Das erste Ziel dieser Arbeit ist es, die Wichtigkeit nicht-finanzieller Erfolgskennzahlen aufzuzeigen und gleichzeitig vor einer Nicht-Berücksichtigung zu warnen. Ebenfalls soll in dieser Arbeit auf die Herausforderungen beim Umgang mit den Kennzahlen hingedeutet werden. Das zweite Ziel ist es, die richtige Vorgehensweise bei der Implementierung und Verwendung dieser Kennzahlen vorzuschlagen. Darüber hinaus sollen Schlüsselkennzahlen in Perspektiven eingeordnet und deren praktische Anwendung untersucht werden.
Im Folgenden wird erläutert, was nicht-finanzielle Kennzahlen genau sind und welche Besonderheiten sie mitbringen. Dabei wird besonders auf die Herausforderungen der Verwendung der Kennzahlen eingegangen. Als nächstes wird eine theoretische Vorgehensweise bei der Implementierung in eine Unternehmung vorgestellt, bevor die praktische Anwendung konkreter Kennzahlen in ausgewählten Bereichen dargestellt wird. Abschließend wird ein Fazit gezogen.
Nicht-finanzielle Erfolgskennzahlen sind Kennzahlen, die – wie der Name schon sagt – den Erfolg eines Unternehmens bzw. einzelner Geschäftsfelder misst. Dabei werden nicht Geld oder Verkaufszahlen, welche direkten Einfluss auf das finanzielle Ergebnis der Unternehmung haben, berücksichtigt, sondern alle anderen die sich indirekt auf den finanziellen Erfolg auswirken könnten. Diese treten in verschiedenen Unternehmensbereichen auf, wie z.B. die Kundenzufriedenheit, Produktqualität oder Arbeitnehmerzufriedenheit.
Das Problem in der Praxis ist, dass weiterhin monetäre Ziele vorrangig verwendet werden. Trotz des Bewusstseins über die Wichtigkeit der nicht-finanziellen Kennzahlen ist es vielen Unternehmungen zu aufwendig und zu teuer diese zu erfassen und zu analysieren. Weitere Gründe sind Messprobleme und die Meinung finanzielle Kennzahlen seien effektiver und aus-sagekräftiger. Allerdings sind gerade Wettbewerbsstrategien, wie die Qualitätsführerschaft, stark auf nicht-finanzielle Kennzahlen angewiesen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Besonderheiten nicht-finanzieller Erfolgskennzahlen
2.1 Grundsätze und Voraussetzungen
2.2 Schwierigkeiten
3 Implementierung nicht-finanzieller Erfolgskennzahlen
4 Kennzahlensystem und -perspektiven
4.1 Kennzahlensystem
4.2 Kunden- und Marktperspektive
4.3 Interne Prozessperspektive
4.4 Entwicklungs- und Innovationsperspektive
5 Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Bedeutung, Implementierung und praktische Anwendung von nicht-finanziellen Erfolgskennzahlen in Unternehmen, um die Grenzen traditioneller, rechnungswesen-basierter Messsysteme zu überwinden und eine fundierte strategische Steuerung zu ermöglichen.
- Relevanz und Herausforderungen nicht-finanzieller Kennzahlen
- Systematische Vorgehensweise bei der Implementierung
- Strukturierung von Kennzahlen in Perspektiven (Balanced Scorecard)
- Analyse der Kunden-, Prozess- sowie Innovationsperspektive
- Verbindung von nicht-finanziellen Treibern mit langfristigem finanziellen Erfolg
Auszug aus dem Buch
2.2 Schwierigkeiten
Im Folgenden werde ich die größten Schwierigkeiten bei der Anwendung nicht-finanzieller Erfolgskennzahlen erläutern: Eine Herausforderung ist die Auswahl der Kennzahlen gemäß der Unternehmensstrategie. Viele Unternehmen wollen dieses Problem lösen, indem sie Rahmenkonzepte, wie z.B. die Balanced Scorecard verwenden, auch wenn dieses Analyse-Tool nicht zur Strategie des Unternehmens passt. Allerdings können nur mit solchen „Rahmenkonzepten“ die Verbesserungsmöglichkeiten einer Unternehmung identifiziert werden, welche zu einer Erhöhung des finanziellen Ergebnisses führen.
Andere Unternehmen lösen dieses Problem indem sie ihre Indikatoren sehr präzise auf ihre Strategie abstimmen. Diese Indikatoren müssen einen Zusammenhang mit dem strategischen Erfolg haben. Ein Beispiel aus der Fast-Food-Industrie: Die Mitarbeiter wurden angehalten den Umgang mit den Kunden zu verbessern um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Dies hatte direkten Einfluss auf den Umsatz. Jedoch haben insgesamt weniger als 30% Modelle entwickelt um Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Im Zusammenhang damit steht auch das Problem der Überprüfung möglicher Korrelationen. Viele Unternehmen, welche ein Kennzahlensystem erstellten, gehen der Wirkung der nicht-finanziellen Kennzahlen nicht genügend nach. Auch wenn Manager sagen die Verbindung wäre augenscheinlich, sind direkte Verbindungen zwischen nicht-finanziellen Kennzahlen und dem Umsatz nicht bewiesen, sodass vorsichtig mit wagen Deutungen umgegangen werden muss. Die Korrelation zwischen nicht-finanziellen Kennzahlen und finanziellem Erfolg muss statistisch überprüft werden. Es können Probleme bei der Zielerreichung auftreten, falls die fundamentalen Erfolgsfaktoren nicht analysiert werden. Die Qualität und Aussagekraft weniger Key-Indikatoren haben dabei Priorität. Manager können mit 20 relevanten Indikatoren besser arbeiten, als mit 300 irrelevanten. Die ausgewählten Indikatoren sind gewichtet. Diese Gewichtung kann nach Relevanz für den Umsatz oder nach Shareholder-Interessen ausgerichtet sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit identifiziert die Notwendigkeit, über rechnungswesen-basierte Systeme hinauszugehen und nicht-finanzielle Kennzahlen zur strategischen Planung und Erfolgsbewertung einzusetzen.
2 Besonderheiten nicht-finanzieller Erfolgskennzahlen: Es werden die theoretischen Grundlagen, erforderliche Qualitätskriterien sowie die Herausforderungen bei der Anwendung dieser Kennzahlen erörtert.
3 Implementierung nicht-finanzieller Erfolgskennzahlen: Dieser Teil beschreibt den Prozess von der Identifikation der Kennzahlen über deren Strukturierung und Interpretation bis hin zur stetigen Weiterentwicklung des Modells.
4 Kennzahlensystem und -perspektiven: Das Kapitel bietet eine detaillierte Analyse spezifischer Kennzahlen innerhalb der Kunden- und Marktperspektive, der internen Prozessperspektive sowie der Entwicklungs- und Innovationsperspektive.
5 Schlussbemerkungen: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass nicht-finanzielle Kennzahlen als integraler Bestandteil einer zukunftsorientierten Unternehmenssteuerung unverzichtbar sind.
Schlüsselwörter
Nicht-finanzielle Erfolgskennzahlen, Performance-Measurement, Balanced Scorecard, Strategieimplementierung, Kundenzufriedenheit, Prozessqualität, Innovationskraft, Human Capital, Unternehmenserfolg, Werttreiber, Kennzahlensystem, Wettbewerbsvorteile, Unternehmenssteuerung, Produktqualität, Marktdurchdringung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz nicht-finanzieller Erfolgskennzahlen in Unternehmen, die über klassische monetäre Kennzahlen aus dem Rechnungswesen hinausgehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Messung, die Herausforderungen bei der praktischen Implementierung sowie die systematische Einordnung von Kennzahlen in verschiedene Unternehmensperspektiven.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Wichtigkeit nicht-finanzieller Kennzahlen aufzuzeigen, Herausforderungen im Umgang zu identifizieren und eine fundierte Vorgehensweise für deren Implementierung und praktische Anwendung vorzuschlagen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konzepte (wie der Balanced Scorecard) und theoretischer Modelle zur Erfolgsmessung, die auf die unternehmerische Praxis angewendet werden.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Besonderheiten und Schwierigkeiten der Messung, den Implementierungsprozess sowie die detaillierte Darstellung von Kennzahlen in den Perspektiven Kunden/Markt, interne Prozesse und Innovation/Entwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören Performance-Measurement, Balanced Scorecard, strategische Unternehmenssteuerung, nicht-finanzielle Werttreiber und Kennzahlensysteme.
Warum ist die "Kundenzufriedenheit" als nicht-finanzielle Kennzahl so relevant für das Unternehmen?
Sie gilt als Vorläufergröße für Kundenbindung und Neukundengewinnung, was langfristig zu höheren Umsätzen und einer geringeren Preiselastizität führt.
Wie lösen Unternehmen laut der Arbeit die Problematik der "weichen" Kennzahlen?
Unternehmen nutzen Kennzahlensysteme, um diese Indikatoren zu strukturieren, statistisch auf Korrelationen zum finanziellen Erfolg zu prüfen und sie gezielt auf die Unternehmensstrategie abzustimmen.
- Arbeit zitieren
- Lukas Bauer (Autor:in), 2018, Nicht-finanzielle Kennzahlen zur Performance Messung. Eine Analyse der Herausforderungen und Verwendungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991804