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Kulturelle Heterogenität des Schulalltags. Vorbereitung und individuelle Einstellung der Lehramtsstudierenden

Titel: Kulturelle Heterogenität des Schulalltags. Vorbereitung und individuelle Einstellung der Lehramtsstudierenden

Bachelorarbeit , 2020 , 68 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Salma Jamil (Autor:in)

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Herausforderung für das deutsche Bildungssystem liegt darin, eine Chancengleichheit für die heterogenen Schüler/innen zu schaffen. Einen entscheidenden Beitrag übernehmen hierbei die angehenden Lehrer/innen, die zweifellos auf heterogene Schüler/innen treffen werden und somit stellt sich die Frage nach der Ausbildung von Lehrkräften. Was muss die universitäre Ausbildung von Lehrer/innen in Anbetracht der wachsenden Heterogenität der Schüler/innen leisten? Diese Arbeit rückt die kulturelle Heterogenität in den Fokus. Die Fragestellung dieser Arbeit lautet, wie werden Lehrer/innen in der Universität auf die kulturelle Heterogenität des Schulalltags vorbereitet? Welche Einstellung haben sie bezüglich kultureller Heterogenität? Um den Rahmen der Arbeit einzugrenzen, erfolgt eine Beschränkung auf den Teil der universitären Ausbildung an der UzK. Im Zentrum der Betrachtung steht das LA HRSGe. Um eine Vergleichsdimension zu schaffen, erfolgen Einblicke in das LA GymGe. Die Arbeit setzt sich aus einem theoretischen und einem empirischen Teil zusammen.

Nach der Einleitung werden die Begrifflichkeiten kulturelle Heterogenität und Einstellung definiert. Anschließend wird der historische Verlauf der politischen Rahmenbedingungen für die Beschulung von Schüler/innen mit Migrationshintergrund dargestellt sowie die aktuellen Beschlüsse des Landes, wie der KMK-Beschluss und die Standards für die Lehrerbildung, analysiert. Daraufhin wird die Umsetzung der Beschlüsse an der UzK anhand der Modulhandbücher für das Studium LA HRSGe und für das LA GymGe überprüft. Wichtig ist zudem, auf die letzten Ergebnisse der PISA Studie einzugehen, denn diese beleuchten die Bildungsbenachteiligung im deutschen Schulsystem. Im empirischen Teil wird ein Experteninterview mit zwei Studierenden der UzK durchgeführt. Das Ziel ist eine Beantwortung der Frage, wie sich die Studierenden von Seiten der Universität aus ausgebildet fühlen und welche Einstellung sie bezüglich kultureller Heterogenität besitzen. Die Ergebnisse des Experteninterviews werden analysiert und diskutiert. Abschließend wird die Arbeit reflektiert und die gesammelten Ergebnisse werden im Fazit festgehalten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Theoretischer Teil

1. Einleitung

2. Begrifflichkeiten

2.1 Kulturelle Heterogenität

2.2 Einstellung

3. Von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Bildung

3.1 Ausländerpädagogik

3.2 Interkulturelle Bildung

3.3 Interkulturelle Bildung an deutschen Hochschulen

4. Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen

4.1 Lehrer/innenbildung für eine Schule der Vielfalt

4.2. Standards für die Lehrer/innenbildung: Bildungswissenschaften

4.3.1 Lehramtszugangsverordnung NRW und Modulhandbücher der Universität zu Köln

4.3.2 Deutsch für Schüler/innen mit Zuwanderungsgeschichte

4.3.3 Praktika

5. Chancengleichheit als Herausforderung

5.1 Pisa Ergebnisse 2018

Empirischer Teil

6. Forschungsdesign

6.1 Qualitative Sozialforschung

6.2 Das Leitfadengestützte Experteninterview und die Positionskärtchen

6.3 Das Sampling

6.4 Die Interviewdurchführung

6.5 Die Transkription

6.6 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

7. Analyse der Interviewergebnisse

7.1 Bedeutung kulturelle Heterogenität

7.2 Aufgaben und Anforderung

7.3 Die universitäre Lehramtsausbildung

7.4 Die private Auseinandersetzung

7.5 Eine Herausforderung wie auch eine Bereicherung

7.6 Selbsteinschätzung

7.7 Lehrkräfte mit Migrationshintergrund

8. Diskussion

9. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht, wie angehende Lehrkräfte an der Universität zu Köln auf die Herausforderungen kultureller Heterogenität im Schulalltag vorbereitet werden. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse curricularer Vorgaben sowie der empirischen Untersuchung von Einstellungen und subjektiven Erfahrungen Studierender durch Experteninterviews, um den Zusammenhang zwischen universitärer Ausbildung und professioneller Handlungskompetenz zu beleuchten.

  • Kulturelle Heterogenität als Bedingung des modernen Schulalltags
  • Historische Entwicklung: Von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Bildung
  • Strukturelle Verankerung in der Lehrer/innenbildung (Modulhandbücher)
  • Qualitative Analyse subjektiver Einstellungen von Lehramtsstudierenden
  • Reflexion über Chancen und Herausforderungen durch Diversität in der Schule

Auszug aus dem Buch

7.1 Bedeutung kulturelle Heterogenität

Um den Einstieg in das Interview zu vereinfachen und den Untersuchungsgegenstand zu definieren, wurden die Studentinnen gefragt, was für sie kulturelle Heterogenität in der Schule bedeutet.

Beide verbinden die kulturelle Heterogenität einstimmig mit Vielfalt. So sagt B1, dass kulturelle Heterogenität für sie „(…) ein ganz großes Synonym für Vielfalt, also irgendwas in seiner vielfältigsten Form im Schulalltag (…)“ (Interview 1, Z.11-12) darstellt und auch B2 umschreibt Heterogenität mit Vielseitigkeit: „… dass jeder Schüler, jede Schülerin anders ist und kulturell gesehen, dass man eine kulturelle Vielfalt in der Klasse hat“(Interview 2, Z.12-12). Die kulturelle Vielfalt bezieht B1 auf verschiedene Ethnien, aber sie fasst den Begriff noch weiter: „(…) alles was die Schüler und Schülerinnen in den Unterricht einbringen ist eben Heterogenität“ (Interview 2, Z.15-16). Auch bei B1 wird klar, dass es sich bei kultureller Heterogenität um Schüler/innen mit Migrationshintergrund handelt: „Schüler, die abweichen von der deutschen Sprache und irgendeinen Teil ihres Hintergrundes mitbringen“ (Interview1, Z.15-16). Die Befragten beziehen die kulturelle Heterogenität zwar primär auf den Migrationshintergrund, doch bei ihren weiteren Erläuterungen wird erkennbar, dass aus dem Migrationshintergrund eine Identität resultiert, die die Schüler/innen mitbringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz kultureller Heterogenität im deutschen Bildungssystem ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der universitären Vorbereitung und der Einstellungen von Lehramtsstudierenden.

2. Begrifflichkeiten: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „kulturelle Heterogenität“ sowie „Einstellung“ theoretisch definiert und in den Kontext schulleistungsrelevanter Faktoren wie Bildungsungleichheit eingeordnet.

3. Von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Bildung: Das Kapitel zeichnet den historischen Paradigmenwechsel von defizitorientierten Ansätzen der Ausländerpädagogik hin zu interkulturellen Bildungskonzepten nach und beleuchtet deren Stellenwert an deutschen Hochschulen.

4. Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen: Hier werden bildungspolitische Empfehlungen und Standards der Lehrerbildung analysiert, wobei kritisch untersucht wird, wie diese in den Modulhandbüchern der Universität zu Köln für die verschiedenen Lehramtsstudiengänge implementiert sind.

5. Chancengleichheit als Herausforderung: Basierend auf Ergebnissen internationaler Schulleistungsstudien wie PISA wird verdeutlicht, dass Bildungsbenachteiligung weiterhin eine zentrale Herausforderung für das deutsche Schulsystem darstellt.

6. Forschungsdesign: Das Kapitel begründet die Wahl der qualitativen Sozialforschung, insbesondere des leitfadengestützten Experteninterviews mit Studierenden, sowie das Vorgehen bei der Auswertung nach der Methode von Mayring.

7. Analyse der Interviewergebnisse: Die Ergebnisse der Interviews werden anhand der gebildeten Kategorien analysiert, wobei insbesondere die Bedeutung von Vielfalt, die Anforderungen an Lehrkräfte und die Rolle der universitären Ausbildung sowie privater Erfahrungen diskutiert werden.

8. Diskussion: Die Ergebnisse der empirischen Studie werden kritisch zusammengeführt und vor dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen bewertet, um Konsequenzen für die universitäre Lehramtsausbildung abzuleiten.

9. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine stärkere, verpflichtende Verankerung interkultureller Kompetenz in der Lehramtsausbildung, ergänzt um Angebote zur professionellen Weiterqualifizierung.

Schlüsselwörter

Kulturelle Heterogenität, Interkulturelle Bildung, Lehramtsstudium, Lehrer/innenbildung, Migrationshintergrund, Chancengleichheit, Bildungsbenachteiligung, Qualitative Sozialforschung, Experteninterview, Professionelle Handlungskompetenz, Diversität, Schulentwicklung, Einstellungsforschung, Universität zu Köln, Inklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Lehramtsstudierende an der Universität zu Köln auf die kulturelle Heterogenität im Schulalltag vorbereitet werden und welche persönlichen Einstellungen sie gegenüber dieser Vielfalt einnehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft bildungspolitische Vorgaben (wie KMK-Standards) mit der strukturellen Umsetzung in universitären Modulhandbüchern und kontrastiert dies mit der subjektiven Wahrnehmung angehender Lehrkräfte durch qualitative Experteninterviews.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie Lehrkräfte an der Universität auf die kulturelle Heterogenität des Schulalltags vorbereitet werden und welche Einstellungen sie bezüglich kultureller Heterogenität besitzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, namentlich das leitfadengestützte Experteninterview mit Studierenden, das durch Positionskärtchen ergänzt und mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ausgewertet wird.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine historische Einordnung der Ausländerpädagogik hin zur interkulturellen Bildung, eine Analyse der aktuellen Anforderungen des Landes NRW sowie eine detaillierte empirische Auswertung von Interviews mit Studierenden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Kernbegriff der kulturellen Heterogenität sind Chancengleichheit, Diversität, interkulturelle Kompetenz, Lehrer/innenbildung und professionelle Handlungskompetenz zentrale Begriffe.

Wie bewerten die befragten Studierenden ihre universitäre Ausbildung im Hinblick auf kulturelle Heterogenität?

Die Studierenden schätzen den Erwerb von Theoriewissen zwar als gegeben ein, kritisieren jedoch das Fehlen konkreten Handlungswissens. Sie wünschen sich eine verbindlichere Verankerung entsprechender Module im Studium.

Welche Rolle spielt die private Auseinandersetzung für die angehenden Lehrkräfte?

Die Interviews zeigen, dass Studierende neben dem Studium oft private Wissensquellen (wie Medien oder persönliche Erfahrungen) als besonders hilfreich für ihren späteren Unterricht bewerten, da sie hier praxisnahe Zugänge finden.

Was bedeutet "Othering" im Kontext dieser Arbeit?

Das Phänomen beschreibt die unangenehme Erfahrung, aufgrund der kulturellen Herkunft im Unterricht in den Mittelpunkt gerückt zu werden, was die befragten Studierenden als eine Form der missglückten Wertschätzung kritisieren.

Warum wird die kulturelle Heterogenität der Schülerschaft als "Normalfall" betrachtet?

Die Studierenden identifizieren Heterogenität als grundlegende Bedingung jedes Lernprozesses – unabhängig von kulturellen Merkmalen – und plädieren dafür, diese als wertvolle "Würze" und Chance für den Unterricht zu begreifen.

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Details

Titel
Kulturelle Heterogenität des Schulalltags. Vorbereitung und individuelle Einstellung der Lehramtsstudierenden
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Interkulturelle Bildung
Note
1,0
Autor
Salma Jamil (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
68
Katalognummer
V988819
ISBN (eBook)
9783346350558
ISBN (Buch)
9783346350565
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interkulturelle Bildung kulturelle Heterogenität Einstellung Lehrerausbildung qualitative Inhaltsanalyse Experteninterviews
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Salma Jamil (Autor:in), 2020, Kulturelle Heterogenität des Schulalltags. Vorbereitung und individuelle Einstellung der Lehramtsstudierenden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988819
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  68  Seiten
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