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Neuere Entwicklungen der Finanzrückversicherung

Title: Neuere Entwicklungen der Finanzrückversicherung

Diploma Thesis , 2002 , 61 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Mario Metschke (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Die Aufwendungen für Großschadenereignisse nahmen in den letzten Jahren sowohl für den Erst- als auch für den Rückversicherer zu u.a. bedingt durch weltweite Natur- und Technikkatastrophen sowie Terroranschläge in bisher ungekanntem Ausmaß. So verursachte u.a. der Hurrikan Hugo 1988 einen versicherten Schaden in Höhe von 5,4 Mrd. USD, der Hurrikan Andrew 1992 sogar einen Schaden von 18,3 Mrd. USD. Im Jahr 2000 entstand bei der Explosion einer Feuerwerkfabrik im niederländischen Enschede ein Schaden von ca. 285 Mio. USD. Die Terroranschläge vom 11.September 2001 verursachten Schäden weit über 20 Mrd. USD.1

Eine Deckung derartiger Risiken ist auf Grund der begrenzten Zeichnungskapazitäten und hohen Versicherungsprämien über traditionelle Rückversicherungskonzepte kaum noch realisierbar. Dies zog eine erhöhte Nachfrage nach alternativen Risikotransfer des Erst- und Rückversicherers insbesondere im Haftpflicht- und Naturkatastrophenbereich nach sich. 2 Aber auch im Bereich der Lebensversicherung ist ein steigender Bedarf an alternativen Finanzierungssystemen festzustellen, um so den Auf- und Ausbau des Kundenstammes voranzutreiben. 3

Für einen zusätzlichen Schub bei der Nachfrage nach alternativem Risikotransfer (ART) sorgten Strukturveränderungen auf der Seite der Erstversicherer. Hier gab es einen Konzentrationsprozess, der es ihnen ermöglicht, höhere Selbstbehalte zu tragen. 4 Insgesamt ist eine steigende Individualisierung der Bedürfnisse seitens der Nachfrager festzustellen, d.h. sie richten ihre Nachfrage vermehrt auf Rückversicherungs- und Finanzlösungen aus, die exakt auf ihre jeweilige Unternehmensstruktur und Risikosituation zugeschnitten sind. Mit alternativen Instrumenten der Risikofinanzierung lassen sich die bisherigen Grenzen der Versicherbarkeit aufheben. 5

In dieser Arbeit wird der Entwicklungsprozess und heutige Stand eines wichtigen Instrumentes des alternativen Risikotransfers dargestellt: Die Finanzrückversicherung. Dazu wird wie folgt vorgegangen:

Im Kapitel zwei wird zunächst der Begriff der Finanzrückversicherung mittels möglicher Definitionsansätze erläutert. Darauf aufbauend folgt im nächsten Abschnitt die Erarbeitung der Merkmale. Des Weiteren werden die Motive des Erst- und des Rückversicherers für die Zeichnung einer Finanzrückversicherung dargestellt und abschließend die Finanzrückversicherung von der traditionellen Rückversicherung abgegrenzt [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Aufbau

2. Grundlagen der Finanzrückversicherung

2.1 Begriff der Finanzrückversicherung

2.2 Merkmale der Finanzrückversicherung

2.2.1 Begrenzter Risikotransfer auf den Rückversicherer

2.2.2 Ergebnisteilung mit dem Erstversicherer

2.2.3 Mehrjährige Vertragsdauer

2.2.4 Berücksichtigung von Kapitalanlageerträgen

2.3 Motive des Erst- und des Rückversicherers

2.3.1 Motive des Erstversicherers

2.3.2 Motive des Rückversicherers

2.4. Abgrenzung zur traditionellen Rückversicherung

3. Gesetzliche Rahmenbedingungen

3.1 Vereinigte Staaten von Amerika

3.1.1 Externe Rechnungslegung

3.1.2 Steuerliche Behandlung

3.1.3 Aufsichtsrechtliche Vorschriften

3.2 Großbritannien

3.2.1 Externe Rechnungslegung

3.2.2 Steuerliche Behandlung

3.2.3 Aufsichtsrechtliche Vorschriften

3.3 Deutschland

3.3.1 Externe Rechnungslegung

3.3.2 Steuerliche Behandlung

3.3.3 Aufsichtsrechtliche Vorschriften

4. Bestimmung des versicherungstechnischen Risikos

5. Vertragsarten der Finanzrückversicherung

5.1 Einteilung der Vertragsformen

5.2 Retrospektive Vertragsarten

5.2.1 Time & Distance- Verträge

5.2.2 Loss Portfolio- Transfers

5.2.3 Adverse Development Covers

5.3 Prospektive Vertragsarten

5.3.1 Financial Quota Share

5.3.2 Prospektive Aggregate-Verträge

5.3.2.1 Reine Funded Cover

5.3.2.2 Reine Spread Loss

5.3.2.3 Kombination aus Funded Cover und Spread Loss

5.4 Blended Cover

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand und die Entwicklung der Finanzrückversicherung zu geben. Dabei werden die theoretischen Grundlagen, die unterschiedlichen Vertragsformen sowie die komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen in ausgewählten Ländern analysiert, um die strategische Bedeutung dieses Instruments für Erstversicherer aufzuzeigen.

  • Entwicklungsprozess der Finanzrückversicherung und Einordnung in den alternativen Risikotransfer (ART).
  • Detaillierte Analyse der charakteristischen Merkmale wie begrenzter Risikotransfer und Ergebnisteilung.
  • Vergleich der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen in den USA, Großbritannien und Deutschland.
  • Klassifizierung und Funktionsweise retrospektiver und prospektiver Vertragsarten.
  • Einfluss der Finanzrückversicherung auf Bilanzkennzahlen und Unternehmensplanung.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Begrenzter Risikotransfer auf den Rückversicherer

Die Grundlage der Rückversicherung bildet der Transfer der versicherten Risiken von einem Vertragspartner auf den anderen. Bei der klassischen Rückversicherung übernimmt der Rückversicherer das gesamte versicherungstechnische Risiko des Erstversicherers. Bei der Finanzrückversicherung ist die Risikoübernahme durch den Rückversicherer indessen begrenzt. Er übernimmt vom Erstversicherer versicherungsspezifische Risiken in Form von Underwriting Risk und/ oder Timing Risk sowie andere Risiken. Der Transfer der versicherungsspezifischen Risiken dient der Risikoübertragung, während der Ursprung der anderen Risiken in der Finanzierungsfunktion zu sehen ist und das Selbsttragen von Risiken unterstützen soll.

Beim Underwriting Risk als Teilkomponente des versicherungstechnischen Risikos, besteht die Möglichkeit, dass bezogen auf die gesamte mehrjährige Vertragslaufzeit, der absolute Wert des Gesamtschadens eines Vertrages den erwarteten und kalkulierten Schadenbedarf übersteigt. In diesem Fall reichen die kalkulierten Prämien nicht aus, die Schadenskosten zu decken. Die Ursachen hierfür liegen in höheren realisierten Schadensanzahlen (Schadenanzahlrisiko) oder in unerwartet hohen Schäden (Schadenhöhenrisiko).

Das Timing Risk ist genau wie das Underwriting Risk als Teilkomponente des versicherungstechnischen Risikos zu verstehen. In einigen Fällen wird das Timing Risk in der Literatur als nicht versicherungstechnisches Risiko definiert. Dieser Auffassung kann jedoch nicht gefolgt werden, da es in der Lebensversicherung oft das einzige Risiko darstellt, welches auf den Rückversicherer transferiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Aufbau: Diese Einleitung führt in die Problematik wachsender Großschadenereignisse ein und erläutert den Aufbau der Arbeit hinsichtlich der Untersuchung der Finanzrückversicherung.

2. Grundlagen der Finanzrückversicherung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Finanzrückversicherung, arbeitet deren Kernmerkmale heraus und beleuchtet die Motive der beteiligten Vertragspartner.

3. Gesetzliche Rahmenbedingungen: Hier werden die unterschiedlichen aufsichtsrechtlichen und steuerlichen Vorschriften in den USA, Großbritannien und Deutschland im Kontext der Finanzrückversicherung gegenübergestellt.

4. Bestimmung des versicherungstechnischen Risikos: In diesem Kapitel wird mathematisch dargestellt, wie das versicherungstechnische Risiko innerhalb eines Finanzrückversicherungsvertrags ermittelt und quantifiziert werden kann.

5. Vertragsarten der Finanzrückversicherung: Dieses Kapitel klassifiziert und analysiert detailliert die verschiedenen retrospektiven und prospektiven Vertragsformen sowie deren spezifische Wirkungsweisen.

6. Schlussbetrachtung: Das Abschlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die künftige Bedeutung der Finanzrückversicherung angesichts der unzureichenden rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.

Schlüsselwörter

Finanzrückversicherung, Alternativer Risikotransfer, ART, Underwriting Risk, Timing Risk, Finite Risk, Rückversicherung, Erstversicherer, Rückversicherer, Bilanzoptimierung, Solvabilität, Experience Account, Vertragsarten, Risikotransfer, Kapitalanlageerträge

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit behandelt die neueren Entwicklungen der Finanzrückversicherung als Instrument des alternativen Risikotransfers.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern sowie die Systematik der unterschiedlichen Vertragsarten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über den Stand der Finanzrückversicherung zu geben und zu analysieren, wie diese Produkte zur Steuerung von Risiken und zur Bilanzoptimierung eingesetzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und Auswertung aktueller versicherungswirtschaftlicher Fachliteratur sowie gesetzlicher Standards (z. B. GAAP, SFAS).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Merkmale der Finanzrückversicherung, einen Vergleich internationaler rechtlicher Rahmenbedingungen sowie eine detaillierte Erläuterung retrospektiver und prospektiver Vertragsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Finanzrückversicherung, Alternativer Risikotransfer (ART), Risikotransfer, Underwriting Risk, Timing Risk und Bilanzoptimierung.

Wie unterscheidet sich die Finanzrückversicherung von der traditionellen Rückversicherung?

Während die traditionelle Rückversicherung primär der Risikoübertragung dient, kombiniert die Finanzrückversicherung Risikotransfer mit einer Finanzierungsfunktion über einen meist mehrjährigen Zeitraum.

Welche Rolle spielt die gesetzliche Regulierung für Finanzrückversicherungsprodukte?

Die Regulierung ist entscheidend, da sie festlegt, unter welchen Bedingungen ein Vertrag als Rückversicherung anerkannt wird und somit erfolgswirksam in die Bilanz des Erstversicherers einfließen darf.

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Details

Title
Neuere Entwicklungen der Finanzrückversicherung
College
Humboldt-University of Berlin  (Versicherung-und Risikomanagement)
Grade
2,0
Author
Mario Metschke (Author)
Publication Year
2002
Pages
61
Catalog Number
V9915
ISBN (eBook)
9783638165006
Language
German
Tags
Finanzückversicherung Financial Reinsurance Alternativer Risikotransfer ART FinRE
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mario Metschke (Author), 2002, Neuere Entwicklungen der Finanzrückversicherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9915
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