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Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. (K)eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt?

Titre: Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. (K)eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt?

Thèse de Bachelor , 2020 , 58 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Felix Mai (Auteur)

Psychologie - Psychologie économique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Diskriminierung von MmB zu beweisen. Hierzu wird am Beispiel eines Schülerpraktikanten mit Epilepsie untersucht, ob Arbeitnehmer durch das Vorhandensein oder die Schwere ihrer Behinderung bei ansonsten gleichen Bedingungen eine geringere Chance bei einem potenziellen Arbeitgeber haben.

Um diese Phänomene zu erklären und im Anschluss zu untersuchen, werden zunächst die im Mittelpunkt stehenden Konstrukte des Menschen mit Behinderung und der Diskriminierung sowie der damit in Verbindung stehende rechtliche Rahmen geklärt. Zum Abschluss der theoretischen Grundlagen werden Gründe für Diskriminierung von MmB erarbeitet und eine Übersicht über themenverwandte Studien gegeben. Darauffolgend wird die Methodik der Erhebung erläutert und die daraus gewonnen Daten deskriptiv dargestellt, analysiert und an-schließend mit ihren Limitationen diskutiert. Die Arbeit wird mit einem Fazit abgeschlossen.

Verschiedene Untersuchungen haben sich bereits mit den oftmals negativen Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderung im Arbeitskontext und den dadurch gemindert Chancen dieser auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt. Feldexperimente zu der Benachteiligung von Menschen mit Behinderung im Bewerbungsprozess gibt es Deutschland noch nicht. Der Einfluss der Schwere der Behinderung fand in noch keinem Feldexperiment Berücksichtigung. Daher war es das Ziel dieser Arbeit, die Forschungsfragen zu beantworten, ob sich das Vorhandensein und die Schwere der Behinderung negativ auf die Einstellungschancen auswirken.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Was genau ist eine Behinderung?

2.2 Diskriminierung

2.3 Rechtliche Aspekte

2.4 Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen

2.4.1 Gründe für die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung

2.4.2 Feldexperimente und Hypothesenformulierung

3. Methodik

3.1 Stichprobe

3.2 Rechtliche und ethische Aspekte des Experiments

3.3 Experimentelle Manipulation

3.4 Durchführung des Feldexperiments

3.5 Datenanalyse

4. Ergebnisse

4.1 Prüfung der Voraussetzungen

4.2 Hypothesentestung

5. Diskussion

5.1 Das Vorhandensein einer Behinderung

5.1.1 Erhalt einer positiven Antwort

5.1.2 Erhalt einer direkten Zusage

5.2 Die Schwere der Behinderung

5.3 Limitationen und Empfehlungen für zukünftige Studien

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht, inwiefern das Vorhandensein und der Schweregrad einer Behinderung (Epilepsie) die Einstellungschancen bei Bewerbungen um ein Schülerpraktikum auf dem ersten Arbeitsmarkt in Deutschland beeinflussen. Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, ob durch eine behindertenspezifische Personalpolitik eine Ungleichbehandlung vorliegt.

  • Analyse der Inklusionssituation von Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt.
  • Durchführung eines Korrespondenztests als Feldexperiment mit 181 Unternehmen.
  • Untersuchung des Effekts von Behinderung und Schweregrad (GdB) auf die Rückmeldungsrate.
  • Vergleich der Ergebnisse mit internationalen Feldstudien zur Diskriminierung.
  • Diskussion der methodischen Herausforderungen und ethischen Aspekte in der Erhebung.

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Gründe für die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung

Um Diskriminierung gegenüber behinderten Menschen verstehen zu können, ist es notwendig, sich zunächst den sozialpsychologischen Erklärungsansätzen für diskriminierendes Verhalten und den Gründen für Diskriminierung gegenüber MmB zu widmen.

Der Prozess der Stigmatisierung ist die Voraussetzung für das Auftreten von Diskriminierung. Link & Pelhan (2001, zitiert nach Amering & Schmolke 2007) sehen den Ursprung des Prozesses darin, dass ein Unterschied zwischen zwei Personen oder Gruppen festgestellt wird. Auf dieser Grundlage wird ein Urteil gegenüber dem anderen Stimulus gebildet (bspw. behinderter Mensch). Soweit beschreibt dies den vollkommen gewöhnlichen Vorgang der Kategorisierung, den Menschen täglich nutzen, um Informationen vereinfacht zu verarbeiten. Der Stigmatisierungseffekt tritt erst auf, nachdem „ein Zusammenhang mit in der Gesellschaft bestehenden negativen Stereotypien“ (Amering & Schmolke, S.227) festgestellt wird. Im Falle von Menschen mit Behinderung sind diese negativen Stereotypien unter anderem Hilflosigkeit, Depressivität (Fichten & Amsel, 1986) sowie geringere Produktivität und Qualifikation (Shamshiri-Petersen & Krogh, 2020). Die Folge ist, dass soziale Distanz gesucht wird, aus der dann eine Diskriminierung folgt.

Van Alphen et al. (2011) befragten 426 niederländische Probanden, inwiefern sie sich durch Nachbarn mit Behinderung bedroht fühlen würden. Hierzu manipulierten sie in einem 2x2 Design die Schwere der Behinderung und die Größe der Nachbarsgruppe mit Behinderung. Die Schwere der Behinderung wurde über die Ausprägungen mildere Intelligenzbehinderung und schwere Intelligenzbehinderung variiert. Ihre Ergebnisse zeigten, dass die Probanden Menschen mit schwerer Behinderung als verletzlicher und unvorhersehbarer einstuften als Menschen mit geringerer Behinderung. Die Schwere der Behinderung scheint demnach einen Einfluss auf die Wahrnehmung von MmB und damit auch die negativen Vorurteile und Stigmata gegenüber jenen zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die mangelnde Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt und definiert die Forschungsfrage, ob eine behindertenspezifische Diskriminierung im Bewerbungsprozess nachweisbar ist.

2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Konstrukte von Behinderung und Diskriminierung, den rechtlichen Rahmen sowie sozialpsychologische Erklärungsmodelle wie Stigmatisierung und Kontakthypothese.

3. Methodik: Hier wird der Aufbau des Feldexperiments (Korrespondenztest) beschrieben, inklusive der Stichprobenauswahl in der Region Ostwestfalen-Lippe, der experimentellen Manipulation und der Datenerhebung.

4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung des Antwortverhaltens der Unternehmen, wobei signifikante Unterschiede in den Erfolgsquoten zwischen behinderten und nicht behinderten Bewerbern aufgezeigt werden.

5. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert und in den Kontext bestehender Forschung gesetzt; zudem werden die methodischen Limitationen der Studie kritisch beleuchtet.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, dass Menschen mit Behinderung bei der Bewerbung auf ein Praktikum deutlich schlechtere Chancen auf eine positive Rückmeldung haben.

Schlüsselwörter

Diskriminierung, Arbeitsmarkt, Menschen mit Behinderung, Korrespondenztest, Feldexperiment, Epilepsie, Inklusion, Stigmatisierung, Grad der Behinderung, Bewerbungsprozess, Schülerpraktikum, Sozialpsychologie, Chancengleichheit, Arbeitswelt, Teilhabe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Menschen mit Behinderungen im Bewerbungsprozess um ein Praktikum auf dem ersten Arbeitsmarkt aufgrund ihrer Behinderung benachteiligt werden.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Diskriminierung am Arbeitsmarkt, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die psychologischen Mechanismen der Stigmatisierung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Kernfrage ist, ob das Vorhandensein und der Schweregrad einer Behinderung (Epilepsie) die Einstellungschancen bei ansonsten gleichen Qualifikationsmerkmalen negativ beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt ein Feldexperiment in Form eines Korrespondenztests durch, bei dem fiktive, identische Bewerbungen mit unterschiedlichen Graden der Behinderung an 181 Unternehmen versendet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem theoretischen Hintergrund, der methodischen Durchführung des Feldexperiments sowie der detaillierten statistischen Auswertung und anschließenden Diskussion der gewonnenen Daten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Diskriminierung, Inklusion, Korrespondenztest, Grad der Behinderung (GdB) und der erste Arbeitsmarkt.

Warum wurde das Krankheitsbild Epilepsie für das Experiment gewählt?

Epilepsie wurde gewählt, da sie in verschiedenen Schweregraden auftreten kann und im Vergleich zu sichtbaren Behinderungen spezifische Vorurteile und soziale Distanz am Arbeitsplatz hervorruft.

Beeinflusst der Schweregrad der Behinderung die Chance auf ein Praktikum?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Diskriminierung primär durch das Vorhandensein einer Behinderung an sich entsteht, während der direkte statistische Einfluss des Schweregrades (GdB) aufgrund begrenzter Fallzahlen nicht eindeutig signifikant nachweisbar war.

Was war ein überraschendes Ergebnis der Untersuchung?

Besonders überraschend war, dass die Diskriminierung beim Erhalt einer „direkten Zusage“ deutlich stärker ausgeprägt ist als beim reinen Erhalt einer „positiven Antwort“.

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Résumé des informations

Titre
Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. (K)eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt?
Université
University of Applied Sciences Bielefeld
Note
1,3
Auteur
Felix Mai (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
58
N° de catalogue
V990110
ISBN (ebook)
9783346351777
ISBN (Livre)
9783346351784
Langue
allemand
mots-clé
Behinderung Diskriminierung Epilepsie Korrespondenztest Inklusion KMU
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Felix Mai (Auteur), 2020, Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. (K)eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990110
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Extrait de  58  pages
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