Die Arbeit setzt sich mit der Regierungszeit des römischen Imperators Hadrian auseinander. Hierbei wird vor allem Bezug auf seine Reisetätigkeit genommen. Besonderes Augenmerk wird auf die zweite große Reise Hadrians von 128 bis 132 n. Chr. gerichtet.
Es geht dabei um die Frage, welchem Zweck die zahlreichen Reisen des Imperators dienten. Sah er diese als bloßes Mittel an, um eigene kulturelle Interessen zu stillen oder verfolgte er ernsthafte politische Absichten? Zur Beantwortung dieser Frage werden zu Beginn die verschiedenen Motive, die hinter den Erkundungstouren steckten, untersucht und grundlegende Hintergründe zur Person beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der rastlose Kaiser
3 Die zweite Reise
3.1. Reiseverlauf
3.2. Hadrian und die Griechen
4 Funktionen und Folgen: Politische Motivation oder Befriedigung eigener Interessen?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Regierungszeit und insbesondere die umfangreiche Reisetätigkeit des römischen Kaisers Hadrian, mit einem besonderen Fokus auf seine zweite große Reise zwischen 128 und 132 n. Chr., um zu klären, ob diese Reisen primär politisch motiviert waren oder der Verfolgung persönlicher, kultureller Interessen dienten.
- Die Reisetätigkeit Hadrians im Kontext seiner Außen- und Friedenspolitik.
- Die Bedeutung des Philhellenismus für Hadrians Baupolitik und Reformen.
- Das Verhältnis Hadrians zu Griechenland und der Stadt Athen.
- Die Rolle und Symbolik der Beziehung zu Antinoos.
- Die Ambivalenz zwischen kaiserlichem Machtanspruch und persönlicher Leidenschaft.
Auszug aus dem Buch
3.2. Hadrian und die Griechen
Aus den vorangestellten Informationen zum Kaiser Hadrian wird deutlich, dass dieser sich mit großer Leidenschaft den Provinzen des Reichs hinwendete. Eine gesonderte Stellung nahm jedoch sein Verhältnis zu Griechenland und dessen Hauptstadt Athen ein. Hier sah Hadrian den Mittelpunkt seines eigenen Glaubens und seiner Philosophie, eine Tatsache, die sich in den folgenden Regierungsjahren des Kaisers positiv auf Athen und weitere Städte griechischen Gebiets auswirken sollte.
Hadrians Philhellenismus, die Liebe zum Griechentum, wird vor allem bei Betrachtung seiner zahlreichen Besuche in Athen deutlich. Drei längere Aufenthalte konnten bis heute bezeugt werden. Der erste währte vom Spätsommer 124 bis in die Anfangsmonate des Jahre 125, der zweite vom Spätsommer 128 bis mindestens Ende desselben Jahres und der letzte vom Jahresende 131 bis zum Frühjahr 132. Neben den langen Aufenthalten wurde seine Zuneigung dem Griechischen gegenüber auch durch sein äußeres Erscheinungsbild deutlich. Während sein Vorgänger Trajan sich glatt rasiert und mit einfacher Frisur in der Öffentlichkeit zeigte, so war das Auftreten des Adoptivkaisers ein völlig anderes. Hadrian war Träger eines gepflegten Vollbartes, seine Frisur von Locken durchzogen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Regierungszeit Hadrians ein, erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der Motive seiner ausgedehnten Reisen.
2 Der rastlose Kaiser: Dieses Kapitel bietet einen biografischen Überblick über Hadrians Aufstieg zum Kaiser, seine frühe politische Laufbahn unter Trajan sowie die Herausforderungen und anfängliche Unpopularität zu Beginn seiner Herrschaft.
3 Die zweite Reise: Dieser Abschnitt analysiert detailliert den Reiseverlauf Hadrians von 128 bis 132 n. Chr. und beleuchtet seine besondere kulturelle und politische Hinwendung zu Griechenland und Athen.
4 Funktionen und Folgen: Politische Motivation oder Befriedigung eigener Interessen?: Hier wird die zentrale Forschungsfrage erörtert, indem die Reisen als Instrumente einer Defensiv- und Friedenspolitik bewertet und mit Hadrians persönlichen Interessen in Einklang gebracht werden.
Schlüsselwörter
Hadrian, Römische Kaiser, Reisetätigkeit, Provinzen, Philhellenismus, Athen, Antinoos, Defensivpolitik, Frieden, Reichsverwaltung, Historia Augusta, Cassius Dio, Architektur, Kulturpolitik, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Regierungszeit des römischen Kaisers Hadrian, mit einem inhaltlichen Schwerpunkt auf seinen weitreichenden Reisen durch das Imperium zwischen 128 und 132 n. Chr.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Hadrians Außen- und Grenzsicherungspolitik, seine intensive kulturelle Hinwendung zum Griechentum sowie die Auswirkungen seiner persönlichen Vorlieben auf seine kaiserliche Amtsführung.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die ausgeprägte Reisetätigkeit Hadrians primär politisch motiviert war, um das Reich zu stabilisieren und den Frieden zu sichern, oder ob sie vorwiegend der Befriedigung persönlicher kultureller Interessen diente.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung antiker Quellen wie Cassius Dio und der Historia Augusta sowie moderner Forschungsliteratur basiert.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einführung, die detaillierte Darstellung des Reiseverlaufs und eine kritische Auseinandersetzung mit der Motivation hinter der kaiserlichen Reisetätigkeit.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Philhellenismus, Reichskonsolidierung, Defensivpolitik und die Integration der Provinzen fassen den Kern der Untersuchung treffend zusammen.
Wie bewertet der Autor Hadrians Verhältnis zu Griechenland?
Der Autor interpretiert Hadrians Philhellenismus als tief verwurzelte Leidenschaft, die durch architektonische Großprojekte in Athen und die Gründung des Panhellenion auch politisch in ein staatstragendes Programm überführt wurde.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zu Hadrians Reisetätigkeit?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Hadrian politische Ziele und persönliche Leidenschaften geschickt zu verbinden wusste, wobei die Reisen wesentlich zur Stabilisierung und Konsolidierung des römischen Reiches beigetragen haben.
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- Philip Sell (Autor), 2016, Der rastlose Kaiser. Hadrians zweite Reise (128 bis 132 n. Chr.), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/994765