„The Night Of The Hunter“ stellt das einzige Regiewerk von Charles Laughton dar, welches auch Jahrzehnte später noch als Meisterwerk gilt. In diesem Drama von 1955 geht es um den Betrüger Harry Powell, der das Geschwisterpaar Pearl und John jagt. Diese Relevanz des Lichts ist in „The Night Of The Hunter“ deutlich erkennbar. Wie in der Analyse veranschaulicht wird, wird durch Licht und Schatten ein Sinngehalt kreiert, der nicht nur einen akzentuierenden, sondern einen fundamentalen Charakter in der Erzählung einnimmt.
In der Arbeit wird zunächst die Szene in Bezug gesetzt und anhand ihrer die Harry Powell Figur analysiert, in welcher durch diverse stilistische Mittel eine Doppeldeutigkeit hergestellt wird. Der Fokus wird hier besonders auf das oben erklärte supradiegetische Licht gesetzt, wobei andere Parameter wie die Kadrierung, Montage und Ton nicht außer acht gelassen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 Synopsis
1.2 Gegenstand
1.3 Systematik
2. ANALYSE
2.1 Skizzierung der Szene
2.2 Stilistische Mittel und deren symbolische Bedeutung
3. SCHLUSSBETRACHTUNG
3.1 Zusammenfassung der Beobachtungen und Ausblick
3.2 Finale Schlussbetrachtung
4. REFERENZEN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer detaillierten Szenenanalyse des Films "The Night Of The Hunter" (1955), durch welche filmischen Mittel die ausgeprägte Dualität des Antagonisten Harry Powell konstruiert und dem Zuschauer vermittelt wird. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie visuelle Parameter wie Licht, Bildkomposition und Kamerabewegungen das zwiespältige Wesen der Figur unterstreichen.
- Analyse der supradiegetischen Beleuchtung als Mittel zur Charakterisierung
- Untersuchung von Bildkomposition und Kontrastwirkung
- Symbolik und deren Einfluss auf die narrative Spannung
- Wechselspiel zwischen Sichtbarkeit und Verschleierung im filmischen Raum
Auszug aus dem Buch
Stilistische Mittel und deren symbolische Bedeutung
Die erste Einstellung in der hier analysierten Szene zeigt Harry Powell von hinten beleuchtet. Er ist in Dunkelheit getaucht und wir sehen nur seine Silhouette. Die supradiegetische Beleuchtung betont hier seine dunkle Seite. Wie auch im vorherigen Verlauf der Geschichte versteckt er sich im Dunkeln, bevor er aus dem Nichts ungeahnt auftaucht.
Auch der Himmel und der Rest der Außenwelt bilden durch einen starken Kontrast einen dunklen Rahmen für das Haus von Miss Cooper. Der Rahmen spiegelt das böse Vorhaben Harrys wieder, das im Gegensatz zu dem Haus steht, welches durch Helligkeit heraussticht und den Schutz der Kinder darstellt. Die Beleuchtung betont also den Kontrast von Miss Cooper und ihrem Haus zu Harry und seinen dunklen Absichten.
In der nächsten Einstellung, welche bei Minute 1:14:56 beginnt, sehen wir die Kinder in ihrem Schlafzimmer ruhen. Der junge Protagonist John schläft abseits der anderen Kinder in einem Einzelbett. Besonders auffällig ist hier die Form des Lichts, welches über ihm scheint: Sie erinnert an die eines Kirchturms. Dies unterstreicht nicht nur die Unschuld und das gute Wesen Johns, sondern gleicht auch der Beleuchtung einer vorherigen Szene im Film. Der Szene nämlich, in der Johns Mutter von Harry ermordet wird. Dies setzt John in Verbindung mit seiner gutmütigen doch naiven Mutter und kann als pessimistische Vorahnung gedeutet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Synopsis des Films ein, definiert den wissenschaftlichen Gegenstand hinsichtlich des Einsatzes von Licht und legt die Systematik der Analyse dar.
2. ANALYSE: Hier wird die ausgewählte Schlüsselszene detailliert skizziert und durch eine Untersuchung stilistischer Mittel wie Beleuchtung, Montage und Bildkomposition hinsichtlich ihrer symbolischen Bedeutung interpretiert.
3. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und ordnet die Ergebnisse in den filmtheoretischen Kontext der "Präzisionsinszenierung" ein.
4. REFERENZEN: Dieses Verzeichnis listet die verwendete Fachliteratur sowie die filmografischen Daten der Analyse auf.
Schlüsselwörter
The Night Of The Hunter, Harry Powell, Charles Laughton, Filmanalyse, Supradiegetisches Licht, Dualität, Bildkomposition, Präzisionsinszenierung, Schattenwurf, Symbolik, Kinogeschichte, Kontrastwirkung, Filmästhetik, Spannung, Erzählstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser filmwissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Darstellung der Figur Harry Powell in Charles Laughtons "The Night Of The Hunter" unter besonderer Berücksichtigung seiner innewohnenden Dualität.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf die filmische Gestaltung von Gut und Böse durch Lichtkontraste, Bildkomposition und symbolische Bildsprache.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen spezifischen filmischen Mitteln Laughton die Zweideutigkeit des Charakters Harry Powell in einer Schlüsselszene visualisiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der Szenenanalyse (Shot-by-Shot), unterstützt durch filmtheoretische Konzepte von Christine Brinckmann und David Bordwell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Dekonstruktion der Einstellungen einer spezifischen Sequenz gegen Ende des Films.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie "Supradiegetisches Licht", "Dualität", "Präzisionsinszenierung" und "Filmästhetik" beschreiben.
Warum spielt das Licht in dieser Analyse eine so tragende Rolle?
Licht wird hier nicht nur als notwendiges Mittel, sondern als "supradiegetisches" Gestaltungselement genutzt, das die moralische Dimension der Figuren kommentiert und verstärkt.
Welche Bedeutung kommt der Figur der Miss Cooper zu?
Miss Cooper fungiert als moralisches und visuelles Gegenstück zu Harry Powell, wobei ihre Autorität durch Lichtführung und Bildpositionierung im direkten Kontrast zum Antagonisten herausgearbeitet wird.
- Arbeit zitieren
- Josephine Jütte (Autor:in), 2018, Die Dualität des Protagonisten im Film "The Night Of The Hunter" von Charles Laughton, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995913