Diese Arbeit beschäftigt sich mit den politischen Systemen Deutschlands und der USA. Sie vergleicht hierbei insbesondere den Wahlkampf in den sozialen Medien anhand konkreter PolitikerInnen. Zudem geht sie auf das Thema ein, ob und wenn ja, wie der Online-Wahlkampf im Politikunterricht thematisiert werden sollte.
Warum konnten deutsche Parteien und Politiker bislang noch nicht in dem Umfang von den Chancen des Wahlkampfs in sozialen Netz-werken profitieren?
Sind Deutschland und die USA vergleichbar, was soziale Medien angeht?
Wie groß ist momentan der Unterschied zwischen den Online-Wahlkämpfen der USA und denen in Deutschland?
Werden sich die politischen Wahlkämpfe in Deutschland in der kommenden Zeit in Bezug auf die Nutzung sozialer Netzwerke verändern?
Diese Arbeit soll hierauf Antworten geben. Dazu werden in den folgenden beiden Kapiteln zunächst die politischen Systeme der USA und von Deutschland im Hinblick auf die Geschichte, den Aufbau der politischen Organe anhand der Gewaltenteilung und das jeweilige Wahlsystem kurz erläutert. In Kapitel vier werden dann die sozialen Medien und der Online-Wahlkampf genauer analysiert, auch im Hinblick auf Vergleiche und Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik.
Kapitel fünf betrachtet dann spezifischer die sozialen Netzwerke und untersucht anhand konkreter Beispiele Profile von aktiven Politikern. Diese werden dann miteinander verglichen. Eine Analyse dieser Vergleiche schließt dieses Kapitel ab.
Da diese Arbeit im Rahmen eines Lehramtsstudiums geschrieben wird, lohnt es sich zu überprüfen ob der Wahlkampf in den USA und in Deutschland am Beispiel sozialer Netzwerke auch ein Thema für den Politikunterricht der Sekundarstufe I ist. Dazu werden die Erkenntnisse dieser Arbeit und der aktuelle Bildungsplan in Baden-Württemberg betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das politische System der Vereinigten Staaten von Amerika
2.1 Historie
2.2 Gewaltenteilung in den USA
2.2.1 Legislative
2.2.2 Exekutive
2.2.3 Judikative
2.3 Kongresswahlen
2.4 Präsidentschaftswahlen
2.4.1 Das Nominierungsverfahren der Präsidentschaftskandidatenbewerber
2.4.2 National conventions
2.4.3 Bundesweite Wahl des US-Präsidenten
3. Das politische System der Bundesrepublik Deutschland
3.1 Historie
3.2 Gewaltenteilung in Deutschland
3.2.1 Übersicht über die Gewaltenteilung
3.2.2 Exekutive
3.2.3 Judikative
3.3 Die Bundestagswahl
3.3.1 Wahlvoraussetzungen
4. Der politische Online-Wahlkampf
4.1 Social Media – Nutzen, Bedeutung und Risiken für die Politik
4.1.1 Neue Optionen für Politiker
4.1.2 Veränderungen für den Bürger in der politischen Meinungsbildung
4.2 Geschichte des Online-Wahlkampfs
4.3 Die Veränderungen des Online-Wahlkampfes seit 2008
4.4 Voraussetzungen des Online-Wahlkampfs im Vergleich
4.4.1 Internetnutzung
4.4.2 Wahlsystem
4.4.3 Rolle der Medien
4.4.4 Finanzierung von politischem Wahlkampf
4.4.5 Zusammenfassung
4.5 Einflüsse amerikanischer Wahlkämpfe in Deutschland
5. Politischer Wahlkampf in sozialen Netzwerken an Beispielen
5.1 Definition von Social Media und sozialen Netzwerken
5.2 Nutzung sozialer Netzwerke durch Parteien und Politiker
5.3 Vergleich von aktiven Social-Media-Auftritten
5.3.1 Grundgedanken zum Vergleich
5.3.2 Auswahl der Politiker
5.3.3 Vergleichskriterien
5.3.4 Ergebnisse
5.3.5 Analyse der Ergebnisse
6. Online-Wahlkämpfe – Thema für den Politikunterricht?
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die unterschiedliche Nutzung sozialer Netzwerke in den Wahlkämpfen der USA und Deutschlands und evaluiert, inwiefern dieses Thema im Politikunterricht der Sekundarstufe I behandelt werden sollte.
- Vergleich der politischen Systeme und Wahlsysteme der USA und Deutschland.
- Analyse des Online-Wahlkampfs, seiner Geschichte und Finanzierung.
- Untersuchung der Social-Media-Präsenz ausgewählter Spitzenpolitiker aus beiden Ländern.
- Bewertung der didaktischen Relevanz für den Politikunterricht anhand des Bildungsplans Baden-Württemberg.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Es ist Dezember 2007 in den USA. Im November des folgenden Jahres soll ein neuer Präsident für die Vereinigten Staaten von Amerika gewählt werden. Die zweite und damit letzte Amtszeit von George W. Bush Jr. geht auf das Ende zu. Derweil versuchen sich viele Politikerinnen und Politiker in Stellung zu bringen, um sein Nachfolger zu werden. Unter ihnen eine gewisse Frau namens Hillary Clinton, Ehefrau des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und Teil des „politischen Establishments“.
Sie gilt unter den Demokraten als große Favoritin im Vorwahlkampf – dem parteiinternen Wahlkampf, bei dem der Sieger für die jeweilige Partei ins finale Rennen um das höchste Amt der USA gehen darf. Clinton liegt in den bundesweiten Umfragen unangefochten vorne. Ihre Konkurrenten? John Edwards, Dennis Kucinic, Bill Richardson, Joe Biden, Chris Dodd, Mike Gravel und Barack Obama. Während die fünf zuerst genannten Kandidaten bereits im Januar aufgrund der aussichtslosen Lage ihre Kandidatur zurückziehen und Chris Dodd im März – wohl auch aufgrund seiner Chancenlosigkeit – zu den Liberalen wechselt, um dort sein Glück zu versuchen, so bleibt der am Anfang der Kampagne noch recht unbekannte Senator aus Illinois, Barack Obama, weiter im Rennen.
Mehr noch: er gewinnt zunächst recht überraschend die so wichtige erste Vorwahl der Demokraten in Iowa mit knapp 8 % Vorsprung vor seinen Parteirivalen. In den kommenden Monaten folgt ein spektakulärer Triumphzug des damals 46-Jährigen. Er setzt sich am Ende nicht nur gegen seine parteiinterne Konkurrentin Clinton – die ihre Kandidatur nach der letzten Vorwahl selbst zurückzog – sondern auch gegen den republikanischen Kontrahenten John McCain im Wahlkampf durch und wurde so der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
Was man heute weiß: Barack Obama hatte als großen Vorteil gegenüber allen seinen Konkurrenten eine völlig neue Strategie. Er setzte besonders viel auf die Kommunikation durch die Internetmedien, gewann hierdurch an Bekanntheit und Popularität, konnte durch Mails und Aufrufen in sozialen Netzwerken Millionen von Menschen erreichen und sammelte so vor allem eines, was man im Wahlkampf der USA unbedingt braucht: sehr viel Geld.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Erfolg von Barack Obama im Jahr 2008 als Startpunkt für die Bedeutung des Internets in Wahlkämpfen und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Unterschiede zu deutschen Wahlkampagnen.
2. Das politische System der Vereinigten Staaten von Amerika: Das Kapitel erläutert die Gewaltenteilung, die Rollen von Kongress und Präsident sowie die spezifischen Abläufe der Kongress- und Präsidentschaftswahlen.
3. Das politische System der Bundesrepublik Deutschland: Hier wird der historische Kontext, die Gewaltenteilung sowie die Funktionsweise der Bundestagswahl und die Rolle der Parteien in Deutschland beschrieben.
4. Der politische Online-Wahlkampf: Dieses Kapitel analysiert Nutzen und Risiken von Social Media in der Politik, beleuchtet die Geschichte des Online-Wahlkampfs und vergleicht die Voraussetzungen in den USA und Deutschland.
5. Politischer Wahlkampf in sozialen Netzwerken an Beispielen: Anhand konkreter Profile prominenter Politiker aus beiden Ländern werden quantitative und qualitative Unterschiede in der Social-Media-Nutzung herausgearbeitet.
6. Online-Wahlkämpfe – Thema für den Politikunterricht?: Die Arbeit prüft, ob die Vermittlung dieser Themen den Anforderungen des Bildungsplans Baden-Württemberg für die Sekundarstufe I entspricht.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt die Relevanz der Thematik für den schulischen Politikunterricht.
Schlüsselwörter
Online-Wahlkampf, Soziale Netzwerke, USA, Deutschland, Politisches System, Social Media, Bundestagswahl, Präsidentschaftswahl, Internet, Politische Bildung, Bildungsplan, Wahlkampfstrategie, Digitale Kommunikation, Politische Partizipation, Online-Fundraising
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie soziale Netzwerke in politischen Wahlkämpfen in den USA und Deutschland genutzt werden und welche Unterschiede dabei bestehen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den politischen Systemen beider Nationen, der historischen und praktischen Entwicklung des Online-Wahlkampfs sowie der didaktischen Einordnung dieses Themas in den Politikunterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Unterschiede der Online-Wahlkampf-Strategien aufzuzeigen und zu ergründen, warum sich deutsche Politiker bislang weniger starker Methoden bedienen als ihre US-amerikanischen Kollegen, sowie die Relevanz für den Schulunterricht zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt einen komparativen Ansatz, kombiniert mit einer Analyse von Sekundärliteratur zu den politischen Systemen und einer eigenen empirischen Recherche zur Social-Media-Nutzung ausgewählter Politiker im November 2019.
Was wird im umfangreichen Hauptteil thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der politischen Institutionen, die Analyse der Online-Kommunikation von Politikern wie Donald Trump oder Angela Merkel und die vergleichende Untersuchung quantitativer sowie qualitativer Daten.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die wichtigsten Begriffe sind Online-Wahlkampf, Soziale Netzwerke, Politische Systeme, digitale Kommunikation, Bildungsplan und politische Partizipation.
Wie unterscheidet sich die Social-Media-Strategie von Donald Trump von der Angela Merkels?
Während Trump intensiv eine Vielzahl an Netzwerken für wahlkampfbasierte und aggressive Kommunikation nutzt, zeichnet sich der Auftritt Merkels durch eine geringere Frequenz, eine Konzentration auf offizielle Regierungsarbeit und eher informative Inhalte aus.
Welche Rolle spielt der Bildungsplan Baden-Württemberg in dieser Arbeit?
Der Bildungsplan dient als Grundlage für die Argumentation, dass das Thema soziale Netzwerke und politischer Wahlkampf aufgrund festgelegter Kompetenzen ein notwendiger Bestandteil des Gemeinschaftskundeunterrichts in der Sekundarstufe I ist.
Warum wird im Vergleich der Politiker auch Bernie Sanders untersucht?
Sanders wird als prominentes Beispiel für einen US-Politiker mit hoher Reichweite und systematischer Online-Strategie herangezogen, um den deutlichen Kontrast zur Online-Präsenz deutscher Oppositionspolitiker wie Annalena Baerbock oder Christian Lindner zu verdeutlichen.
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- Michael Neumann (Author), 2019, Wahlkampf in den USA und in Deutschland am Beispiel sozialer Netzwerke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993699