Im Fokus dieses Unterrichtentwurfes steht die analytische und handlungsorientierte Erarbeitung, Reflexion und Bewertung gegenwärtiger durch neue Kommunikationstechnologien angetriebener sprachlicher Entwicklungstrends der deutschen Sprache.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema: "Twitter, WhatsApp und Co.: Droht der Verfall unserer Sprache durch soziale Medien?" sollen die SuS in verschiedenen Rollen die öffentliche Debatte exemplarisch widerspiegeln, indem sie ihre zugeordneten Positionen argumentativ nachvollziehbar darlegen und eigenes und fremdes Gesprächsverhalten kriteriengeleitet beobachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema des Lehr- und Lernprozesses
2. Reihenplanung
3. Fachlich-inhaltlicher Schwerpunkt
4. Standard und Kompetenzförderung
5. Individuelle Kompetenzentwicklung der Lernenden
6. Didaktisch-methodische Begründung
7. Tabellarische Auflistung der Lehr- und Lernprozesse
Zielsetzung & Themen
Die Unterrichtsstunde verfolgt das Ziel, die Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler durch die Vorbereitung und Durchführung einer Podiumsdiskussion zu stärken, wobei die kontroverse Debatte über den Einfluss sozialer Medien auf die deutsche Sprache im Mittelpunkt steht.
- Analyse und Bewertung gegenwärtiger sprachlicher Entwicklungstrends durch neue Medien.
- Schulung des Repertoires an Sprecherhandlungen sowie des aktiven Zuhörens.
- Kriteriengeleitete Beobachtung und Reflexion von eigenem und fremdem Gesprächsverhalten.
- Argumentative Auseinandersetzung mit sprachkritischen Positionen in der Rolle als Diskussionsgast.
- Förderung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit in einem realitätsnahen, schülerzentrierten Szenario.
Auszug aus dem Buch
3. Fachlich-inhaltlicher Schwerpunkt
Es ist unbestritten, dass sich die neuen Medien auf den Sprachwandel, der vonseiten der Sprachpuristen, die sich um das Wohl unserer Sprache sorgen, als Sprachverfall bezeichnet wird, auswirken. Die Befürchtungen, welche diesem Begriff zugrunde liegen, beziehen sich vor allem auf die sprachliche Verknappung, dem „lexikalischen Wandel durch Internationalismen, Anglizismen, einer Reduktion des Wortschatzes, dem rapiden Abbau des Flexionssystems sowie Differenzierungs- und Ausgleichserscheinungen in Phonetik, Rechtschreibung und Morphologie.“
Die neuen digitalen Medien beschleunigen die gegenwärtigen Tendenzen des Schriftsprachgebrauchs rasant, denn mit dem Ziel grafisch realisierte Spontanität und Unmittelbarkeit in der dialogischen Kommunikation herzustellen, wird auch die Sprache zunehmend ökonomisch gehandhabt. Dabei erfreuen sich besonders soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, WhatsApp oder Twitter speziell bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer größerer Beliebtheit und prägen die Kommunikationsstrukturen, das kommunikative Verhalten und die Sprachgestaltung dieser Generation. Einzelnen Formulierungen, dem Satzbau und der sprachlichen Richtigkeit werde dadurch laut Sprachkritikern, wie Hans Zehetmair, dem ehemaligen Vorsitzenden des Rates für deutsche Rechtschreibung, nicht mehr die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet.
So zeige sich mit Blick auf die Sprachverwendung nach Ansicht der „Sprachpfleger“ ein Rückschritt der Sprachentwicklung, dem zum Zweck des Erhalts der deutschen Kultursprache entgegenzuwirken sei. Während Zehetmair in der „Fetzenliteratur“ ein Vorzeichen des allgemeinen Sprachverlusts sieht, vertreten andere Stimmen in dieser Diskussion, darunter vor allem Linguist*innen, die Ansicht, dass in der gegenwärtigen Sprachentwicklung vielmehr ein Ausdruck der Kreativität und Innovation des menschlichen Umgangs mit der Sprache deutlich werde. So werde die Sprache durch den Einfluss sozialer Medien reichhaltiger und das Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten und kommunikativen sowie kognitiven Praktiken erweitert. Sprachwandel gehöre zum Weltwandel und der damit verbundenen Anpassung des Menschen an die mediale Umgebung seit jeher dazu. Die sich dadurch kontinuierlich verändernden kommunikativen Bedürfnisse seien demzufolge nicht als Sprachverfall zu diagnostizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema des Lehr- und Lernprozesses: Das Kapitel erläutert den Fokus auf die analytische und handlungsorientierte Auseinandersetzung mit sprachlichen Entwicklungstrends durch soziale Medien im Rahmen einer Podiumsdiskussion.
2. Reihenplanung: Hier wird der zeitliche und thematische Rahmen der Unterrichtsreihe dargestellt, inklusive der spezifischen Kompetenzbezüge für jede Unterrichtseinheit.
3. Fachlich-inhaltlicher Schwerpunkt: Dieser Abschnitt beleuchtet die fachliche Debatte um den Sprachwandel versus Sprachverfall durch neue Medien und führt die zentralen Argumente verschiedener Positionen ein.
4. Standard und Kompetenzförderung: Hier werden die angestrebten Kompetenzen im Bereich Sprechen und Zuhören konkretisiert und mit den Anforderungen des Rahmenlehrplans verknüpft.
5. Individuelle Kompetenzentwicklung der Lernenden: Das Kapitel definiert verschiedene Anforderungsniveaus (Minimal-, Regel- und Maximalstandard) für die Schülerinnen und Schüler.
6. Didaktisch-methodische Begründung: Diese Passage rechtfertigt die methodische Vorgehensweise und die Wahl des Themas vor dem Hintergrund der Lebenswelt der Lernenden und der Anforderungen des Lehrplans.
7. Tabellarische Auflistung der Lehr- und Lernprozesse: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte, zeitliche Planung der Unterrichtsstunde in tabellarischer Form.
Schlüsselwörter
Sprachwandel, Sprachverfall, soziale Medien, Podiumsdiskussion, Sprachkompetenz, Kommunikation, Sprachpuristen, digitale Kommunikation, Fachdidaktik, Unterrichtsentwurf, Mediennutzung, Argumentation, Sprachkritik, Kompetenzförderung, Deutschunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Die Arbeit entwirft eine Unterrichtsstunde im Fach Deutsch, die sich mit dem Einfluss sozialer Medien wie Twitter und WhatsApp auf die deutsche Sprache befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtsreihe?
Die Reihe behandelt die Entwicklung der deutschen Sprache, den Kontrast zwischen alten und neuen Medien, sowie die kritische Reflexion des eigenen Medienverhaltens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Stunde?
Das Ziel ist die kriteriengeleitete Durchführung einer Podiumsdiskussion, um die Frage zu klären, ob durch soziale Medien ein Sprachverfall droht oder ob diese Entwicklungen kreativ zu bewerten sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Stunde verwendet?
Es wird eine schülerorientierte, methodisch geleitete Podiumsdiskussion eingesetzt, die durch eine vorbereitende Expertenberatung und anschließende kriteriengeleitete Reflexion ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil des Unterrichtsentwurfs behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler durch fachliche Impulse, die Durchführung der Diskussionsrunde sowie die methodische Auswertung des Sprachverhaltens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sprachwandel, Sprachverfall, soziale Medien, Argumentation und Diskussionskultur charakterisieren.
Warum wurde das Format der Podiumsdiskussion gewählt?
Die Methode wurde gewählt, damit die Lernenden durch die „Schutzrolle“ Selbstsicherheit gewinnen und gleichzeitig eine tiefergehende Distanz zur Argumentation einnehmen können.
Welchen Zweck hat das „Color-Coding“ im Unterricht?
Das Color-Coding dient der besseren Orientierung und Übersichtlichkeit des bereitgestellten Differenzierungsmaterials für die verschiedenen Rollen in der Diskussion.
- Arbeit zitieren
- Lilli Lamcken (Autor:in), 2020, Der Einfluss von Social Media auf die deutsche Sprache. Unterrichtsentwurf zur Vorbereitung, Durchführung und Reflexion einer Podiumsdiskussion (Oberstufe, Gymnasium), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993322