Verharmlosung von Depressionen im Alter. Therapien und alternative Behandlungsmethoden


Projektarbeit, 2019

22 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Anzeichen, Ursachen und Symptome einer Depression
2.1 Anzeichen und Charakterisierung einer Depression
2.2 Ursachen und Auslöser einer Depression sowie Tipps zur Hilfe
2.3 Psychische Krankheiten, mit denen eine Depression leicht verwechselt wird
2.4 Alternative Therapieformen
2.4.1 Los-Las-Übung
2.4.2 Spiegel der schönen Komplimente
2.4.3 Aufarbeitung der Biografie
2.4.4 Hochkonzentriertes Johanniskraut bei leicht gedrückter Stimmun-alt
2.4.5 Aufmerksamkeitstherapie entschleunigt die Zeit
2.4.6 Dankbarkeitsübung verändert den getrübten Blickwinkel
2.4.7 Personenkonzentrierte Gesprächsführung
2.4.8 Sport und Bewegung
2.4.9 Akkupunktur
2.4.10 Lichttherapie
2.4.11 Schlafentzug steigert den Antrieb
2.4.12 Yoga baut Angst und Spannungen ab
2.4.13 Akzeptanz
2.5 Wirkung von Antidepressiva und Alternativtherapien, falls kein Medikament wirkt
2.6 Wie kann das Umfeld und der Partner mit einer Depression umgehen?

3 Zusammenfassung

4. Verzeichnisse
4.1 Verzeichnis der Literatur
4.2 Verzeichnis der Fremdwörter

1. Vorwort

Depression ist eine psychische Erkrankung, die im hohen Alter oft unterschätzt wird. Familie, Angehörige oder Pflegende nehmen eine gedrückte Stimmung war, die länger anhält. Diese gedrückte Stimmung wird aber oft verharmlost oder verkannt, sogar von Hausärzten. Das liegt daran, dass dies als „bittere Reaktion“ auf die sich veränderten Lebensumstände gesehen wird, die mit Altern verbunden sind, wie z.B. Verlust von Familienangehörigen, Einsamkeit oder Abnahme der psychischen und physischen Fähigkeiten. Dazu kommt, dass Betroffene selbst sich die Krankheit nicht eingestehen wollen oder sich dafür selbst die Schuld geben. So holen sich Betroffene ebenfalls keine Hilfe. Eine Depression greift in alle physischen und kognitiven Vorgänge ein, also in Denken, Fühlen und Handeln und beeinträchtigt denjenigen stark. Es entsteht ein Leidensdruck für ihn, für das Umfeld und im schlimmsten Falle kann es unbehandelt zum Suizid führen. Heute kann eine Depression sehr gut behandelt werden und es gibt dazu gute Therapien wie auch Alternativtherapien. Eine langanhaltende gedrückte Stimmung, die über 2-4 Wochen hinaus geht, muss immer ernst genommen werden und hier genauer hingeschaut werden. Depression ist eine weit verbreitete Krankheit und kann auch mit anderen Krankheiten und deren Symptome leicht verwechselt werden, wie z.B. mit Demenz oder einer bipolaren Störung. Laut Statistik sterben im Jahr mehr Menschen an den Folgen einer Depression (Suizid) als an Krebs, AIDS oder Autounfällen zusammen. 9

Es gibt auch eine gute Nachricht. Ärzte, Betroffene oder das Umfeld selbst akzeptieren heute eine Depression besser und gehen damit auch bewusster um, ohne denjenigen zu stigmatisieren. Für depressive Menschen kann es zusätzlich belastend sein, wenn das Umfeld die Krankheit nicht akzeptieren kann, darüber Witze macht oder Äußerungen macht wie folgt: „Mensch, kann sich der Udo denn nicht zusammenreißen. Mir selbst fällt doch das Aufstehen auch schwer, quäle mich aber aus dem Bett und meistere den Alltag. Das muss doch der dann auch schaffen.“ Es gibt eine Reihe von solchen Äußerungen und Vorteilen, z.B. wird oft die Persönlichkeit selbst bei den Betroffenen verantwortlich gemacht. Eine Depression kann oft schleichend beginnen und über Jahre hinweg unentdeckt bleiben.

Die folgende Arbeit soll sich mit den Anzeichen einer Depression beschäftigen, den Auslösern, mit Krankheiten, mit der die Depression oft verwechselt wird und den unterschiedlichen Therapieformen. Ein wichtiger Punkt ist auch, wie das Umfeld und Angehörige damit richtig umgehen.

2. Anzeichen, Ursachen und Symptome einer Depression

2.1 Anzeichen und Charakterisierung einer Depression

Ältere Menschen haben in ihrem Lauf des Lebens bereits viele Konflikte und Lebenskrisen gemeistert und durchgestanden. Aufgrund dieses Erfahrungsschatzes sind sie im Alter robuster, weniger emotional labil und dadurch gegen Depressionen weniger anfälliger als z.B. junge Menschen. Von älteren Menschen kann man viel lernen und sie erzählen gerne über die Erfolge als auch Misserfolge aus ihrem Leben. Mit zunehmendem Altem verändern sich jedoch viele Dinge im Umfeld. Dazu gehören Verlust der Angehörigen, liebsten Freunde, Krankheit oder Tod des Ehemannes, eine kontinuierliche Veränderung der psychischen und physischen Funktionen. Ab den 30 Lebensjahr geht ein Mensch kontinuierlich altern, sowohl körperlich als auch kognitiv. Auf der anderen Seite ist jedoch der Körper ist in der Lage, die Veränderungen sehr gut zu kompensieren und hat einen guten Regenerierungsmechanismus.

Über diesen Verlust Trauer zu empfinden, ist völlig menschlich und normal. Aber wenn die Trauer nicht mehr verschwindet, die innere Leere bleibt, die gedrückte Stimmung den Betroffenen täglich begleitet, sich über den gesamten Alltag sich ein grauer Schlauer legt und nichts mehr Spaß macht, ist der Zustand in eine Depression übergegangen. Folgende Symptome deuten auf eine Depression hin oder charakterisieren diese:

- Langanhaltende depressive Verstimmung
- Eine Minderung im Antrieb, Rückzug, Verschlossenheit, Isolierung
- Fehlende Motivation, Lustlosigkeit, innere Leere
- Fehlende Freude, selbst an Dingen oder Hobbys, die früher Spaß gemacht haben
- Erschöpfungsanfälle, fehlende Energie, der Eindruck, zu allem fehlt einem die nötige Kraft
- Schlaflosigkeit, aber gleichzeitig der Eindruck, nicht genug Schlaf zu bekommen oder im Gegenteil, ein hohes Schlafbedürfnis
- Verlangsamung des Denkens, Fühlens und Handels d.h. die Betroffenen sprechen weniger oder ungern, sind in allen Bewegungen verlangsamt und auch im Denken und der Reaktionsfähigkeit schwerfälliger
- Verlust des Appetits
- Verlust oder Minderung der Sinneslust (Sex)
- Eine starke depressive Verstimmung kann sogar somatisch in körperlich Schmerzen übergehen, so dass z.B. Bewegungen schmerzen, es zu Rückenschmerzen oder Herzschmerzen kommt,
- epressive Verstimmungen können chronische Krankheiten oder Schmerzen zusätzlich verschlimmern
- Merkfähigkeit, Konzentration und Gedächtnis lassen nach (ähnlich wie bei einer Demenz: der Betroffene fährt in die Stadt, und findet plötzlich nicht mehr nach Hause)
- Innere Unruhe, Panikattacken, völlige Hoffnungslosigkeit, verallgemeinert ein negatives Erlebnis auf alles, falscher Bezug zu Dingen (Peter wird unterbrochen, und nimmt das persönlich, Peter bekommt ein Projekt nicht und deutet sofort, dass seine Gruppe als schlecht eingestuft wird) 89

Depressive Symptome sind einer der häufigsten Symptome, aber können auch zu sehr unspezifischen Symptomen gehören. Eine Depression wird eingeteilt in leicht, mittel und schwere Depression. An dieser Stelle darf die vorrübergehende saisonale Winterdepression nicht vergessen werden, deren Ursache der Lichtmangel ist. Die oben genannten Symptome charakterisieren eine Depression, aber für eine Depression muss nicht jedes der einzelnen Symptome vorhanden sein. Eine Person kann verglichen von einer Skala von 1-10 jeden dieser Zustände einnehmen, d.h. der eine hat nur ein paar dieser Symptome, die zwar seine Lebensqualität mindern, ist aber in der Lage, seinen Alltag zu bewältigen oder sehr nah an „einen normalen Zustand“ während der andere an einer schweren Depression leidet, aus seinem seelischen Tief allein nicht mehr rauskommt und dringend psychiatrische Hilfe benötigt. Diese Diagnose sollte immer ein entsprechender Fachexperte erstellen, wie z.B. der zuständige Hausarzt oder Psychologe. Hilfreich ist es, wenn in das Beratungsgespräch eine weitere Bezugsperson mitkommt, wie z.B. der pflegende Angehörige oder Ehemann. Auf diese Weise hat man eine andere Sichtweise auf die Dinge, mehr Indizien dafür oder dem Betroffenen fällt es leichter, zu sprechen. Oft tritt auch der Fall ein, dass der Betroffene seine Krankheit herunterspielt, diese sich selbst nicht eingestehen will oder auf keinen Fall sich „für verrückt erklären lasst“ oder fremde Hilfe annehmen will. Wenn die Person oder die Angehörigen darüber berichten, dass sich seine Gedanken über bestimmte Aussagen kreisen wie z.B. “Ich bin doch eine Last für meine Familie, eine Last für die ganze Gesellschaft, ich will nicht mehr möchte am liebsten sterben “ Das ist ein wirklicher Notfall und hier sollte ohne Verzögerung sofort Hilfe geholt werden. Am besten den Betroffenen vor Ort wenn möglich einsperren, am Verlassen der Wohnung verhindern und ihn/sie in eine psychiatrische Klinik einweisen. Auch wenn es schwerfällt oder ihn/sie aus früheren Tagen ganz anders kennt. 5 3

Außerdem sollte wiederum über ein paar sogenannten „Hallo-Symptomen“ nicht überstürzt auf eine Depression geschlossen werden. Es gibt durchaus Menschen, die vom Personentyp her schon immer sehr melancholisch sind oder nicht so fröhlich und überaus optimistisch wie andere Menschen. Jeder dieser Charakterzüge, die einen Menschen in seiner Persönlichkeit ausmachen hat seine Vor- und Nachteile. Depressive Menschen können sehr mitfühlend sein, besitzen viel Empathie und können sich gut in andere Menschen hineinversetzten und deren Sorgen und Ängste besser verstehen und akzeptieren wie andere Menschen. Für einen Psychiater oder Krankenpfleger ist das durchaus vom Vorteil. So findet man in dieser Berufsgruppe diesen „depressiven Charakterzug“ häufiger. Ist dieser aber zu stark ausgeprägt, kann es auch zum Nachteil werden (die Person leidet viel zu sehr mit, kann das Leid der Person nicht abgrenzen, nimmt sich vieles zu sehr zu Herzen, denkt, es gäbe auf dieser Welt nichts anderes, als Leid, obwohl dies nur ein kleiner Ausschnitt ist etc.) 6

2.2 Ursachen und Auslöser einer Depression sowie Tipps zur Hilfe

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die eine Depression auslösen. Eine Rolle spielt das Umfeld und die Schicksalsschläge des Betroffenen. Dazu zählen z.B.

- Verlust des geliebten Ehepartners, erwachsene Kinder schenken einem wenig Aufmerksamkeit, wohnen am anderen Ende Deutschlands
- Der Freundeskreis wird mit der Zeit kleiner (Trauergruppe gründen oder besuchen, um sich mit gleichgesinnten zu treffen und auszutauschen, darüber reden)
- Vereinsamung und Isolation, Altersarmut, jeder Pfennig muss umgedreht werden, am Ende des Monats wird gehungert, da das Geld nicht mehr reicht, Sorgen um kleine Dinge im Alltag, die derjenige nicht mehr allein meistern kann (Mehrgenerationenhaushalt, Senioren-WG, Ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe, Hilfe der Kinder- oder Enkelkinder, Haushaltshilfe, Verein gegen Vereinsamung)
- Chronische Krankheiten und psychische Erkrankungen, Demenz, Parkinsons, bleibende Folgeschäden eines Herz- oder Schlaganfalles, der Betroffene ist in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt, verlässt nicht einmal das Haus etc. (auch wenn es manchen am Anfang schwer fällt, nicht nur die Krankheit in den Lebensmittelpunkt lenken, sondern den Fokus auch auf andere Dinge lenken wie z.B. die gesunden Teile des Körpers, sehen, was man doch trotz der Einschränkung noch alles bewältigt, schönen Dinge am Tag betrachten, Mediation)
- das Gefühl der Sinnlosigkeit, das Loch, das nun die fehlende Arbeit hinterlässt, eine fehlende sinnvolle Beschäftigung, die einen erfüllt (Ersatzoma für Kinder, die keine Oma besitzen, Ehrenamtliche Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe, Tafel, Sozialläden, ein neues Hobby lernen, das man schon immer lernen wollte, Reisen)
- Trauma aus dem Leben, das wieder hochkommt, Dinge aus der Biografie, die aufgearbeitet werden muss, wiederholende destruktive Denkmuster (psychologische Hilfe sinnvoll, mit demjenigen Biografie und Schicksalsschläge aufarbeiten, wenn es sich nicht um zu belastendem Ding handeln)
- Negative Sichtweise auf die Dinge, keine Akzeptanz über die veränderten Dinge (kann nicht mehr, wie früher), Gedanken steuern stets einem Abgrund zu (Übungen, um Denkfehler zu vermeiden) 89

Es gibt im sozialen Umfeld sicherlich noch mehr Faktoren, aber diese sind die wichtigsten. Eine andere Ursache ist die vererbte Genetik. Wie viele Lebensgeschichten zeigen, kann durch die Familie ein Hang zur Depression vorhanden sein und in der Familie liegen. Aber allein eine Disposition zu einer Depression reicht nicht immer aus, sondern erst äußere Schicksalsschläge oder das Umfeld führen dazu. Und wenn jemand weiß, dass er/sie oder die Familie einen Hang zu einer Depression besitzt, kann hier durch das Erlernen z.B. von Denkweisen einer Depression vorgebeugt werden. An diesem Punkt kann auch gestritten werden, ob der Auslöser allein genetisch bedingt ist oder einfach die erlernte Art und Weise, wie die Familie mit Rückschlägen und Misserfolgen umgeht. Die eigene Persönlichkeit und Erziehung in der Kindheit spielen eine große Rolle. Selbstbewusste Menschen mit einer starken Persönlichkeit gehen mit kurz oder langfristigen Misserfolgen besser um.

2.3 Psychische Krankheiten, mit denen eine Depression leicht verwechselt wird

Demenz: Vor allem bei älteren Menschen besteht die Gefahr, eine Depression mit einer Demenz zu verwechseln, da sich diese in der Symptomatik sehr ähnlich sein können. Betroffene Menschen können sich Dinge schwerer merken, haben Schwierigkeiten, einem Film oder Gespräch zu folgen, sprechen verlangsamt oder fahren einfach in die Stadt, finden aber nicht mehr nach Hause. 8

Manisch-Depressiv: Bei einer bipolaren Störung liegen abwechselnd Phasen einer gedrückten Stimmung oder sehr euphorischen Stimmung vor. Sind die Menschen in einem Hoch, fühlen sie sich oft wie im „siebten Himmel“, sind ganz in Ektase und in einem Glücksrausch, schlafen sehr wenig (manchmal reichen drei Stunden). Befinden sie sich jedoch in einem Tief und kommen nicht mehr weiter, gehen sie zu einem Arzt. Es kann der Fall bestehen, dass Betroffene Menschen nur von ihrem Tief berichten, da dieser Zustand belastend ist. Vom Glücksrausch wird nicht berichtet. Bekommt nun aber ein manisch-depressiver Mensch ein Antidepressivum, hat dies eine sehr paradoxe Wirkung. Besteht ein Hang zum Suizid, kann dieser Wirkstoff die Wirkung verstärken, so dass ihm der letzte Kick zum Suizid gegeben wird. Es können sehr bizarre Mordfantasien entstehen, wie z.B. das ständige Kreisen um den Gedanken, in einer Menschenmasse Selbstmord zu begehen und dabei ebenso möglichst viele Menschen zu töten. Aus den Medien gibt es einen bekannten Fall eines Flugzeugspiloten, der Antidepressiva nahm und in psychiatrischer Behandlung war. Bei dem Unglück steuerte er das gesamte Flugzeug in einen Berg. Lang wurde darüber diskutiert, ob dies ein Unfall oder erweiterter Selbstmord ist. Um die Gefahr zu minimieren, dürfen nun Piloten nur noch zu zweit fliegen, so dass der einer den anderen Piloten kontrollieren kann. Im Nachhinein stelle sich eine manisch-depressive Erkrankung heraus. Bei einer bipolaren Störung können diese Menschen sich z.B. finanziell ruinieren. Diese Menschen gehören in eine Psychiatrie. 2

Borna' sche Pferde und Schaflcrankheit: Diese Krankheit äußerst sich in der Symptomatik täuschend ähnlich den psychischen Krankheiten, ist aber weitgehend unbekannt. Antidepressiva selbst sind hier wirkungslos. 2009 wurde das Virus erstmals im menschlichen Organismus nachgewiesen; es handelt sich hier um eine Virusinfektion. Ärzte vermuten, dass sogar jeder Dritte Mensch in Deutschland das Virus in sich trägt. Allerdings bricht es nur in seltenen Fällen aus, z.B. als Folge einer Immunschwäche oder Stress. Insbesondere langanhaltende negative Belastungen können den Ausbruch begünstigen. Dann greift der Bornavirus das zentrale Nervensystem an, v.a. das limbische System, das zuständig ist für Emotionen und Gefühle. Dort ruft er die Symptomatik bekannter psychischer Krankheiten hervor wie Depression, bipolaren Phasen, Schizophrenie oder Zwangsstörungen. 2

Verhalten älterer Menschen: Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel und die biologischen Prozesse, das auch völlig normal ist. Diese biologischen Veränderungen äußern sich ebenso im Denken und Handeln. Ältere Menschen bewegen oder reagieren langsamer, lassen auch in der Merkfähigkeit nach, auch wenn sie nicht an Demenz leiden. Dies wird zu einem typischer Altersprozess und keiner Depression zugeordnet. Dazu muss man bedenken, dass Senioren eine sehr inhomogene Gruppe sind, d.h. im Alter von 60-75 Jahren findet man alles zwischen sehr rüstigen sportlichen Rentner bis immobilen sehr gebrechlichen chronisch Kranken schwachen Rentner. 3

Chronisch leichte Form der Depression: Diese Art der Depression kann über Jahre hinweg bestehen und bereits im Jugendalter beginnen. Sie äußerst sich über eine trübe Stimmung, Energiemangel, Probleme bei der Entscheidungsfindung, schwache Selbstachtung und kann in eine Depression übergehen. Die gedrückte Stimmung sorgt für den Mangel der Glückshormone. Aber es kann ebenfalls der umgekehrte Fall vorliegen. Der niedrige SerotoninSpiegel ist genetisch bedingt. Diese Menschen haben ein größeres Risiko, an Drogen hängen zu bleiben. Da diese Menschen über Jahre hinweg an einer gedrückten Stimmung leiden, und durch Drogen plötzlich einen nie gekannter Glücksrausch erlebt wird, so dass sie die ganze Welt aus den Ankern heben können, ist das Risiko einer Drogensucht höher. Soziale Faktoren wie z.B. ausbleibender Erfolg, Jobverlust etc. können verstärkend wirken. 6

Übergang in psychosomatische Erkrankungen, deren Ursache in einer Depression liegt. Depressionen können eine ganze Reihe von chronischen und körperlichen Krankheiten auslösen, deren Genesung nur vollständig erreicht wird, wenn die Depression therapiert werden. Dazu zählen z.B. Rückenschmerzen, Schmerzen in allen Körperteilen, Magen-und Darmbeschwerden, Verstopfung oder Ohrgeräusche. Tabletten sind hier nicht so wirkungsvoll wie eine Therapie der Depression, wenn der Ursprung in der Depression liegt. Erschwerend kommt dazu, dass manche Betroffene nur von den körperlichen Beschwerden beim Hausarzt berichten und sich eine psychische Krankheit nicht eingestehen wollen. Vor Ihnen wird ein langer Leidensweg liegen. Somatoforme Störungen des Herzens, wie z.B. Herzrasen, Druck oder Schmerzen in der Herzgegend oder Herzstolpern gehören ebenso dazu, wenn dafür keine organische Erkrankung ausfindig gemacht werden kann. Andere Krankheiten, deren Ursprung in einer seelischen Erkrankung liegt: Rheuma, Arthritis, Morbus Chron, Fibromyalgie-Syndrom, Asthma, Blasenstörungen, Unterleibsschmerzen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen Psoriasis oder Neurodermitis. Hier ist natürlich eine medikamentöse Behandlung notwendig, eine ganzheitliche Betrachtung würde aber die Wurzel des Übels anpacken. 7

Die Diagnose einer Depression muss stets ein Fachexperte erstellen und darf auf eigene Faust nicht therapiert werden. Dazu muss ein Vitaminmangel (Eisen, Mangel der B-Vitamine) sowie körperliche Krankheiten völlig ausgeschlossen werden. Das Erkennen der Depression gehört zwar nicht in das Aufgabengebiet einer beratenen Seniorenbetreuerin, aber es schadet nichts, wenn man darüber Bescheid weiß und mit dem Betroffenen darüber reden kann. Manchmal wissen die Götter in Weiß auch nicht alles, und wer nichts weiß, glaubt vieles ohne kritische Hinterfragung. Als Betreuerin ist man erstmals am nächsten am Menschen dran, kennt auch die Aussagen und Meinungen der Familie. Wenn der Sachverhalt einem ebenfalls bekannt ist und detaillierter darüber berichtet werden kann, tut sich der Arzt hinter her leichter, sich davon ein eigenes Bild zu machen oder kann bestimmte Dinge auch besser ausschließen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Verharmlosung von Depressionen im Alter. Therapien und alternative Behandlungsmethoden
Hochschule
Impulse e.V. - Schule für freie Gesundheitsberufe  (Heilpraktikerschule)
Veranstaltung
Heilpraktiker nach Psychotherapie
Note
1,7
Jahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V994815
ISBN (eBook)
9783346365446
ISBN (Buch)
9783346365453
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moderne alternative Therapien zur Therapie von Depressionen, Wirkung von Antidepressive, Hauptherapien Depression, destrutkive negative Denkmuster mit einfachen Alltagsübungen durchbrechen, Depression richtig erkennen und deuten, psychische und physische Krankheiten mit denen eine Depression oft verwechslet wird
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Verharmlosung von Depressionen im Alter. Therapien und alternative Behandlungsmethoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/994815

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