Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Ausbruch, Verlauf und Folgen der Seuche in Athen (430 v. Chr.) und Byzanz (542 n. Chr.)

Thukydides und Prokop im Vergleich

Title: Ausbruch, Verlauf und Folgen der Seuche in Athen (430 v. Chr.) und Byzanz (542 n. Chr.)

Term Paper , 2020 , 11 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nikolaos Savvidis (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit nimmt es sich zur Aufgabe, die Seuchenbeschreibungen von Prokopios von Caesarea und Thukydides miteinander zu vergleichen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu beleuchten. Dabei wird sich diese Arbeit nicht mit der pathologisch-medizinischen Realität der Krankheiten und deren gesundheitliche Folgen für den Menschen beschäftigen; vielmehr soll(en-) die Erklärungsansätze für den Ausbruch beider Krankheiten verglichen werden, die (Aus-)Wirkung der Epidemien auf die städtische Bevölkerung beleuchtet werden und geklärt werden, warum es unterschiedliche Modelle für die Beschreibung der Seuche und das Verhalten der Menschen gibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vergleich der beiden Autoren

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die antiken Schilderungen von Seuchen durch die Geschichtsschreiber Thukydides und Prokop. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Ursachenzuschreibung, der gesellschaftlichen Auswirkungen sowie der unterschiedlichen narrativen Modelle in den historischen Berichten über Athen (430 v. Chr.) und Byzanz (542 n. Chr.).

  • Vergleich der Erklärungsansätze für den Ausbruch der Seuchen
  • Analyse der Auswirkungen auf die städtische Bevölkerung und Gesellschaft
  • Untersuchung der Rolle von Religion und Gottvertrauen bei Krisen
  • Gegenüberstellung der historischen Kontexte (attische Demokratie vs. christliches Kaisertum)
  • Reflektion über die historiographische Darstellung von Krisenmanagement

Auszug aus dem Buch

2 Vergleich der beiden Autoren

In Thukydides Schrift fällt zunächst auf, dass dieser explizit keine genauen Gründe für den Anfang der Epidemie liefert. Er nennt das Gerücht, die Spartaner, welche zu diesem Zeitpunkt Athen belagerten, hätten die Brunnen in Piräus (der angrenzende Hafen, innerhalb des athenischen Stadtgebiets) vergiftet. Doch dieses Gerücht verlor schnell seine Glaubwürdigkeit, als dann die Menschen in Athen selbst an der Seuche erkrankten.

Interessanter jedoch ist die Furcht der Athener, die Götter, vor allem jedoch der Gott Apollon, hätte(n) sich gegen sie verschworen. In „Thucydides, Apollo, The Plague and The War“, einem Artikel aus dem “American Journal of Philology”, diskutiert die Autorin Lisa Kallet, inwieweit Thukydides der Meinung war, Apollo stünde mit der Seuche im Zusammenhang. Dort argumentiert Kallet unter anderem, dass Thukydides, obwohl er sagte er wolle keinen (übernatürlichen/göttlichen) Grund für die Seuche nennen, implizit die Epidemie mit den Spartanern und mit einem Orakelspruch aus Delphi in Verbindung brachte. So beobachtete er, dass die Krankheit genau dann in Athen ausbrach, als das peloponnesische Heer Athen belagerte. Außerdem beobachtete er, dass die Spartaner von der Seuche verschont blieben. Mischa Meier jedoch schreibt in ihrem Werk „Beobachtungen zu den sogenannten Pestschilderungen bei Thukydides II 47-54 und bei Prokop, Bell. Pers. II 22-23“, dass Thukydides in keinster Weise die Krankheit mit irgendetwas Übernatürlichem in Verbindung brachte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Pandemie-Thematik ein und stellt das wissenschaftliche Interesse an historischen Epidemien, speziell der Justinianischen Pest und der Athenischen Seuche, dar.

2 Vergleich der beiden Autoren: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Unterschiede in der Darstellung von Ursachen, Symptomen und den gesellschaftlichen sowie religiösen Reaktionen bei Thukydides und Prokop.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass trotz ähnlicher Sprache die kulturellen Rahmenbedingungen der Autoren maßgeblich für die unterschiedliche Deutung der Seuchen verantwortlich sind.

Schlüsselwörter

Thukydides, Prokop, Athen, Byzanz, Justinianische Pest, Peloponnesischer Krieg, Seuchengeschichte, Historiographie, Gesellschaftsdemoralisierung, Krisenmanagement, Gottvertrauen, Spätantike, Epidemie, Historischer Vergleich, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die historische Dokumentation von Epidemien in der Antike durch die Autoren Thukydides und Prokop von Caesarea.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Beschreibung des Seuchenverlaufs, die Suche nach den Ursachen, die soziokulturellen Auswirkungen auf die betroffenen Städte und die Rolle des Krisenmanagements.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der Seuchen zu beleuchten und zu klären, warum die Autoren jeweils unterschiedliche Modelle für das menschliche Verhalten und das Krankheitsgeschehen wählten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen vergleichenden historiographischen Ansatz, der sich auf die Analyse antiker Quellen stützt und aktuelle Forschungsbeiträge zur Pestthematik einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Gegenüberstellung der Quellen, wobei besonders die Wahrnehmung von göttlichem Wirken gegenüber der rationalen Beobachtung sowie die langfristigen politischen und militärischen Folgen untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Seuchengeschichte, Antike, Thukydides, Prokop, Krisenmanagement und gesellschaftliche Demoralisierung.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Gott in den Berichten von Thukydides und Prokop?

Während bei Thukydides eher agnostische Züge überwiegen und die Seuche als unberechenbares, oft schicksalhaftes Ereignis dargestellt wird, verortet Prokop die Pest klar in einem göttlichen Plan zur Sühne.

Welche Bedeutung hatte das Krisenmanagement für das Bild des Kaisers bei Prokop?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Prokops Schilderungen teilweise als Versuch gewertet werden können, das kaiserliche Krisenmanagement unter Justinian in ein möglichst positives Licht zu rücken.

Excerpt out of 11 pages  - scroll top

Details

Title
Ausbruch, Verlauf und Folgen der Seuche in Athen (430 v. Chr.) und Byzanz (542 n. Chr.)
Subtitle
Thukydides und Prokop im Vergleich
College
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Course
Integriertes Proseminar
Grade
1,7
Author
Nikolaos Savvidis (Author)
Publication Year
2020
Pages
11
Catalog Number
V992124
ISBN (eBook)
9783346356161
Language
German
Tags
Seuche Pest Thukydides Prokop Byzanz Peloponnesischer Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nikolaos Savvidis (Author), 2020, Ausbruch, Verlauf und Folgen der Seuche in Athen (430 v. Chr.) und Byzanz (542 n. Chr.), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992124
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  11  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint