Ziel dieser Hausarbeit ist es, das aktuelle Empfinden einer Krise des Modesystems anhand der Ansätze verschiedener Modekritiker zu hinterfragen und herauszuarbeiten, wie die Funktionsweisen des Modesystems sich geändert haben. Unter diesem Fokus wird auch darauf eingegangen, welche Strategien von den Protagonisten des Systems aktuell und in Zukunft angewendet werden.
Im Folgenden wird dabei zunächst das Modesystem beschrieben, mitsamt seinen geschichtlichen Entwicklungen. Um die aktuelle Modekritik zu veranschaulichen, werden Lidewij Edelkoorts Anti-Fashion Manifesto und ausgewähte Kapitel aus Ingrid Loscheks Werk "Wann ist Mode", sowie der Artikel "Crystal Mesh"aus der 102. Ausgabe des "Texte zur Kunst"Magazins herangezogen. Schließlich wird ein Fazit zu einer Reflexion der genannten Inhalte gezogen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Das Modesystem: Begriff und Historie
1.1 Begrifferläuterung
1.2 Geschichtliche Entwicklungen
1.2.1 Die hundertjährige Mode
1.2.2 Mode nach der Mode
2. Theorieansätze verschiedener Modekritiker
2.1 Lidewij Edelkoort
2.2 Ingeborg Harms
2.3 Ingrid Loschek
3. Fazit und eigene Reflexion
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht das aktuelle Empfinden einer Krise des Modesystems und analysiert, wie sich die grundlegenden Funktionsweisen und Strategien innerhalb der Modebranche unter dem Einfluss von Theorieansätzen verschiedener Modekritiker verändert haben.
- Grundlagen des Modesystems und dessen historische Entwicklung
- Kritische Analyse von Modetheorien (Edelkoort, Harms, Loschek)
- Transformation von der "hundertjährigen Mode" zur "Mode nach der Mode"
- Wirkung von Inklusion, Exklusion und Innovationsstrategien
- Reflexion über die Zukunft des Modedesigns und die Rolle der Designer
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Die hundertjährige Mode
Die große Epoche der Haute Couture, die ihren Beginn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts findet, wird auch als „hundertjährige Mode“ bezeichnet. In ihr fand sich einmal die Einheit und Identität der Mode. Vinken sieht ihren Ursprung in der neuen ästhetischen Direktive l’art pour l’arte (dt. Kunst für Kunst oder Kunst für Kultur) sowie im neuen Mannes-Typus, dem Dandy. Aber am bedeutendsten war der Werdegang des Modeschöpfers Charles Frederick Worth, der als „Begründer der Haute Couture“ erachtet wird. Er reformierte die Art der Modeproduktion und beeinflusste die weibliche Kleidung maßgeblich. Dass der gebürtige Brite als der erste Modeschöpfer gilt, hat seinen Ursprung darin, dass auch in zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Schneider „die albernsten und frivolsten (...) Klinkerlitchen“ auf Wunsch des Kunden widerspruchslos anfertigten. In der Regel galt bis dahin dem Auftraggeber die Anerkennung für die entworfene Kleidung, nicht dem Schneider. Bis ins 19. Jahrhundert war es üblich, dass in Modeateliers Kleidungsstücke nach Maß nach genauer Vorstellung des Kunden gefertigt wurden. Worth war der erste Künstler, der bewusst „den gestalterischen Prozess mit der handwerklichen Fertigung [vereinte]“ und eigene Modelle kreierte. Des Weiteren gelang es ihm, seine Mode „als neue Kunst der Moderne zu propagieren“ und galt als „der erste Couturier, dessen Werdegang wechselnde Regierungen überdauerte und internationale Grenzen überschritt“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Mode als flüchtiges Phänomen und Erläuterung der Forschungsabsicht zur aktuellen Systemkrise.
1. Das Modesystem: Begriff und Historie: Definition des Modesystems durch verschiedene soziologische Ansätze und historische Herleitung der Entwicklung von der Haute Couture bis zur zeitgenössischen Mode.
2. Theorieansätze verschiedener Modekritiker: Detaillierte Betrachtung der Thesen von Lidewij Edelkoort, Ingeborg Harms und Ingrid Loschek bezüglich der Systemmängel und Innovationsstrategien.
3. Fazit und eigene Reflexion: Zusammenfassende Bewertung der systemischen Veränderungen und Ausblick auf die Rolle des Designers sowie die Bedeutung von Innovation in einer globalisierten Welt.
Schlüsselwörter
Modesystem, Haute Couture, Modekritik, Lidewij Edelkoort, Ingeborg Harms, Ingrid Loschek, Innovation, Dekonstruktion, Fast Fashion, Modetheorie, Gesellschaftlicher Wandel, Modegeschichte, Designer, Konsum, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des heutigen Modesystems und untersucht, warum eine allgemeine Wahrnehmung einer „Krise“ in der Modebranche herrscht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese der Mode, der theoretischen Auseinandersetzung mit renommierten Modekritikern sowie den strukturellen Wandlungsprozessen der Industrie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die veränderten Funktionsweisen des Modesystems zu hinterfragen und zu analysieren, wie Protagonisten der Branche auf die aktuellen Krisenerscheinungen reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der zentrale Werke und Manifeste von Modekritikern und Soziologen herangezogen werden, um das Modesystem zu dekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der „hundertjährigen Mode“ und der „Mode nach der Mode“ sowie eine spezifische Ausarbeitung der Theorien von Edelkoort, Harms und Loschek.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Modesystem, Haute Couture, Innovation, Modekritik, Dekonstruktion und die soziologische Einordnung von Modeprozessen.
Wie unterscheidet sich die „hundertjährige Mode“ von der „Mode nach der Mode“?
Während die „hundertjährige Mode“ primär durch die Haute Couture und elitäre Exklusivität geprägt war, zeichnet sich die „Mode nach der Mode“ durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit und dem Wunsch nach individueller Ästhetik jenseits konventioneller Schönheitsideale aus.
Welche Rolle spielt die Provokation nach Ingrid Loschek?
Provokation dient laut Loschek als strategisches Mittel, um durch das bewusste Abweichen von gesellschaftlichen Normen und Schönheitsidealen neue Innovationen im Design zu erzwingen und Aufmerksamkeit zu generieren.
Warum wird der Einfluss von Social Media in der Arbeit thematisiert?
Social Media wird als ein Faktor diskutiert, der die traditionelle Kreativität der Designer beeinflusst und die Art und Weise verändert hat, wie Mode kommuniziert und online konstruiert wird.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2020, Mode in der Krise? Kritik am heutigen Modesystem, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991272