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Der Basler Daniel Frischmann (1728-1808). Kolonialoffizier im Dienst der East-Indian-Company

Titel: Der Basler Daniel Frischmann (1728-1808). Kolonialoffizier im Dienst der East-Indian-Company

Seminararbeit , 2019 , 47 Seiten , Note: 6,0

Autor:in: Joachim Struck (Autor:in)

Geschichte Europas - Kolonialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit steht der Basler Söldneroffizier Daniel Frischmann, eingebunden in ein gesellschaftliches Netzwerk, im Mittelpunkt der Betrachtung.

Die Mikrostudie nimmt dabei eine akteurzentrierte Perspektive ein und geht auf Grundlage der vorliegenden Quellen den Fragen nach, wie Frischmann die Erfahrungen während seiner 23 Jahre im Dienste der britischen Armee bzw. der East-Indian-Company verarbeitete, kommunizierte und welchen Stellenwert das Festgehaltene im Kontext der Quellen und der Forschung hat.

Des Weiteren wird untersucht, auf welchen Beziehungsebenen seine Reintegration in die Basler Gesellschaft sichtbar wird, wie und mit welchen Mitteln er seinen Aufstieg in die Elite der Stadt erreichte und in welche kommunikativen und gesellschaftlichen Netzwerke er integriert war.

Das Bild des Schweizer Söldners wird gern mit der wehrhaften Eidgenossenschaft assoziiert, doch gleichzeitig schwingt stets etwas Unbehagen mit, und auch in der Historiografie ist dieses Kapitel umstritten. So weckt schon das Wort Söldner negative Assoziationen. Lieber schreibt man in relevanten Publikationen über «Schweizer in fremden Diensten».

Schweizer in «Fremden Diensten» bilden keine homogene Gruppe, sondern weisen bezüglich sozialer Herkunft, ökonomischer Situation und Motivation für den Solddienst ein breites Spektrum auf. Im Vergleich zum zahlenmässig dominierenden und unternehmerisch durchorganisierten französischen Solddienst sind die inoffiziellen englischen, niederländischen und preussischen Werbungen schwieriger zu fassen und weniger untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Literaturüberblick

2. Quellen

3. Daniel Frischmanns Lebenslauf als Selbstzeugnis

3.1 Inhaltsangabe des Lebenslaufs

3.2 Einordnung der Quelle in die Kategorie der Selbstzeugnisse und als Bestandteil seiner Leichenpredigt

4. Frischmann in Indien

4.1 Kurzer Abriss der Geschichte Indiens im 18. Jahrhundert unter Berücksichtigung der Rolle der British-East Indian-Company

4.2 Die Schweizer Söldnerkompanien von 1751-54 der British-East-Indian-Company

4.3 Die Angaben aus Frischmanns Lebenslauf im Kontext von weiteren Quellen und Zeugnissen zu seinem Leben

4.4 Kontroverse um Frischmanns militärischen Einsatz in Indien

5. Frischmann in Basel

5.1 Angaben aus seinem Lebenslauf

5.2 Frischmanns Zeit in Basel ab 1770 im Lichte weiterer Quellen

6. Fazit

7. Karte Indiens von Mitte des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts

8. Transkriptionen

9. Quellen

10. Literatur

11. Abbildungs- und Kartennachweis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Mikrostudie untersucht den Lebensweg des Basler Söldneroffiziers Daniel Frischmann, der über zwei Jahrzehnte im Dienste der britischen East-Indian-Company in Indien verbrachte. Das zentrale Ziel der Arbeit ist es, auf Basis seines persönlichen Lebenslaufs und zeitgenössischer Quellen zu analysieren, wie Frischmann seine Kriegserfahrungen verarbeitete und kommunizierte, wie er seine Reintegration in die Basler Gesellschaft vollzog und in welche sozialen Netzwerke er eingebunden war.

  • Die Analyse von Selbstzeugnissen zur Rekonstruktion individueller Kriegserfahrungen.
  • Die Untersuchung der Rolle und Motivation von Schweizer Söldnern in britischen Kolonialdiensten.
  • Die Darstellung der sozioökonomischen Rahmenbedingungen des Solddienstes im 18. Jahrhundert.
  • Die Einbettung der Biografie in das kollektive Gedächtnis der Basler Oberschicht.
  • Der Einfluss von Netzwerkbildung durch ehemalige Kolonialoffiziere auf die lokale Integration.

Auszug aus dem Buch

3.1. Inhaltsangabe des Lebenslaufs

Zentrale Quelle dieser Arbeit ist das Selbstzeugnis seines handgeschriebenen Lebenslaufs, der auch als Vorlage zu seiner bei seinem Begräbnis von Pfarrer Hieronymus Falkeisen in der Pfarrkirche St Leonhard zu Basel am 18. Juni 1808 gehaltenen Leichenpredigt diente. Diesen Lebenslauf hat Daniel Frischmann frühestens zwei Jahre vor seinem Tode verfasst, denn als letzter Eintrag erscheint die Geburt seiner Enkelin Rosina, der Tochter seines Sohnes Albrecht und dessen Ehefrau Rosina Stickelberger, am 11. März 1806.

Er zeichnet damit ein für die Nachwelt bestimmtes Bild von sich und seinem Leben, da der Lebenslauf, welchen er wahrscheinlich eigens zu diesem Zweck selbst verfasst hatte, als Grundlage seiner Leichenpredigt diente, die auch gedruckt erschien und damit nicht nur für die direkt am Begräbnis teilnehmende Trauergemeinde bestimmt war. In diese Leichenpredigt wurde nicht der gesamte Lebenslauf übernommen, sondern nur die Passage, die Pfarrer Falkeisen angemessen und für seine Intention passend erschienen.

Der Lebenslauf wurde mit schwarzer Tinte auf vier Seiten eines Papierbogens geschrieben, deren Kantenlängen 34,5 x 21,5 cm betragen. Die ersten drei Seiten sind vollständig in Kurrentschrift beschrieben, die vierte Seite nur zur Hälfte. In der unteren Hälfte der Seite wurde von späterer Hand quer zum Haupttext der Zusatz „Begräbniß Unkosten Rödel“ hinzugefügt. Der Lebenslauf ist, wie für dieses Genre üblich, in auktoraler Erzählperspektive verfasst und beginnt mit Daniel Frischmanns Geburt als Sohn des Degenschmieds Johann Rudolf Frischmann und seiner Ehefrau Johanna Burckhardt am 20. Mai 1728.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Literaturüberblick: Dieser Abschnitt bietet einen Einstieg in das Thema der Schweizer Söldner in fremden Diensten und ordnet die Person Daniel Frischmanns in den aktuellen Forschungsstand der Mikrostudien ein.

2. Quellen: Hier erfolgt eine kritische Vorstellung des für die Arbeit analysierten Primärquellenmaterials, darunter Archivbestände des Staatsarchivs Basel-Stadt und der handgeschriebene Lebenslauf Frischmanns.

3. Daniel Frischmanns Lebenslauf als Selbstzeugnis: Dieses Kapitel liefert eine inhaltliche Zusammenfassung des Lebenslaufs und kontextualisiert dessen Entstehung als Vorlage für eine gedruckte Leichenpredigt.

4. Frischmann in Indien: Das Hauptkapitel behandelt die historischen Hintergründe Indiens im 18. Jahrhundert, die militärischen Anwerbeverfahren und analysiert Frischmanns Erlebnisse während seiner Dienstzeit.

5. Frischmann in Basel: Dieser Teil befasst sich mit der Rückkehr des Offiziers nach Basel, seiner wirtschaftlichen und sozialen Reintegration in die städtische Elite sowie der Fortführung seiner militärischen Netzwerke.

6. Fazit: Die Zusammenfassung führt die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert über die Sinnstiftung durch Selbstzeugnisse im Kontext der damaligen Basler Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Daniel Frischmann, Söldneroffizier, East-Indian-Company, Basel, Selbstzeugnisse, Leichenpredigt, Indien, Kolonialgeschichte, Solddienst, soziale Netzwerke, Haidar Ali, Mysore-Kriege, Migration, Elite, Mikrostudie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist eine Mikrostudie über den Söldneroffizier Daniel Frischmann, der im 18. Jahrhundert 23 Jahre in Indien diente und nach seiner Rückkehr eine prominente Rolle in der Basler Gesellschaft einnahm.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Schweizer Solddienstes, die kolonialen Konflikte in Indien im 18. Jahrhundert sowie die gesellschaftliche Reintegration ehemaliger Offiziere in ihre Heimatstadt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, mittels einer akteurzentrierten Perspektive auf Basis von Frischmanns eigenem Lebenslauf zu verstehen, wie dieser seine Erfahrungen verarbeitete und seinen sozialen Aufstieg in Basel verwirklichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen historisch-analytischen Ansatz unter besonderer Berücksichtigung von Selbstzeugnissen und Archivmaterial, um sowohl die individuelle Biografie als auch den breiteren historischen Kontext zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Situation in Indien unter der East-Indian-Company, Frischmanns militärische Laufbahn und die Kontroversen um sein Verhalten in den Mysore-Kriegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Söldneroffizier, East-Indian-Company, Selbstzeugnisse, Basel, Kolonialgeschichte und soziale Netzwerke.

Welche Rolle spielt die Leichenpredigt für die Analyse?

Die Leichenpredigt dient als entscheidender Quellentypus, da sie zeigt, wie Frischmann (oder sein Umfeld) sein Leben für die Nachwelt idealisiert und in religiöse sowie gesellschaftliche Konventionen eingebettet hat.

Was besagt die Kontroverse um Frischmann in den Mysore-Kriegen?

Es gibt widersprüchliche Darstellungen in zeitgenössischen Biografien über Haidar Ali, die Frischmanns militärisches Verhalten im Jahr 1768 unterschiedlich interpretieren, was Frischmann zu einer schriftlichen Verteidigung seiner Ehre veranlasste.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Basler Daniel Frischmann (1728-1808). Kolonialoffizier im Dienst der East-Indian-Company
Hochschule
Universität Basel  (Departement Geschichte)
Note
6,0
Autor
Joachim Struck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
47
Katalognummer
V995239
ISBN (eBook)
9783346364722
ISBN (Buch)
9783346364739
Sprache
Deutsch
Schlagworte
basler daniel frischmann kolonialoffizier dienst east-indian-company
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Joachim Struck (Autor:in), 2019, Der Basler Daniel Frischmann (1728-1808). Kolonialoffizier im Dienst der East-Indian-Company, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995239
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Leseprobe aus  47  Seiten
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