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Sexualität und Selbstbestimmung in der Sozialen Arbeit mit geistig beeinträchtigten Menschen. Auswirkungen auf Lebensqualität und Alltagsgestaltung

Title: Sexualität und Selbstbestimmung in der Sozialen Arbeit mit geistig beeinträchtigten Menschen. Auswirkungen auf Lebensqualität und Alltagsgestaltung

Bachelor Thesis , 2020 , 78 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Maria Schmitz (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Diese Bachelorarbeit befasst sich damit, inwieweit Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung ihre Sexualität frei entwickeln können, welche Hindernisse durch fehlende Angebote entstehen und welche Möglichkeiten nicht nur die Soziale Arbeit hat, um diesen Menschen eine selbstbestimmte Verwirklichung ihrer Sexualität zu ermöglichen.

Die Sexualität gehört unweigerlich zum menschlichen Dasein, da der Mensch aus ihr hervorgeht und sie auch seine weitere Entwicklung prozesshaft begleitet. Darüber hinaus ist unsere Sexualität höchst individuell sowie subjektiv und beschränkt sich nicht nur auf den rein erotischen Akt der Genitalsexualität, sondern steht in enger Verbindung zu unseren Emotionen und Gefühlen, das Erfahren von Liebe, Zärtlichkeiten und verbalem Austausch trägt darüber hinaus zur Persönlichkeitsentwicklung bei und prägt auch unsere Formen des Zusammenlebens.

Sexualität stellt somit einen bedeutenden Teil innerhalb unseres gesamten Lebens dar und gehört auch in unserem gesellschaftlichen Alltag unabdingbar dazu. Ein Leben ohne das freie und selbstbestimmte Ausleben von Sexualität ist für die meisten Menschen kaum vorstellbar. Doch beeinträchtigte Menschen werden in ihrem Alltag noch immer häufig mit Hindernissen und Problemen konfrontiert, die sie an der freien Auslebung ihrer Sexualität hindern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinitionen

2.1 „Geistige Behinderung“ – „Geistige Beeinträchtigung“

2.2 Sexualität – ein Definitionsversuch

2.2.1 Menschliche Sexualität und ihre Funktionen

3 Sexualität und geistige Beeinträchtigung

3.1 Gesellschaftliche Haltungen, Mythen und Tabus

3.2 Selbstbestimmung und Sexualität

3.3 Gesetzliche Grundlagen und rechtliche Aspekte

3.3.1 Sterilisation

3.3.2 Verhütung

3.3.3 Schwangerschaftsabbruch

3.3.4 Ethische Aspekte

4 Lebensbedingungen und ihre Auswirkungen auf die Sexualität

4.1 Familiäre Bedingungen

4.1.1 Auswirkungen auf die Sexualität

4.2 Institutionelle Bedingungen und ihre Auswirkungen

5 Das problemzentrierte Interview nach Witzel

5.1 Interview – ein Mitarbeiter berichtet

5.1.1 Auswertung des Interviews

6 Möglichkeiten passiver und aktiver Sexualassistenz

6.1 Sexualerziehung und -beratung als passive Sexualassistenz

6.2 Sexualbegleitung als aktive Sexualassistenz: das Angebot der Sexualbegleiterin Nina de Vries

6.3 Sexualität und Inklusion

7 Mögliche Schwerpunkte für die Soziale Arbeit

7.1 Der Empowerment-Ansatz

7.2 Das Konzept der Lebensweltorientierung nach Thiersch

8 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Bachelorarbeit untersucht, inwieweit Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ihre Sexualität frei entwickeln können, welche Hindernisse durch fehlende Angebote existieren und welche Möglichkeiten der Sozialen Arbeit bestehen, um eine selbstbestimmte Verwirklichung der Sexualität zu ermöglichen.

  • Bedeutung der Sexualität als Teil der menschlichen Entwicklung und des Grundbedürfnisses.
  • Analyse gesellschaftlicher Tabus und institutioneller Hürden bei geistiger Beeinträchtigung.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen wie das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung vs. Sterilisationspraxis.
  • Erforschung der Sexualprävention und -begleitung durch Experteninterviews.
  • Vorstellung innovativer Konzepte wie Empowerment und Lebensweltorientierung in der Sozialen Arbeit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Gesellschaftliche Haltungen, Mythen und Tabus

Trotz vielfacher theoretischer Weiterentwicklung und Forschung zum Thema Sexualität und Behinderung scheint das gesellschaftliche Bild von beeinträchtigten Menschen und ihrer Sexualität häufig noch immer mit einer Reihe von stereotypen Vorurteilen und Diskriminierungen behaftet zu sein.

So wird ihre Sexualität negiert und es entstehen Mythen und unbelegte Meinungen um die sexuellen Verhaltensweisen dieser Menschen, welche gesellschaftlich häufig etabliert sind und auch weiterhin reproduziert werden: „Sie haben gar keine Sexualität. Sie werden nie eine/n Partner/in bekommen. Es ist besser für sie, keine Sexualität zu entwickeln oder zu leben, da sie sowieso nur enttäuscht werden können. Auch ohne Beziehung und Sexualität kann man glücklich werden. Behinderte können Sexualität nicht beherrschen und können gefährlich werden“ (Schönwiese/Sailer-Lauschmann 2000).

Die Vielfalt der Vorurteile und Diskriminierungen ist immens und reicht sogar bis hin zu eugenischen Haltungen. Doch sind „[d]iese Haltungen […] sicher nicht nur als Vorurteile und Haltungen entsprechend dem gesellschaftlichen Alltag unserer westlichen Welt zu sehen, sondern haben ihren historisch fachlichen Hintergrund, der sich epochal in der Praxis der Institutionen der Behindertenhilfe niedergeschlagen hat“ (Schönwiese/Sailer-Lauschmann 2000). So können auch die ausgebildeten Mitarbeitenden von Wohneinrichtungen sowie die Institution an sich zur Aufrechterhaltung und Beeinflussung dieser Mythen beitragen. Durch Tabuisierung, Verdrängung, Dramatisierung sowie aufgrund von Fehleinschätzungen werden diese Entwicklungen verstärkt und bewahrt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die untrennbare Verbindung von Sexualität und menschlichem Dasein und beleuchtet die Hindernisse bei der Umsetzung sexueller Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen.

2 Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe „geistige Behinderung“ und „geistige Beeinträchtigung“ sowie Sexualität mittels Klassifikationssystemen und verschiedener wissenschaftlicher Definitionen.

3 Sexualität und geistige Beeinträchtigung: Das Kapitel analysiert gesellschaftliche Mythen, rechtliche Aspekte wie Sterilisation und Verhütung sowie ethische Fragestellungen im Kontext sexueller Selbstbestimmung.

4 Lebensbedingungen und ihre Auswirkungen auf die Sexualität: Hier werden familiäre und institutionelle Bedingungen untersucht, die als Barrieren oder Förderfaktoren für ein selbstbestimmtes Sexualleben fungieren.

5 Das problemzentrierte Interview nach Witzel: Es wird die Methode des PZI vorgestellt und ein Experten-Interview in einer Wohneinrichtung analysiert, um den praktischen Handlungsbedarf aufzuzeigen.

6 Möglichkeiten passiver und aktiver Sexualassistenz: Dieses Kapitel stellt Konzepte der Sexualbegleitung, Erziehung und Beratung vor und diskutiert diese im Kontext von Inklusion.

7 Mögliche Schwerpunkte für die Soziale Arbeit: Abschließend werden der Empowerment-Ansatz sowie das Konzept der Lebensweltorientierung als Lösungswege für die Soziale Arbeit präsentiert.

8 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit sexualpädagogischer Konzepte zusammen und benennt bestehende Leerstellen für zukünftige Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Sexualprävention, geistige Beeinträchtigung, sexuelle Selbstbestimmung, Inklusion, Empowerment, Lebensweltorientierung, Sexualassistenz, Behindertenhilfe, Sexualerziehung, Sterilisation, Verhütung, professionelle Unterstützung, Menschenrechte, Fachkräfteausbildung, Sexualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Sexualität von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und untersucht, wie eine selbstbestimmte Auslebung trotz gesellschaftlicher Barrieren und fehlender Konzepte in Wohneinrichtungen ermöglicht werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die sexuelle Selbstbestimmung, der Einfluss von Wohn- und Lebensbedingungen, rechtliche Aspekte (z.B. Sterilisation) sowie Methoden der Sexualprävention und -assistenz.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, den Handlungsbedarf in Institutionen zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Ansätze wie Empowerment und Lebensweltorientierung praktisch zu einer Verbesserung der sexuellen Lebensqualität beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt das problemzentrierte Interview (PZI) nach Witzel, um qualitative Einblicke in die Arbeit eines Experten in einer Wohneinrichtung zu gewinnen und diese wissenschaftlich auszuwerten.

Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Begriffe, Recht, Ethik), eine Analyse der Lebensumstände (Familie, Institutionen) und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit assistiven Konzepten (Sexualpädagogik, Sexualbegleitung).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind sexuelle Selbstbestimmung, Inklusion, institutionelle Rahmenbedingungen, sexuelle Assistenz und der Empowerment-Ansatz der Sozialen Arbeit.

Warum ist die Praxis der Sterilisation in der Arbeit ein kritischer Punkt?

Die Arbeit kritisiert, dass Sterilisationen bei Frauen mit geistiger Beeinträchtigung häufig eher auf Wunsch Dritter (Betreuer/Eltern) als aus persönlichem, selbstbestimmtem Wunsch erfolgen, was ethisch und rechtlich hochproblematisch ist.

Wie bewertet der interviewte Experte den aktuellen Umgang mit Sexualität in der Einrichtung?

Er charakterisiert den Umgang als „rückständig“ und beklagt ein fehlendes sexualpädagogisches Konzept sowie die Tendenz vieler Kollegen, das Thema aus Scham oder Überforderung zu tabuisieren.

Welche Rolle spielt die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK)?

Die BRK dient als juristischer „Meilenstein“, um das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und ein selbstbestimmtes Leben rechtlich zu untermauern und institutionelle Veränderungen einzufordern.

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Details

Title
Sexualität und Selbstbestimmung in der Sozialen Arbeit mit geistig beeinträchtigten Menschen. Auswirkungen auf Lebensqualität und Alltagsgestaltung
College
University of Applied Sciences Hanover
Grade
1,7
Author
Maria Schmitz (Author)
Publication Year
2020
Pages
78
Catalog Number
V991076
ISBN (eBook)
9783346379023
ISBN (Book)
9783346379030
Language
German
Tags
sexualität selbstbestimmung sozialen arbeit menschen auswirkungen lebensqualität alltagsgestaltung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Schmitz (Author), 2020, Sexualität und Selbstbestimmung in der Sozialen Arbeit mit geistig beeinträchtigten Menschen. Auswirkungen auf Lebensqualität und Alltagsgestaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991076
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