbeit , 2017 , 43 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: David Courtin (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit wird sich mit der im III. Reich durchgeführten Kampagne zur Bekämpfung des Rauchens sowie deren Auswirkungen auf die Bevölkerung auseinandersetzen. Die Kampagne des NS-Regimes gegen das Rauchen ist nicht nur durch ein Bewusstsein für deutsche Gesundheitsfragen gekennzeichnet, sondern auch Ausdruck der NS-Ideologie. Die Anti-Raucher-Kampagne diente als strategisches Mittel für die ideologischen Zwecke des NS-Regimes. Es sollte ein menschliches Ideal bekräftigt werden, welches den Willen äußert, den deutschen Konsum und das tägliche Verhalten der Konsumenten zu lenken. Im Tabakkonsum spiegeln sich in dieser Hinsicht zwei Aspekte des Massenkonsums. Zum einen die individuelle Äußerung, nämlich die Intimität der Tat des Rauchens und zum anderen die Selbstbehauptung in einem kollektiven Kontext. Darüber hinaus steht der Tabakkonsum in einem Spannungsfeld zwischen Konsumfreiheit und -lenkung, wobei letztere sowohl ideologisch motiviert war als auch auf die im Kriegskontext verursachte Notlage zurückgeführt werden kann. Der Tabakkonsum geriet mit der Rassenideologie des Naziregimes in Konflikt, da man hier die Ansicht vertrat, dass der Tabakkonsum eine Degeneration der „deutschen Rasse“ verursachen würde. Die Tabakindustrie – ebenso wie der einzelne Tabakkonsument – waren also hin- und hergerissen zwischen der nationalsozialistischen Ideologie und der Demonstration individueller Konsumwünsche der Bürger im Dritten Reich. In diesem Zusammenhang ist es interessant, die Verwendung der Ideologie gegen Raucher zu beobachten, die den Konflikt zwischen Konsumfreiheit und ideologischem Ehrgeiz widerspiegelt und durch eine Politik der Rassenhygiene für eine ideale Gesellschaft eintritt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. NS und Rassenideologie

a) Idealtypus

b) Rassenideologie und Reinheitspolitik

II. Rauchen : Entwicklung des Feindbildes

a) Zwischen wissenschaftlicher und ideologischer Begründung

b) Rauchverbot als Bestandteil der „Rassenhygiene: Rauchen als Symbol „jüdischer Rassenverunreinigung.

c) Frauen im Visier der NS Antirauchkampagne

III. Zwischen Feindbild und Realität

a) Wirtschaftliche Maßnahmen des NS Regimes

b) Führungsschicht der NS Diktatur

c) Auswirkung auf die Zivilbevölkerung

d) Soldaten an der Front

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Anti-Raucher-Kampagne des NS-Regimes und analysiert dabei das Spannungsfeld zwischen ideologischer Lenkung, rassenhygienischen Zielen und der sozialen Realität des Tabakkonsums in der deutschen Gesellschaft während der Diktatur.

  • Konstruktion des menschlichen Ideals innerhalb der NS-Ideologie.
  • Antisemitische und antifeministische Instrumentalisierung der Gesundheitskampagnen.
  • Ökonomische Aspekte und die staatliche Steuerung des Tabakmarktes durch Rationierung.
  • Diskrepanz zwischen öffentlichem Diskurs und dem tatsächlichen Konsumverhalten in Bevölkerung und Wehrmacht.

Auszug aus dem Buch

b) Rauchverbot als Bestandteil der „Rassenhygiene: Rauchen als Symbol „jüdischer Rassenverunreinigung

Bevor sich mit dem rassischen Gebrauch der Tabakbekämpfung auseinandergesetzt wird, sollte zuerst klargestellt werden, dass Assimilationen mit rassischen Konnotationen damals in der Gesellschaft üblich waren. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, dass es unterschiedliche Rassen gibt, die unterschiedliche Wertigkeiten besitzen und die deutsche Gesellschaft hierarchisieren. Dies war ein konstruierendes Element der nationalsozialistischen Ideologie.

„Neben den bereits genannten Gründen für diesen zeitlichen Einsatz kam hier mit dem 1884/85 erfolgten Erwerb der Kolonien und dem damit verbundenen Eintritt des Deutschen Reiches in die Reihe der imperialistischen Großmächte ein weiterer Ursachenkomplex hinzu.“ Diejenigen Praktiken, welche Rassen bestimmte Eigenschaften zuschrieben, die ihre Minderwertigkeit gegenüber den anderen begründen sollten, stellten kein Novum dar. Tabak wurde als Gift des deutschen Volkes, aber auch als Parasit dargestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der Anti-Raucher-Kampagne des NS-Regimes als Ausdruck ideologischer Lenkung und untersucht den Konflikt zwischen individueller Konsumfreiheit und nationalsozialistischem Rassenideal.

I. NS und Rassenideologie: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Konstruktion des „idealen Menschen“ und die rassenhygienischen Grundlagen, die als Rechtfertigung für staatliche Eingriffe in das Alltagsleben dienten.

II. Rauchen : Entwicklung des Feindbildes: Hier wird analysiert, wie das Rauchen durch medizinische und ideologische Diskurse als „jüdische“ Bedrohung und als frauenfeindliches Feindbild konstruiert wurde.

III. Zwischen Feindbild und Realität: Dieses Kapitel untersucht die ökonomischen Zwänge, die Rolle Hitlers als Nichtraucher-Symbolfigur sowie das tatsächliche Konsumverhalten von Zivilbevölkerung und Soldaten im Widerspruch zur staatlichen Propaganda.

Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die Kampagne ihr Ziel der Verhaltensänderung nicht erreichte und vielmehr zur gesellschaftlichen Spaltung sowie zur Entstehung eines Schwarzmarktes beitrug.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Anti-Raucher-Kampagne, Rassenhygiene, Idealtypus, Tabakpolitik, Antisemitismus, Frauenbild, Konsum, Rationierung, Schwarzmarkt, Zweiter Weltkrieg, Volksgemeinschaft, Körperkult, Gesundheitspolitik, Propaganda.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Kampagne des nationalsozialistischen Regimes gegen den Tabakkonsum und beleuchtet deren ideologische Hintergründe sowie ihre tatsächlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die rassenhygienische Ideologie, die Instrumentalisierung des Gesundheitsbegriffs, die geschlechtsspezifische Diskriminierung und die staatliche Konsumsteuerung im Krieg.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das NS-Regime versuchte, durch eine Anti-Raucher-Politik ein spezifisches Menschenbild zu formen und inwiefern diese Politik in der Realität am Widerstand und den Bedürfnissen der Gesellschaft scheiterte.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Untersuchung, die primär auf der Analyse von Quellen der damaligen Zeit, zeitgenössischen Ideologen sowie historischer Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ideologische Konstruktion des Feindbildes (mit Fokus auf Antisemitismus und Frauenbild) und die Untersuchung der Realität durch wirtschaftliche Maßnahmen sowie das Konsumverhalten in der Wehrmacht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind NS-Ideologie, Rassenhygiene, Tabakrationierung, Führerkult und gesellschaftliche Fragmentierung.

Inwiefern spielte das Frauenbild eine Rolle bei der Kampagne?

Frauen wurden in der NS-Ideologie auf ihre Rolle als Mutter reduziert. Rauchen wurde als antifeministisch und unvereinbar mit der Pflicht zur Erhaltung der „arischen Rasse“ stigmatisiert.

Warum konnte das NS-Regime den Tabakkonsum trotz intensiver Kampagnen nicht stoppen?

Der Konsum war tief im Alltag verwurzelt. Zudem schuf die staatliche Mangelwirtschaft und Rationierung durch die Einführung von Tabakkarten erst recht Anreize für einen Schwarzmarkt, wodurch der staatliche Einfluss in der Praxis begrenzt blieb.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Tabakkunsum im III. Reich. Die nationalsozialistische Anitraucher-Kampagne zwischen Freiheitsbeschränkung und individueller Verwirklichung
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Autor
David Courtin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
43
Katalognummer
V988747
ISBN (eBook)
9783346351319
ISBN (Buch)
9783346351326
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tabak Nationalsozialismus Wirtschaftsgeschichte Antiraucher kampagne Marketing Propaganda Gesellschaftsgeschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Courtin (Autor:in), 2017, Tabakkunsum im III. Reich. Die nationalsozialistische Anitraucher-Kampagne zwischen Freiheitsbeschränkung und individueller Verwirklichung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988747
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Leseprobe aus  43  Seiten
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