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Die Aussageabsichten der Stiftungseinträge im "Liber Pontificalis". Eine Diskussion verschiedener Thesen

Title: Die Aussageabsichten der Stiftungseinträge im "Liber Pontificalis". Eine Diskussion verschiedener Thesen

Term Paper , 2018 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Welche Aussageabsichten stehen hinter den Schenkungslisten des Liber Pontificalis? Diese Frage soll in der Hausarbeit diskutiert werden.

Die virtuelle Begehung der Stadt Rom durch die literarische Beschreibung des Liber Pontificalis erzeugt zunächst ein aleatorisches Bild. "In the Lateran patriarchate (…) he newly built a triclinium and adorned it with varieties of marble, glass, metal, mosaic and painting", berichtet die Vita von Zacharias in den Stiftungs- und Schenkungslisten. Mögliche Assoziationen mit dieser Darlegung wären beispielsweise, dass Rom unter einer päpstlichen Verwaltung steht, dass das Papsttum sich als Institution mit dem Auftrag der Wahrung der heiligen Kultstätten versteht oder schlicht der Papst ein Bauherr ist. Solche Einträge, wie hier verwendet, sind nicht einzigartig. Verschiedene Transformationsprozesse erfolgen im Frühmittelalter, diese stehen im besonderen Zusammenhang mit dem Papsttum. Das Stadtbild Roms unterliegt einem stetigen Wandel, sowie die Machtverhältnisse inner- und außerhalb Roms. Diese dynamischen Prozesse finden Erwähnung in der wichtigsten Quelle des
Frühmittelalters, dem Liber Pontificalis.

Der Liber Pontificalis soll hier den Gegenstand der Untersuchung bilden. Die frühmittelalterlichen Viten sind seit dem 6. Jahrhundert zeitgenössisch und fortlaufend erfasst. Bei der Untersuchung anhand des Liber Pontificalis ist zu bemerken, dass der Sammlung kein einheitliches Konzept vorliegt. Die Viten gleichen sich lediglich in ihrem grundlegenden Aufbau. Zur Struktur gehören, wie bereits erwähnt, die Stiftungs- und Schenkungslisten. Die inkorporierten Stiftungseinträge hängen von verschiedenen Komponenten ab, so dem Zugriff auf entsprechende Verzeichnisse des Verfassers. Parameter der Stiftungen sind Gewicht, Verortung und Komposition, die im Vergleich zu politischen Ereignissen meist exakte Angaben beinhalten.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Quelle des Liber Pontificalis

3 Historische Kontextualisierung

4 Aussageabsichten der Stiftungslisten im Liber Pontificalis

4.1 Erste These „Politische Verhältnisse“

4.2 Zweite These „Machtlegitimation“

4.3 Dritte These „Personenbeschreibungen“

4.4 Vierte These „Christliches Zentrum“

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aussageabsichten der Stiftungs- und Schenkungslisten im Liber Pontificalis für das 8. und 9. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, inwiefern diese Listen als Instrumente für politische Selbstdarstellung, Machtlegitimation, individuelle Charakterisierung und die Konstruktion Roms als christliches Zentrum fungieren.

  • Analyse der Stiftungs- und Schenkungslisten als historische Quelle
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Bauaktivitäten und politischer Macht
  • Erforschung der Rolle des Papsttums in der Identitätsbildung Roms
  • Evaluation der Stiftungslisten als Instrument der Machtlegitimation
  • Kontextualisierung päpstlicher Bauvorhaben im Frühmittelalter

Auszug aus dem Buch

4.1 Erste These „Politische Verhältnisse“

Die Stiftungseinträge des Liber Pontificalis im 8. und 9. Jahrhundert werden als Instrument zur Darstellung politischer Verhältnisse genutzt.

Die Behauptung mag im Zusammenhang mit dem Liber Pontificalis ungewöhnlich wirken, da die Darstellung politischer Verhältnisse des Frühmittelalters üblicherweise eher in anderen Quellengattungen wie Urkunden oder Münzen zu suchen sind. Im Liber Pontificalis sind die reinen Informationen zur Darstellung kaum zu erfassen, sodass nach Symbolwerten gesucht wird. Diese Werte folgen keiner rationalen Logik, sondern sind in der komplizierten Lage in der sich das Papsttum im 8. und 9. Jahrhundert befindet, ausfindig zu machen. Die Suche gilt dabei den abstrakten Symbolen in der Schenkungs- und Stiftungspolitik der Päpste, die politische Ereignisse versinnbildlichen können.

In der Zeit des Pontifikats von Gregor III. verschlechtert sich die Beziehung zu Byzanz. Durch die Exkommunikation des Kaisers Leo III. durch den Papst, werden ihm in der Gegenreaktion Einflussbereiche abgesprochen und dem byzantinischen Patriarchat zugesprochen. Wie als eine Art Antwort auf den Bilderstreit errichtet Gregor III. eine Kapelle in St. Peter. Diese Schlussfolgerung ergibt sich aus den Angaben der Widmung zu Ehren des Erlösers und der heiligen Mutter, die dem Wortlaut, wie ihn die byzantinischen Kaiser im Zusammenhang mit dem Bilderstreit nutzen, ähnelt. Der Eintrag hebt sich auch durch die Art der Erwähnung hervor, die unmittelbar den historischen Ereignissen folgt und einer Liste von Stiftungen vorangeht. Die Stiftungsliste beinhaltet zudem die Spende von liturgischen Gegenständen. Gregor III. nutzt seine Bauaktivität als politisches Instrument um den byzantinischen Kaiser auf seine Beschränkungen zu antworten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, definiert den Liber Pontificalis als zentrale Quelle und formuliert die Forschungsfrage nach den Aussageabsichten der enthaltenen Schenkungslisten.

2 Die Quelle des Liber Pontificalis: Dieses Kapitel erörtert den Wert und die Charakteristika des Liber Pontificalis als historisches Dokument und betont die Notwendigkeit, Stiftungslisten nicht als isolierte Daten, sondern als konzeptuelle Aussagen zu lesen.

3 Historische Kontextualisierung: Hier wird der historische Rahmen vom 8. bis zum frühen 9. Jahrhundert skizziert, wobei die Ablösung vom byzantinischen Reich und die Annäherung an die Karolinger zentral sind.

4 Aussageabsichten der Stiftungslisten im Liber Pontificalis: Das Hauptkapitel prüft vier Thesen, die den Stiftungslisten Funktionen wie politische Repräsentation, Legitimation, Charakterdarstellung und die Etablierung Roms als christliches Zentrum zuschreiben.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit führt die Untersuchungsergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Stiftungslisten als tendenziöse, papstzentrierte Instrumente verschiedener Funktionen zu verstehen sind.

Schlüsselwörter

Liber Pontificalis, Frühmittelalter, Papsttum, Stiftungslisten, Schenkungen, Rom, Machtlegitimation, Politische Verhältnisse, Bauaktivitäten, Architektur, Kirchengeschichte, Identitätsbildung, St. Peter, Byzanz, Karolinger

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die in den Viten des Liber Pontificalis enthaltenen Stiftungs- und Schenkungslisten des 8. und 9. Jahrhunderts, um deren spezifische Aussageabsichten und Funktionen zu entschlüsseln.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das politische Handeln des Papsttums, die Legitimation päpstlicher Macht, die bauliche Transformation Roms sowie die Frage, wie der Liber Pontificalis das Selbstbild und die Identität des Papsttums transportiert.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu klären, welche Aussageabsichten hinter den Schenkungslisten des Liber Pontificalis stehen und ob diese als Instrumente für politische und identitätsstiftende Botschaften genutzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin verwendet eine multiperspektivische Analyse, die kunsthistorische, architektonische und geschichtswissenschaftliche Erkenntnisse kombiniert und diese an einzelnen Viten sowie einschlägiger Fachliteratur überprüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Thesen, die den Stiftungslisten Funktionen zuordnen: die Darstellung politischer Verhältnisse, die Legitimation von Macht, individuelle Personenbeschreibungen und die Konstruktion Roms als christliches Zentrum.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Liber Pontificalis“, „Frühmittelalter“, „Päpstliches Machtbewusstsein“ und „Stadtbild Roms“ charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Beziehung zu Byzanz für die Analyse der Stiftungen?

Die Auseinandersetzung mit Byzanz wird als direkter Auslöser für bestimmte Bauvorhaben und Stiftungen interpretiert, etwa als Antwort auf den Bilderstreit, um die päpstliche Unabhängigkeit und Autorität zu betonen.

Warum kommt die Autorin zu dem Ergebnis, dass „Personenbeschreibungen“ keine primäre Absicht sind?

Da keine durchgängigen, individuellen Charakteristika in allen untersuchten Viten zu finden sind, wertet die Autorin diese Beschreibungen eher als zufälligen Nebeneffekt anderer Absichten statt als systematische Absicht der Autoren.

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Details

Title
Die Aussageabsichten der Stiftungseinträge im "Liber Pontificalis". Eine Diskussion verschiedener Thesen
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2018
Pages
19
Catalog Number
V993008
ISBN (eBook)
9783346366337
ISBN (Book)
9783346366344
Language
German
Tags
aussageabsichten stiftungseinträge liber pontificalis eine diskussion thesen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2018, Die Aussageabsichten der Stiftungseinträge im "Liber Pontificalis". Eine Diskussion verschiedener Thesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993008
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