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Qualität versus Boulevard. Eine vergleichende Textsortenanalyse anhand der Tageszeitungen "Die Presse" und "Österreich"

Titel: Qualität versus Boulevard. Eine vergleichende Textsortenanalyse anhand der Tageszeitungen "Die Presse" und "Österreich"

Seminararbeit , 2020 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Constantin Haider (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ist eine eindeutige Textsortenzuordnung anhand der in der Fachliteratur definierten Merkmale in den Qualitäts- und Boulevardzeitungen möglich?
Ziel dieser Arbeit ist, die informierenden Textsorten Meldung, Nachricht, Bericht und Reportage in den kostenpflichtigen Tageszeitungen Die Presse und Österreich an fünf Werktagen zu analysieren um die Frage zu beantworten, ob eine allgemeingültige Textsortendefinition existiert oder medienbedingte Unterschiede hinsichtlich dem Vorkommen und der Merkmale Länge, Aufbau und Informationsgehalt zu erkennen sind.

Zunächst werden Hintergrundinformationen über das Medium Zeitung erläutert, bevor anhand der Sekundarliteratur und den Ausführungen von Christoph Fasel (2008), Volker Wolff (2017) und Walter de la Roche (Hooffacker 2017) eine theoretisch fundierte Basis erstellt wird, welche die charakteristischen Merkmale der Textsorten Meldung, Nachricht, Bericht und Reportage beinhaltet. Für den empirischen Teil der Arbeit wurden Meldungen, Nachrichten, Berichte und Reportagen textanalytisch untersucht und das Vorkommen durch Zählung ermittelt. Auf Grundlage dieser Daten wurden vergleichende Grafiken erstellt und anschließend einer entsprechenden Analyse unterzogen. In dieser wird sodann überprüft, inwiefern sich in den Qualitäts- und Boulevardzeitungen ähnliche oder unterschiedliche Textsortencharakteristika herausgebildet haben. In einer abschließenden Conclusio wird eine Zusammenfassung der Analyseergebnisse erstellt und versucht, die Hypothese, dass es keine allgemeingültige und mediumübergreifende Definition gibt, zu verifizieren oder je nach Analyseergebnis auch zu revidieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergrundinformationen zum Medium Zeitung

2.1 Klassifizierung

2.2 Grundinformationen (APA)

2.3 Zeitungsformat

3. Textsorten in der Zeitung

3.1 Meldung

3.2 Nachricht

3.3 Bericht

3.4 Reportage

4. Faktensammlung

4.1 Textsortenüberblick Österreich

4.2 Textsortenüberblick Die Presse

4.3 Meldung

4.4 Nachricht

4.5 Bericht

4.6 Reportage

5. Analyse

5.1 Meldung

5.2 Nachricht

5.3 Bericht

5.4 Reportage

6. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die vergleichende Analyse der informierenden Textsorten Meldung, Nachricht, Bericht und Reportage in den Tageszeitungen Die Presse und Österreich, um zu untersuchen, ob allgemeingültige Textsortendefinitionen existieren oder medienbedingte Unterschiede in Vorkommen, Länge, Aufbau und Informationsgehalt bestehen.

  • Vergleichende Analyse von Qualitäts- und Boulevardjournalismus
  • Strukturelle Untersuchung journalistischer Textsorten (Meldung, Nachricht, Bericht, Reportage)
  • Empirische Erhebung von Textvorkommen und Merkmalen an fünf Werktagen
  • Gegenüberstellung von Informationsdichte und Layout-Einflüssen
  • Evaluation der Hypothese über die Existenz allgemeingültiger Textsortendefinitionen

Auszug aus dem Buch

3.2 Nachricht

Der Lokalredakteur der amerikanischen Zeitung „Sun“, John B. Bogart, soll im Jahr 1880 folgende Aussage getätigt haben, welche heutzutage in den meisten journalistischen Lehrwerken als die „Man-bites-dog-Formel“ zu finden ist. “When a dog bites a man, that’s not news, but when a man bites a dog, that’s news” (Hooffacker 2017: 55).

Die Nachricht bildet die Grundlage für alle journalistischen Textsorten und liefert einen, im Idealfall ungewöhnlichen, vom Alltäglichen abweichenden Inhalt. Sie kann, wie in Kapitel 3.1 erläutert, in eine Kurzform, der sogenannten Meldung oder der ausformulierten Langform, dem Bericht (siehe Kapitel 3.3), mit einem höheren Informationsgehalt unterteilt werden. Eine treffende Definition für die Nachricht hat der Journalist und Autor Walther von LaRoche gefunden: „Eine Nachricht ist […] eine objektive Mitteilung eines allgemein interessierenden, aktuellen Sachverhalts in einem bestimmten formalen Aufbau“ (Hooffacker 2017: 58).

Die Textsorte Nachricht stellt sowohl inhaltliche als auch formale Anforderungen an den Journalisten. Inhaltlich essenziell ist die Beantwortung der fünf W-Fragen, welche durch „Warum und Woher“ zu den sieben W-Fragen der Nachricht ergänzt werden. Zusätzlich zu beachten ist der formal hierarchische Aufbau vom Wichtigsten zum Ergänzenden in Form einer umgedrehten Pyramide. Die für die Leserinnen und Leser wichtigsten Informationen sowie das Unbekannte finden sich am Anfang und bilden den „Lead“, bestehend aus „Headline“ und dem in den Boulevardmedien zumeist fettgedruckten Vorspann. Im Haupttext werden dann weiterführende Informationen nach dem Prinzip der abnehmenden Wichtigkeit geliefert (vgl. Wolff 2017: 52). Nach der Definition von Lüger (1995: 98) haben Nachrichten eine Länge von etwa 40 – 50 Zeilen. Die essenziellen Elemente, die eine Nachricht ausmachen, sind laut Walther von La Roche die Aktualität des Themas, das allgemeine Interesse, der formale Aufbau, die Mitteilungsform und Verständlichkeit sowie die Objektivität (vgl. Hooffacker 2017: 58).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Anwendbarkeit von Textsortendefinitionen auf Qualitäts- und Boulevardzeitungen und erläutert die Zielsetzung der empirischen Untersuchung.

2. Hintergrundinformationen zum Medium Zeitung: Dieses Kapitel klassifiziert Zeitungen nach verschiedenen Merkmalen wie Vertrieb, Reichweite und Kosten und thematisiert die Rolle der Nachrichtenagenturen für journalistische Inhalte.

3. Textsorten in der Zeitung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der informierenden Textsorten Meldung, Nachricht, Bericht und Reportage anhand fachwissenschaftlicher Literatur definiert.

4. Faktensammlung: Dieser Teil präsentiert die empirischen Daten der fünf untersuchten Werktage und stellt die Häufigkeitsverteilungen der Textsorten in beiden Tageszeitungen grafisch dar.

5. Analyse: Die Ergebnisse der Datenerhebung werden hier detailliert interpretiert und hinsichtlich der medienbedingten Unterschiede in Aufbau und Gestaltung ausgewertet.

6. Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Schwierigkeit, allgemeingültige, mediumübergreifende Textsortendefinitionen festzulegen, da diese einem steten Wandel unterliegen.

Schlüsselwörter

Textsortenanalyse, Qualitätsmedium, Boulevardzeitung, Die Presse, Österreich, Nachricht, Meldung, Bericht, Reportage, Journalismus, Medienanalyse, Textlinguistik, Informationsgehalt, Presseagentur, Zeitungsformat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob die theoretisch definierten journalistischen Textsorten (Meldung, Nachricht, Bericht, Reportage) in der Praxis zweier unterschiedlicher Zeitungsformate, nämlich einer Qualitätszeitung und einer Boulevardzeitung, eindeutig zugeordnet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung journalistischer Texte, die medienbedingten Unterschiede in der Textgestaltung sowie die Analyse, wie Qualitäts- und Boulevardmedien mit inhaltlichen und formalen Vorgaben umgehen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob eine allgemeingültige Textsortendefinition existiert oder ob medienbedingte Unterschiede in Bezug auf das Vorkommen, die Länge, den Aufbau und den Informationsgehalt der Texte eine eindeutige Zuordnung in der Praxis erschweren oder unmöglich machen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde eine empirische Textsortenanalyse durchgeführt, bei der journalistische Beiträge an fünf Werktagen gezählt, in Gruppen unterteilt und anhand spezifischer Merkmale (Länge, Aufbau, Informationsdichte) vergleichend analysiert wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Textsorten, eine detaillierte Faktensammlung basierend auf den erhobenen Zeitungsdaten und eine analytische Gegenüberstellung der Ergebnisse für Die Presse und Österreich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Textsortenanalyse, Qualitätsjournalismus, Boulevardmedien, Nachricht, Bericht sowie der spezifische medienvergleichende Ansatz zwischen Die Presse und Österreich.

Warum finden sich in der Boulevardzeitung "Österreich" im Analysezeitraum keine Reportagen?

Die Analyse ergab, dass Reportagen als aufwendigste und ausführlichste Textsorte nicht den Erwartungen der Zielgruppe einer Boulevardzeitung entsprechen und aufgrund ihres hohen Platzbedarfs nicht in das Schema einer täglich erscheinenden Boulevardzeitung passen.

Wie unterscheidet sich das Text-Bild-Verhältnis in den beiden untersuchten Zeitungen?

Bei der Zeitung Die Presse liegt das Text-Bild-Verhältnis bei etwa 1:5, während es bei der Boulevardzeitung Österreich bei 1:1 liegt, was die unterschiedlichen Qualitätsansprüche und Formate der beiden Medien verdeutlicht.

Welches Fazit zieht der Autor in der Conclusio bezüglich der Textsortendefinitionen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass aufgrund fließender Übergänge und eines ständigen historischen Wandels eine starre, allgemeingültige Definition von Textsorten kaum möglich ist; die Zuordnung bleibt daher immer nur ein vorläufiger Orientierungsrahmen.

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Details

Titel
Qualität versus Boulevard. Eine vergleichende Textsortenanalyse anhand der Tageszeitungen "Die Presse" und "Österreich"
Hochschule
Universität Wien  (Germanistik)
Note
1,0
Autor
Constantin Haider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V990762
ISBN (eBook)
9783346340139
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Textsorten Analyse Qualitätszeitung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Constantin Haider (Autor:in), 2020, Qualität versus Boulevard. Eine vergleichende Textsortenanalyse anhand der Tageszeitungen "Die Presse" und "Österreich", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990762
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Leseprobe aus  19  Seiten
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