Diese Arbeit handelt davon, ob die Nutzung einer People Analytics Software nicht nur zu einer effizienteren Abwicklung des Auswahlverfahrens führt, sondern auch, ob es durch die Anwendung zu einer verbesserten Auswahl potenzieller Mitarbeiter kommt und welche etwaigen Problematiken dabei auftreten können.
Die Digitalisierung erhält immer mehr Einzug in Unternehmen. Sogenannte "Business Intelligence Systeme" zur elektronischen Sammlung, Analyse und Darstellung von Prozessen erfreuen sich dabei zunehmender Beliebtheit. Im Bereich des Personalmanagements gilt digitale Kompetenz als Schlüssel, um sich auf dem Arbeitsmarkt, und in dem damit verbundenem War for Talents, durchzusetzen. Nutzung analytischer Instrumente und Digitalisierung dienen hierbei als Treiber für eine effektivere, effizientere Talentakquise und eine gesteigerte Arbeitgeberattraktivität.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Heranführung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 People Analytics
2.1 Theorie von Auswahlverfahren
2.2 People Analytics in Auswahlverfahren
3 Praxisbeispiel PRECIRE
3.1 Methode
3.2 Ergebnisse
3.2.1 Vorstellung der Software
3.2.2 Endnutzeranwendung
4 Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob der Einsatz von People-Analytics-Software, wie beispielsweise PRECIRE, nicht nur die Abwicklung von Personalauswahlprozessen effizienter gestaltet, sondern auch zu einer verbesserten Treffsicherheit bei der Auswahl potenzieller Mitarbeiter führt und welche ethischen sowie datenschutzrechtlichen Herausforderungen damit verbunden sind.
- Grundlagen der Personalauswahl und ihre Bedeutung im Kontext der Digitalisierung.
- Funktionsweise und wissenschaftliche Basis von People Analytics durch Natural Language Processing.
- Praktische Anwendung von KI-gestützten Stimmanalysen im HR-Bereich.
- Diskussion über Datenschutz, Objektivität und die Rolle der „Candidate Experience“.
- Synergie von Mensch und Maschine bei der Talentakquise.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Vorstellung der Software
Im Durchschnitt spricht der Mensch ca. 16.000 Worte pro Tag. Sowohl der Inhalt als auch die Art und Weise wie gesprochen wird sind dabei sehr individuell und vielfältig (PRECIRE, 2016). „Wortwahl und Sprechweise beeinflussen in jedem Lebensmoment unser Denk- und Kommunikationsverhalten und damit alle Bereiche unseres Lebens“ (PRECIRE, 2016). Über Sprache und Tonlage ist es für das einzelne Individuum erkennbar, mit wem es spricht (falls die Person bekannt ist) und möglich auf erste Punkte des momentanen Gefühlszustandes zu schließen.
Die Sprache transportiert aktuelle Emotionen und Gedanken die für den Zuhörer erkennbar sind. Weitere Bausteine sind Motive, Einstellungen und Verhalten. Diese sind aber nur schwer zu identifizieren, da sie in den Sprachbausteinen versteckt und ebenso individuell sind (PRECIRE, 2016).
Genau hier setzt PRECIRE mit seiner Technologie an. Sie bedient sich dabei dem Ansatz aus einer psychotherapeutischen Studie der formalen-quantitativen Textanalyse aus den 1960er Jahren, bei der die Veränderung von Sprachmustern wie Satzbildung und Wortnutzung sich im Laufe eines Heilungsprozesses eines Patienten verändern (Reis, 2016). Die einzelnen Sprachaussagen werden zunächst, mittels durch einen Computer durchgeführtes Telefoninterview, aufgenommen und in 500.000 einzelne Elemente getrennt (PRECIRE, 2016). Anschließend werden diese auf knapp 200.000 Kriterien untersucht (Ferber, 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung im Personalmanagement ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Effizienz und Qualität durch People Analytics.
2 People Analytics: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen klassischer Auswahlverfahren und verortet moderne People-Analytics-Anwendungen als technologische Unterstützung im Stellenbesetzungsprozess.
3 Praxisbeispiel PRECIRE: Hier wird das System PRECIRE detailliert vorgestellt, seine wissenschaftliche Basis via Natural Language Processing erklärt und anhand eines Experteninterviews mit der davero dialog GmbH in der Praxis evaluiert.
4 Diskussion: Das Kapitel reflektiert kritisch die datenschutzrechtlichen Bedenken, die Validität algorithmischer Analysen und betont die notwendige Mensch-Maschine-Synergie bei Einstellungsentscheidungen.
5 Fazit: Die abschließende Zusammenfassung konstatiert, dass People Analytics als wertvolles Instrument der Persönlichkeitsanalyse dient, sofern es den Faktor Mensch ergänzt und datenschutzrechtliche Standards wahrt.
Schlüsselwörter
People Analytics, HR-Analytics, Personalauswahl, Digitalisierung, Natural Language Processing, PRECIRE, Stimmanalyse, Person-Job-Fit, Datenschutz, Candidate Experience, psychologische Diagnostik, KI im Personalmanagement, Recruiting, Arbeitgeberattraktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Einsatz digitaler HR-Tools, speziell der People-Analytics-Software PRECIRE, in der Personalauswahl und deren Auswirkungen auf Prozesse und Qualität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Auswahlverfahren, die Funktionsweise von Stimmanalysen, den Nutzwert für Unternehmen und die ethische sowie datenschutzrechtliche Kritik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist festzustellen, ob der Einsatz solcher Software die Effizienz der Personalauswahl steigert und ob durch die Technologie eine verbesserte Mitarbeiterwahl möglich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und ein Experteninterview mit einem Anwender der Software (davero dialog GmbH), um Erkenntnisse aus der Praxis zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie PRECIRE mittels linguistischer Mustererkennung (NLP) Persönlichkeitsmerkmale identifiziert und wie diese Technologie von einem Unternehmen in der Praxis angewendet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind People Analytics, Personalauswahl, Digitalisierung, Natural Language Processing und Datenschutz.
Welche Rolle spielt der Datenschutz beim Einsatz von PRECIRE?
Der Datenschutz ist ein zentrales Thema, da das System nur mit Einverständnis der Betroffenen genutzt wird und die Software nicht käuflich zu erwerben ist, um Missbrauch durch heimliches Mitschneiden zu vermeiden.
Wie unterscheidet sich PRECIRE von klassischen Persönlichkeitstests?
Im Gegensatz zu Fragebögen, bei denen Bewerber Antworten manipulieren können, zeichnet sich PRECIRE durch Objektivität aus, da die Analyse auf unbewussten Sprachmustern wie Wortwahl und Tonlage basiert.
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- Fabio Nilgen (Author), 2017, People Analytics. Methoden und Vorstellung von Software bei der Personalauswahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991712