1861 veröffentlichte Johann Jakob Bachofen sein Werk 1 über das Mutterrecht, damit leistet er einen entscheidenden Beitrag zur damals entstehenden evolutionistischen Theorie über die Kulturentwicklung der Völker. Sein Werk zählt heute zu den Klassikern seines Faches und darüber hinaus. Ziel dieser Hausarbeit ist es nun, einen Überblick über die Theorie von Bachofens Mutterrecht zu geben. Dabei soll nun zuerst der evolutionistische Ansatz, der zur Zeit Bachofens neu war, erklärt werden. Dabei ist bei Bachofen zu unterscheiden, daß sein geschichtsphilosophischer Ansatz durchaus den alten Strukturen verbunden bleibt, sein Ansatz der Entwicklung der Familie ist dagegen streng evolutionistisch. Danach folgt eine Gegenüberstellung von Mutterrecht und Vaterrecht um die Eigenschaften und die Struktur des Mutterrechts nach Bachofen herauszuarbeiten. Als nächstes werden nach Bachofen seine drei Entwicklungsstufen des Mutterrechts dargestellt. Diese sind Hetärismus, Amazonentum und die eheliche Gynaikokratie (das entwickelte Mutterrecht). Bei der Entwicklung der drei Stufen kommt es vor allem darauf an, daß das jede Entwicklungsstufe nach Bachofen schon die nächste im Keim in sich trägt, somit ist jede Stufe die logische Konsequenz der vorhergehenden. Die jeweiligen Schwächen des Systems bedingen einer Korrektur, diese wird durch mehr und mehr unerträgliche Umstände unvermeidlich, so daß jede Stufe die nächste erzwingt. Das Mutterrecht: Um den Wiedererkennungswert der Hausarbeit zu steigern soll hier mit dem klassischen Verweis Bachofens auf Herodots Geschichtswerk begonnen werden: ,,Die Lykier, berichtet Herodot, benannten ihre Kinder nicht wie die Hellenen nach den Vätern, sondern ausschließlich nach den Müttern, hoben in allen genealogischen Angaben nur die mütterliche Ahnenreihe hervor und beurteilten den Stand der Kinder ausschließlich nach dem der Mutter." [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Mutterrecht
2.1 evolutionistischer Ansatz
2.2 Mutterrecht - Vaterrecht
3. Drei Stufen der Entwicklung
3.1 Hetärismus
3.2 Amazonentum
3.3 Eheliche Gynaikokratie
4. Bewertung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Theorie des „Mutterrechts“ von Johann Jakob Bachofen zu geben, den evolutionistischen Ansatz des Werkes zu erläutern und die soziologische Sichtweise auf die historische Entwicklung der Familie zu analysieren.
- Grundlagen der evolutionistischen Theorie von J. J. Bachofen
- Gegenüberstellung von Mutterrecht und Vaterrecht
- Detaillierte Darstellung der drei Entwicklungsstufen: Hetärismus, Amazonentum und eheliche Gynaikokratie
- Analyse der Rolle der Mythen als Reflexionsebene gesellschaftlicher Ordnung
- Kritische Bewertung der Relevanz und Wirkung von Bachofens Werk
Auszug aus dem Buch
Das Mutterrecht
Um den Wiedererkennungswert der Hausarbeit zu steigern soll hier mit dem klassischen Verweis Bachofens auf Herodots Geschichtswerk begonnen werden:
,,Die Lykier, berichtet Herodot, benannten ihre Kinder nicht wie die Hellenen nach den Vätern, sondern ausschließlich nach den Müttern, hoben in allen genealogischen Angaben nur die mütterliche Ahnenreihe hervor und beurteilten den Stand der Kinder ausschließlich nach dem der Mutter."
Bachofen entwickelt zum ersten Mal einen evolutionistischen Ansatz der Familie. Er geht davon aus, daß sich alle Völker über die gleichen Entwicklungsstufen hin bis zur Moderne entwickeln. Das bedeutet, die damals als schlicht primitiv angesehenen eingeborenen Völker in den Kolonien, zu den man eben durch den mittlerweile die Welt aufteilenden Kolonialismus der Europäer, immer mehr Kontakt bekam, sind in ihrer Entwicklung im Vergleich zu den ,,höchst" entwickelten weißen Europäern schlicht im Hintertreffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in Bachofens Werk von 1861 ein und skizziert das Ziel, die Theorie des Mutterrechts als evolutionistisches Modell der Familienentwicklung zu verdeutlichen.
2. Das Mutterrecht: Dieses Kapitel behandelt den evolutionistischen Ansatz Bachofens und setzt das Mutterrecht als natürliches sowie stofflich-materielles Prinzip dem späteren, geistigen Vaterrecht gegenüber.
3. Drei Stufen der Entwicklung: Hier werden der Hetärismus, das Amazonentum und die eheliche Gynaikokratie als logische, aufeinander aufbauende Stadien der menschlichen Gesellschaftsentwicklung dargestellt.
4. Bewertung: Das abschließende Kapitel reflektiert die wissenschaftliche Wirkung von Bachofens Theorie und betont die heutige historische Überholtheit bei gleichzeitiger Anerkennung seiner Pionierleistung in der Familienforschung.
Schlüsselwörter
Johann Jakob Bachofen, Mutterrecht, Vaterrecht, Evolutionismus, Hetärismus, Amazonentum, Gynaikokratie, Matrilinearität, Familienforschung, Kulturentwicklung, Gesellschaftsform, Herodot, Sozialgeschichte, Mythologie, Ethnologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Johann Jakob Bachofens 1861 veröffentlichtem Werk „Das Mutterrecht“ und untersucht dessen evolutionistische Theorie zur kulturellen Entwicklung der Familie.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Herleitung von Familienstrukturen, der Übergang vom Mutterrecht zum Vaterrecht sowie die Analyse verschiedener gesellschaftlicher Entwicklungsstufen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über Bachofens Theorien zu geben und aufzuzeigen, wie er das Mutterrecht als universale Vorstufe des Vaterrechts definiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Bachofen nutzt einen soziologischen Ansatz, der sich von theologischen Deutungen löst, und zieht antike Mythen als Reflexionsebene für soziale Ordnungen heran.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des evolutionistischen Konzepts, den Vergleich der Geschlechtsprinzipien und die detaillierte Vorstellung der drei Entwicklungsstufen der Menschheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Evolutionismus, Mutterrecht, Matrilinearität, Hetärismus und Gesellschaftsstruktur bestimmt.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „stofflichem“ und „geistigem“ Prinzip eine Rolle?
Bachofen ordnet dem Mutterrecht das materielle und damit „einfachere“ Prinzip zu, während er dem Vaterrecht das höhere, geistige Abstraktionsvermögen zuschreibt.
Wie definiert Bachofen den „Hetärismus“?
Der Hetärismus stellt für Bachofen die niedrigste Stufe der Menschheitsentwicklung dar, gekennzeichnet durch Promiskuität und eine noch ungeordnete Lebensweise ohne dauerhafte Bindungen.
Welche Funktion hat das Amazonentum innerhalb der Theorie?
Das Amazonentum fungiert als zweite Stufe, in der die Frauen durch kriegerischen Widerstand ihre Unterdrückung überwinden und eine dominante soziale Position einnehmen.
Was ist mit „ehelicher Gynaikokratie“ gemeint?
Dies beschreibt die dritte und höchste Stufe des Mutterrechts, in der die Verhältnisse durch eine geschickte Trennung der Lebensbereiche von Mann und Frau stabilisiert und zivilisiert werden.
- Citation du texte
- Werner Schima (Auteur), 2001, Johann Jakob Bachofen - Das Mutterrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99146