Die vorliegende Bachelorarbeit ist gegliedert in Einführung, 7 Hauptkapitel und eine die Ergebnisse beurteilende Schlussbetrachtung. Im ersten Hauptkapitel (Kapitel 3) werden die gesetzlichen Anforderungen an eine ertragsteuerliche Organschaft aufgezeigt. Untergliedert in weiteren Kapiteln, werden nach und nach erst die Anforderungen an die Organgesellschaft, den Organträger, den Gewinnabführungsvertrag, an die finanzielle Eingliederung und zuletzt das Erfordernis einer Betriebsstättenzurechnung dargestellt. In Kapitel 4 werden die körperschaftsteuerlichen Rechtsfolgen aufgezeigt, welche mit der kumulativen Erfüllung der in Kapitel 3 behandelten Tatbestandsvoraussetzungen eintreten. Darin wird das Einkommen des Organträgers sowie der Organgesellschaft behandelt und auf die Besonderheiten eingegangen.
Im nächsten Kapitel werden dann die Gründe sowie die Rechtsfolgen einer verunglückten Organschaft analysiert. Kapitel 6 widmet sich den Vor- und Nachteilen einer körperschaftsteuerlichen Organschaft, worin auch die Risiken berücksichtigt werden, die sich aus Merger & Acquisition im Hinblick auf Organschaften ergeben können. Unter den in Kapitel 6 aufgezählten Vorteilen, wird anhand 3 Abbildungen eine Feststellung bei der Zinsschrankenregelung veranschaulicht. Kapitel 7 beschäftigt sich mit der gewerbesteuerlichen Organschaft. Im achten Teil der Arbeit werden auf die Mängel, die Reformbemühungen seitens der Politik und auf den Reformbedarf der Organschaftsregelung eingegangen. Kapitel 9 geht auf zwei Reformvorschläge ein, die bei der Politik für Zwecke ihrer Reformbemühungen berücksichtigt wurden. Abschließend werden die Ergebnisse dieser Arbeit resümiert und in einer Schlussbetrachtung in Kapitel 10 gewürdigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Gang der Arbeit
3 Anforderung an eine ertragsteuerliche Organschaft
3.1 Überblick
3.2 Organgesellschaft
3.3 Organträger
3.4 Gewinnabführungsvertrag
3.5 Finanzielle Eingliederung
3.6 Betriebsstättenzurechnung
4 Körperschaftssteuerliche Rechtsfolgen
4.1 Einkommensermittlung
4.1.1 Einkommensermittlung nach den allgemeinen Vorschriften
4.1.2 Besonderheiten bei der Einkommensermittlung
4.2 Mehr- bzw. Minderabführung und Ausgleichsposten
4.3 Ausgleichszahlungen
5 Gründe und Rechtsfolgen einer verunglückten Organschaft
6 Vor- und Nachteile der Organschaft
7 Gewerbesteuerliche Organschaft
7.1 Voraussetzungen
7.2 Rechtsfolgen
8 Mängel der Organschaft, Reformbemühungen und Reformbedarf
8.1 Überblick
8.2 Mögliche Unionswidrigkeiten der Organschaftsregelung
8.3 Gewinnabführungsvertrag
8.4 Mehr- und Minderabführung
9 Reformvorschläge
9.1 Reformvorschlag des Instituts Finanzen und Steuern e.V.
9.2 Reformvorschlag des Bundeslandes Hessen
9.3 Bewertung der beiden Reformvorschläge durch das BMF
10 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die komplexen Anforderungen und steuerlichen Rechtsfolgen der ertragsteuerlichen Organschaft in Deutschland. Ziel ist es, die strukturellen Voraussetzungen, die Herausforderungen bei der Einkommensermittlung, Risiken bei Transaktionen sowie aktuelle Reformvorschläge zur Vereinfachung des Systems kritisch zu beleuchten.
- Voraussetzungen für die Begründung einer Organschaft (Finanzielle Eingliederung, Gewinnabführungsvertrag)
- Körperschafts- und gewerbesteuerliche Rechtsfolgen (Einkommenszurechnung, Mehr-/Minderabführungen)
- Risiken bei verunglückten Organschaften sowie bei M&A-Transaktionen
- Analyse von Reformvorschlägen zur Ablösung des Gewinnabführungsvertrags
- Unionsrechtliche Aspekte der Organschaftsregelung
Auszug aus dem Buch
3.4 Gewinnabführungsvertrag
Der zivilrechtlich wirksame Abschluss sowie die Durchführung eines Gewinnabführungsvertrages ist vielleicht die umstrittenste und problematischste Organschaftsvoraussetzung. Ein solcher Vertrag wird vom § 14 Abs. 1 S. 1 KStG von europäischen Kapitalgesellschaften, Aktiengesellschaften oder Kommanditgesellschaften auf Aktien mit dem Verweis auf § 291 AktG verlangt. Es muss also den aktienrechtlichen Regelungen des GAV genügen. Ein Gewinnabführungsvertrag gem. § 291 AktG liegt vor, wenn sich die eingangs erwähnter Gesellschaften verpflichten ihren ganzen Gewinn an ein anderes Unternehmen abzuführen. Mit dem Begriff: „ganzen Gewinn“ wird auf den handelsrechtlichen Bilanzgewinn abgestellt.9 Über einer Gewinnabführung hinaus, muss im Falle eines Verlustes, die bei der Organgesellschaft entstanden sind, der andere Vertragspartner bzw. der Organträger, innerhalb der Vertragsdauer diese Verluste in der Höhe übernehmen bzw. ausgleichen, in der sie die Gewinnrücklagen der Organgesellschaft, die sich während der Vertragsdauer angesammelt haben, übersteigen. Auch ein sogenannter Geschäftsführungsvertrag, mit dem eine Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien es übernimmt, für Rechnung eines anderen Unternehmens ihr Unternehmen zu führen, gilt gem. § 291 Abs. 1 AktG als Gewinnabführungsvertrag.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Einleitung in die Organschaft als Instrument zur Durchbrechung steuerlicher Prinzipien und zur steuerlichen Verlustgestaltung im Unternehmensverbund.
2 Gang der Arbeit: Darstellung des methodischen Aufbaus der Bachelorarbeit von der Einleitung bis zur abschließenden Würdigung.
3 Anforderung an eine ertragsteuerliche Organschaft: Analyse der kumulativen Voraussetzungen wie Organgesellschaft, Organträger, Gewinnabführungsvertrag und finanzielle Eingliederung.
4 Körperschaftssteuerliche Rechtsfolgen: Untersuchung der Folgen bei erfüllten Voraussetzungen, insbesondere der Einkommenszurechnung und Besonderheiten wie Verlustabzugsbeschränkungen.
5 Gründe und Rechtsfolgen einer verunglückten Organschaft: Analyse der Ursachen für ein Scheitern der Organschaft und deren steuerliche Konsequenzen.
6 Vor- und Nachteile der Organschaft: Gegenüberstellung der steuerlichen Vorteile, wie der Verlustverrechnung, und der betriebswirtschaftlichen Risiken.
7 Gewerbesteuerliche Organschaft: Erläuterung der spezifischen Voraussetzungen und Rechtsfolgen im Bereich der Gewerbesteuer.
8 Mängel der Organschaft, Reformbemühungen und Reformbedarf: Identifikation aktueller Schwachstellen, wie unionsrechtliche Bedenken und Problematiken bei Gewinnabführungsverträgen.
9 Reformvorschläge: Detaillierte Betrachtung des IFSt-Modells und des hessischen Gruppenbeitragsmodells sowie deren Bewertung durch das BMF.
10 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Würdigung der Problematik und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Organschaftsregelung.
Schlüsselwörter
Organschaft, Organträger, Organgesellschaft, Gewinnabführungsvertrag, Verlustverrechnung, Einkommenszurechnung, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Mehrabführung, Minderabführung, Ausgleichsposten, Gruppenbesteuerung, M&A, Zinsschranke, Reformbedarf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ertragsteuerliche Organschaft, ein komplexes Instrument des deutschen Steuerrechts, das die einheitliche Besteuerung mehrerer rechtlich selbstständiger Unternehmen ermöglicht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Anforderungen an die Begründung einer Organschaft, die körperschafts- und gewerbesteuerlichen Folgen, die Risiken bei fehlerhafter Anwendung sowie aktuelle Reformansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die komplexen Voraussetzungen und Rechtsfolgen der Organschaft aufzuzeigen, die Risiken für Unternehmen transparent zu machen und existierende Reformmodelle kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Untersuchung aktueller gesetzlicher Regelungen, Rechtsprechung und Verwaltungsvorschriften zum Thema Organschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Tatbestandsvoraussetzungen (Kapitel 3), die Rechtsfolgen (Kapitel 4), die Folgen einer verunglückten Organschaft (Kapitel 5) und die Vor- und Nachteile (Kapitel 6) detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Organschaft, Gewinnabführungsvertrag, Verlustverrechnung, Einkommenszurechnung, Mehr-/Minderabführung und Reform der Gruppenbesteuerung.
Warum wird der Gewinnabführungsvertrag als kritisch angesehen?
Der Gewinnabführungsvertrag stellt zivil- und steuerrechtliche Anforderungen an Unternehmen, die oft als komplex, fehleranfällig und betriebswirtschaftlich einschränkend wahrgenommen werden.
Was ist das spezifische Problem bei mehrstufigen Organschaften?
Mehrstufige Organschaften führen zu komplexen Fragestellungen hinsichtlich der Behandlung von Mehr- und Minderabführungen in der Kette, für die der Gesetzgeber bisher keine abschließende Klarheit geschaffen hat.
Wie bewertet das BMF die Reformvorschläge?
Das BMF sieht in den Reformmodellen (z.B. Abschaffung des Gewinnabführungsvertrags) zwar Chancen für die Standortpolitik, warnt jedoch vor einer Zunahme von Fallzahlen und einer möglichen Minderung des Steueraufkommens.
- Arbeit zitieren
- Ömer Cakir (Autor:in), 2021, Die Ertragsteuerliche Organschaft. Analyse des Reformbedarfs der Organschaftsregelung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992985