Untersuchung der Methodik und Didaktik im Bildungsbereich. Der offene Ansatz


Hausarbeit, 2020

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegendes Wissen und Begriffserklärungen
2.1. Didaktik und Methodik
2.2. Bildung

3. Offene Arbeit in Kindertagesstätten
3.1 Didaktik der Offenen Arbeit
3.1.1 Partizipation
3.1.2 Selbstständigkeit
3.2 Methodik der Offenen Arbeit
3.2.1 Raumgestaltung und Funktionsräume
3.2.2 Freispielzeit
3.2.3 Rolle der Erziehenden

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Aktuell befindet sich die Gesellschaft in Zeiten des Umbruchs, es ist die Zeit der Globalisierung, eine Zeit in der Vielfalt und Heterogenität die Gesellschaft prägen und in der, Individualismus nicht wegzudenken scheint. Religionen, Kulturen, Sprachen, Gesinnungen, diverse Lebens- und Familienmodelle oder Wertvorstellungen existieren in unserer pluralistischen Gesellschaft parallel nebeneinander. Genauso verhält es sich mit den vielfältigen Möglichkeiten des individuellen Bildungsweges- zwar existiert durch die gesetzliche Verankerung eine bundesweite Schulpflicht,- aber die Wahl der Bildungsformen ist relativ vielfältig, bedenkt man elementarpädagogische Bildungsinstitutionen. Auch in der Wahl der Schulformen gibt es inzwischen alternative Wege und private anerkannte Schulen mit speziellen Schwerpunkten und Konzepten. Da die Kinder aber mindestens bis zum erreichen eines bestimmten Alters, die Möglichkeiten der vielen Bildungsinstitutionen noch nicht abschätzen können, sind es die Eltern, die vor der Entscheidung und der Wahl der „richtigen" Bildungseinrichtung stehen.

Spätestens seit der Jahrhundertwende und dem schlechten Abschneiden deutscher Schülerinnen und Schüler in der PISA -, IGLU- und OECD - Studien liegt auch der Fokus der Politik vermehrt auf dem Aspekt der Bildung in den deutschen Kindertagesstätten. Der politische Handlungsdruck erforderte die Einführung von Bildungs- und Erziehungsplänen, es war quasi unerlässlich eine Orientierungshilfe, einen Rahmen zu schaffen zwischen den unzähligen Konzeptionen und Möglichkeiten der frühkindlichen Fördermaßnahmen.

In dem durch Förderalismus geprägten Bildungssystem Deutschland, ist jedoch Bildung Ländersache, daher existieren in Deutschland nun sechzehn verschiedene Versionen mit vielen Unterschieden und verschiedenen Schwerpunkten. Diese Erziehungs- und Bildungspläne basieren alle auf dem Recht eines jeden Kindes auf Bildung und sind gesetzlich im SGB Vlll verankert.

Wie die Bildungspläne, unterscheiden sich auch die methodischen und didaktischen Vorgehensweisen im elementaren Bildungsbereich, je nach Ansatz, Konzept und individuellen Möglichkeiten der Kindertagesstätten, die zu fördernden Kompetenzen jedoch sind nun schriftlich festgelegt und die pädagogischen Fachkräfte in diesem Arbeitsumfeld angehalten sich an die inhaltlichen Vorgaben zu halten.

Die vielfältige Landschaft der Konzeptionen und Ansätze brachte auch den, der Offenen Arbeit hervor, dieser soll in dieser Arbeit mit Fokus auf dessen Didaktik und Methodik dargestellt werden und die Frage nach der Aktualität dieses Ansatzes beantwortet werden.

2 Grundlegendes Wissen und Begriffserklärungen

Bevor die Offene Arbeit und ihre didaktischen und methodischen Aspekte beleuchtet werden können, muss zuerst geklärt werden, was unter diesen beiden Begriffen verstanden wird und wie diese zueinander abzugrenzen sind. Dies ist nicht immer einfach, denn diese beiden Begriffe greifen stark ineinander und bedingen sich zum Teil gegenseitig.

Darüber hinaus ist es für das Verständnis unerlässlich sich mit Bildungs- und Lernprozessen auseinander zu setzen um auf der einen Seite verständlich zu machen, wie Bildung funktioniert und zum anderen um einen gemeinsamen Konsens zu schaffen.

2.1 Didaktik und Methodik

Das Wort „Didaktik" kommt aus dem Griechischen und wurde später im lateinischen angelehnt, heute ist es ein allgemein anerkannter Fachbegriff. Das Verb „didaskein" bedeutet, seit zweieinhalbtausend Jahren, „unterrichten“ und „lehren“, es wurde als „didacta“ ins Lateinische, als griechisches Fremdwort, übernommen und „didacté téchne“ war die Lehrtechnik,-Kunst bzw. die Wissenschaft des Unterrichtens und Lehrens. (Jank/Meyer 2016, S.10f)

Wenn man im heutigen alltäglichen Sprachgebrauch und im pädagogischen Alltag von Didaktik spricht, geht es um die inhaltliche Planung der Lehrinhalte und darum die Lernziele festzusetzen und zu bestimmen. Es geht hierbei also und die Ziele und deren Begründungen, man kann davon sprechen, dass bei der Didaktik das „was", das „wozu" und „warum" im Vordergrund steht.

Aufbauend auf der Didaktik kann die Frage nach der Methodik geklärt werden, dem „wie", denn ohne zu wissen, welche Ziele man verfolgt, bzw. welchen Inhalt man vermitteln möchte ist es kaum möglich ein gutes methodisches Verfahren einzuleiten. 2

Die Methodik beschäftigt sich also mit dem Weg hin zum Ziel, wobei die Palette der methodischen Vorgehensweisen äußerst vielfältig ist. Abgesehen von den einzelnen Handlungen, die sich je nach Persönlichkeit, Erfahrung und Repertoire der Erziehenden gestalten, ist diese auch zudem abhängig vom didaktischen Inhalt, also dem, was der Erziehende und Lehrende vermitteln möchten und dessen, zur Verfügung stehenden Ressourcen und Rahmenbedingungen. Laut den Autoren Jank und Meyer ist Didaktik von Methodik nicht zu trennen, sondern „die Didaktik ist die Theorie und Praxis des Lernens und Lehrens" (Jank/Meyer 2009, S. 14).

2.2 Bildung

Das Wort „Bildung" wird oft mit der Aneignung von Wissen gleichgesetzt, jedoch ist diese Aussage schlicht unzureichend, denn Bildung ist ein Prozess und enthält weit mehr als die bloße Aneignung von Wissen. Wilhelm von Humboldt war der Auffassung, dass Bildung „[...] die Anregung aller Kräfte des Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität und Persönlichkeit führen" (Humboldt 1980, S.236) sei. Demnach ist Bildung die Auseinandersetzung des Menschen mit seiner selbst, anderen und den Inhalten und Ereignissen seiner Umwelt. Wenn wir von Selbstbildung sprechen, „[...] meinen (wir) dieses selbsttätige Bemühen des Kindes um Weltsicht und Handlungskompetenz, wenn wir von Bildung als Selbstbildung in einem doppelten Sinn sprechen: Bildung durch Selbsttätigkeit und Bildung des Selbst als dem Kern der Persönlichkeit (die den Geboten des KJHG entsprechend Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftsfähigkeit als kennzeichnende Merkmale enthalten soll)“ (Laewen 2002, S. 7)

Bildung als Selbstbildung beschreibt also zum einen selbstständige Aktivitäten ohne pädagogische, didaktische oder kommunikative Instruktionen, sie kann nur in der Person selbst entstehen und vollzogen werden, indem das Individuum sich selbst ein „Bild von der Welt" macht und von sich Selbst in seinem jeweiligen Kontext.

Maria Montessoris Aussagen „Das Kind als Baumeister seiner selbst" und „Kinder leisten ihre gewaltige Entwicklungsarbeit selbst", die sie aus Beobachtungen ableitete, wurden inzwischen durch die Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie untermauert und bestätigt (vgl. Regel/Ahrens 2016, S. 13). So zum Beispiel in der Studie „Das Kind 3 als Akteur seiner Entwicklung“ (Knatter er al. 1988).

Bildung findet zudem immer in einem Kontext und in einem gewissen Rahmen statt. Lehrende oder Pädagogen können Bildung zwar nicht vermitteln, sofern man davon ausgeht, dass diese nur aus einer Person selbst entstehen kann. Der Lehrende, der Pädagoge, kann aber die Bildungsbemühungen der Kinder und Lernenden begleiten, fördern, unterstützen und gestalten. Dieser kann also für den nötigen Rahmen sorgen, den Raum, die Ressourcen, das Material sowie die nötigen Impulse.

3 Offene Arbeit in Kindertagesstätten

Das Konzept der Offenen Arbeit entwickelte sich in den 1970er Jahren, in den Kindergärten aus der Praxis heraus. Mit dem Ziel, den Kindern mehr Bewegungs- und Entdeckungsraum zu bieten. Die Unzufriedenheit über die bestehenden Verhältnisse in der Kindergartenarbeit wurde zum Motor, Raumkonzepte neu zu denken und Gruppenstrukturen unterschiedlich weit aufzulösen. Vor allem der Aspekt, der Bewegungsfreiheit stand am Anfang noch sehr im Vordergrund, Ziel war es aus dem Sitzkindergarten, einen Bewegungskindergarten zu machen, der die vielfältigen Tätigkeiten des Kindes beim Bewegen und Handeln unterstützt. Möglichkeiten zu schaffen um auszuprobieren, wie die Dinge funktionieren, ganzheitliche Erfahrungen mit allen Sinnen erleben zu können und das Bewegungslernen, welche die kindlichen Bedürfnisse beachtet mit einzubinden (vgl. Mienert/Vorholz 2015, S. 14).

Aus den anfänglichen Motivationen der Offenen Arbeit, entwickelte sich in der praktischen Anwendung heute ein kindzentrierter Ansatz, welcher das Ziel verfolgt Kinder vorurteilsfrei anzunehmen, unabhängig ihrer bisherigen Biografien, ihnen einen Raum zu bieten, an dem sie sich willkommen fühlen, sie akzeptiert werden und auf dieser Grundlage die Freiheit haben sich selbst zu bilden. Zwei der fundamentalen Aufgaben bestehen, nach Gerhard Regel und Thomas Kühne zum einen darin, „[...] auf den Wandel der Zeit zu antworten und neue Erkenntnisse zu integrieren", sowie „immer konsequenter kindzentriert zu arbeiten, indem mit Kindern offen, achtsam und dialogisch umgegangen wird" (Kühne/Regel 2007, S.11).

3.1 Didaktik der Offenen Arbeit

Als grobe, übergeordnete Erziehungs- und Bildungsziele könnte man es als Aufgabe sehen, Kinder zu selbstständigen, autonomen und mündigen Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen. Die Ziele der Offenen Arbeit sind jedoch schwer zu greifen, denn ein prozessorientiertes Arbeiten bedeutet auch, dass sich die Bildungsziele nicht dogmatisch festschreiben lassen, sondern die Inhalte mehrheitlich von den Kindern und aus der Situation heraus entstehen. (vgl. Mienert/Vorholz 2015, S.15)

Die Veränderung als Normalität zu betrachten ist an sich kein pädagogisches Ziel, jedoch beschreibt es gut worum es im Grunde geht, wenn man von prozessorientierter Arbeit spricht. Es ist zu bedenken, dass „[...] Offene Arbeit eine Grundhaltung zu Menschen und eine Grundvorstellung über menschliches Zusammenleben bezeichnet, die wir ständig im Auge behalten müssen. Zwar kann die Arbeit in verschiedenen Formen organisiert werden - je nach Bedarf und Bedingungen -, aber wo Grenzüberschreitungen stattfinden, wo die Selbstbestimmung der Kinder unterlaufen wird, wo sie an der Gestaltung ihres Lebens nicht wirklich teilhaben, dort handelt es sich um Etikettenschwindel, wenn das Schild >> Offene Arbeit« über der Tür hängt - Funktionsräume hin oder her." (Lill 2008, S. 19). Daraus ergeben sich zwei Leitziele auf welche, die Arbeit im Offenen Konzept hinausläuft und welche sich als didaktische Richtziele formulieren lassen, die Partizipation und die Teilhabe. Man könnte diese als Leitplanken sehen, die den Rahmen bieten sich zu entfalten, ohne diese Prinzipien wäre es trotz struktureller Öffnung der Räume und der Flexibilisierung zeitlicher Abläufe nur beliebig und das didaktische Ziel, das „was" in der Bildungsfrage inhaltlich leer. Somit und durch die, in den Erziehungs- und Bildungsplänen festgehaltenen Rahmenbedingungen, wäre das „was" und das „wozu" im groben beantwortet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Untersuchung der Methodik und Didaktik im Bildungsbereich. Der offene Ansatz
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Methodik und Didaktik
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V994370
ISBN (eBook)
9783346359872
ISBN (Buch)
9783346359889
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Offener Ansatz, Methodik Didaktik
Arbeit zitieren
Maria Dawid (Autor:in), 2020, Untersuchung der Methodik und Didaktik im Bildungsbereich. Der offene Ansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/994370

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