Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der US-Regierung im Kontext der Subprime-Krise. Im Fokus stehen dabei besonders Gesetzesinitiativen, welche durch verbindliche Vorgaben und geänderte Rahmenbedingungen den Werdegang der Krisenentwicklung maßgeblich geprägt haben.
In der in Kapitel zwei folgenden Zusammenfassung wird die Subprime-Krise zur besseren Kontextualisierung der folgenden Kapitel grob erläutert, wobei diese Zusammenfassung zusätzlich die Relevanz des Subprime-Segments für die Krisenentstehung aufzeigt. Das dritte Kapitel befasst sich mit den generellen Gründen für die Eigenheimförderung der US-Regierung, woraufhin in Kapitel vier die anfänglichen Entwicklungen auf dem US-Häusermarkt ab 1930 aufgezeigt werden. Das Kapitel fünf setzt sich aus drei Unterkapiteln zusammen und stellt den Hauptteil dieser Arbeit dar. Diese befassen sich mit dem Einfluss der US-Regierung auf das Subprime-Segment bei den Banken (5.1), den Einfluss der US-Regierung hinsichtlich einer Erleichterung der Kreditaufnahme für Schuldner mit geringer Bonität (5.2) und final dem Einfluss der US-Regierung auf den Sekundärmarkt für Hypothekenkredite (5.3). Im darauf folgenden sechsten Kapitel wird die „Schuld“ der Regierung vor dem Hintergrund anderer krisenrelevanter Akteure relativiert, woraufhin in Kapitel sieben das Fazit dieser Arbeit hinsichtlich der Gewichtung der Schuld der US-Regierung bei der Entstehung der Subprime-Krise folgt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zusammenfassung Subprime-Krise
3. Gründe für die staatliche Eigenheimförderung
4. Anfängliche Entwicklung des US-Häusermarktes
5.1 Staatlich forcierte Entstehung und Förderung des Subprime-Segments bei Banken
5.2 Staatlich induzierte Erleichterung der Kreditaufnahme
5.3 Staatlich forcierte Entstehung und Förderung des Sekundärmarktes für Hypothekenkredite
6. Kontextualisierung und Relativierung
7. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die maßgebliche Rolle der US-Regierung bei der Entstehung der Subprime-Krise ab 2006. Anstatt singulärer Schuldzuweisungen an einzelne Wirtschaftsakteure analysiert die Facharbeit, wie staatliche Interventionen, regulatorische Initiativen und die gezielte Förderung des Hypothekenmarktes ein Umfeld schufen, das die Krise begünstigte.
- Analyse staatlicher Markteingriffe in die Kreditvergabepraxis der Banken
- Untersuchung der staatlich induzierten Erleichterung der Kreditaufnahme für bonitätsschwache Schuldner
- Bewertung der staatlichen Förderung des Sekundärmarktes für Hypothekenkredite
- Kontextualisierung der staatlichen Rolle gegenüber anderen krisenrelevanten Faktoren
Auszug aus dem Buch
5.1 Staatlich forcierte Entstehung und Förderung des Subprime-Segments bei Banken
Zur Förderung der Kreditvergabe im in Kapitel 4 genannten Subprime-Segment startete die US-Regierung in den 1970ern eine Regulierungsinitiative, welche unter dem Namen Consumer Protection Regulation (CPR) firmierte. Im Zuge dessen wurde 1975 der Home Mortage Disclousure Act (HMDA) erlassen, welcher Banken ab einer gewissen Größe zu der Veröffentlichung geschäftsrelevanter Statistiken anhielt. Diese sollten aufzeigen, wie sich das Hypothekenkreditvergabevolumen der Bank über die einzelnen Stadtteile innerhalb des jeweiligen Einzugsgebietes verteilt. Mittels dieser Offenlegungspflicht wollte der Staat die Praktik des Redlinings bei Banken identifizieren, welche sich als ein starkes Hemmnis bei der Kreditvergabe im Subprime Segment erwies. Passend zum HMDA wurde zwei Jahre später der Community Reinvestment Act (CRA) erlassen, welcher den Banken gesetzliche Anforderungen bei der Kreditvergabe vorschrieb. Mittels des CRA wurden US-Banken dazu verpflichtet, in sämtlichen Einzugsgebieten Kredite zu vergeben, um die Kreditbedürfnisse aller Bürger zu bedienen. Zusätzlich wurde es den Banken gesetzlich verboten, die Kreditvergabe von wirtschaftlichen Faktoren, wie der Lage oder dem Zustand des jeweiligen Hauses, abhängig zu machen. Sollten Banken diese gesetzlichen Vorgaben nachweislich nicht erfüllen, was durch die im Rahmen des HMDA veröffentlichen Statistiken kontrolliert werden konnte, waren Klagen sowohl ziviler als auch Sanktionen von politischer Seite per Gesetz legitimiert.
Diese staatlichen Marktinterventionen hatten einen starken Einfluss auf die Geschäftstätigkeiten der Banken und markieren den Anfang eines Wandels in der Kreditvergabepraxis. Aus der Angst vor möglichen Sanktionen bei einem Verstoß gegen den CRA vergaben Banken Hypothekenkreditlinien an Schuldner, welche sich unter bonitätstechnischen Gesichtspunkten nicht für solch einen Kredit hätten qualifizieren können. Neben dem erhöhten Kreditausfallrisiko einer im Rahmen des CRA vergebenen Kreditlinie mussten die Banken zusätzlich wirtschaftliche Einbußen auf sich nehmen. Aufgrund der in Amerika zu dieser Zeit unter der Regulation Q geltenden Zinsschranken für Hypothekenkredite konnten sich die Banken dieses erhöhte Kreditausfallrisiko nicht durch einen adjustierten Zinssatz bepreisen lassen, wodurch die Kredite im Rahmen des CRA eine „lose-lose“ Situation für Banken darstellten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Rolle der US-Regierung bei der Subprime-Krise und grenzt das Thema von pauschalen Kapitalismuskritiken ab.
2. Zusammenfassung Subprime-Krise: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die massiven Fehlallokationen von Kapital und die Immobilienpreisblase in den USA bis 2008.
3. Gründe für die staatliche Eigenheimförderung: Hier werden die sozialpolitischen Hintergründe und die Bedeutung des Eigenheims als Element des amerikanischen Traums sowie als Reaktion auf die Große Depression erläutert.
4. Anfängliche Entwicklung des US-Häusermarktes: Der Text skizziert den Aufstieg des Häusermarktes ab den 1930er Jahren und den Übergang von einem auf Prime-Kredite fokussierten Markt zur staatlichen Subprime-Förderung.
5.1 Staatlich forcierte Entstehung und Förderung des Subprime-Segments bei Banken: Analyse der Regulierungen wie HMDA und CRA, die Banken zur Kreditvergabe an bonitätsschwache Schuldner zwangen.
5.2 Staatlich induzierte Erleichterung der Kreditaufnahme: Untersuchung legislativer Maßnahmen wie des AMTPA, die riskante Kreditvertragsgestaltungen wie variable Zinsen ermöglichten.
5.3 Staatlich forcierte Entstehung und Förderung des Sekundärmarktes für Hypothekenkredite: Erörterung der Rolle staatlich gestützter Institutionen (Fannie Mae, Ginnie Mae, Freddie Mac) bei der Verbriefung von Krediten.
6. Kontextualisierung und Relativierung: Dieses Kapitel ordnet die staatliche Rolle in das Gesamtgefüge ein und beleuchtet die Eigendynamik der Banken und Ratingagenturen.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der US-Regierung als primäre treibende Kraft der Krise durch inadäquate Rahmenbedingungen, trotz anerkannter positiver Grundintention.
Schlüsselwörter
Subprime-Krise, US-Regierung, Eigenheimförderung, Hypothekenkredit, Community Reinvestment Act, Verbriefung, Sekundärmarkt, Fannie Mae, Freddie Mac, Immobilienblase, Regulation Q, Finanzinnovation, Marktintervention, Bonitätsprüfung, Sozialpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie staatliche Maßnahmen und gesetzliche Vorgaben der US-Regierung maßgeblich zur Entstehung der Subprime-Krise beigetragen haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die staatliche Eigenheimförderung, die Regulierung des Bankensektors, die Erleichterung der Kreditaufnahme und die staatliche Unterstützung des Sekundärmarktes für Hypothekenverbriefungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Gewichtung der Verantwortung der US-Regierung im Vergleich zu anderen Akteuren bei der Entstehung der Krise zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Analyse auf Basis von Literaturrecherche und der Auswertung statistischer Marktdaten zur US-Immobilienfinanzierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte: regulatorischer Druck auf Banken (CRA), Erleichterungen für Schuldner (AMTPA) und die staatliche Etablierung von Verbriefungsmärkten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Subprime-Krise, staatliche Intervention, Hypothekenmarkt, Verbriefung und regulatorische Rahmenbedingungen definiert.
Warum war der Community Reinvestment Act für die Banken problematisch?
Der CRA zwang Banken zur Kreditvergabe an bonitätsschwache Kunden, was aufgrund geltender Zinsschranken (Regulation Q) eine riskante und unrentable Geschäftspraxis darstellte.
Welche Rolle spielten Fannie Mae und Freddie Mac?
Diese Institutionen wurden von der Regierung genutzt, um durch den Ankauf und die Verbriefung von Hypothekenkrediten den Markt für riskante Kredite massiv zu vergrößern.
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- Anonym (Author), 2020, Die Subprime-Krise in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991293