Covernants in Kreditverträgen


Essay, 2020

10 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung
1.2 Arten
1.2.1 Information Covenants
1.2.2 General Covenants
1.2.3 Financial Covenants

2 Covenants in Kreditverträgen
2.1 Funktionen
2.2 Grenzen
2.3 Konsequenzen eines Covenant-Bruchs

3 Fazit

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der klassische Bankkredit ist eine der am häufig genutzten Finanzierungsformen für den deutschen mittelständischen Unternehmer. Eine Studie „Finanzmonitor“ aus dem Jahr 2018 zeigt jedoch eine Entwicklung, in der die Banken "zur Hauptbremse des technologischen Fortschritts werden könnten". Unternehmer klagen über den erschwerten Zugang zum Fremdkapitalmarkt und die damit einhergehende Beeinträchtigung des Technologiefortschritts von Betrieben. Der Grund für die Zurückhaltung bei der Kreditvergabe ist die 2007 eingetretene Wirtschafts- und Finanzkrise. Infolge der Krise mussten die Banken Milliarden Euro an Abschreibungen auf Forderungen hinnehmen und verzeichneten damit hohe Verluste. Seither gelten für die Kreditvergabe strengere Vorgaben, da die Finanzinstitute risikobewusster geworden sind.

Der Zugriff auf den Fremdkapitalmarkt ist daher für klein- und mittelständische Unternehmen mit geringerer Kreditwürdigkeit begrenzt. KMU sind jedoch auf die finanzielle Unterstützung durch Bankkredite angewiesen, um in neue Technologien und Entwicklungen investieren zu können. Als Lösung zur Minimierung des Kreditausfallrisikos werden häufig vertragliche Schutzmaßnahmen und Nebenabreden, so genannte Covenants, mit den Kreditnehmern vereinbart. Diese sind ein Instrument des Gläubigerschutzes für die Banken und sorgen für eine größere Bereitschaft zur Kreditvergabe. Auf dieser Grundlage werden die verschiedenen Typen erläutert. Anschließend geht die Arbeit auf die Funktionen und Grenzen von Covenants in Kreditverträgen, sowie Konsequenzen bei Verstoß dieser Zusatzvereinbarungen, ein. Abschließend werden Daten und Fakten kurz zusammengefasst, welche zu einer bestimmten Schlussfolgerung führen.

1.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung

Der Begriff Covenants ist vom lateinischen Wort conventio abgeleitet und bedeutet Vereinbarung, Abkommen oder Vertrag. Covenants stammen aus dem anglo-amerikanischen Rechtssystem und werden vor allem in der Finanzierungspraxis verwendet. Im anglo- amerikanischen Sprachraum wird der Begriff mit Zusicherung, Vereinbarung oder Nebenabrede übersetzt. In der Praxis werden Covenants als Sicherheitsklauseln in Darlehensverträgen definiert, die dem Darlehensnehmer bestimmte Verhaltens- und Informa- tionspflichten auferlegen. Dem Kreditgeber werden durch die Klauseln des Kreditvertrages Kontroll-, Mitwirkungs- und Informationsrechte während der Kreditlaufzeit zugesichert, wodurch das Kreditausfallrisiko möglichst geringgehalten werden soll. Im Prinzip sind Covenants von üblichen Kreditsicherheiten zu differenzieren. Sie dienen der Erfüllung von Gläubigeransprüchen aus bestehenden Kreditverträgen, zum Beispiel durch die Verwertbarkeit von Vermögensgegenständen. Sie werden nur verwendet, wenn die Rückzahlung des Darlehens nicht mehr möglich ist. Auf der anderen Seite sollen Covenants Unternehmenskrisen im Vorfeld verhindern, die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sichern und die Rückzahlung des Kredits garantieren. Sie bilden eine Ergänzung zu den klassischen Kreditabsicherungen als Instrument des vorsorgenden Risikomanagements.

1.2 Arten

1.2.1 Information Covenants

Die Informationspflicht schreibt vor, dass der Schuldner die aktuelle wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens in bestimmten Zeitabständen offenlegen muss. Im Zuge dieser Informationspflichten muss der Kreditnehmer dem Kreditgeber betriebswirtschaftliche Analysen wie Quartals- und Liquiditätsberichte, Mehrjahres-, Investitionsund Cashflow-Planung sowie die geprüften Jahresabschlüsse vorlegen. Ein ebenfalls wichtiger Bestandteil der Informationsvereinbarungen können Informationen von externen Rating-Agenturen über die aktuellen Ratingeinstufungen des Kreditnehmers sein. Diese Einstufungen wirken sich häufig auf die Darlehensbedingungen aus.

1.2.2 General Covenants

General Covenants sind vertragliche Anforderungen an das Verhalten und die Verpflichtungen des Kreditnehmers während der Laufzeit des Kredits. Sie lassen sich im Allgemeinen in positive und negative Covenants unterteilen. Die positiven Covenants, auch bekannt als affirmative covenants, stellen bestimmte Handlungspflichten dar, die der Darlehensnehmer eingehen muss. Dazu gehört u.a. die Einhaltung branchenüblicher Versicherungspflichten, wie z.B. das Abschließen einer betrieblichen Haftpflichtversicherung.

Die Negativklausel verpflichtet den Kreditnehmer, bestimmte Handlungen prinzipiell oder ohne Einwilligung des Gläubigers zu unterlassen. Die Negativklausel ist eine der wichtigsten negative Covenants und untersagt es dem Schuldner, anderen Gläubigern bestimmte Vermögenswerte zu Sicherungszwecken anzulasten.

1.2.3 Financial Covenants

In der Finanzierungspraxis gelten die Financial Covenants als die wichtigste Art der Covenants. Sie verpflichten den Kreditnehmer, sich während der Laufzeit des Kredits an definierte betriebswirtschaftliche Kennzahlen zu halten, die sich auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage beziehen. Die Einhaltung der Finanzierungsvereinbarungen kann ohne großen Aufwand anhand der Finanzkennzahlen überprüft werden. In den Kreditverträgen werden genaue Unter- und Obergrenzen für diese Kennzahlen festgelegt und definiert. Die Erfüllung wird zu den vorgegebenen Stichtagen durch einen Vergleich der tatsächlichen Werte mit den vertraglich vereinbarten Werten überprüft. Mit Hilfe der Financial Covenants kann die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Unternehmens abgeleitet und kontrolliert werden. Sie dienen als Frühwarnindikatoren für drohende Krisen und können durch ihre individuelle Ausrichtung Unternehmensentscheidungen beeinflussen. Sie dienen somit dazu, das Ausfallrisiko der Kreditrückzahlung zu verringern. Zu den maßgeblichen Finanzkennzahlen gehören die Schuldendienstdeckungsquote, die Eigenkapitalquote, die Zinsdeckungsquote und die Nettoverschuldungsquote. Die Eigenkapitalquote stellt das Verhältnis des Eigen- zum Gesamtkapital dar und gibt somit eine Auskunft über die Kapitalstruktur des Unternehmens. Eine höhere Eigenkapitalquote reduziert das Risiko, weil das Eigenkapital im Insolvenzfall als Haftungsmasse zur Verfügung steht. Je besser die Eigenkapitalrate, desto größer ist die Bereitschaft der Kreditgeber, Kredite zu gewähren. Die Nettoverschuldungsrate misst die Schuldentilgungsdauer des Unternehmens und sagt aus, wie lange das Unternehmen zur Rückzahlung der Nettoverschuldung benötigt. Sie setzt einen Bilanzwert und einen Wert aus der Gewinn- und Verlustrechnung in Beziehung zueinander und stellt so einen Zusammenhang zwischen der Verschuldung bzw. Finanzierung und der Rentabilität eines Unternehmens her. Der Zinsdeckungsgrad vergleicht das Betriebsergebnis, auch als EBITDA bekannt, mit dem Zinsaufwand und misst die Fähigkeit des Unternehmens, die Schuldzinsen zu bedienen.

Der Schuldendienstdeckungsgrad drückt aus, ob der Schuldner in der Lage ist, seine Zins- und Tilgungszahlungen bzw. seinen Kapitaldienst für das aufgenommene Darlehen zu leisten. Zu diesem Zweck wird der Cashflow mit den Zahlungen für Zinsen und Tilgungen verglichen. Je höher der Cashflow ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Schuldendienst geleistet wird.

2 Covenants in Kreditverträgen

2.1 Funktionen

Covenants bilden die "Schutzmauern" einer Kreditbeziehung und erfüllen die Aufgabe eines Regelwerks, innerhalb dessen sich der Entleiher während der Kreditlaufzeit bewegt. Die definierten Verhaltensregeln und Verpflichtungen dienen der Risikominderung von opportunistischem Verhalten, wie z.B. dem Eingehen risikoreicher Geschäfte oder Strategien durch den Kreditnehmer. Sie sollten zu einer gewissenhaften Verwaltung führen und für den Kreditnehmer eine disziplinierende und motivierende Funktion haben. Covenants helfen, die Principal-Agent-Theorie und die damit verbundene Informationsasymmetrie zu lösen, da der Kreditnehmer verpflichtet ist, kontinuierlich Informationen bereitzustellen und Betriebsdaten offenzulegen. Durch gezielte Anwendung von Covenants kann ein potentielles Ausfallrisiko eingedämmt werden, wodurch ein bestimmtes Maximalrisiko für den Gläubiger festgehalten werden kann. Im Risikomanagement von Kreditinstituten dienen solche Kreditvereinbarungen als eine Art Frühwarnsystem, das auf eine wirtschaftliche und finanzielle Verschlechterung hindeuten soll. Sie schaffen damit die Möglichkeit, bei Fehlentwicklungen im Betrieb schon frühzeitig eingreifen und geeignete Vorkehrungen treffen zu können. Diese Einwirkungsmöglichkeiten der Kreditgeber auf die Unternehmenspolitik dienen der Solvenzsicherung und werden bei einer drohenden Verletzung von Covenants zunehmend genutzt. Im Falle eines Regelverstoßes des Kreditnehmers berechtigen die im Vertrag gewährten Rechte den Gläubiger zur Ausübung möglicher Sanktionen, wie z.B. die Erhähung der Kreditkonditionen oder die Kündigung des Kredits.

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Details

Titel
Covernants in Kreditverträgen
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Veranstaltung
Finanzmanagement
Note
2,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
10
Katalognummer
V993446
ISBN (eBook)
9783346363107
Sprache
Deutsch
Schlagworte
covernants, kreditverträgen
Arbeit zitieren
Blerta Laiq (Autor), 2020, Covernants in Kreditverträgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993446

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