Geschäftsmodellierung eines Fashion-Trucks. Gründungsmanagement am Beispiel des "Modern Nomad Fashion Stores"


Hausarbeit, 2020

24 Seiten, Note: 1.6

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Modern Nomad – Mobile Fashion Store Concept

3 Geschäftsmodellierung
3.1 Kundenarten
3.2 Value Proposition/Nutzenversprechen
3.3 Werte
3.4 Vertriebs- und Kommunikationskanäle
3.5 Kundenbeziehungen
3.6 Einnahmequellen
3.7 Schlüsselressourcen
3.8 Schlüsselaktivitäten
3.9 Schlüsselpartner
3.10 Team
3.11 Kosten

4 Herausforderungen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Markenlogoentwurf „Modern Nomad“

Abbildung 2: Aufbau eines Fashion Trucks

Abbildung 3: Online Customer Journey

Abbildung 4: Customer Flow im ambulanten Vertrieb

1 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit wird das Geschäftsmodell des Modern Nomad Fashion Stores vorgestellt. Die Überlegungen erfolgten anhand des Business Modell Canvas nach Osterwalder, welches Geschäftsideen visualisieren und bei der Konzeptfindung unterstützen soll. Die Geschäftsidee ist der Verfasserin durch die Verknüpfung ihrer Leidenschaft für Mode und E-Commerce, sowie im Studium gewonnene Kenntnisse über das Eventmanagement, gekommen.

Nachdem die Geschäftsidee im zweiten Kapitel kurz erläutert wird, erfolgt die Vorstellung des Geschäftsmodells anhand der neun Elemente des Business Modell Canvas. Im letzten Teil der Arbeit werden mögliche Herausforderungen sowie deren Vermeidungsstrategien und Lösungsansätze diskutiert.

2 Modern Nomad – Mobile Fashion Store Concept

Mobiles Verkaufen neu gedacht: The Modern Nomad liefert außergewöhnliche Styles in einer außergewöhnlichen Umgebung. Dabei ist es die erste Lieblingsboutique, die immer genau dort ist, wo auch ihre Kundinnen gerade sind. Der Onlineshop ermöglicht es außerdem, die neuesten Trends bequem von Zuhause oder mobil mit dem Smartphone zu shoppen. Wer The Modern Nomad lieber live erleben und von einem noch persönlicheren Einkaufserlebnis profitieren möchte, der kann den kleinen Boutique Truck auf einem der zahlreichen Festivals und Events in ganz Deutschland erleben, oder gleich einen Termin für eine individuelle Shoppingparty daheim vereinbaren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Markenlogoentwurf „Modern Nomad“1

Mode hat bei den deutschen Kunden einen hohen Stellenwert. So lagen die Konsumausgaben für Schuhe und Bekleidung im Jahr 2019 bei 77,49 Milliarden Euro2. Insgesamt geben 41% der Befragten an, die meisten Fashionkäufe online zu tätigen, während 57% den stationären Handel bevorzugen. Ausschlaggebend seien dabei vor allem die Faktoren, die Ware vor Ort ansehen und anprobieren zu können, sowie keine Wartezeit zu haben, ehe sie das Produkt erhalten.3 Es ergibt sich ein hohes Marktpotential und wird deutlich, dass dem Onlinehandel bereits ein sehr hoher Stellenwert zugemessen wird. Der „offline Kauf“ im Laden ist für die Konsumenten aber weiter von hoher Bedeutung. Verbraucher wollen zunehmend frei entscheiden wann und wo sie kaufen: ob online, stationär oder per Smartphone.

Bei dem Geschäftsmodell des Modern Nomad Fashion Trucks handelt es sich um eine Geschäftsmodell-Innovation, welche laut Schallmo die „Innovation einzelner Elemente (z.B. Kundenkanäle), oder Kombination der Elemente bzw. des gesamten Geschäftsmodells“4 bedeutet. In diesem Fall werden die Vertriebswege E-Commerce und ambulanter Handel verknüpft. Mithilfe eines ausgebauten Trucks und ausgefeilten Marketings wird so ein völlig neuer Fashion Shop arrangiert, der im wahrsten Sinne des Wortes „bewegt“. Mit dem Konzept des Multichannel Retails erhalten Kunden die Wahl, frei zu entscheiden wann und wo sie einkaufen möchten. Es wird zudem ein, genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Einkaufserlebnis geschaffen – egal ob auf Events, einer privaten Shoppingparty, direkt vor der eigenen Haustür oder online. Für das Unternehmen sorgt dieses Konzept für eine Differenzierung vom Wettbewerb in der, zunehmend von Produkthomogenität geprägten Fashionwelt, in welcher besonders Small Businesses einem Kampf gegen Global Player mit ständig neuen Kollektionen und immer günstigeren Preisen ausgesetzt sind. Zusätzlich wird auch die Imitierbarkeit5 erschwert: In der Modebranche, in der die Ware größtenteils über zentrale Großhändler bezogen wird, ist es leicht, die gleichen Produkte wie die Konkurrenz zu vertreiben und ggf. den Preis zu unterbieten. Das außergewöhnliche Einkaufserlebnis, die abgestimmten Shoppingkanäle sowie das Image, welches Truck und Marke versprühen, können Wettbewerber jedoch nur schwer nachahmen. Während die Differenzierung und schwere Imitierbarkeit wettbewerbsorientierte Vorteile schaffen, sorgt die strategische Flexibilität des Multichannel Retails für einen unternehmensorientierten Vorteil6.

Diese Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen durch das Lektorat entfernt.

Abbildung 2: Aufbau eines Fashion Trucks7

3 Geschäftsmodellierung

3.1 Kundenarten

Die Kernzielgruppe des Geschäfts bilden weibliche Kundinnen im Alter von 18 bis 35 Jahren. Sie sind trend- und modebewusst, designaffin und ein aktiver Teil der sog. Experience-Economy. Sie erwarten ein herausragendes Kundenerlebnis, welches individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und regelmäßig neue Produkte und Erfahrungen. Social Media und Online Shopping gehören zu ihrem Lebensalltag (Digital Natives) und ihr Gespür für die neuesten Fashion Trends und den eigenen Stil ist stark ausgeprägt. 56% der Kundinnen zwischen 18-29 Jahren kaufen mindestens einmal pro Monat neue Bekleidungsstücke8. Dabei neigen sie gerne auch zu Impulskäufen, insofern der Preis die Marke von 99€ nicht übersteigt. Der „Durst nach Erlebnissen“ beschränkt sich nicht allein auf die Online Welt, sondern zeigt sich z.B. in Form regelmäßiger Besuche von Events. Designmärkte, Festivals auch in der realen Welt. Charakteristisch für die Zielgruppe ist eine starke Verknüpfung von online- und offline-Erlebnissen. Während Inspirationen und Information zu Produkte/Dienstleistungen/Events vor allem im Internet eingeholt werden, genießen sie es weiterhin „echte“ Erfahrungen in der „Offline-Welt“ zu sammeln. Der Besuch eines besonderen Ortes (z.B. ein pinker Boutique Truck), der Verzehr eines hübsch angerichteten Essens oder ein tolles Outfit werden im Anschluss in den sozialen Medien geteilt, ob als Post, Story oder Blogbeitrag. Die Kernzielgruppe verfügt über ein mittleres Einkommen und wünscht sich Outfits, die trendbewusst, aber dennoch alltagstauglich sind. Durch große Modeketten sind sie an Fast Fashion, d.h. wöchentlich neue Kollektionen gewöhnt und fordern stetig die neueste modische Ware.

Besonders angesprochen werden, sollen auch junge Frauen, die beruflich oder familiär stark eingespannt sind und Shopping, besonders stationär, normalerweise nur schwer in ihren Alltag integrieren können. Der Truck bietet ihnen ein mobiles und zeitsparendes Einkaufserlebnis, welches direkt zu ihnen nachhause kommt und auch außerhalb normalen Öffnungszeiten ein gemeinsames Shoppingerlebnis mit den besten Freundinnen ermöglicht. Gleichzeitig bietet der Onlineshop einen zeitsparenden Kaufprozess jederzeit und überall.

Zukünftig könnten auch Eventveranstalter als eine Zielgruppe angesehen werden. Sobald die Marke ausreichend Bekanntheit gewonnen hat und durch einen großen Kundenstamm einen Mehrwert zu Events beitragen kann, wird es für sie interessant, den Truck auf einem Event anzugliedern um von möglichen Abstrahleffekten zu profitieren.

3.2 Value Proposition/Nutzenversprechen

Das Wertangebot ist der entscheidende Faktor, weshalb sich ein Kunde für oder gegen ein bestimmtes Produkt entscheidet. Es dient der Lösung eines Kundenproblems oder der Befriedigung eines Kundenbedürfnisses. Dies wird durch die Kombination verschiedener Elemente erreicht9. The Modern Nomad verspricht den Kunden, die neuesten Trends und die Begeisterung für den eigenen Stil immer genau dorthin zu liefern, wo sie gerade sind. Vertrieb in Form der Multikanalstrategie, d.h. der Kombination aus Online- und Offlinehandel, anzubieten, ähnelt zunächst auch anderen Marktangeboten. Abgrenzung wird durch qualitative Werte wie die Gestaltung des Angebots sowie die individuelle Kundenerfahrung geschaffen10. Durch den ambulanten Handel in Form eines Boutique Trucks, der durch außergewöhnliches Design und ein innovatives Konzept besticht, wird Kunden ein völlig neues Einkaufserlebnis geboten, als in herkömmlichen Ladengeschäften - ein Alleinstellungsmerkmal. Zwar ist der Wert „Design“ ein schwer messbares Element, jedoch stellt die Vermittlung von Emotionen und außergewöhnlichen Erlebnissen mithilfe von Design- und Marketingelementen für eine trend- und modeaffine Zielgruppe durchaus einen echten Mehrwert dar. „In der Modebranche {…} kann das Design ein besonders wichtiger Teil des Wertangebotes sein“11, schlussfolgert auch Ostermann. Ein weiterer Nutzen besteht in der Individualisierung des Kundenerlebnisses. Im Gegensatz zu klassischem stationären Handel ist das Einkaufserlebnis an jedem Ort - sogar vor der eigenen Haustür - sowie an jedem Tag und zu jeder Uhrzeit möglich. Shopping außerhalb der regulären Öffnungszeiten kennt man bereits aus dem Onlinehandel, jedoch kaum „live“. Es kann flexibel auf Kundenwünsche reagiert werden und während sonst der Kunde zum Shop kommt, kommt bei diesem Geschäftsmodell der Shop ganz einfach zum Kunden – was Komfort und Zeitersparnis bedeutet. Der Faktor Zeit wird heute immer wichtiger: geringe Wartezeiten, kürzere Lieferzeiten und ein möglichst schneller Überblick auf der Webseite bieten einen hohen Kundennutzen.

Ebenfalls hervorzuheben ist die starke persönliche Note, die durch die Geschäftsführerin als Gesicht der Marke und direkte Ansprechpartnerin, geschaffen wird. Die Personen und Geschichten hinter den Big Playern der Modebranche bleiben meist anonym, ihr Geschäftsmodell ist auf einen Massenmarkt ausgerichtet. Zunehmend wächst die Kritik an der Homogenität des Marktes und das Bewusstsein für die Unterstützung von Small Businesses wächst stetig. The Modern Nomad zeigt die Person hinter dem Unternehmen, präsentiert ihre Leidenschaft und ermöglicht sowohl live im Truckshop als auch online die persönliche Begegnung. Mit viel Herzblut wird für am Aufbau und Erhalt von Kundenbeziehungen gearbeitet und das Kundenerlebnis in den Mittelpunkt des Handelns gestellt.

3.3 Werte

Aus den vorangegangenen Überlegungen lassen sich die wichtigsten Werte ableiten, welche die Marke The Modern Nomad vertritt.

1. Innovation: Ein neuartiges customer enriching Vertriebskonzept sowie die permanente Optimierung von Webseite und Warenangebot mithilfe neuer Technologien gehören zum Kern des Unternehmens.
2. Authentizität: Ziel ist der Vertrieb von Mode, die trendbewusst und „stylish“, aber dennoch alltagstauglich und erschwinglich, einfach authentisch, ist.
3. Wertschätzung: Bei The Modern Nomad stehen der Kunden und seine Bedürfnisse im Fokus des Handelns.
4. Unabhängigkeit: Wie auch der Name „Modern Nomad“ ausdrückt, ist der Shop mithilfe der Truck Boutique frei und ungebunden. Anders als der stationäre Handel bewegt er sich von Ort zu Ort, immer genau dorthin, wo seine Kunden gerade sind.

3.4 Vertriebs- und Kommunikationskanäle

Um die richtigen Vertriebs- und Kommunikationskanäle zu identifizieren, hilft neben der Analyse der Kundensegmente auch die Visualisierung mithilfe der Customer Journey oder des Customer Flows. Die Abbildung 3 zeigt die Customer Journey bezogen auf den Onlinevertrieb. Zunächst gilt es, die Aufmerksamkeit der Konsumenten auf die Marke The Modern Nomad zu richten. Besonders vielversprechend ist dafür der Einsatz von Social Media, mit der die Kernzielgruppe der 18-35 jährigen Kundinnen sehr vertraut ist. Das Einholen von Outfitinspiration und den neuesten Trends sowie das Teilen von Erlebnissen, erfolgen vor allem über den Kommunikationskanal Instagram. Plattformen wie Facebook oder – ganz neu - TikTok , können den Social Media Auftritt ergänzen. Der Schwerpunkt sollte jedoch definitiv auf Instagram liegen, da hier die besten Funktionen zur Erreichung der Zielgruppe und dem Aufbau einer Fangemeinde für Fashion Brands, geboten werden.

Um in der Erwägungsphase zu überzeugen und die Bekanntheit des Shops zu steigern, bedarf es inspirierenden Content. Instagram bietet mit Funktionen wie den Instagram Stories, Live Stories und der Instagram Shop Funktion gute Instrumente, um detaillierte Produktpräsentationen, aufschlussreiche Produktbewertungen und den direkten Kundendialog per Direct Messages, ohne großen Aufwand bereitzustellen. Mit der Instagram Shop Funktion kann der Kunde das Warenangebot direkt bei Instagram durchstöbern ohne die Anwendung verlassen zu müssen und wird daraufhin auf die Webseite umgeleitet. Ermöglicht wird ein kurzer Kaufprozess mit einem nahtlosen Übergang von Social Media zum Online Shop, was den Kunden ein nutzerfreundliches Kauferlebnis und dem Shop eine geringere Abbruchquote verschafft.

Auch im Bereich After Sales bietet Instagram als Kommunikationsplattform nützliche Instrumente für den Shop – mithilfe der Stories können Umfragen zu Produktportfolio und Kundenwünschen geschaltet werden und über Promotions berichtet werden. Mit Etablierung des Hashtags #truckergirlgang können User zum Teilen ihrer Kundenerlebnisse aufgefordert und eine Community geschaffen werden.

Während Instagram sich als wichtigster Kommunikationskanal herauskristallisiert, besteht der primäre Vertriebskanal online in der Webseite bzw. stationär im Truck. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Suchmaschinenpräsenz. Investitionen in Anzeigenschaltung per GoogleAds sowie eine permanente Suchmaschinenoptimierung der Webseite, sorgen für eine bessere Auffindbarkeit im Netz und erhöhen die Klickzahlen. Ebenfalls eine gute Möglichkeit des Customer Relationship Managements in Bezug auf Bestandskunden ist das E-Mail Marketing. Nach dem Einkauf können per E-Mail Newsletter, Rabattcodes oder Umfragen zu der Kundenzufriedenheit versandt werden und zum erneuten Kauf anregen. Auch hier entscheidet die persönliche Note, ob E-Mails als störendes Massenmarketing oder Bereicherung für den Kunden wahrgenommen werden.

[...]


1 eigener Entwurf

2 vgl. Statista https://de.statista.com/statistik/daten/studie/161570/umfrage/konsumausgaben-privater-haushalte-in-deutschland-fuer-bekleidung-zeitreihe/

3 Statista Fashion Retail Report 2017

4 Schallmo 2018, S. 43

5 ebd.

6 ebd.

7 Quelle: Pinterest

8 Statista Fashion Retail Report 2017

9 vgl. Freiling/Harima 2019, S. 125

10 vgl. Osterwalder/Pigneur 2011, S. 27

11 ebd. S. 28

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Geschäftsmodellierung eines Fashion-Trucks. Gründungsmanagement am Beispiel des "Modern Nomad Fashion Stores"
Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)
Note
1.6
Jahr
2020
Seiten
24
Katalognummer
V991132
ISBN (eBook)
9783346390011
ISBN (Buch)
9783346390448
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gründungsmanagement, Business Plan, Fashion Truck, Onlineshop
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Geschäftsmodellierung eines Fashion-Trucks. Gründungsmanagement am Beispiel des "Modern Nomad Fashion Stores", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991132

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