Medienpräventionsarbeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Eine quantitative Untersuchung


Bachelorarbeit, 2020

68 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Zielsetzung und Fragestellung

2 Theoretische Grundlage
2.1 Eingrenzung der Zielgruppe
2.2 Begriffseingrenzung Sucht
2.3 Begriffseingrenzung Medien
2.4 Mediengebundene Sucht
2.5 Begriffseingrenzung Prävention
2.6 Begriffseingrenzung Medien(-pädagogik) –prävention
2.7 Mediennutzungsmotive

3 Vorstellung der Medienpräventionsarbeit in stationären Kinder- und Jugendhilfen
3.1 Kinderarmut

4 Risikofaktor Mobbing
4.1 Risikofaktor sexuelle Gewalt und Missbrauch

5 Forschungsstand

6 Empirischer Teil
6.1 Methodisches Vorgehen
6.2 Vorstellung der Stichprobe
6.3 Ergebnisdarstellung und –interpretation

7 Auswertung der Fragebögen
7.1 Auswahl des Mediums in Kombination mit dem Internet und deren Gefahren
7.2 Lernen mit den Medien
7.3 Statement der pädagogischen Fachkräfte

8 Zusammenfassung

9 Methodenkritik

10 Fazit und Ausblick

11 Literaturverzeichnis

Abstract

Im Wandel der heutigen Gesellschaft sind besonders die digitalen Medien unabdingbar. Deutschland hat hier jedoch großen Nachholbedarf, besonders in den Schulen sowie in Pflege- und Sozialeinrichtungen wie unter anderem der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Es ist ein schwieriger Knotenpunkt mit vielen Fasern. Das pädagogische Fachpersonal kommt an seine Grenzen, da wiederum das Bildungssystem nicht die ausreichenden Medienkompetenzen vermittelt. Um professionell mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, besteht Fortbildungsbedarf.

Das Ziel dieser Forschung ist es zu bestimmen, wo die Probleme im normalen Alltag beginnen, wie in solchen Situationen zu handeln ist und welche Zukunftsperspektiven notwendig sind, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Dazu werden folgende Forschungsfragen gestellt:

1. Inwiefern stehen die digitalen Medien bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 16 Jahren im Fokus und mit welchem Hintergrund?
2. Wie kann das Fachpersonal der stationären Kinder- und Jugendhilfe die Nutzung von digitalen Medien in Bezug zu deren Gefahren sinngemäß realisieren?

Diese werden anhand einer detaillierten Umfrage mittels Fragebögen in stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen untersucht. Die nicht ausreichend Vorhandene Aufklärung über die Gefahr in dem World Wide Web und die dazugehörigen Maßnahmen stellen einen auffallenden Förderbedarf dar.

1. Einleitung

In der heutigen Gesellschaft sind besonders die digitalen Medien nicht mehr wegzudenken. Die aktuelle ‚Bitkom Studie 2019‘ stellt vor allem die Nutzung des Smartphones von Kindern und Jugendlichen in den Fokus. Daraus geht hervor, dass seit 2014 ein exponentielles Wachstum bei der Nutzung digitaler Medien bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren zu verzeichnen ist. Die digitalen Medien werden in immer größerem Umfang im gesellschaftlichen Lebensalltag genutzt, sie bieten dadurch größere Chancen aber auch unvermeidliche Risiken.

Das Jahr 2020 übersteigt bisher jegliche Rekorde der Mediennutzung. Durch die aktuellen Begebenheiten, verursacht durch den Corona-Virus und der daraus erfolgten sozialen Einschränkung, stehen besonders die digitalen Ressourcen im Mittelpunkt.

Streaming-Dienste wie Amazon, Netflix und ähnliche Anbieter haben in kürzester Zeit ihre erwarteten Gewinne verdoppelt. Auf der anderen Seite sind Kindertagesstätten und Schulen geschlossen, die Eltern haben Kurzarbeit, viele Geschäfte und weitere Freizeitmöglichkeiten wie Jugendtreffs, Schwimmbäder, Musikschulen, Sportvereine und auch Sport- und Spielplätze sind geschlossen, und die Wirtschaftskraft sinkt rapide. Kinder und Jugendliche bekommen zwar Hausaufgaben und Lernmaterial, was jedoch nicht für eine umfassende und klare Tagesstruktur sorgen kann. Das Treffen mit Freunden und Bekannten ist vorerst unmöglich und die Langeweile entwickelt sich schleichend.

Die hier vorliegende Arbeit stellt eine Vertiefung zu der aktuellen Situation und der ‚KIM -‘ und der ‚JIM - Studie‘ dar und widmet sich einem Aspekt der Mediennutzung, welche in beiden Studien nicht berücksichtigt wurde. Die Studien konzentrieren sich auf die allgemeine Nutzung von Medien, sowie den damit verbundenen Aspekten des Jugendschutzes. Unberücksichtigt bleiben jedoch die stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen und sonstige Regelungen für Bedürftige mit traumatischen oder psychosomatischen Vorgeschichten im Heimbereich.

Für den Umgang mit Medien im pädagogischen Alltag gibt es häufig keinen konzeptionellen Leitfaden, sowie keinerlei gesetzliche Vorgaben. Ebenfalls findet die Medienpädagogik keine ausreichende Präsens in der normalen Erzieherausbildung, Pflegeausbildung sowie den sozialen Studiengängen. Medienkompetenzen werden in der heutigen Gesellschaft als standardisierte Eigenschaft vorausgesetzt. Fortbildungen in diesem Bereich werden besonders im Bundesland Nordrhein-Westfalen umfangreich angeboten, leider aber ohne Kontrolle der Nutzung und Verwirklichung. Dies verdient besondere Aufmerksamkeit, denn die Entwicklung und das Konsumverhalten der Gesellschaft verändert sich permanent. Die junge Generation ist immer ‚uptodate‘, wodurch das Fachpersonal mit einem erkennbaren Altersunterschied häufig keinen Anschluss mehr findet. Nicht ausreichend geschultes Fachpersonal sieht Probleme darin, einem 14-jährigen Jugendlichen das Smartphone und den uneingeschränkten Internetzugriff zur Verfügung zu stellen und das Ausmaß der Gefahren, die dahinter stehen können zu erkennen. Da jedes Kind und jeder Jugendliche jedoch ein Recht auf seine Privatsphäre hat, ist eine Kontrolle sehr schwer möglich.

1.1 Zielsetzung und Fragestellung

Die empirische Arbeit verfolgt das Ziel, zwei weitere Aspekte von der präventiven Mediennutzung in der stationären Kinder- und Jugendhilfe näher zu beleuchten. Einerseits sollen hier die Bedürfnisse nach dem jeweiligen digitalen Medium klar definiert und benannt werden. Andererseits soll die Studie Bezug zu dem zeitgemäßen und ausgeglichenen Umgang aus Sicht von Kindern und Jugendlichen und dem pädagogischen Fachpersonal nehmen. Daraus lassen sich die folgenden Forschungsfragen ableiten:

1. Inwiefern stehen die digitalen Medien bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 16 Jahren im Fokus und mit welchem Hintergrund?
2. Wie kann das Fachpersonal der stationären Kinder- und Jugendhilfe die Nutzung von digitalen Medien in Bezug zu deren Gefahren sinngemäß realisieren?

In dieser Arbeit wird davon ausgegangen, dass die junge Generation in dem heutigen gesellschaftlichen Wandel mit einem Medium, wie dem Smartphone und dem Computer in Kombination mit dem Internet, aufwächst. Aufgrund des Bildungssystems der deutschen Schulen und dem Alter der Kinder und Jugendlichen wird angenommen, dass die sinngemäße Nutzung und die Aufklärung über die Gefahren einer übermäßigen Nutzung digitaler Medien nicht ausreichend vermittelt werden. Die Medien berichten immer wieder von Cybermobbing und Cyberkriminalität. Um dies zu untermalen, wird hier durch qualitative Erhebungs- und Auswertungsmethoden das Ziel verfolgt, neue und aktuelle Erkenntnisse zu Beweggründen der aufgeklärten und kompetenten Mediennutzung zu konzipieren.

Zur besseren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Arbeit auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Es wird das generische Maskulinum verwendet, wobei beide Geschlechter gleichermaßen gemeint sind.

2 Theoretische Grundlage

2.1 Eingrenzung der Zielgruppe

In der stationären Kinder- und Jugendhilfe gibt es eine große Altersspanne, die sich in der Regel Menschen von dem 6. bis zum 18. Lebensjahr umfasst. Für eine erfolgreiche, präventiv- nachhaltige Medienarbeit soll mit der Aufklärung so früh wie möglich begonnen werden. Die Kinder der stationären Jugendhilfe haben oftmals traumatische Erfahrungen mit dem Schwerpunkt Vernachlässigung gemacht. Häufig ergibt sich daraus, dass sie bereits in dem frühkindlichen Alter Erfahrungen mit überdurchschnittlichem Medienkonsum gesammelt haben. Für eine effektive Arbeit ist es sinnvoll, die Kinder und Jugendlichen für eine präventive Maßnahme in zwei Gruppen zu unterteilen: 6-12 Jährige und 13-18 Jährige.

Als sekundäre Zielgruppe ist die Gruppe der Stakeholder bedeutend. Dazu zählen die pädagogischen Fachkräfte der stationären Jugendhilfe. Sie gehören somit indirekt zum Projekt, da die Interventionsmaßnahmen nicht speziell für sie entwickelt sind, sie aber bei der Lehre und den Maßnahmen teilhaben oder von den bereitgestellten Informationsmaterialien profitieren.

2.2 Begriffseingrenzung Sucht

Unter dem Begriff „Sucht“ stellt man in erster Linie eine Assoziation zur Abhängigkeit oder dem Rausch dar. Gerade im Jugendalter gilt die Sucht als ein „Verlangen nach einem ungewöhnlich angenehmen Erlebniszustand“ (vgl. Petermann, H / Roth, M.: Suchtprävention im Jugendalter. Interventionstheoretische Grundlagen und Entwicklungspsychologische Perspektiven. Weinheim und München 2006, 11), dieser erweist meistens ein von Negativität befreiendes, fröhliches oder beruhigendes Gefühl. Ein solcher Rausch entsteht durch den Konsum von dem jeweiligen Rauschmittel oder eines bestimmten Verhaltens, welcher die psychischen Prozesse beeinflussen kann. Gross definiert in seinem Werk die Sucht auch als „einen Zustand der kontinuierlich scheiternden Suche nach dem Rausch“.(vgl. Sucht ohne Drogen. Arbeiten, Spielen, Essen, Lieben. 2. Auflage, Frankfurt 2003, S. 21)

2.3 Begriffseingrenzung Medien

Der Duden beschreibt Medien folgendermaßen: „Trägersystem zur Informationsvermittlung (z.B. Presse, Hörfunk, Fernsehen)“. Dies umfasst den Begriff der Medien sehr weit und ist für die (Medien)-pädagogen zu grob.

Zureichender wäre die Medienbeschreibung nach Harry Pross (1976), der Medien in primäre, sekundäre und tertiäre Medien unterscheidet. Primär fasst alle Medien zusammen, bei denen Sender und Empfänger nicht auf technische Hilfsmittel angewiesen sind (Schrift und Bild, aber auch Sprache, Gestik und Mimik). Bei den sekundären Medien sind zumindest auf Seiten des Senders technische Hilfsmittel in Gebrauch, vor allem durch Printmedien. Der Empfänger benötigt zum Entschlüsseln jedoch keine Technik. Die tertiären Medien umfassen zum Beispiel Fernsehen, Hörfunk und Film. Sowohl zum Empfangen als auch zum Senden werden hierbei technische Hilfsmittel benötigt. Faßler (1997) fügt der Beschreibung von Pross noch eine weitere Dimension hinzu, nämlich die der quartären Medien. Hierbei geht es in erster Linie um digitale Medien oder Online-Medien. Auch hier ist von beiden Seiten Technikeinsatz von Nöten (Internet, Smartphones, Netzwerke, E-Reader,etc.) (vgl. hierzu: http://www.gib.uni-tuebingen.de/netzwerk/glossar/index.php?title=Typologien_der_Medien Stand: 05.06.2020, 12:00 Uhr)

Fällt der Begriff „neue Medien“, so sind damit oftmals die quartären Medien gemeint. Sie ermöglichen eine sehr schnelle Informationsvermittlung und sind aktuell aus unserem Leben kaum noch wegzudenken. Gerade Kinder und Jugendliche wachsen heute wie selbstverständlich mit den Möglichkeiten der Digitalisierung auf. Um zu verdeutlichen, wie sich das Nutzungsverhalten und der Zugang zu diesen Medien für die jüngere Generation darstellen, werden im nächsten Abschnitt einige Fakten aus der JIM-Studie 2019 beschrieben.

2.4 Mediengebundene Sucht

Die Sucht hat sich im Wandel der Medienwissenschaft eine neue Ebene erobert. Bislang existiert jedoch keine einheitliche Definition der Mediensucht, da sich diese selbst und die Mediennutzung der Menschen in einem kontinuierlichen Veränderungsprozess befinden. Es werden sowohl im politischen, öffentlichen und dem gesellschaftlichen Raum differenzierende Begriffe zur Definition des Phänomens deklariert. Die Bandbreite reicht von der Medien- oder Internetsucht bis hin zu detaillierteren Bezeichnungen wie Onlinespielsucht, Social-Network-Sucht, Onlinekaufsucht und Onlineglücksspielsucht. (vgl. Michaela Evers-Wölk, Michael Opielka; Neue elektronische Medien und Suchtverhalten, 2. Auflage). Dazu kommen bestimmte Anzeichen, welche auf eine mediengebundene Sucht hindeuten. Dies wäre unter anderem die Feststellung einer Regelmäßigkeit des Nutzens, welches das vierstündige Kontingent pro Tag überschreitet, dass das Kind die häuslichen Pflichten und/oder die Kontakte zu seinem Freundeskreis und seine Hobbys vernachlässigt und keine Kontrolle mehr über den Konsum digitaler Medien hat. Zudem wird bei Medienabhängigen oftmals die Diagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) prognostiziert.

Laut der JIM Studie 2019 steht besonders das Smartphone im Fokus, dicht gefolgt von dem Computer und Fernseher in Bezug zu dem Internet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: JIM 2018,JIM 2019,Angaben in Prozent,Basis:alle Befragton

Smartphones sind ein Multimedia Gerät mit fast unbegrenzten Möglichkeiten. Kinder und Jugendliche nutzen hier fast ausschließlich kommunikative Apps wie durchschnittlich WhatsApp(93%) und Instagram(65%). Die JIM Studie beschreibt ebenfalls, dass sich die kommunikative Ebene jedoch mit der Unterhaltungsebene, mit dem Fokus auf Bilder, Videos und Musik, überlappt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle:JIM 2019,Angaben in Prozent,Basis:alle Befragton, n=1.200

Die informative Ebene hat in der heutigen jungen Generation jedoch auch einen hohen Stellenwert. So nutzt jeder Zweite regelmäßig YouTube als Informationsquelle und 87% der Befragten bedienen sich der Suchmaschine von Google.

Zusammenfassend ist das Smartphone mit 93% das am weitesten verbreitete Mediengerät und in der heutigen Gesellschaft unabdingbar. Es ist ein sogenanntes ‚musthave‘ geworden. Es dient den Jugendlichen nicht nur zur Unterhaltung und zum Sammeln von Informationen, sondern kann durchaus zur Abhängigkeit führen und als Suchtmittel dienen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle:JIM 2019,Angaben in Prozent,Basis:alle Befragton

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer vergleicht die Ursache der mediengebundenen Sucht mit anderen Suchtmitteln, wie zum Beispiel Kokain, Amphetamin, Morphium und Alkohol. Diese süchtigmachenden Stoffe lösen eine Überdosis von Endorphinen in den Nervenzellen aus, welche für die Glücksgefühle zuständig sind. Diese werden durch den Botenstoff Dopamin aktiviert und schütten Opioide oder Endorphine in das Frontalhirn aus, was von den Menschen als angenehm empfunden wird. Hier steht besonders das Spielen am Computer, Smartphone oder der Konsole im Mittelpunkt. Dabei zeigt sich jedoch nicht der normale Spielverlauf als bedeutend, sondern eher das Zufallsprinzip, welches eine subjektive Belohnung auslöst (vgl. Manfred Spitzer; Digitale Demenz – Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen, S. 293-294).

2.5 Begriffseingrenzung Prävention

Der Begriff „Prävention“ wird oftmals mit Sucht oder Krankheit assoziiert. Das Bundesministerium für Gesundheit differenziert die Prävention als Oberbegriff für „zielgerichtete Maßnahmen und Aktivitäten, um Krankheiten oder gesundheitliche Schädigungen zu vermeiden, das Risiko der Erkrankung zu verringern oder ihr Auftreten zu verzögern.“ Zudem gibt es drei Typen der Prävention.

Typ 1 (die primäre Prävention) ist darauf fokussiert, die Entstehung von Krankheiten, wie zum Beispiel Impfungen oder gesunder Ernährung, zu vermeiden.

Typ 2 (die sekundäre Prävention) befasst sich mit der Früherkennung von Krankheiten und den jeweiligen Gegenmaßnahmen, die durchzuführen sind

Die tertiäre Prävention (Typ 3) ist darauf ausgelegt, die Krankheitsfolgen oder einen Rückfall bei bereits entstandenen Krankheiten zu mindern.

Außerdem unterscheidet sich die Prävention durch zwei Ansätze: Maßnahmen der Verhaltensprävention und Maßnahmen der Verhältnisprävention. Die Verhaltensprävention bezieht sich hier individuell auf den einzelnen Menschen und dessen Gesundheitsverhalten. Die Verhältnisprävention befasst sich mit den Lebens- und Arbeitsverhältnissen.

Ein wichtiger Handlungsansatz in der sozialen Arbeit, im Kontext zu der Prävention, ist das Empowerment (Ermächtigung). Der Ansatz ist auf die Stärken und Kompetenzen der Betroffenen zur Lebensbewältigung als auch auf die persönlichen und sozialen Schwächen fokussiert. Er steht soweit mit der allgemeinen Prävention im Verhältnis, da er die Defizite, Probleme und Defekte von Menschen durch das Konzept der Stärke ersetzen möchte, um präventiv gegen physische und psychische Folgeerkrankungen zu handeln.

Die pädagogische Prävention ist jedoch nicht nur auf die Vermeidung von Risikoverhalten aus, sondern strebt zugleich den Förderungsansatz an. Sie wird ganzheitlich auf die Gesundheit übertragen, was sich auf das körperliche, soziale und geistige Wohlbefinden bezieht, individuelle Risikofaktoren reduziert und die Klienten zur gesundheitsfördernden Gestaltung ihrer Lebensbedingungen befähigen soll. Fachpädagogen üben somit die präventive Arbeit tagtäglich aus (vgl. Anja Klimsa; Prävention und Medienpädagogik: Entwicklung eines Modells der medienpädagogischen Präventionsarbeit, S. 36).

2.6 Begriffseingrenzung Medien(-pädagogik) –prävention

„Medienpädagogik ist die Vermittlungsebene zwischen Medienalltag und Medienhandeln“ (Hüther/Schorb, 2005, S.276) Die Medienpädagogik hat sich erst in den 60er Jahren etabliert. Sie befasst sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit den Medien und begleitet situationsorientierten und aktiven Umgang mit ihnen. Die Medien werden hier in erster Linie als technische Hilfsmittel zur Unterstützung oder Verbesserung von Kommunikation, Sozialisation und Lernverhalten genutzt.

Für die Jugendlichen sind die elektronischen Medien in der heutigen Gesellschaft zwingend erforderlich. Die JIM („Jugend, Information, (Multi-) Media“) Studie hat in den letzten Jahren Statistiken der durchschnittlichen Mediennutzungen erhoben und ein exponentielles Wachstum festgestellt, was teilweise auf einen exzessiven Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen verweist. Um dies zu vermeiden und eine erfolgreiche medienpräventive Arbeit zu leisten, ist die Medienkompetenz gefragt. Gerade in der stationären Kinder- und Jugendhilfe wird das Fachpersonal tagtäglich mit dem Medienkonsum konfrontiert. Es stellt sich somit die Frage, wie man die Übersicht und einen reglementierten Alltag im Bezug zu Medien behält.

„Eine reflektierte Medienkompetenz, das Wissen über die Chancen und Risiken der digitalen Welt, ist für Eltern wie Erziehungskräfte dringend gefragt, um einen gelingenden generationsübergreifenden Dialog zu initiieren und zu kompetenten, statt unsicheren, verbietenden Ansprechpartner/-innen zu werden“, sagt die erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch.

2.7 Mediennutzungsmotive

Wolfgang Schweiger veröffentlichte im Jahre 2007 sein Buch „Theorien der Mediennutzung“, in welchem er einen Schwerpunkt auf die Nutzungsmotive der Medien legte. Diese Motive unterteilt Schweiger in vier Gruppen, welche nun explizit definiert werden.

Unter den kognitiven Motiven versteht man zunächst das menschliche Bedürfnis nach Wissen und Information. Aufgrund dessen spricht Schweiger hier von dem Ursprung der Massenmedien. Die Menschen oder die Bevölkerung nutzen die Medien, um sich zu informieren und stets auf dem aktuellen Stand zu sein.

Im Zuge dessen, geht Ferner darauf ein, dass die Nachrichtenmedien, welche Informationen zu den aktuellen Ereignissen teilen, ein großes Bedürfnis bei den Menschen abdecken. Schweiger erklärt dies zu einer unerlässlichen Aufgabe der Demokratie, um Bürger über Nachrichten und Wissen über die Vorgänge in ihrem Land und dem Umfeld zu informieren, da das demokratische, bürgerliche und soziale System sonst instabil werden würde. In Bezug dessen spricht Schweiger von einem „gut informierte(n) Bürger“ (Schweiger, 2007, S. 92), der mittels Nachrichtenmedien rationale Wahlentscheidungen trifft. Die Wichtigkeit der Nachrichtenmedien bestimmt Schweiger mit einem weiteren Beispiel, indem er ein mangelndes politisches Informationsbedürfnis unter Jugendlichen und infolgedessen eine Demokratiegefährdung diagnostiziert.

Im Gegenteil zu den kognitiven Motiven zählen die affektiven Nutzungsmotive zu der Unterhaltung des Empfängers, wo die Lust, Freude und das Vergnügen im Vordergrund stehen. Laut Schweiger kann „potenziell jeder Medieninhalt [.] von Rezipienten zur Unterhaltung genutzt oder als unterhaltsam empfunden werden“ (Schweiger, 2007, S. 105). Dem fügt Schweiger Medieninhalte zu, welche besonders gut der Unterhaltung dienen und in fiktionale und non-fiktionale Inhalte unterschieden werden. Die fiktionalen Inhalte repräsentieren „bestimmte Figuren in ihrem Glück bzw. Unglück und [die] damit verbundenen Emotionen“ (Schweiger, 2007, S. 105), wie besonders in Sciencefiction Filmen.

Zu den non-fiktionalen Inhalten gehören "real existierende Personen und ihre Leistungen oder ihre sonstigen Qualitäten" (Schweiger, 2007, S. 105), wie Musiker, Sportler oder Prominente. Passenderweise gibt Schweiger einen Überblick über Medieninhalte im Zusammenhang mit Unterhaltung wie auch die Autoren Zillmann und Vorderer. Sie haben diese nach Inhalten oder Genres klassifiziert. Dazu gehören Video- und Computerspiele sowie Unterhaltung, Humor, Comedy und andere interaktive Formen der Comedy, widersprüchliche und aufregende Filme, wie Actionfilme und Tragödien sowie Gewalt-, Grausamkeits- und Horrorfilme. Kinderprogramme, Sport, Musik und Musikvideos, sowie Talkshows und sexuelle und pornografische Inhalte.

Nach Schweiger (2007) handelt es sich bei der dritten Art der Motive, die von den Medien verwendet werden, um soziale Motive. Diese können den sozialen Bedürfnissen des Empfängers entsprechen. Es gibt vier Varianten von sozialen Motiven für die Mediennutzung. Die erste Kategorie ist die medienvermittelnde, zwischenmenschliche und Gruppenkommunikation. Diese Art der Kommunikation ermöglicht es Personen oder Gruppen, mit einem sehr großen Publikum zu kommunizieren. Die eigentliche Kommunikation erfolgt über die Massenmedien, da dies der größte Bereich ist. Zum Beispiel hat Schweiger einen Gast oder Kandidaten in einer Talkshow oder Quizshow aufgeführt. Dies wird durch die Massenmedien (in diesem Fall TV) veröffentlicht. Dieses Phänomen wird als medienvermittelnde Kommunikation bezeichnet.

Als zweites soziales Motiv der Medien spricht Schweiger über das Thema, „Suche nach sozialer Interaktion“. Hier liegt der Fokus darauf, andere Kontakte bzw. neue Kontakte über die Massenmedien kennenzulernen. Diese Verbindungen sollten in Zukunft eher direkte soziale Beziehungen als medienvermittelnde Beziehungen herstellen.

Das dritte soziale Motiv der sozialen Mediennutzung ist die Anschlusskommunikation. Diese besagt, dass Menschen über Ereignisse und Inhalte in den Medien sprechen und diese daher weiterhin in Form zwischenmenschlicher Kommunikation verwenden. Als Beispiele können gängige Methoden zum Ansehen von TV-Fußballübertragungen verwendet werden. In diesem Fall treffen die Betroffenen einen Freund oder Kollegen, mit dem sie gemeinsam fernsehen.

Das vierte soziale Motiv der Medien ist die soziale Integration und Differenzierung. In den Massenmedien fühlen sich Einzelpersonen „als soziale Gruppe, Umwelt oder Teil der gesamten Gesellschaft“ (Schweiger, 2007, S. 121). Hier lassen sich beispielsweise Fans von Fernsehserien oder Musikbands (soziale Gruppen), Fans von Hippies (Milieu) oder Einwanderern (ganze Gesellschaft) auflisten. Neben diesem Zugehörigkeitsgefühl bieten soziale Integration und Differenzierung auch Chancen, gemeinsame Aktivitäten zu planen, wie zum Beispiel eine Anschlusskommunikation nach einer Fernsehsendung oder eines Fußballspiels.

Streng genommen sind soziale Integration und Differenzierung eine Erweiterung der Anschlusskommunikation. Diese Unterscheidung beschreibt die Aufteilung des Mainstreams oder der Öffentlichkeit durch den Einsatz bestimmter Medien. Alles in allem kann gesagt werden, dass die von den Medien verwendeten sozialen Motive den menschlichen Bedürfnissen nach sozialer Interaktion entsprechen können, anstatt als Ersatz für echte Kommunikation zu dienen (Siehe Schweiger, 2007, Seiten 120-129).

Als vierte Art von Motiv, welches für die Mediennutzung verwendet wird, listet Schweiger (2007) die Motive für die Identitätsbildung auf. Diese Motive sind schwer von anderen Verwendungsmustern zu unterscheiden. Bisher waren sich die Wissenschaftler nicht sicher, in welcher Kategorie sich dieses Motiv befinden soll.

Es ist jedoch klar, dass die Identitätsbildung als Subdimension der Unterhaltung angesehen wird. Wenn Menschen über Identitätsbildung sprechen, sprechen sie oft über Identitätsentwicklung, weil diese beiden Bereiche sehr eng miteinander verbunden sind oder sich überschneiden. Ähnlich wie bei den kognitiven Motiven sollte der Anspruch zur Identitätsbildung persönlichen Entwicklungsaufgaben und dem Zweck oder der Durchführung persönlicher Identitätsarbeit gewidmet sein. Dies bedeutet, dass die Empfänger bewusst mit unangenehmen Situationen und Problemen in den Medien umgehen, um ihr psychologisches Verständnis und ihre sozialen Phänomene zu vertiefen. Schweiger (2007) spricht hier über zweckentbundene Dialoge und glaubt, dass diese Motivation eine langfristige Aufgabe erfüllt, nämlich um die Identität für abnormales Medienverhalten, zu kämpfen.

Um endlich feststellen zu können, worum es bei der Identitätsbildung geht, zieht Schweiger Schlussfolgerungen aus Maslows Bedürfnishierarchie. Diese Hierarchie zeigt, dass die eigene Identität den beiden höchsten Bedürfnissen zugeordnet werden kann. Diese sind Selbstverwirklichung und Transzendenz. Zusätzlich zu diesen beiden Bedürfnissen erwähnten Schweiger und Maslow auch die Notwendigkeit sozialer Bindung (soziale Bedürfnisse), von Selbstwertgefühl (individuelle Bedürfnisse) und kognitiven Bedürfnissen.

Die Maslowsche Bedürfnishierarchie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bed%C3%BCrfnishierarchie (Stand: 29.06.2020, 17:45Uhr

Laut Maslow bilden diese Begriffe die Grundlage oder Voraussetzung für eine erfolgreiche persönliche Identität. (Siehe Schweiger, 2007, Seiten 129-133) Schweiger schloss diese Aussage wie folgt: "Die Identität eines Menschen basiert zumindest teilweise auf seinem Wissen, seinen sozialen Bindungen und seinem Selbstwertgefühl." (Schweiger, 2007, Seite 47 Seiten. 130) Schweiger kam daher zu dem Schluss, dass „viele Mediennutzungsmotive nicht miteinander konkurrieren, sondern in direktem Zusammenhang stehen oder miteinander etabliert sind“ (Schweiger, 2007, S. 130).

3 Vorstellung der Medienpräventionsarbeit in stationären Kinder- und Jugendhilfen

Heutzutage werden die Medien bereits ab dem Kindergarten aktiv genutzt, egal ob in Form als Hörspiele, Fernseher, Computer oder Konsolen. Sie lassen sich nicht umgehen, wodurch ein hoher Bedarf besteht, Kinder bei der Verarbeitung und dem Umgang mit Medien zu unterstützen und somit einen kompetenten Umgang zu realisieren (vgl. Medienerziehung in Kindertageseinrichtungen", Ausgabe 2/1999, S. 7-10, Carl-Link-Verlag). Die heutige Generation der Kinder verbringt 25% ihrer Freizeit mit den Medien, wobei der Fernseher die höchste Priorität hat (Feierabend, 2006). Auch in der stationären Kinder- und Jugendhilfe sind die Medien präsent. Dort gibt es eine Altersspanne von Kindern im durchschnittlichen Alter von 6 bis 18 Jahren. Wie bereits weiter oben erwähnt, haben die Kinder und Jugendlichen oftmals eine traumatische Situation durchlebt, beziehungsweise traumatische Erfahrungen gesammelt. Es handelt sich dabei häufig um Misshandlung und Vernachlässigung (Typ-2-Traumata) (Terr 1991). In diesem Kontext zeigt sich, dass diese Kinder schon im frühen Alter einem überdurchschnittlichen Medienkonsum ausgesetzt waren und die stationären Kinder- und Jugendhilfen daraufhin die Medienpädagogik miteinbeziehen. Die traumatisierten Kinder und Jugendlichen bringen bei der Aufnahme oftmals ein Smartphone oder Tablet mit. Durch eine begrenzte Nutzung beobachten die Fachpädagogen, dass sich diese ohne die Medien oft träge verhalten und wenig mit sich anzufangen wissen. Infolgedessen liegt hier das Hauptanliegen der Medienerziehung, im Rahmen von Bildung und alltäglichem Erziehungshandeln, insbesondere aber durch gezielte Strategien und Maßnahmen, Kompetenzen für einen zielgerichtet-funktionalen, kreativen, selbstbestimmten und selbstregulierten, gleichzeitig aber auch persönlich verträglichen und sozial angemessenen Medienumgang zu fördern. (vgl. Meder, N. (2007): Theorie der Medienbildung. Selbstverständnis und Standortbestimmung der Medienpädagogik. In: Sesink, W.; Kerres, M. & Moser, H. (Hrsg.): Jahrbuch Medien-Pädagogik 6.Wiesbaden)

In diesem pädagogischen Segment wurde bereits im Jahre 2017 die „MEKiS“ Studie (Medienkompetenz in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe) in der Schweiz durchgeführt. Durch die Entwicklung der Informations- und Kommunkikationstechnologien hat sich die Alltagsgestaltung in modernen Gesellschaften grundlegend verändert. Die als Mediatisierung bezeichnete medientechnologische Durchdringung der Alltagswelt verändert die Kommunikation in zeitlicher, sozialer und räumlicher Hinsicht in allen Lebensbereichen (Krotz, 2001; Livingstone, 2009). Auch in den stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen ist die Mediatisierung des pädagogischen Alltags eine große Herausforderung für das Fachpersonal. Eine fachlich fundierte Medienkompetenz wird zur Grundvoraussetzung. Laut Brunner (2014, S. 40) findet „die Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Umgang mit Medien‘ in der Jugendhilfe allgemein und im speziellen Bereich der stationären Jugendhilfe zwar statt, allerdings besteht noch viel Klärungs- und Unterstützungsbedarf“. Durch diese Erkenntnis wurde eine quantitative Befragung von 361 Fachpersonen durchgeführt. Die zu Grunde liegenden Fragen beriefen sich hier auf:

- Welche Infrastruktur digitaler Medien ist in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe vorhanden?
- Was sind aktuell diskutierte medienbezogene Themen in den Einrichtungen?
- Wie schätzen Fachpersonen ihre eigene Medienkompetenz ein?
- Wie ist das subjektive Erleben und welche Haltungen bestehen bezüglich digitaler Medien?
- Welche Team- und Einrichtungskulturen bestehen bezüglich digitaler Medien?
- Welche Formen der Medienerziehung sind in den Einrichtungen vertreten? Welche Faktoren beeinflussen die Medienerziehung?
- Welche Bedarfe bestehen bezüglich Information und Weiterbildung?

Zwei der wichtigsten Erkenntnisse sind hier, dass 90% der Kinder und Jugendlichen ein eigenes Smartphone besitzen und einen Internetzugang zur Verfügung gestellt bekommen, wobei dieser bei 18% der heranwachsenden Kinder nicht kostenlos ist.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass das Fachpersonal ihre Medienkompetenz im Durchschnitt sehr hoch einschätzt, jedoch nimmt mit ansteigendem Alter diese Kompetenzeinschätzung ab.

Die Hauptthemen, welche in den stationären Einrichtungen mit Medien verknüpft werden, sind hier die exzessive Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen, die Nutzung der Medien für schulische Zwecke und die Kosten der jeweiligen Nutzung.

[...]

Ende der Leseprobe aus 68 Seiten

Details

Titel
Medienpräventionsarbeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Eine quantitative Untersuchung
Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands
Note
2,5
Autor
Jahr
2020
Seiten
68
Katalognummer
V991933
ISBN (eBook)
9783346355393
ISBN (Buch)
9783346355409
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Kinder, Jugendliche, Jugendschutz, Internet, Corona
Arbeit zitieren
Tobias Töpfer (Autor), 2020, Medienpräventionsarbeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Eine quantitative Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991933

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Medienpräventionsarbeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Eine quantitative Untersuchung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden