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Das autobiografische Gedächtnis in Extremsituationen

Title: Das autobiografische Gedächtnis in Extremsituationen

Term Paper , 2020 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Menua Soleimani (Author)

Psychology - Cognition
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Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Reproduktionsleistung des autobiografischen Gedächtnisses in Extremsituation und den Scheinerinnerungen, die zu falschen Aussagen führen?

Ausgehend von einem gesund entwickelten Gehirn ohne neurologische Störung, kann man davon ausgehen, dass die Funktionalität des autobiografischen Gedächtnisses von Mensch zu Mensch unterschiedlich entwickelt ist. Doch warum ist das so? Welche Ursachen sind für diese Wirkung verantwortlich? Dies wird in den nachfolgenden Kapiteln näher beleuchtet. Daran anknüpfend soll besonders auf das Phänomen der Reproduktionsleistung des menschlichen Gedächtnisses in Ausnahmesituationen eingegangen werden, wie z. B. bei einer Vernehmung durch Ermittlungsbehörden oder während einer Aussage vor Gericht. Häufig stoßen beispielsweise die Polizei und die Gerichte auf Schwierigkeiten bei der Verbrechensaufklärung, da Zeugenaussagen nicht verwertbar sind. Auch eidesstattliche Zeugenaussagen, die mit voller Überzeugung und nach bestem Wissen und Gewissen getroffen wurden, erweisen sich oft als falsch. Ein Grund hierfür ist z. B. die Suggestion bzw. die Suggestibilität der Zeugenaussagen, die in den nachfolgenden Kapiteln detaillierter betrachtet wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Gedächtnis

2.1 Unser episodisches Gedächtnis

2.2 Ein juristischer Diskurs

2.3 Das autobiografische Gedächtnis in Extremsituationen

3 Fazit

4 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der menschlichen Gedächtnisleistung, insbesondere des autobiografischen Gedächtnisses, und der Entstehung von Scheinerinnerungen in Extremsituationen, welche zu Falschaussagen vor Gericht führen können.

  • Struktur und Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses
  • Einflussfaktoren auf die Genauigkeit von Erinnerungen
  • Die Rolle der Suggestibilität bei Zeugenaussagen
  • Psychologische Aspekte des autobiografischen Gedächtnisses
  • Rechtspsychologische Implikationen für die Glaubhaftigkeit

Auszug aus dem Buch

2.3 Das autobiografische Gedächtnis in Extremsituationen

Betrachten wir nun wieder den psychologischen Schwerpunkt, zunächst anhand folgender Aussage:

„Zeugen, die Aussagen im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen vor Gericht vorbringen, sind nicht selten durch die erlebte Tat traumatisiert. Es besteht allerdings nicht ausschließlich bei direkten Opfern psychischer oder physischer Gewalt die Gefahr einer Traumatisierung, sondern auch bei Beobachtern des Geschehens“ (Retz-Junginger & Retz, 2019, S. 519 ff.).

In diesem Zusammenhang sprechen die Autoren von „Recovered-Memories“ (ebd. 2019, S. 519 ff.). Dies ist als ein Phänomen zu verstehen, das besagt, dass über lange Dauer nicht abrufbare Erinnerungen (insbesondere von den Betroffenen selbst) dann plötzlich wieder präsent seien. Dabei sei es schwierig bis gar unmöglich, Suggestion und Realereignis zu differenzieren. Diese Form von Erinnerung kann über Jahrzehnte unbewusst im Gedächtnis befinden. Der Trigger, der eine solche Erinnerung wieder hervorruft, kann sehr unterschiedlich sein. Gerade aufgrund verschiedener Auslöser, wird vor Gericht geprüft, ob die Erinnerungen das Ergebnis einer Psychotherapie sind oder anderweitig hervorgerufen wurden. Die Justiz möchte demnach authentische Erinnerungen (und daraus resultierende Aussagen) gewährleisten (ebd., 2019, S. 519 ff.).

„Individuelle Vulnerabilität für die Entwicklung von „False Memories“:

Das fälschliche Erinnern von Ereignissen oder Elementen eines Ereignisses stellt kein Exklusivphänomen einer bestimmten Personengruppe dar. Es ist davon auszugehen, dass jede Person unter gewissen Umständen gefährdet ist, Scheinerinnerungen zu entwickeln“ (ebd., 2019, S. 519 ff.).

Das Alter ist ein entscheidender Parameter hinsichtlich der Ursachen von Scheinerinnerungen (retractors). Demnach seien insbesondere junge Kinder anfällig, ältere hingegen signifikant weniger. Kinder ließen sich auch dahingehend beeinflussen, bei anhaltender Konfrontation inkorrekter Informationen, die gewünschte Antwort zu geben (Schooler & Loftus, 1993, S. 177 ff.).

Es existieren sowohl innere als auch äußere Faktoren (siehe Abbildung 2), die zu Scheinerinnerungen führen. Die falschen Erinnerungen können während der gedanklichen Suche oder ad hoc entstehen (Rohmann, 2018, S. 23 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass das menschliche Gedächtnis keine objektive Aufzeichnung ist, sondern rekonstruktive Prozesse unterliegt, was in rechtlichen Kontexten zu Problemen führen kann.

2 Das Gedächtnis: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Gedächtnisses, unterscheidet zwischen Kurz- und Langzeitgedächtnis und thematisiert das episodische sowie autobiografische Gedächtnis.

2.1 Unser episodisches Gedächtnis: Hier wird detailliert betrachtet, wie Erlebnisse gespeichert und durch emotionale Betroffenheit sowie individuelle Motivationen beeinflusst werden.

2.2 Ein juristischer Diskurs: Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung von Zeugenaussagen im rechtlichen Kontext und stellt Qualitätskriterien zur Überprüfung der Glaubhaftigkeit vor.

2.3 Das autobiografische Gedächtnis in Extremsituationen: Der Fokus liegt hier auf der Entstehung von „False Memories“ und Scheinerinnerungen, besonders unter dem Einfluss von Suggestion und bei traumatischen Erlebnissen.

3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Gedächtnis ein hochkomplexes, subjektives System ist und unterstreicht die Wichtigkeit der Rechtspsychologie bei der Beurteilung von Zeugenaussagen.

4 Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche wissenschaftlichen Quellen und Werke aufgelistet, die für die Erarbeitung dieser Hausarbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Autobiografisches Gedächtnis, Scheinerinnerungen, Falschaussage, Rechtspsychologie, episodisches Gedächtnis, Zeugenaussage, Suggestibilität, Recovered-Memories, Glaubhaftigkeit, Traumatisierung, menschliche Wahrnehmung, Gedächtnisleistung, Reproduktionsleistung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychologischen Mechanismen des autobiografischen Gedächtnisses und der Frage, wie diese in Extremsituationen die Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen beeinflussen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die Struktur des Gedächtnisses, die Entstehung von Scheinerinnerungen (False Memories), die Rolle der Suggestion sowie die rechtspsychologische Prüfung von Aussagen vor Gericht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Reproduktionsleistung des autobiografischen Gedächtnisses in Extremsituationen und der Entstehung von Scheinerinnerungen zu klären, die zu falschen Aussagen führen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller psychologischer Erkenntnisse mit rechtlichen Fragestellungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Gedächtnisses, eine Analyse der episodischen Gedächtnisprozesse, eine Erörterung des juristischen Kontexts und eine Untersuchung spezifischer Einflussfaktoren auf Scheinerinnerungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie autobiografisches Gedächtnis, Scheinerinnerungen, Rechtspsychologie, Zeugenaussage und Suggestibilität geprägt.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen episodischem und semantischem Gedächtnis für Zeugenaussagen eine Rolle?

Die Unterscheidung ist deshalb wichtig, da episodische Erinnerungen persönliches Erlebtes und Emotionen beinhalten, die subjektiven Rekonstruktionsprozessen und damit Fehlern unterliegen, während semantisches Wissen eher Faktenwissen darstellt.

Welche Rolle spielen „Innere“ und „Äußere“ Faktoren bei der Entstehung von Scheinerinnerungen?

Innere Faktoren wie Erklärungsnot oder emotionale Schlüssigkeit sowie äußere Faktoren wie Suggestion oder Druck können dazu führen, dass Zeugen Erinnerungen fälschlicherweise konstruieren oder modifizieren.

Wie bewerten Gerichte die Glaubhaftigkeit einer Aussage nach dem aktuellen Stand der Psychologie?

Gerichte nutzen hierzu festgelegte Qualitätskriterien, wie etwa die Konstanz in wesentlichen Teilen, den Detailreichtum und das Vorhandensein individueller Besonderheiten, um eine objektive Bewertung trotz der Subjektivität des Gedächtnisses zu versuchen.

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Details

Title
Das autobiografische Gedächtnis in Extremsituationen
College
University of Applied Sciences Hamburg
Grade
1,0
Author
Menua Soleimani (Author)
Publication Year
2020
Pages
17
Catalog Number
V990424
ISBN (eBook)
9783346351890
ISBN (Book)
9783346351906
Language
German
Tags
gedächtnis extremsituationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Menua Soleimani (Author), 2020, Das autobiografische Gedächtnis in Extremsituationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990424
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