Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS) und Business Process Modelling and Notation (BPMN) als Verfahren zur Modellierung von Geschäftsprozessen


Essay, 2020

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen und Begrifflichkeiten zur Prozessmodellierung
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Geschäftsprozess
2.1.2 Modell, Modellierung, Modellierungssprache
2.2 Gründe für die Prozessmodellierung

3 ARIS und BPMN als Verfahren
3.1 ARIS
3.2 BPMN

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

BPMN Business Process Modelling and Notation

ARIS Architektur integrierter Informationssysteme

OMG Object Management Group

BPMI Business Process Management Initiative

bzw. beziehungsweise

z.B. zum Beispiel

d.h. das heißt

1 Einleitung

Die technologische Entwicklung und die zunehmende Globalisierung stellen immer mehr Anforderungen an viele Unternehmen. Entwicklungspfade hin zu einer internationalen Unternehmenskultur und ständige Kostenoptimierung zwingen Unternehmen immer mehr zur Verbesserung ihrer Prozesse. Die Geschäftsprozessmodellierung stellt in Bezug auf die Entwicklung betrieblicher Anwendungssysteme sowie als Teil der Prozessorientierung im Rahmen eines allgemeinen Managementansatzes ein wichtiges Thema dar. Dementsprechend sollte Geschäftsprozessmodellierung auch Bestandteil der beruflichen Erstausbildung sein. Um adaptiv mit den Veränderungen im Marktumfeld umgehen zu können, wird eine agile Arbeitsweise in Unternehmen verlangt. Für die Gewährleistung dieser, ist es notwendig die Prozesse zu kennen, aber auch unnötige Schritte in Prozessen auszusortieren um nicht notwendige Ressourcen zu sparen. Auch infolge der ständigen Fluktuation im Unternehmen ist es wichtig, die Prozesse digital zu erfassen, damit neue Mitarbeiter ohne großen Aufwand eingearbeitet werden können. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszufinden, weshalb es Sinn macht, Prozessmodellierung mit Hilfe des Anwendungstools ARIS in Kombination mit der Notation BPMN durchzuführen. Dies soll im Zuge dieses Essays thematisiert werden. Für ein besseres Verständnis müssen dabei einige Fragen geklärt werden: „ Was wird unter Geschäftsprozess und Modellierung verstanden und warum sollten Prozesse modelliert werden?“, „Wie lassen sich diese beschreiben und dokumentieren?“ sowie „Welche Notationen zur Modellierung von Geschäftsprozessen stehen zur Verfügung und über welche Modellierungselemente (Objekte) verfügen diese?“. Um diese Fragen zu beantworten, definiert Kapitel 2 zunächst den Begriff Prozessmodellierung. Anschließend wird eine Methode, die für die Modellierung von Geschäftsprozessen zur Verfügung steht, und ausgewählte Notationen, in diesem Fall BPMN, vorgestellt.

2 Grundlagen und Begrifflichkeiten zur Prozessmodellierung

Für ein besseres Verständnis der Thematik, sollten zunächst theoretische Grundlagen geklärt werden, wie beispielsweise was ein Geschäftsprozess ist und was es mit der Prozessmodellierung auf sich hat. Dafür müssen zunächst entsprechende Begriffe definiert und erläutert werden, was im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit geschieht. Im weiteren Schritt wird dann begründet, welchen Nutzen die Prozessmodellierung im Unternehmen hat.

2.1 Begriffsdefinitionen

2.1.1 Geschäftsprozess

Ein Prozess ist eine Abfolge von Handlungen, um ein angestrebtes Ziel zu erreichen. Das Ziel eines Prozesses ist das Ergebnis oder der Output. In der Regel ist ein Prozess durch einen schlüssigen Ablauf gekennzeichnet und besteht aus verschiedenen Aktivitäten. Diese Handlungen werden durch verschiedene Inputs gesteuert. Aus dem gegebenen Input entsteht dann über verschiedene Stufen und Ebenen ein Output. Auf der einen Seite gibt es Primäraktivitäten, die in direktem Zusammenhang mit dem Produkt stehen. Zum anderen gibt es unterstützende Aktivitäten, die zur Durchführung der primären Aktivitäten notwendig sind.1 Das Ergebnis eines Prozesses kann sowohl ein Produkt, ein Werkstoff oder ein Dokument, als auch eine Information, Dienstleistung oder Ähnliches sein2. Ein Geschäftsprozess besteht aus einer zusammenhängenden, abgeschlossenen Folge von Tätigkeiten, die zur Erfüllung eines Organisationsziels notwendig sind. Er besteht immer aus einem zeitlichen Start- und Endeereignis. Die Tätigkeiten werden von Aufgabenträgern in organisatorischen Programmen oder Einheiten unter Nutzung der benötigten Produktionsfaktoren geleistet. Unterstützt wird die Abwicklung durch die IT der Organisation.3

2.1.2 Modell, Modellierung, Modellierungssprache

„Ein Modell ist ein System, das als Repräsentant eines komplizierten Originals aufgrund mit diesem gemeinsamer, für eine bestimmte Aufgabe wesentlicher Eigenschaften von einem dritten System benutzt, ausgewählt oder geschaffen wird, um letzterem die Erfassung oder Beherrschung des Originals zu ermöglichen oder zu erleichtern, beziehungsweise um es zu ersetzen“4. Die Definition nach Wüsteneck macht deutlich, dass ein Modell versucht, die komplexe Realität abzubilden. Die Realität wird vereinfacht und verallgemeinert dargestellt, um sie leichter verständlich zu machen. Der Ausdruck Modellierung basiert auf der Grundlage des Begriffs Modell. Um zwischen diesen beiden Begriffen zu unterscheiden, wird im Folgenden der Begriff Modellierung definiert. Die Modellierung bildet Ausschnitte der Realität in einem Ergebnismodell ab. Bei der Modellierung von Geschäftsprozessen werden Auszüge der Realität aus einem Geschäftsbereich in einem Prozess abgebildet.5 Zu diesem Zweck werden verschiedene Modellierungssprachen eingesetzt. Die Definition dieses Begriffs erfolgt im Folgenden. Unter einer Modellierungssprache versteht man eine einheitliche Sprache zur Beschreibung von Modellen und Anforderungen, aber auch von Objekten der realen Welt.6 Um die allgemeine Verständlichkeit und Einheitlichkeit der Prozessmodelle zu gewährleisten, ist zur Modellierung eine standardisierte Beschreibungssprache in Form von Symbolen (Notation) einzusetzen.

2.2 Gründe für die Prozessmodellierung

Mit Hilfe von Prozessmodellen können vorhandene Abläufe anschaulich und eindeutig dokumentiert werden. Sie können während eines Organisationsprojektes, aber auch während der alltäglichen Arbeit in einer Organisation für verschiedene Zwecke genutzt werden. Weswegen der Aufwand der Prozessmodellierung überhaupt betrieben wird und welcher Nutzen sich daraus ziehen lässt, wird im Folgenden erläutert. Abhängig vom Anwendungsbereich gibt es viele verschiedene Zielsetzungen, die mit Hilfe der Prozessmodellierung erreicht werden können. Zu den grundlegenden und sicherlich am häufigsten verfolgten Zielen zählt die Erfassung und Dokumentation von bestehenden Geschäftsprozessen. Dies erfolgt durch eine systematische Überwachung, wie bestimmte Aktivitäten ausgeführt werden.7 Was mit den bereits vorhandenen Prozessmodellen umgesetzt werden kann, lässt sich dann mit Hilfe dieser Vorlage noch weiter überdenken. Insbesondere in Bereichen, in denen Aktivitäten erstmalig strukturiert protokolliert werden, ist diese Dokumentation oft ein Beleg dafür, was tatsächlich getan wird. Auf diese Weise wird automatisch eine höhere Transparenz erreicht. Durch Bewegung im Unternehmensumfeld wird zum einen die interne Transparenz erhöht, d.h. es wird eindeutig gezeigt, an welchen Tätigkeiten gearbeitet wird. Andererseits steigert dies auch die Transparenz nach außen, da externe Parteien wie beispielsweise Kunden sehen können, welche Aktivitäten im Inneren von ihren Anforderungen abhängen. Auf diese Weise wird die Verfahrenssicherheit erhöht, was wiederum zur Korruptionsprävention und Risikominimierung beiträgt.8 Nach wie vor ist es wichtig, neben der grundlegenden Erfassung von Prozessen auch Prozesswissen zu speichern und in diesem Zuge zu stabilisieren. Dies ist gerade bei Aktionen, die einem gesetzlichen Rahmen unterliegen, wie z.B. die Meldung bestimmter Events an die GEMA, von besonderer Bedeutung.9 Bei bereits existierenden Prozessmodellen ist es möglich, nachzuvollziehen, wie bestimmte Abläufe in der Vergangenheit ausgeführt wurden. Hierdurch wird oftmals viel Zeit gespart, zumal sich nicht jede Mitarbeitergeneration neu in die Materie einarbeiten muss. Bei den drei bisher vorgestellten Anwendungsbereichen geht es lediglich darum, wie in der Vergangenheit gehandelt wurde. Unter dem Gesichtspunkt der Prozessmodellierung ist es jedoch auch interessant zu sehen, welche Verbesserungen im bestehenden Verfahren möglich sind. Zu diesen gehören z.B. Aktivitäten, die unnötigerweise von mehreren Beteiligten doppelt ausgeführt werden oder die Verschwendung von Ressourcen. Ein Teil dieser zu optimierenden Potentiale lässt sich bereits mit ein wenig Erfahrung durch einen genauen Blick auf Prozessmodelle identifizieren. Ferner gibt es auch Verfahren der Betriebswirtschaft und der Mathematik, mit denen die Suche nach Optimierungen automatisiert werden kann.10 Den letzten Einsatzbereich der Prozessmodellierung, der an dieser Stelle angesprochen werden soll, stellt die Zertifizierung dar. Dies erfordert mitunter die Aufzeichnung und Dokumentation von Prozessen. Prozessmodelle als standardisierte Dokumentationsform für Abläufe sind im Qualitätsmanagement Voraussetzung für eine Zertifizierung nach DIN ENISO 9001:2008.11 Besonders relevant ist sie vor allem dann, wenn Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen wollen.

3 ARIS und BPMN als Verfahren

Für die Anwendung der Modellierung von Geschäftsprozessen werden verschiedene Tools benötigt. In der vorliegenden Arbeit wird insbesondere auf das Anwendungstool ARIS und der zugehörigen Spezifikationssprache BPMN eingegangen und näher dargestellt.

3.1 ARIS

Das ARIS (Architektur integrierter Informationssysteme) Toolset oder die die heute genannte ARIS Platform ist ein Software-Werkzeug der Darmstädter Software AG zum Entwerfen, Pflegen und Optimieren von Geschäftsprozessen, das auf dem ARIS-Konzept basiert.12 Die Entwicklung des ARIS-Konzepts wurde in den 90er Jahren von AugustWilhelm Scheer an der Universität Saarbrücken in der Theorie vorangetrieben. Im Jahr 1993 wurde dieses Konzept dann als Softwareprodukt „ARIS Toolset Version 1.0“ des von ihm gegründeten Unternehmen IDS Scheer GmbH vermarktet.13 Die später gegründete IDS Scheer AG wurde 2010 von der Software AG übernommen und bietet heute die aktuellste Version von ARIS an. ARIS ist zum einen ein Konzept und zum anderen ein Software-Werkzeug. Diese Unterscheidung ist grundlegend für das Verständnis. Die Software und das Konzept können unabhängig voneinander betrachtet werden. Das bedeutet z. B., dass eine konzeptionelle Ausbildung in ARIS im Allgemeinen das Prozessdenken schult. Dieses Wissen ist dann in jedem Fall im konkreten Problemfällen hilfreich, unabhängig davon, ob ARIS, ein anderes Modellierungswerkzeug oder gar kein Werkzeug zur Lösung des Problems eingesetzt wird. Um eine Architektur im Sinne von ARIS abzuleiten, wird ein Modell für Geschäftsprozesse entwickelt, dass alle wesentlichen Merkmale zur Beschreibung von Kern-, Geschäfts-, Support- und Managementprozessen enthält. Die hohe Komplexität des resultierenden Modells (als Abbild der Geschäftsrealität) mit den Objekttypen: Funktion, Ereignis, Daten, Organisationselement und Leistung wird auf einzelne, zu handhabende Beschreibungsebenen und Beschreibungssichten reduziert.14

[...]


1 Vgl. Gadatsch A., (2015), Geschäftsprozesse analysieren und optimieren, Springer Vieweg Wiesbaden, S. 3ff

2 https://iaw-aachen.de/files/iaw/handreichungen/handreichung_2014-5_prozessmodellierung.pdf, (Stand: 09.08.2020)

3 Vgl. Dr. Staud J. L. (2017), Tredition Verlag, Geschäftsprozesse und ihre Modellierung., S. 24

4 Wüsteneck K. D. (1963): Zur philosophischen Verallgemeinerung und Bestimmung des Modellbegriffs, Deutsche Zeitschrift für Philosophie

5 Vgl. Gadatsch A. (2010): Grundkurs Geschäftsprozess-Management, S. 34

6 Vgl. Booch et al. (2006)

7 Vgl. http://www.caterdev.de/wp-content/uploads/2013/04/kreativseminar-1.pdf, (Stand: 06.08.2020)

8 Vgl. https://www.orghandbuch.de/OHB/DE/Organisationshandbuch/6_MethodenTechniken/62 _Dokumentationstechniken/624_Prozessmodelle/prozessmodelle-node.html, (Stand: 07.08.2020)

9 Vgl. http://www.caterdev.de/wp-content/uploads/2013/04/kreativseminar-1.pdf, (Stand: 08.08.2020)

10 Vgl. Koch S. (2015), Einführung in das Management von Geschäftsprozessen, Springer Verlag Wiesbaden, S. 119 f

11 Vgl. https://www.orghandbuch.de/OHB/DE/Organisationshandbuch/6_MethodenTechniken/62 _Dokumentationstechniken/624_Prozessmodelle/prozessmodelle-node.html, (Stand: 08.08.2020)

12 Vgl. Davis R. (2001): Business Process Modelling With ARIS: a practicual Guide, Springer Wiesbaden, S.16

13 Vgl. Seidlmeier H. (2019), Prozessmodellierung mit ARIS, 4. Aufl., Springer Vieweg Wiesbaden, S. 18f

14 Vgl. Seidlmeier H. (2019), Prozessmodellierung mit ARIS, 4. Aufl., Springer Vieweg Wiesbaden, S. 18f

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS) und Business Process Modelling and Notation (BPMN) als Verfahren zur Modellierung von Geschäftsprozessen
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Veranstaltung
Projektmanagement & IT-Grundlagen
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
11
Katalognummer
V993450
ISBN (eBook)
9783346363046
Sprache
Deutsch
Schlagworte
architektur, informationssysteme, aris, business, process, modelling, notation, bpmn, verfahren, modellierung, geschäftsprozessen
Arbeit zitieren
Blerta Laiq (Autor), 2020, Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS) und Business Process Modelling and Notation (BPMN) als Verfahren zur Modellierung von Geschäftsprozessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993450

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