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Der Funktionalismus im System monistischer Positionen im Leib-Seele-Problem

Title: Der Funktionalismus im System monistischer Positionen im Leib-Seele-Problem

Seminar Paper , 2002 , 10 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Thomas Götz (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Summary Excerpt Details

Nach dem Dualismus als einem der beiden großen Überbegriffe unter dem man die Positionen im Leib-Seele-Problem zusammenfassen kann, soll dieser Essay vom Monismus mit dem Schwerpunkt Funktionalismus handeln.

Wie auch in der ersten Arbeit ging es mir darum, einen Überblick über die wichtigsten Argumentationslinien, diesmal der Materialisten, zu gewinnen und nicht Details einer bestimmten Position genauer zu behandeln und abzuwägen. Dies erscheint mir als Erstsemesterarbeit im Rahmen eines Proseminars auch durchaus als anspruchsvoll genug.

Gerade die meines Erachtens häufig sehr künstlich gezogenen Abgrenzungen zwischen den einzelnen Positionen zu erkennen und herauszuarbeiten bereitete mir, als mit der Materie unvertrautem Laien, immer wieder Probleme. Erschwerend hinzu kam die unterschiedliche Verwendung identischer Begriffe bei verschiedenen Autoren.

Wie aber bereits im Vorwort des Dualismus-Essays angesprochen, glaube ich nicht, daß durch den Fortschritt bei den Neuro- und Kognitionswissenschaften die Antwort auf das Wesen des Mentalen unmittelbar bevorsteht. Also wird noch die Gelegenheit bestehen, sich in einem Hauptseminar oder im Hauptstudium nochmals fundierter und detaillierter mit der wohl zur Zeit spannendsten philosophischen Frage auseinanderzusetzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Monismus

2.1 Allgemeine Grundlagen

2.2. Nichtreduktiver Physikalismus

2.2.1 Emergenztheorie

2.2.1.1 Position

2.2.1.2 Probleme

2.2.2 Supervenienztheorien

2.2.2.1 Position

2.2.2.2 Probleme

2.3. Reduktiver Physikalismus

2.3.1 Identitätstheorie

2.3.1.1 Position

2.3.1.2 Probleme

2.3.2 Funktionalismus

2.3.2.1 Position

2.3.2.2 Probleme

2.4. Eliminativer Physikalismus

2.4.1 Position

2.4.2 Probleme

2.5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen systematischen Überblick über die zentralen monistischen Strömungen in der Philosophie des Geistes zu geben und deren jeweilige Argumentationslinien sowie Schwachstellen zu analysieren, um die Problematik des Leib-Seele-Problems kritisch zu beleuchten.

  • Grundlagen des Monismus und Abgrenzung zum Dualismus
  • Analyse des nichtreduktiven Physikalismus (Emergenz- und Supervenienztheorie)
  • Untersuchung des reduktiven Physikalismus (Identitätstheorie und Funktionalismus)
  • Kritik am eliminativen Physikalismus
  • Reflektion der Unvereinbarkeit von erster und dritter Person

Auszug aus dem Buch

2.3.2.1 Position

Der Funktionalismus kann als die logische Fortentwicklung des Behaviorismus bezeichnet werden und ist wohl die Position im Leib-Seele-Problem, die zur Zeit die größte Anhängerschaft hat. Beim Funktionalismus entspricht das Verhältnis zwischen Geist und Gehirn der Beziehung von Software und Hardware bei Computern. Sowohl der Begriff Funktionalismus als auch das Bild vom Computer (Turing-Maschine) als Modell unseres Bewußtseins sind maßgeblich in den 60er Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts von Hilary Putnam geprägt worden, auch wenn sich Putnam später von seinen Auffassungen wieder distanziert hat. Ein Funktionalist definiert also das Mentale vor allem als das was es kausal bewirkt. Freude ist für ihn ein Gehirnzustand der sich durch ein bestimmtes Verhalten wie Lächeln oder Jubel äußert. Doch reicht im Unterschied zum Behaviorismus nicht mehr die Bestimmung mentaler Zustände durch Verhaltensdisposition. Es müssen neben dem Verhalten auch noch andere mentale Zustände zur Bestimmung herangezogen werden. Der entscheidende Unterschied zur Identitätstheorie ist die Möglichkeit einer multiplen Realisierung. So kann Freude bei einem Hund anders physisch realisiert sein, bei verschiedenen Menschen in unterschiedlichen neuronalen Strukturen vorkommen und sogar beim gleichen Menschen zu unterschiedlichen Zeiten verschiedenartig physisch realisiert sein. Dadurch kann scheinbar der bei der Identitätstheorie Schwierigkeiten bereitende Einwand von Kripke umgangen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor führt in das Thema ein, erläutert die Motivation für den Essay und reflektiert die Schwierigkeiten bei der präzisen Abgrenzung philosophischer Positionen.

2. Monismus: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Definition des Monismus und grenzt ihn vom dualistischen Weltbild ab.

2.1 Allgemeine Grundlagen: Die historischen und wissenschaftlichen Wurzeln des materialistischen Monismus werden diskutiert, wobei die Rolle der Naturwissenschaften bei der Suche nach einer Lösung des Leib-Seele-Problems im Fokus steht.

2.2. Nichtreduktiver Physikalismus: Es wird erörtert, wie mentale Phänomene als physisch begründet, aber dennoch als nicht reduzierbar angesehen werden.

2.2.1 Emergenztheorie: Das Konzept wird vorgestellt, bei dem Bewusstsein ab einem gewissen Grad an Komplexität als neue Eigenschaft auftritt, die nicht aus der Mikroebene vorhersagbar ist.

2.2.2 Supervenienztheorien: Hier wird die asymmetrische Beziehung zwischen einer supervenienten mentalen Ebene und einer subvenienten physischen Basis untersucht.

2.3. Reduktiver Physikalismus: Dieses Kapitel befasst sich mit der Konsequenz, das Mentale vollständig auf physikalische Zustände zurückzuführen.

2.3.1 Identitätstheorie: Die These, dass mentale Ereignisse identisch mit neurophysiologischen Zuständen des Gehirns sind, wird kritisch betrachtet.

2.3.2 Funktionalismus: Der Fokus liegt auf dem Vergleich zwischen Geist-Gehirn und Software-Hardware, inklusive der multiplen Realisierbarkeit mentaler Zustände.

2.4. Eliminativer Physikalismus: Die radikale Position wird diskutiert, die mentale Begriffe wie Wünsche oder Überzeugungen als Bestandteile einer falschen 'Alltagspsychologie' betrachtet.

2.5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass keine der untersuchten Theorien die Probleme des Leib-Seele-Dualismus widerspruchsfrei lösen kann und weist auf die unauflösbare Differenz zwischen der Ich-Perspektive und der objektiven wissenschaftlichen Beschreibung hin.

Schlüsselwörter

Monismus, Leib-Seele-Problem, Physikalismus, Emergenztheorie, Supervenienz, Identitätstheorie, Funktionalismus, Eliminativer Materialismus, Folk Psychology, Kausale Wirksamkeit, Multiple Realisierung, Qualia, Philosophie des Geistes, Erste-Person-Perspektive, Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen materialistischen und physikalistischen Positionen innerhalb der aktuellen Philosophie des Geistes und untersucht deren Erklärungsansätze für das Leib-Seele-Problem.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen den nichtreduktiven Physikalismus, den reduktiven Physikalismus (Identitätstheorie und Funktionalismus) sowie den eliminativen Physikalismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die wichtigsten monistischen Positionen darzustellen, auf ihre innere Stringenz zu prüfen und die bestehenden Schwierigkeiten bei der naturalistischen Erklärung mentaler Zustände aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse, bei der Argumentationslinien der Materialisten herausgearbeitet und mit Gegenargumenten konfrontiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung und kritische Würdigung der Emergenztheorie, Supervenienztheorien, Identitätstheorie, des Funktionalismus sowie des eliminativen Physikalismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Monismus, Physikalismus, Qualia, Multiple Realisierung und das Leib-Seele-Problem charakterisiert.

Was besagt das Argument des 'Chinese Room' von Searle?

Searle argumentiert, dass ein Computerprogramm zwar kognitive Leistungen simulieren kann, aber dadurch kein echtes Verständnis oder semantisches Bewusstsein für den Inhalt erlangt.

Warum hält der Autor die Erste-Person-Perspektive für zentral?

Der Autor betont, dass mentale Phänomene einen exklusiven Zugang aus der Perspektive der ersten Person besitzen, den eine rein objektive naturwissenschaftliche Perspektive der dritten Person nicht vollständig erfassen oder reduzieren kann.

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Details

Title
Der Funktionalismus im System monistischer Positionen im Leib-Seele-Problem
College
Munich School of Philosophy
Course
Seminar an der Hochschule für Philosophie in München
Grade
1,7
Author
Thomas Götz (Author)
Publication Year
2002
Pages
10
Catalog Number
V9947
ISBN (eBook)
9783638165266
Language
German
Tags
Monismus Funktionalismus Leib-Seele-Problem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Götz (Author), 2002, Der Funktionalismus im System monistischer Positionen im Leib-Seele-Problem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9947
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