In dieser Hausarbeit stellt sich die Frage, warum viele Menschen sich nicht gebührend wertgeschätzt fühlen und Mängel an den Führungsqualitäten ihrer Vorgesetzten sehen, wenngleich das Thema bereits seit einiger Zeit erforscht und durch Workshops und Fortbildungen in die Unternehmen getragen wird.
Damit der Frage auf den Grund gegangen werden kann, wird im Rahmen eines qualitativen Interviews eine Bestandsaufnahme erhoben, um mögliche Probleme herauszuarbeiten und zu analysieren. Außerdem werden gängige Methoden des Forschungsgebietes erklärt und mit dem Verhalten in der Praxis verglichen. Dazu wurden einer Führungsperson in Form eines Experteninterviews Fragen gestellt, die sich unter folgender Frage zusammenfassen lassen: Wie zeigt eine Führungsperson den Angestellten gegenüber Wertschätzung im Alltag?
Zunächst werden relevante Begriffe für das Forschungsthema genauer definiert und abgegrenzt. Dabei wird der aktuelle Forschungsstand von wertschätzungsorientierter Führung als Methode für ein motivierteres Arbeiten und eine höhere Leistung anhand gängiger Modelle herausgearbeitet. Nach einer kurzen Vorstellung des Interviewpartners schließt sich eine transparente Beleuchtung des Experteninterviews und anschließend die Auswertung der Ergebnisse, sowie die Einbettung in die vorgestellten Modelle und Definitionen an. Zum Schluss folgt eine Reflektion des Forschungsprozesses und ein zusammenfassendes Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Bezug: Motiv und Motivation
2.1 Bedürfnispyramide nach Maslow
2.2 Definition: Wertschätzung
2.3 Das Stufenmodell der Wertschätzung
2.4 Die Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Leitfadenkonstruktion
3.2 Das Interview
4 Auswertung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels eines qualitativen Experteninterviews, wie Führungskräfte im Arbeitsalltag Wertschätzung gegenüber ihren Angestellten zum Ausdruck bringen, um Mitarbeitermotivation zu fördern. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse praktischer Verhaltensweisen im Abgleich mit gängigen motivationspsychologischen Modellen.
- Theoretische Fundierung von Motiv und Motivation
- Stufenmodell der Wertschätzung und Zwei-Faktoren-Theorie
- Qualitative Erhebung durch Experteninterview mit einer Führungskraft
- Analyse der Praxisanwendung von Wertschätzungsmethoden
- Herausforderungen in der Messbarkeit von Motivation und Führungserfolg
Auszug aus dem Buch
3.2 Das Interview
Das Interview fand an einem Wochentag nach Feierabend des Interviewpartners in seinem Wohnzimmer statt. Dies förderte die entspannte Atmosphäre und nach einer kurzen Einführung mit Informationen zu der Forschungsarbeit und einem Betonen der Anonymität wurde das Diktiergerät eingeschaltet. Zum Beginn verlief das Gespräch eher stockend, auf erste Fragen wurde teilweise mit Gegenfragen oder kurzen Sätzen geantwortet.
Nachdem von allgemeineren Fragen auf eine speziell auf ihn gerichtete Frage gewechselt wurde, begann er allerdings zu erzählen und das Gespräch nahm an Fahrt auf. Im Laufe des Gespräches wurden vorbereitete, offene Fragen leider oft zu geschlossenen umformuliert. Dies führte dazu, dass der Gesprächspartner mit kurzen und knappen Antworten erzählte. Diese Antworten reichten natürlich nicht aus, um tiefer in die Materie einsteigen zu können. Direkt danach gestellte, aufbauende Fragen forderten den Interviewten dazu auf, mehr aus seiner Erfahrung zu erzählen, was er auch tat. Aus diesem Grund schadeten die geschlossen gestellten Fragen nicht unbedingt dem Informationsgehalt, zogen das Interview jedoch in die Länge und brachten den Gesprächspartner in eine zurückgelehnte Haltung, aus welcher er durch auffordernde Fragen wieder herausgeholt werden musste.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung von Wertschätzung als motivationsgenerierende Ressource für die Leistung von Mitarbeitern und stellt die Forschungsfrage zur Praxisanwendung durch Führungspersonen.
2 Theoretischer Bezug: Motiv und Motivation: Dieses Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie Motiv, Motivation und Volition und erläutert relevante psychologische Modelle wie die Maslowsche Bedürfnispyramide, das Stufenmodell der Wertschätzung sowie die Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg.
3 Methodisches Vorgehen: Hier wird der methodische Rahmen beschrieben, der die Durchführung eines Experteninterviews umfasst, einschließlich der Leitfadenkonstruktion und der Rahmenbedingungen des Gesprächs mit dem Produktionsleiter Herrn Beier.
4 Auswertung: Die Ergebnisse des Experteninterviews werden analysiert und in Beziehung zu den theoretischen Modellen gesetzt, wobei insbesondere das intuitiv geprägte Handeln der Führungsperson und die Schwierigkeit der Messbarkeit von Motivation hervortreten.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass zwar ein Bewusstsein für Wertschätzung besteht, jedoch ein Bedarf an systematischerer Weiterbildung und klareren Begriffsdefinitionen erkennbar ist, um die Potenziale für Mitarbeitermotivation effektiver zu nutzen.
Schlüsselwörter
Wertschätzung, Mitarbeitermotivation, Führung, Experteninterview, Arbeitsalltag, Motivationspsychologie, Bedürfnispyramide, Herzberg, Feedback, Führungskultur, Arbeitsplatzgestaltung, qualitative Forschung, intrinsische Motivation, Leistungsbereitschaft, Mitarbeiterführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Führungskräfte Wertschätzung im Arbeitsalltag praktisch umsetzen, um die Motivation ihrer Mitarbeitenden zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Einordnung von Wertschätzung, die Anwendung psychologischer Motivationsmodelle in der Praxis sowie der Einfluss von Führung auf das Arbeitsklima.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme anhand eines Experteninterviews, um herauszuarbeiten, wie Führungspersonen Wertschätzung zeigen und welche Probleme oder Hindernisse dabei auftreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine qualitative Forschungsmethode in Form eines Experteninterviews mit einer Führungsposition angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte wie die Bedürfnispyramide nach Maslow und die Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg vorgestellt und die Ergebnisse aus dem Experteninterview mit diesen Theorien verknüpft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Wertschätzung, Mitarbeitermotivation, Führung und qualitativem Experteninterview beschreiben.
Warum wird Herr Beier als Experte interviewt?
Herr Beier arbeitet seit über zehn Jahren als Produktionsleiter und erfüllt damit die Kriterien, um als Experte für das untersuchte Handlungsfeld der Mitarbeiterführung Auskunft zu geben.
Inwieweit lässt sich Wertschätzung laut dem Interviewpartner messen?
Der Interviewte betont die Schwierigkeit, Wertschätzung und deren Auswirkung auf die Motivation präzise zu messen, und stützt sich dabei eher auf subjektive Einschätzungen und das beobachtbare Engagement der Mitarbeitenden.
- Arbeit zitieren
- Marlene Vennewald (Autor:in), 2020, Mitarbeitermotivation durch Wertschätzung im Arbeitsalltag. Eine Bestandsaufnahme anhand eines Experteninterviews, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990839