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Unternehmen fördern Bildung - Warum?

Titel: Unternehmen fördern Bildung - Warum?

Hausarbeit , 2002 , 18 Seiten

Autor:in: Robert Motzek (Autor:in)

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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie kann Bildung in Zukunft finanziert werden? Aus ihrer verfassungsmäßigen Verpflichtung, Bildung in unserer zivilisierten Gesellschaft zu erhalten und zu fördern, werden sich Bund und Länder kaum entziehen können. Doch im Gegensatz zu manchen Ministern ist der Mehrheit der Bevölkerung spätestens seit der PISA-Studie klar, dass die Sparpolitik der Bundesrepublik auch im Bildungssektor ihre Spuren hinterlässt. Die Personal- und Materialkosten steigen, Finanzierungslücken entstehen und die Bildungsqualität sinkt entsprechend. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erfuhren Privatschulen eine dermaßen hohe Nachfrage. Wird Bildung in Zukunft also zur Handelsware?

Die Antwort darauf liegt wohl in der Frage, in welchem Umfang die Wirtschaft in die Bildungsfinanzierung eingebunden werden kann. Denn Bildung wird in der Wirtschaft als weicher Standortfaktor bezeichnet und bildet somit eine der Grundvoraussetzungen für eine fortschrittliche und wachstumsfähige Ökonomie. Ohne Bildung gäbe es keine Forschung und ohne Forschung keine Innovationen. Doch obwohl diese theoretischen Verknüpfungen mehr als offensichtlich sind, verdient die bisherige Kooperation zwischen Wirtschaft und Bildungsinstitutionen speziell in Deutschland bestenfalls das Prädikat „ausbaufähig“.

Diese Hausarbeit will die unternehmerische Sichtweise auf die Förderung gesellschaftlicher Zwecke im Allgemeinen und Bildung im Besonderen untersuchen. Weiterhin wird erklärt, welche Ziele und Erwartungen Unternehmen mit Bildungsförderung verbinden, wobei zwischen den Fördermethoden und Zielstellungen großer und kleiner Firmen differenziert wird. Außerdem soll anhand von Beispielen aus Wirtschaft und Bildung aufgezeigt werden, welche zukünftigen Perspektiven sich für die Bildungsförderung ergeben und wie man diese nutzen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen

3. Warum fördern Unternehmen gesellschaftliche Zwecke?

4. Erwartungen fördernder Unternehmen

5. Warum fördern Unternehmen Bildung?

5.1 Bildungsförderung durch kleine Unternehmen

5.2 Bildungsförderung durch Großunternehmen

5.3 Förderung von Schulen

5.4 Förderung von Hochschulen

5.5 Auswahl der geförderten Institutionen

6. Schlussfolgerung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht unternehmerische Sichtweisen im Hinblick auf die Förderung gesellschaftlicher Zwecke, insbesondere im Bildungssektor. Ziel ist es, die Beweggründe und Erwartungen von Unternehmen bei der Bildungsförderung zu analysieren und dabei die Unterschiede zwischen kleinen und großen Firmen sowie die zukünftigen Perspektiven dieses Engagements aufzuzeigen.

  • Analyse der Beweggründe für gesellschaftliches Marketing und Sponsoring.
  • Gegenüberstellung der Fördermethoden von kleinen Unternehmen und Großkonzernen.
  • Untersuchung von Kooperationen im Bereich der Schul- und Hochschulförderung.
  • Evaluation der Erwartungen von Sponsoren an geförderte Bildungsinstitutionen.
  • Diskussion über Imagetransfer und ethische Verantwortung von Unternehmen.

Auszug aus dem Buch

4. Erwartungen fördernder Unternehmen

„The Economist“, eines der weltweit angesehensten Wirtschaftsmagazine, brachte in einem kürzlich erschienenen Artikel unverblümt zum Ausdruck, was die Wirtschaft vom derzeitigen Finanzierungssystem europäischer Kulturinstitutionen hält:

„In einer idealen Welt kultureller Puristen bliebe das kulturelle Erbe eines Staates unberührt von kommerziellen Betrachtungsweisen, wie zum Beispiel dem Bedarf der Öffentlichkeit. Museen würden über massenweise öffentliche Gelder verfügen, über genügend Platz, um ihre Schätze auszustellen und sie hätten genügend Personal. Die Geschäftsführer der Museen könnten sich ganz darauf konzentrieren, ihre Sammlungen mit neuen Käufen zu erweitern und die besten Kuratoren zu engagieren. All dies würde großzügig vom Steuerzahler finanziert werden, ohne dass man diesen nach seiner Meinung oder seinen Bedürfnissen fragte.

In der Realität werden die kulturellen Institutionen Europas bald gezwungen sein, ihren Stolz zu überwinden und über solch vulgäre Konzepte wie Profit und Kundschaft nachzudenken. Viele stecken in argen finanziellen Nöten, seit die Regierungen ihre Zuschüsse reduzieren. Der Louvre, einst vom französischen Staat gegründet, erhält heute nur noch 70 % seines $ 110 Mio. Jahresbudgets. Das Uffizi in Florenz kann nicht mal mehr die Stromrechnung aus eigener Tasche begleichen. Wenn es um die Erschließung alternativer Geldquellen geht, werden europäische Museen bedauernswert schlecht geführt. Ihre Shops sind oft erbärmlich ausgestattet, ihre Fundraisingteams klein und unerfahren. Viele zieren sich noch immer, Teile ihrer Einrichtungen nach großzügigen Spendern zu benennen. [...]

Für die öffentliche Hand scheint eine Partnerschaft mit dem privaten Sektor auf lange Sicht unausweichlich. Ordentlich reguliert und überwacht könnte dies sogar einige Standards heben, indem zum Beispiel Bildungsinitiativen oder die Benutzung audio-visueller Technik stärker einbezogen werden.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bildungskrise und die zunehmende Notwendigkeit einer Beteiligung der Wirtschaft an der Bildungsfinanzierung.

2. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert Sponsoring und Spenden als Instrumente der Unternehmenskommunikation im Kontext von Public Private Partnerships.

3. Warum fördern Unternehmen gesellschaftliche Zwecke?: Hier werden die unternehmerischen Vorteile wie Imageverbesserung, Mitarbeiterbindung und Zugang zu neuen Zielgruppen dargelegt.

4. Erwartungen fördernder Unternehmen: Das Kapitel beschreibt die Anforderungen von Sponsoren an Bildungseinrichtungen, darunter emotionale Nähe, Qualität und Transparenz.

5. Warum fördern Unternehmen Bildung?: Es wird erläutert, warum Bildung als wichtiger Standortfaktor gilt und welche spezifischen Ziele Unternehmen damit verfolgen.

5.1 Bildungsförderung durch kleine Unternehmen: Dieses Unterkapitel analysiert das meist regional begrenzte und häufig moralisch motivierte Engagement von mittelständischen Betrieben.

5.2 Bildungsförderung durch Großunternehmen: Der Fokus liegt hier auf globalen Marketingstrategien und den großen finanziellen Spielräumen von Großkonzernen.

5.3 Förderung von Schulen: Dieses Kapitel thematisiert die Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen sowie die Rolle von Vermittlungsagenturen.

5.4 Förderung von Hochschulen: Es wird die Bedeutung von Fundraising an Universitäten und die Schwierigkeit staatlicher Institutionen, Kontakte zur Wirtschaft zu knüpfen, erörtert.

5.5 Auswahl der geförderten Institutionen: Hier wird das Auswahlprinzip der Unternehmen sowie die Kritik an der Bevorzugung elitärer Einrichtungen thematisiert.

6. Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Bildungsförderung als gegenseitiger Lernprozess begriffen werden sollte, um gesellschaftliche und ökonomische Herausforderungen zu meistern.

Schlüsselwörter

Bildungsförderung, Unternehmenssponsoring, Public Private Partnership, Standortfaktor, Gesellschaftliches Engagement, Marketing, Fundraising, Bildungsinstitutionen, Schulsponsoring, Hochschulförderung, Imagetransfer, Corporate Social Responsibility, Unternehmenskommunikation, Bildungsfinanzierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum Unternehmen gesellschaftliche Zwecke fördern und welche strategischen Ziele sie dabei verfolgen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Bildungssektor liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören das unternehmerische Sponsoring, die Motivation von Firmen, die Kooperation mit Bildungseinrichtungen sowie der Imagetransfer durch gesellschaftliches Engagement.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuklären, welche Erwartungen Unternehmen mit ihrer Bildungsförderung verknüpfen und wie sich die Herangehensweise zwischen kleinen und großen Firmen unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Statistiken und Studien zur Sponsoring-Praxis, ergänzt durch Praxisbeispiele und Experteninterviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Motive für Sponsoring, die spezifischen Erwartungen von Unternehmen an Partner sowie die unterschiedlichen Förderstrategien im schulischen und universitären Bereich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildungsförderung, Unternehmenssponsoring, Public Private Partnership, Standortfaktor, Corporate Social Responsibility und Fundraising.

Welche Rolle spielt die Größe des Unternehmens bei der Bildungsförderung?

Die Arbeit zeigt, dass kleine Unternehmen eher regional, oft moralisch motiviert und weniger strategisch handeln, während Großunternehmen gezielte, überregionale Marketingstrategien umsetzen.

Wie bewertet der Autor die aktuelle Kooperation zwischen Wirtschaft und Schule?

Der Autor konstatiert, dass die Zusammenarbeit zwar zunimmt, die Kooperation jedoch ausbaufähig ist und Bildungsinstitutionen stärker lernen müssen, wirtschaftlich professionell aufzutreten.

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Details

Titel
Unternehmen fördern Bildung - Warum?
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)  (Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Kulturmanagement - Seminar Geld für Kultur
Autor
Robert Motzek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
18
Katalognummer
V9938
ISBN (eBook)
9783638165204
ISBN (Buch)
9783656058281
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fundraising Schulsponsoring Kulturförderung Kultur; Bildung; Sponsoring; Marketing
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Robert Motzek (Autor:in), 2002, Unternehmen fördern Bildung - Warum?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9938
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Leseprobe aus  18  Seiten
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