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Weshalb gibt es Fälle, in denen man trotz offensichtlicher Unstimmigkeiten auf einen Hochstapler hereinfällt?

Titel: Weshalb gibt es Fälle, in denen man trotz offensichtlicher Unstimmigkeiten auf einen Hochstapler hereinfällt?

Hausarbeit , 2019 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser philosophischen Arbeit wird der Begriff des Vertrauens genau erläutert. Außerdem wird der Begriff des Hochstaplers bzw. der Hochstapelei genauer spezifiziert. Die Arbeit untersucht anhand eines realen Fallbeispiels, ob es wirklich passiert, dass man Hochstaplern vertraut, obwohl es offenkundige Indizien dafür gibt, dass man es besser nicht tun sollte. Zudem geht sie den unterschiedlichen Gründen nach, die zu solchen Urteilen führen können und stellt dar, in welchen Situationen so etwas eine besondere Relevanz aufweist. Hierbei bezieht sich die Arbeit auf philosophische Texte, die Vertrauen zum Mittelpunkt ihrer Untersuchung machen. Zudem werden Monografien herangezogen, die sich dem Hochstaplerphänomen nicht nur auf philosophische Weise nähern, sondern auch auf soziologischer und psychologischer Ebene. Zu guter Letzt werden alle Gründe und Erkenntnisse, die sich auf die These beziehen, zusammengefasst und ein Fazit gezogen.

Leseprobe


1. Einleitung

1.1 Methode und Gang der Untersuchung

2. Hauptteil

2.1 Begriffserklärung

2.1.1 Vertrauen

2.1.2 Hochstapelei

2.2 Hochstapelei in philosophischen Vertrauenstexten

2.3 Fallbeispiel: Jürgen Harksen

2.3.1 Fallerläuterung

2.3.2 Thesenprüfung in Bezug auf das Fallbeispiel

2.3.3 Mögliche Gründe für die These in Bezug auf das Fallbeispiel

3. Schluss

3.1 Zusammenfassung

3.2 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische und psychologische Problematik, weshalb Menschen trotz offensichtlicher Anzeichen von Unstimmigkeiten Vertrauen zu Hochstaplern fassen. Dabei wird analysiert, welche Mechanismen – von der spieltheoretischen Risikokalkulation bis hin zur Komplexitätsreduktion und symbolischen Interaktion – dazu führen, dass Individuen irrationale Vertrauensentscheidungen treffen.

  • Phänomenologie des Vertrauensbegriffs (Rational-Choice vs. Assurance View)
  • Analyse des Hochstapler-Phänomens im philosophischen Kontext
  • Empirische Fallstudie: Das Beispiel des Hochstaplers Jürgen Harksen
  • Psychologische und soziologische Einflussfaktoren für Vertrauensmissbrauch
  • Bedeutung von Komplexitätsreduktion und symbolischem Interaktionismus

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Fallerläuterung

Ich möchte nun an einem konkreten Fall überprüfen, ob es tatsächlich offenkundige Unstimmigkeiten bei dem Wesen und der Handlung eines Hochstaplers gegeben hat, auf den viele Menschen hereingefallen sind. Hierzu ziehe ich zunächst einen der berühmtesten Hochstapler in Deutschland heran. Es ist der mehrfach verurteilte Jürgen Harksen. Ohne richtig lesen und schreiben zu können, schaffte er es, einige der geizigsten Unternehmer Hamburgs um Millionen zu bringen. Ende der achtziger Jahre begann sich dieser Fall abzuspielen.

Zuerst möchte ich kurz das Umfeld umreisen, aus dem Jürgen Harksen stammt und seine Person beschreiben. Er schielte stark und war übergewichtig. Sein Vater ist alkoholkrank gewesen und die Mutter war an Schizophrenie erkrankt. Hierunter litt Harksen bereits als Kind. Er hat Legasthenie, jedoch trotzdem einen sehr hohen Intelligenzquotienten. Aufgrund seiner Lernschwäche hat er eine Sonderschule besucht und auch keine Kenntnisse von wirtschaftlicher Mathematik.

Nachdem er eine Ärztin geheiratet hatte und nach der Geburt derer drei Söhne, gründet Harksen eine Firma namens „Nordanalyse“. Er fing an, sich als Finanzberater zu betätigen. Seine ersten Kunden waren Freunde seiner Frau und auch das Geld, mit dem er anfing an der Börse zu spekulieren, hatte er von ihr bekommen. Er hat es in gewisse Kulissen gesteckt, die für weitere Opfer attraktiv sein sollten. Hierbei hat er keine Gewinne gemacht, sondern ein Schneeballsystem entwickelt. Mit dem Geld der großen Kunden hat er Gewinne für die kleinen Kunden ausschütten können. Dieses Schneeballsystem wurde so groß, bis am Ende die mächtigsten und geizigsten Hamburger Kaufleute mit investierten. Wenn potenzielle neue Opfer bereits auf Aktien- und Kundenversammlungen, die Harksen abhielt, gesehen haben, dass sehr bekannte und reiche Kaufleute vor Ort sind und Harksen bereits ihr Vertrauen geschenkt haben, dachten sie sich, sie würden keinen Fehler machen können, wenn sie es ihnen gleichtaten. So wuchs der Opferkreis schnell und im Endeffekt wurden circa siebzig Menschen geschädigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das philosophische Thema des Vertrauens ein, unterscheidet zwischen der „Evidential View“ und der „Assurance View“ und etabliert die Forschungsfrage zum irrationalen Vertrauen in Hochstapler.

1.1 Methode und Gang der Untersuchung: Dieser Abschnitt erläutert die methodische Vorgehensweise, die auf philosophischen Texten sowie soziologischen und psychologischen Monographien zur Analyse des Hochstapler-Phänomens basiert.

2. Hauptteil: Der Hauptteil bildet den analytischen Kern der Arbeit, in dem Begriffe definiert, theoretische Modelle diskutiert und das Fallbeispiel Jürgen Harksen detailliert untersucht werden.

2.1 Begriffserklärung: Hier werden die zentralen Begriffe „Vertrauen“ aus einer Rational-Choice-Perspektive sowie das Phänomen der „Hochstapelei“ begrifflich geschärft und in einen Kontext gesetzt.

2.1.1 Vertrauen: Dieses Unterkapitel definiert Vertrauen als kognitives Phänomen und dreistelliges Prädikat, wobei insbesondere die personale Beziehung zwischen Vertrauendem und Vertrauensempfänger hervorgehoben wird.

2.1.2 Hochstapelei: Hier wird der historische und soziale Hintergrund des Hochstaplers erläutert, der als betrügerischer Akteur die Welt des Scheins nutzt, um Vorteile zu erlangen.

2.2 Hochstapelei in philosophischen Vertrauenstexten: Dieses Kapitel verknüpft das Hochstapler-Phänomen mit der Spieltheorie, insbesondere durch die Darstellung von Nutzen-Risiko-Kalkulationen nach Coleman.

2.3 Fallbeispiel: Jürgen Harksen: Anhand des konkreten Falles des Hochstaplers Jürgen Harksen wird untersucht, wie trotz offensichtlicher Warnsignale ein beträchtlicher Vertrauensvorschuss seitens der Opfer zustande kam.

2.3.1 Fallerläuterung: Dieses Unterkapitel beschreibt die Biografie und das betrügerische Wirken von Jürgen Harksen sowie die Mechanismen seines Schneeballsystems.

2.3.2 Thesenprüfung in Bezug auf das Fallbeispiel: Hier erfolgt der Abgleich der theoretischen Annahmen mit den realen Vorkommnissen im Fall Harksen, um die Unstimmigkeiten zwischen Wahrnehmung und Realität aufzuzeigen.

2.3.3 Mögliche Gründe für die These in Bezug auf das Fallbeispiel: In diesem Teil werden die Ursachen für das irrationale Vertrauensverhalten analysiert, wobei Konzepte wie Komplexitätsreduktion, psychologische Verdrängungsstrategien und symbolischer Interaktionismus herangezogen werden.

3. Schluss: Der Schluss zieht ein Resümee der vorangegangenen Analysen und bestätigt die Ausgangsthese, dass irrationale Vertrauensentscheidungen durch komplexe soziale und psychologische Faktoren motiviert sind.

3.1 Zusammenfassung: Dieses Unterkapitel wiederholt die wesentlichen Erkenntnisse über die Kontinuität der Hochstapler-Identität sowie die Motive der Opfer wie Gewinnstreben und Komplexitätsreduktion.

3.2 Fazit und Ausblick: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und regt dazu an, zukünftig verstärkt die Rolle des Misstrauens als notwendiges Äquivalent zu untersuchen.

Schlüsselwörter

Vertrauen, Hochstapelei, Jürgen Harksen, Rational-Choice, Spieltheorie, Komplexitätsreduktion, Misstrauen, symbolischer Interaktionismus, Täuschung, soziale Psychologie, Vertrauensmissbrauch, Identität, irrationale Entscheidungen, Schneeballsystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Frage, warum Menschen Hochstaplern ihr Vertrauen schenken, obwohl deren Auftreten oft deutliche Warnsignale und logische Unstimmigkeiten aufweist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft philosophische Vertrauenstheorien mit soziologischen Konzepten wie der Komplexitätsreduktion und psychologischen Aspekten der Selbsttäuschung und Angst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu prüfen, ob es irrationale Vertrauensentscheidungen gegenüber Hochstaplern gibt und durch welche Mechanismen diese trotz offensichtlicher Mängel des Betrügers entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretisch-analytische Methode verwendet, die durch eine Fallstudie (Jürgen Harksen) gestützt wird. Dabei werden philosophische Fachliteratur und soziologische Ansätze herangezogen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsklärungen von Vertrauen und Hochstapelei, eine spieltheoretische Betrachtung nach Coleman sowie die detaillierte Analyse des Falls Jürgen Harksen anhand verschiedener soziologischer Theorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Vertrauen, Hochstapelei, rationale Wahl, Komplexitätsreduktion, Täuschung, symbolischer Interaktionismus, psychologische Verdrängung und Risikoabwägung.

Inwiefern spielt der "Symbolische Interaktionismus" eine Rolle im Fall Harksen?

Der Ansatz erklärt, wie Harksen durch das gezielte Einsetzen von Symbolen (z.B. wohlhabende Geschäftspartner als Statussymbole) eine Scheinwelt schuf, die von den Opfern als vertrauenswürdig interpretiert wurde.

Warum reicht laut der Arbeit Misstrauen als Gegenmodell zum Vertrauen nicht aus?

Die Arbeit argumentiert – unter Rückgriff auf Luhmann – dass Misstrauen ein funktionales Äquivalent darstellt, das notwendig ist, um die soziale Komplexität zu bewältigen, anstatt sie durch einfaches "Nicht-Vertrauen" unlösbar zu machen.

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Details

Titel
Weshalb gibt es Fälle, in denen man trotz offensichtlicher Unstimmigkeiten auf einen Hochstapler hereinfällt?
Hochschule
Universität Stuttgart
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V989858
ISBN (eBook)
9783346350091
ISBN (Buch)
9783346350107
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vertrauen Anerkennen Hochstapeln Hochstapelei Hochstapler Harksen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Weshalb gibt es Fälle, in denen man trotz offensichtlicher Unstimmigkeiten auf einen Hochstapler hereinfällt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/989858
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Leseprobe aus  19  Seiten
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