Geschichte der Wissenschaft. Entwicklung und Arten der Wissenschaftsdisziplinen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung in das Thema

2. Die Geschichte der Wissenschaft
2.1. Die Antike
2.2. Das Mittelalter
2.3 Die Neuzeit
2.4 Denkrichtungen ab dem 19. Jahrhundert
2.5 Zwischenfazit zur Geschichte der Wissenschaft

3. Wissenschaftsdisziplinen
3.1 Entwicklung der Wissenschaftsdisziplinen
3.2 Arten der Wissenschaftsdisziplinen
3.3 Zwischenfazit zur Abgrenzung der Wissenschaftsdisziplinen

4. Das Wesen der Wissenschaft
4.1 Erkenntnisgewinn und Wissenschaftstheorie
4.2 Forschungsmethoden
4.3 Merkmale der Wissenschaft
4.4 Zwischenfazit zum Wesen der Wissenschaft

5. Fazit und Ausblick

IV. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Übersicht der Wissenschaftsdisziplinen Quelle: Eigene Darstellung i n Anlehnung an Helfrich, 2016

III. Abkürzungsverzeichnis

bzw beziehungsweise

sog sogenannte, sogenannter

usw und so weiter

ua unter anderem

zB zum Beispiel

dh das heißt

1. Einführung in das Thema

Seit Anbeginn der Zeit beschäftigt sich die Menschheit mit den Fragen um ihre Existenz, dem Sein und wie Alles entstand und während des Nachdenkens darüber, fand sich die Philosophie (Störig, 1999, S. 22). Vieles bleibt bis heute unbeantwortet, wie z.B. die Herkunft des Sprechen und Denken, als absolutes Alleinstellungsmerkmal des Menschen. Dabei ist Sprache mit ihren vielfältigen Begriffen, der Ausdruck unserer Gedanken (Störig, 1999, S. 22). Diese Begriffe können unterschiedlicher Natur sein, es gibt z.B. wissenschaftlich definierte Begriffe oder welche, deren Bedeutung wir uns im alltäglichen gar nicht richtig bewusst sind, wie Wahrheit, Rechtfertigung oder Wissen. Besondere Zuwendung erhält hierbei das Thema Wissen (Brendel & Gähde, 2016, S. 9f). Aussagen wie: ,, Ich weiß Bescheid" oder Feststellungen, dass man etwas nicht weiss, werden i m täglichen Sprachgebrauch häufig verwendet, ohne dass wir uns der tatsächlichen Bedeutung bewusst sind. i nteressant wird es aber, wenn wir eine genaue Wissensbegriffdefinition i nklusive der Voraussetzung, wann etwas auch tatsächlich als Wissen deklariert werden kann, charakterisieren müssen (Brendel & Gähde, 2016, S. 11). Eine klare, allgemein anerkannte Definition für den Begriff Wissen existiert bis heute nicht (Brendel & Gähde, 2016, S. 18 f.). Um wirklich sicher sein zu können, dass wir etwas wissen, verlassen wir uns auf die Erfahrungen, die uns augenblicklich, in diesem Moment widerfahren. Dennoch ist es möglich, dass wir trotz absoluter Klarheit darüber etwas tatsächlich zu Wissen, falsch liegen (Russell, 1967, S. 9).

Des Weiteren entspringt der größte Teil der Informationen, wie z.B. Geburtsdaten oder wissenschaftliche Erkenntnisse, auf die wir i m Alltag zurückgreifen, aus den Feststellungen und Überlegungen anderer Personen. Demnach sind wir vom Wissen anderer abhängig und deshalb ist es zwingend notwendig, haltbares Wissen aufgrund zuverlässiger Merkmale von unhaltbarem abzugrenzen f Brendel & Gähde, 2016, S. 19f). Demzufolge i st die Definition eines schlüssigen Aufbaus von Argumenten und die explizite Definition von Begriffen, die für den Prozess der Erkenntnisgewinnung notwendig sind, u.a. das Bestreben philosophischer Forschung (Brendel & Gähde, 2016, S. 10).

Auch für den Begriff Wissenschaft gibt es keine explizite Definition, darunter lässt sich z.B. wissenschaftliches Arbeiten verstehen, dass sich entweder auf die Ausführung bezieht oder das Endergebnis wissenschaftlichen Arbeitens (Helfrich, 2016, S. 3). Allen Anschein nach gibt es keine für die Gesellschaft gültige und klar definierte wissenschaftliche Begriffsbestimmung, daher sind Kriterien die eine eindeutige Abgrenzung ermöglichen, von wissenschaftlich und unwissenschaftlich, sowie Wissenschaft und Pseudowissenschaft unumgänglich, wie z.B. durch die gegenwärtige Wissenschaftstheorie oder Denkansätze von Karl Popper mit seinem kritischen Rationalismus (Schnädelbach, 2008, S. 150f).

Die Wissenschaft hat also das Ziel, möglichst relevante und gültige Aussagen zu treffen und dabei möglichst objektiv zu verfahren. Dies ist notwendig, damit gewonnene Erkenntnisse und Ergebnisse wissenschaftlich vergleichbar und nachvollziehbar werden und dadurch alle die gleiche Sprache sprechen können. Deshalb wird im Rahmen dieser Hausarbeit die Bedeutung und Notwendigkeit der modernen Wissenschaft als methodisch geregeltes Erkenntnissystem erläutert. Beginnend mit einem kurzen Einblick i n die Geschichte der Wissenschaft und den uns heute bekannten Wissenschaftsdisziplinen. Anschließend wird dargelegt, was Wissenschaft ausmacht, bestehend aus Erkenntnis, Wissenschaftstheorie, den Methoden und ihren Merkmalen. Nach jedem Kapitel wird ein Zwischenfazit gezogen. Aufgrund der Komplexität des Themas werden Aspekte, wie die komplette Geschichte um die Entwicklung der Wissenschaft, nur i n Grundzügen behandelt.

2. Die Geschichte der Wissenschaft

2.1. Die Antike

Schon die Vorsokratiker strebten nach sicherem und dauerhaft haltbarem Wissen. Das Verb philosopheio, welches wir buchstäblich übernommen haben, steht für das Ergründen von solchem Wissen und entwickelte sich aus dem Sprachgebrauch der Vorsokratiker, die einen von Weisheit gesegneten Menschen Philosophos nannten (Deppert, 2019, S. 224). Philosophieren bedeutet also, so I ange Überlegungen anzustellen, bis sich verbindliches Gedankengut und zuverlässige Zusammenhänge finden I assen (Deppert, 2019, S. 48). Somit I st die Philosophie der Beginn bzw. die Urquelle sämtlicher Wissenschaften (Deppert, 2019, S. 224). Die Philosophie strebt nach uneingeschränkter, grenzenloser Erkenntnis um unsere Existenz und dem Sein (Husserl, 2012, S. 8f). Sie umfasst sämtliche Themenbereiche wie u.a. die Metaphysik, welche bestrebt ist, Erkenntnisse über die Grenzen sinnlicher Erfahrungen hinaus zu gewinnen (Störig, 1999, S. 25).

Am Wendpunkt des 7. und 6. Jahrhunderts der griechischen Geschichte sind die Philosophie und Wissenschaft noch nicht getrennt voneinander zu sehen. Mit der Kosmologie, dem Weltganzen, beginnt die eigentliche Wissenschaft in ihrem beschreibenden und erläuternden Charakter (Husserl, 2012, S. 9). Sämtliche philosophische Disziplinen der Antike und der Neuzeit, fanden hier ihren Ursprung (Störig, 1999, S. 159). Mit den Vorsokratikern, die ersten i hrer Art, begann ein erstes und intensives Auseinandersetzen, mit der Schöpfung und dem was die Welt umfasst (Spierling, 1992, S. 19).

Im 5. Jahrhundert v. Chr. stellten die sog. Lehrer der Weisheit, die Sophisten, das Bindeglied zur klassischen Philosophie dar und lichteten den Fokus auf den Menschen und was I hn ausmacht. (Spierling, 1992, S. 20). Mit Sokrates, Platon und Aristoteles waren die Überlegungen geprägt von den Zusammenhängen zwischen Gut und Böse oder der Wahrheit und dem Ansehnlichen (Spierling, 1992, S. 20). Aristoteles trug zu der heute existierenden, fast unübersichtlichen Masse an Wissenschaftsdisziplinen und ihren Bedingungen bei (Störig, 1999, S. 196). Aus seinen Überlegungen entsprang die Logik, sowie die unter bestimmten Bedingungen, strukturierte Vorgehensweise wissenschaftlicher Untersuchungen (Spierling, 1992, S. 21). Er definierte die Logik als ein Nachdenken darüber, welche Methodik und Art die richtige ist, um daraus die richtigen Schlüsse ziehen zu können, und nicht primär um den Inhalt des Denkens (Störig, 1999, S. 196f).

Lange Zeit galt die Philosophie, noch vor der Kunst und der Religion, als die vorherrschende Geistesmacht der Römischen Epoche. Der i mmer stärker werdende Glaube ersetzte erst die Philosophie und prägte sie dann aber i m Laufe der Zeit doch maßgeblich (Störig, 1999, S. 214). Die Einführung des christlichen Glaubens i m Römischen Reich, unterjochte die Gelehrten und mit ihnen, ihre wissenschaftlichen Anstrengungen (Deppert, 2019, S. 8).

2.2. Das Mittelalter

Das Christentum und die Philosophie sind seit i angem eng miteinander verbunden (Störig, 1999, S. 26). Wobei sich die Philosophie i hres Verstandes bedient und die Religion sich dem Glauben und Vermutungen zuwendet t Störig, 1999, S. 27). Zwei Richtungen prägen die Philosophie i m Mittelalter, die Patristik und Scholastik (Spierling, 1992, S. 89).

In der Patristik sehen die Kirchenväter i m Glauben die einzig richtige Philosophie. Die Philosophie der Antike betrachten sie eher mit Skepsis i Spierling, 1992, S. 91). Aus dieser Zeit geht der bekannteste Philosoph und Theologe, Augustinus hervor. Er prägt die religiöse Sichtweise maßgeblich, i ndem er die Meinung vertritt, dass der Mensch erst die Führung der Kirche benötigt, um sein Urteilsvermögen richtig einsetzen zu können (Spierling, 1992, S. 92).

Die Scholastik machte es sich zur Aufgabe, den Glauben und die Vernunft systematisch zusammenzuführen i Spierling, 1992, S. 93). Die Patristik wurde durch Einzelpersonen und i hren Abhandlungen geprägt, wohingegen die Scholastik erst durch Dom- und Klosterschulen und dann durch Universitäten Einfluss nimmt. Das Zeitalter der Scholastik i st durch i hre großartigen Lehrer und i hren Schulen, schola, gekennzeichnet (Spierling, 1992, S. 93). Erst i n der Scholastik iand eine Differenzierung von Theologie und Philosophie statt (Schnädelbach, 2008, S. 146).

Im Mittelalter hatte die religiöse Wahrheit mehr Einfluss als die Philosophische, was darin begründet liegt, dass die Religion und ihre Wahrheit als gottgegeben gilt. Doch über die Jahrhunderte hinweg I öste sich I angsam die Lehre dieser doppelten Wahrheit auf und sie ieilte sich in die Erkenntnistheorie und Religion (Deppert, 2019, S. 173).

2.3 Die Neuzeit

Die neuen Wissenschaften führten i m 16. und 17. Jahrhundert zu einem bisher nie dagewesen Wandel i n der Geschichte der Menschheit (Magee, 2000, S. 64). Man löste sich von den Vorgaben der Kirche und den scholastisch definierten Wissenschaften, um freie Wissenschaft I eben zu können f Husserl, 2012, S. 224). Der Fortschritt zeichnete sich dadurch aus, dass man Theorien mit der Realität abgleichen wollte, um sie zu überprüfen. Dies erfolgte indem die Angaben beobachtet und ausgewertet wurden, und nicht wie anfänglich nur durch Erörterungen fMagee, 2000, S. 63). Das Zeitalter des 17. und 18. Jahrhunderts, war das der Aufklärung (Spierling, 1992, S. 148). Es zeugt von der wissenschaftlichen Entwicklung, dass der Mensch nun Imstande ist, die Natur allein durch Erkenntnis zu beherrschen (Spierling, 1992, S. 149). In dieser Zeit entwickelten sich zwei konträre Denkrichtungen zur Gewinnung von Erkenntnissen, die sich i n i hrer Methode und Vorgehensweise unterschieden: Der Rationalismus und Empirismus (Spierling, 1992, S. 146).

Die Rationalisten , überwiegend europäische Philosophen wie Descartes und Leibniz, waren der Meinung, dass es neben dem aus der Erfahrung gewonnen Wissen auch noch von der Erfahrung losgelöstes Wissen geben muss, quasi Erkenntnis von Geburt an (Russell, 1967, S. 66). I m Gegensatz zum Empirismus geht der Rationalismus davon aus, dass wissenschaftliche Erkenntnisse durch Deduktion erreicht wird (Helfrich, 2016, S. 84). Das Schlussfolgern Mittels der Deduktion, indem eine Ableitung des Einzelfalls aus gegebenen Allgemeinen erfolgt, ist gegensätzlich zur Induktion (Helfrich, 2016, S. 31). Die Inhalte Descarte‘s Werke hatten historisch betrachtet einschneidende Folgen. Er i st der Begründer der fortschrittlichen Philosophie (Störig, 1999, S. 362). Sein Plan besteht darin, die Philosophie zu einer allgemein gültigen Mathematik umzufunktionieren und die Gewinnung ihrer Erkenntnisse erfolgt nur noch aus der Deduktion einfachster Elemente (Störig, 1999, S. 358).

Die Empiristen, hauptsächlich englische Philosophen wie Locke, Berkeley und Hume, waren der Ansicht, dass Wissen nur durch Beobachtung und persönlicher Erfahrung entsteht (Russell, 1967, S. 66). Hier werden Erkenntnisse Mittels der Induktion erreicht, indem wir aus Einzelbeobachtungen zu einer richtigen Schlussfolgerung kommen ( Helfrich, 2016, S. 30). Mit dieser Annahme i agen die Empiristen i m Vergleich zu den Rationalisten richtig (Russell, 1967, S. 66f).

Mit Immanuel Kant fand sich ein historischer Höhepunkt i n der Entwicklung der europäischen Philosophie. Die Besonderheit liegt darin, dass diese Denkarbeit durch eine einzige Person entstanden i st, was sogar von den Kritikern Kants anerkannt wurde i Störig, 1999, S. 439). Er erklärte i n seiner Erkenntnistheorie die Metaphysik für ungültig, die Welt, Gott und unser Sein lässt sich zu sehr rational erklären (Spierling, 1992, S. 149f). Diese Ansichten, die i solierung des Glaubens vom Wissen, ftjhrten zu einer unüberwindbaren Kluft i Deppert, 2019, S. 173). i n der Neuzeit nahm die Philosophie, wie in kaum einer anderen Epoche großen Einfluss auf die allgemeinen Denkweisen und auch auf die gesellschaftliche Entfaltung (Störig, 1999, S. 437).

2.4 Denkrichtungen ab dem 19. Jahrhundert

Der starke Einfluss der philosophischen Ansichten und Methoden I ässt ab dem 18. Jahrhundert nach und es spalteten sich die Wissenschaften ab (Spierling, 1992, S. 241). Die Wissenschaften fanden I m positiven Wissen zu einer neuen Größe, nachdem sie Einflüssen wie der des Glaubens und Strömungen der Metaphysik unterworfen waren (Störig, 1999, S. 536f). Dieser Positivismus beruht nicht mehr auf Annahmen sondern auf, durch die Natur gegebene überprüfbare, Fakten (Spierling, 1992, S. 241). Es wird sich nur auf das tatsächlich Reale, überprüfbare, ersichtliche und für die Gesellschaft Relevante bezogen und dabei die Unstimmigkeiten der Metaphysik außer Acht gelassen (Störig, 1999, S. 535).

Das 20. Jahrhundert brachte noch mehr bedeutsame und wichtige Denkrichtungen hervor, wie die Hermeneutik, eine Lehre vom Erkennen von Beziehungen und Abhängigkeiten der Sinneswahrnehmungen. An den Verstand der Menschheit, mit der Absicht sie zu mehr Selbstbestimmung zu (ühren, appelliert die kritische Theorie der Frankfurter Schule, bestehend aus Horkheimer, Kant, Hegel, Schopenhauer, Marx und Freud. Sowie eine vorurteilsfreie Form der Wissenschaftstheorie, die des kritischen Rationalismus von Popper (Spierling, 1992, S. 244f). Im Gegenzug zum klassischen Rationalismus, j ede Erkenntnis entsteht aus rationalen Überlegungen, ergo der Deduktion, beruht der kritische Rationalismus auf Erfahrung, die Empirie (Helfrich, 2016, S. 85). Eine wissenschaftliche Aussage sollte nur durch qualifizierte Methoden widerlegbar, also falsifizierbar sein und somit kritisch hinterfragbar (Helfrich, 2016, S. 86) Wiederum der Konstruktivismus besagt, dass wir unsere Welt selbst entwerfen, sozusagen konstruieren und es keine unvoreingenommenen Erfahrungen gibt. (Helfrich, 2016, S. 90).

Es wird deutlich, dass im 20. Jahrhundert eine große Meinungsvielfalt um die Ansichten und Standpunkte der Philosophie bestehen. Es bestehen Querverbindungen zu verschiedenen Einzelwissenschaften wie zur Mathematik, Physik, Soziologie, Biologie und sie ist durchströmt von Denkweisen aus der Antike, dem Mittelalter oder der Moderne. Die Philosophie durchdringt immer mehr Bereiche und Ansichten, man findet sie neben der Ergründung des Weltganzen nun auch für die Zwecke des Marketings wieder (Spierling, 1992, S. 243).

Der Fokus früherer Überlegungen I ag I n der richtigen Auswahl der notwendigen Methodik und der Gewinnung von absoluter Erkenntnis, seit dem 20. Jahrhundert, vor allem seit dem Zweiten Weltkrieg zeichnete sich ab, dass vermehrt die Bedeutung und die Ziele vertretbarer Wissenschaft im Fokus stehen (Störig, 1999, S. 791).

2.5 Zwischenfazit zur Geschichte der Wissenschaft

Während der historischen Betrachtung zeigt sich, dass sich die Wissenschaft in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess befindet. Die Wissenschaft erfindet sich dabei stetig neu, bezieht sich auf schon Bekanntes oder es endet in Streitigkeiten darüber, welche Denkschule, wie z.B. die Frankfurter Schule, der Positivismus oder die des Konstruktivismus, die Richtige ist. Somit ist davon auszugehen, dass sie sich auch zukünftig weiter verändern wird. Festzuhalten i st, dass sich die Wissenschaft einst aus den Anstrengungen und Überlegungen verschiedener Philosophen entwickelt hat und bis zum Mittelalter verstärkt durch den Glauben beeinflusst wurde. Dabei müssen sich Wissenschaft, Philosophie und der Glaube nicht zwingend ausschließen. Die Wissenschaft eröffnet uns die Wirklichkeit, man betrachte allein die vielen medizinischen Errungenschaften, aber sie erklärt sie nicht endgültig sondern zeigt uns sogar i hre Grenzen auf. Unsere Realität und unsere Erfahrungen I assen sich nicht nur wissenschaftlich erklären, auch Antworten auf Fragen was der Sinn des Lebens ist und wie Alles entstand, kann nur allumfassend durch die Philosophie oder den Glauben aufgegriffen werden.

3. Wissenschaftsdisziplinen

3.1 Entwicklung der Wissenschaftsdisziplinen

Mit dem Eintreten der Neuzeit war man sich darüber einig, dass die Wissenschaften klassifiziert werden müssen. Hierbei orientierte man sich nach der Euklidischen Geometrie, welche Wissen ausnahmslos nach ihren Zusammenhängen und Argumenten systematisch clustert (Schnädelbach, 2008, S. 11). Mit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich dann neben der Philosophie und Metaphysik, welche bis dahin die Aufgabe i nnehatte Wissen zu definieren, die Wissenschaften die wir heute kennen. Die Einzelwissenschaften, wie Physik, Chemie, Biologie, Ökonomie, Psychologie usw., trugen zu Beginn noch die Philosophie im Namen, verzichteten aber auf die Gesamtheit einer großen, gemeinsamen Wissenschaft (Schnädelbach, 2008, S. 11).

Die Gewinnung von Erkenntnis i st nicht nur das Ziel der Philosophie sondern zentraler Bestandteil des Studiums, somit aller geistreichen Tätigkeiten. Sobald sich eindeutige Erkenntnisse über einen Bereich finden, gehört er nicht mehr zu Philosophie. Es entspringt eine neue eigenständige Wissenschaftsdisziplin (Russell, 1967, S. 136). Die Fülle an heutigen wissenschaftlichen Disziplinen, mit i hrer Methodik, entwickelte sich aus der Wissbegier und der Forschungslust der Menschheit. Dabei sind verschiedene Einzelwissenschaften eng miteinander verbunden, wie z.B. die Natur- und Ingenieurswissenschaften und die Mathematik (Buchmüller & Jakobeit, 2016, S. 4).

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Geschichte der Wissenschaft. Entwicklung und Arten der Wissenschaftsdisziplinen
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V991676
ISBN (eBook)
9783346355867
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Karl Popper, kritischer Rationalismus, Denkschule, Denkschulen, Philosophie, Frankfurter Schule, Positivismus, Konstruktivismus, Wissenschaftsdisziplinen, Wissenschaftstheorie, Qualitative Methoden, Quantitative Methoden, Merkmale Wissenschaft, Objektivität, Widerspruchsfreiheit, Reliabilität, Widerlegbar, Gültig
Arbeit zitieren
Maria Heindorf (Autor), 2019, Geschichte der Wissenschaft. Entwicklung und Arten der Wissenschaftsdisziplinen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991676

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