Diese Fallstudie beschreibt aus der Perspektive einer fiktiven Unternehmensberatung die Identifikation und Evaluation von Vorgehensmodellen zur Einführung von Business Intelligence (BI) Systemen bei einem mittelständischen Handelsbetrieb.
Hierzu werden die Lesenden zunächst in das Thema eingeführt, anschließend die Begriffe "Projekt", "IT-Projekt" und "Vorgehensmodell" definiert um im Anschluss auf die Besonderheiten von BI-Projekten einzugehen.
Weiterhin werden die bisher in IT-Projekten etablierten Vorgehensmodelle analysiert und im Hinblick auf deren Eignung für BI-Projekte bewertet. Zum Abschluss wird ein Kriterienkatalog entwickelt, mithilfe dessen Vorgehensmodelle künftig evaluiert werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Beschreibung der Akteure
1.2. Ausgangssituation
1.3. Fallbeschreibung und Aufgabenstellung
2. IT-Projekte und Vorgehensmodelle
2.1. Begriffsdefinition: (IT-)Projekt und Vorgehensmodell
2.2. Sequenzielles Vorgehensmodell: Wasserfallmodell
2.3. Iteratives Vorgehensmodell: Rational Unified Process
2.4. Agiles Vorgehensmodell: Scrum
3. BI-Projekte: Besonderheiten und vorhandene Modelle
3.1. Definition und Konzept von Business Intelligence
3.2. Besonderheiten von BI-Projekten
3.3. Etablierte Vorgehensmodelle in BI-Projekten
4. Analyse der Eignung von Vorgehensmodellen für BI-Projekte
4.1. Phasenorientierte Vorgehensmodelle
4.2. Iterative und iterativ-inkrementell Vorgehensmodelle
4.3. Agile Vorgehensmodelle
5. Entwicklung von Auswahlkriterien für BI-Vorgehensmodelle
5.1. Identifikation allgemeingültiger Auswahlkriterien in IT-Projekten
5.2. Berücksichtigen der Besonderheiten von BI-Projekten
5.3. Zusammenfassen und Gewichten der Kriterien
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, für die Einführung eines Business-Intelligence-Systems bei dem Handelsunternehmen „BioFood“ geeignete Vorgehensmodelle zu identifizieren und einen Kriterienkatalog für deren Auswahl zu entwickeln. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Übertragbarkeit bekannter IT-Vorgehensmodelle auf die spezifischen Anforderungen und Herausforderungen von BI-Projekten.
- Identifikation und Beschreibung allgemeiner Vorgehensmodelle für IT-Projekte.
- Analyse der spezifischen Herausforderungen und Besonderheiten von BI-Projekten.
- Untersuchung der Eignung verschiedener Modelltypen für den BI-Kontext.
- Entwicklung und Gewichtung eines Kriterienkatalogs zur nachvollziehbaren Modellauswahl.
Auszug aus dem Buch
3.2. Besonderheiten von BI-Projekten
BI-Projekte unterscheiden sich durch einige Spezifika von anderen IT-Projekten. Diese Unterschiede sollen im Folgenden kurz beschrieben werden.
Zunächst scheint der Begriff Projekt im BI-Umfeld unpassend zu sein. So sind Vorhaben in diesem Umfeld eher als fortlaufende Entwicklung zu sehen, da ständig neue Anforderungen umgesetzt werden können und sich Fragestellungen, die durch BI adressiert werden, häufig ändern. Des Weiteren sind BI-Systeme stark mit einer Vielzahl an operativen Systemen verknüpft bzw. von diesen abhängig. In diesen Systemen wiederum arbeitet eine Vielzahl von Mitarbeitern aus verschiedensten Fachbereichen. Diese Heterogenität von Systemen und Anwendern führt zu einer gesteigerten Komplexität.
Eine weitere Herausforderung bei BI-Projekten sind Risiko und Restriktionen. Da die Quellsysteme bereits existieren kann keine Planung von Grund auf erfolgen, da bereits Restriktionen durch die heterogene und vorhandene Systemlandschaft vorhanden sind. Wird mit produktiven Daten gearbeitet steigt das Risiko von ungewollten Datenverlusten.
In BI-Projekten müssen häufig Endanwender bereits von Beginn an einbezogen werden. Diese haben jedoch häufig Probleme ihre Anforderungen bereits ex ante klar auszudrücken bzw. es droht die Gefahr von Missverständnissen. Da BI-Projekte häufig bereichsübergreifend durchgeführt werden müssen, muss die Notwendigkeit außerdem an sehr hoher Stelle im Unternehmen (z. B. in der Geschäftsleitung) gefördert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Akteure, die Ausgangssituation beim Unternehmen „BioFood“ sowie die Aufgabenstellung und das Vorgehen der Fallstudie vor.
2. IT-Projekte und Vorgehensmodelle: Hier werden grundlegende Begriffe definiert und drei zentrale Kategorien von Vorgehensmodellen (Wasserfallmodell, RUP und Scrum) erläutert.
3. BI-Projekte: Besonderheiten und vorhandene Modelle: Dieses Kapitel definiert Business Intelligence und analysiert die spezifischen Besonderheiten sowie etablierte Vorgehensmodelle in diesem Bereich.
4. Analyse der Eignung von Vorgehensmodellen für BI-Projekte: Hier wird untersucht, inwiefern phasenorientierte, iterative und agile Modelle theoretisch für den Einsatz in BI-Projekten geeignet sind.
5. Entwicklung von Auswahlkriterien für BI-Vorgehensmodelle: In diesem Kapitel werden allgemeine und BI-spezifische Kriterien identifiziert, zusammengefasst und gewichtet, um eine fundierte Modellauswahl zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Business Intelligence, BI-Projekte, Vorgehensmodelle, Wasserfallmodell, Rational Unified Process, Scrum, Projektmanagement, Softwareentwicklung, Anforderungsmanagement, Systemlandschaft, Data Mining, IT-Projekte, Prozessoptimierung, Unternehmensberatung, Auswahlkriterien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Fallstudie grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Auswahl und Eignung von Vorgehensmodellen für die Einführung von Business-Intelligence-Systemen in Handelsunternehmen am Beispiel von „BioFood“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind das Projektmanagement in der IT, die spezifischen Anforderungen von Business-Intelligence-Projekten und die Analyse verschiedener Vorgehensmodelle wie Wasserfall, RUP und Scrum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bereitstellung eines fundierten Kriterienkatalogs, der Unternehmen bei der nachvollziehbaren Auswahl eines geeigneten Vorgehensmodells für BI-Einführungsprojekte unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine strukturierte Literaturanalyse zur Identifikation von Vorgehensmodellen sowie eine deduktive Analyse zur Ableitung von Auswahlkriterien unter Berücksichtigung spezifischer BI-Herausforderungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Vorgehensmodellen, die Identifikation von Besonderheiten bei BI-Projekten und die anschließende kritische Analyse der Modelle hinsichtlich ihrer Eignung für BI.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Business Intelligence, Vorgehensmodelle, BI-Projekte, Agile Methoden und Anforderungsmanagement charakterisiert.
Warum wird der Begriff „Projekt“ im BI-Kontext in der Arbeit hinterfragt?
Der Autor führt aus, dass BI-Vorhaben eher als fortlaufende Entwicklungen zu verstehen sind, da sich Anforderungen ständig ändern und das System über Jahre hinweg permanent angepasst werden muss.
Welche Rolle spielt die Partizipation der Anwender bei BI-Projekten?
Der Einbezug der Anwender wird als kritischer Erfolgsfaktor hervorgehoben, da eine zu späte Einbindung häufig als Hauptgrund für das Scheitern von BI-Projekten identifiziert wurde.
Welche Vorgehensmodelle erscheinen laut Analyse am geeignetsten?
Die Analyse legt nahe, dass insbesondere agile Vorgehensmodelle sowie iterative Ansätze die geforderte Anpassungsfähigkeit für BI-Projekte am besten unterstützen.
- Arbeit zitieren
- Andreas Aumeier (Autor:in), 2020, Etablierung von Business-Intelligence-Systemen. Identifikation und Evaluierung eines Vorgehensmodelles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995872