In der Hausarbeit sollen zunächst die Grundlagen der Kommunikation erläutert werden. Hierzu betrachte ich die Thesen von Paul Watzlawick näher und untersuche die nicht-direktive Beratungsmethode von Carl R. Rogers, die für das Aktive Zuhören grundlegend ist.
Im Anschluss betrachte ich das „Kommunikationsquadrat“ nach Schulz von Thun näher, in dem die Erkenntnisse von Watzlawick und Rogers kombiniert und ergänzt werden. Im zweiten Teil der Hausarbeit definiere ich Aktives Zuhören und beschreibe die zugehörigen Rahmenbedingungen und Methoden. Im letzten Abschnitt soll die Methodik des Aktiven Zuhörens anhand eines Fallbeispiels aus meiner beruflichen Praxis angewendet und erörtert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Grundlagen der Kommunikation
2.1 Die nicht-direktive Beratung
2.2 Das Kommunikationsquadrat
2.2.1 Die vier Botschaften
2.2.2 Die vier Ohren
3 Aktives Zuhören
3.1 Die Aktivierung des Selbstkundgabe-Ohrs
3.2 Paraphrasieren und Verbalisieren
4 Fallbeispiel aus der beruflichen Praxis
4.1 Fallbeispiel unter Anwendung des Aktiven Zuhörens
4.2 Fallanalyse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Anwendung der Kommunikationstechnik "Aktives Zuhören" im beruflichen Kontext, insbesondere im Bereich der Sozialassistenz, um durch eine wertschätzende Gesprächsführung die Selbstbestimmung der Klienten zu fördern und Kommunikationsstörungen zu vermeiden.
- Grundlagen der zwischenmenschlichen Kommunikation nach Watzlawick
- Methodik der nicht-direktiven Beratung nach Carl R. Rogers
- Analyse des Kommunikationsquadrats von Schulz von Thun
- Praktische Anwendung von Paraphrasieren und Verbalisieren
- Analyse eines Praxisbeispiels aus der Behindertenhilfe
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Aktivierung des Selbstkundgabe-Ohrs
Beim Aktiven Zuhören wird das Selbstkundgabe-Ohr aktiviert, nicht um den Kommunikationspartner zu bewerten oder ein Urteil zu fällen, sondern um sich situativ in die emotionale und geistige Lage des Gegenübers hineinzuversetzen (vgl. Schulz von Thun 2008: 57). „Man bemüht sich, für eine begrenzte Zeit den Standpunkt des anderen einzunehmen, die Dinge aus seinem Blickwinkel zu betrachten.“ (Hintz 2016: 273) Der Empfänger stellt seine eigene Gedanken- und Gefühlswelt in den Hintergrund (vgl. Schulz von Thun et al. 2008: 74), ähnlich wie es Rogers im therapeutischen Kontext empfiehlt: „Die wichtigste Technik, die zur Einsicht des Klienten führt, ist eine Technik, die vom Berater das Äußerste an Zurückhaltung verlangt.“ (Rogers 1997: 177)
Der Zuhörer ist in seinem Auftreten authentisch, seine Körperhaltung und Sprache stimmen überein (vgl. Schulz von Thun 2011: 116f.). Er stellt eine Vertrauensebene her, indem er dem Sender offen, respektvoll und positiv gegenüber tritt. Er nimmt Blickkontakt mit seinem Gegenüber auf, lässt diesen ausreden (vgl. Schulz von Thun et al. 2008: 73) und gibt „Aufmerksamkeitssignale“ (ebd.: 73) von sich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung begründet das Thema Aktives Zuhören, stellt die theoretischen Grundlagen (Watzlawick, Rogers, Schulz von Thun) vor und erläutert den Praxisbezug der Autorin in der Behindertenhilfe.
2 Grundlagen der Kommunikation: Dieses Kapitel erläutert die fünf Kommunikationsgrundsätze nach Watzlawick, die nicht-direktive Beratung nach Rogers sowie das Kommunikationsquadrat inklusive der vier Botschaften und der vier Ohren nach Schulz von Thun.
3 Aktives Zuhören: Hier wird das Aktive Zuhören als Kommunikationstechnik definiert, wobei die Aktivierung des Selbstkundgabe-Ohrs sowie die Techniken des Paraphrasierens und Verbalisierens im Vordergrund stehen.
4 Fallbeispiel aus der beruflichen Praxis: Der abschließende Teil kontrastiert ein missglücktes Gespräch mit einem dialogorientierten Gespräch unter Anwendung des Aktiven Zuhörens und analysiert den Mehrwert für die professionelle Arbeit mit Klienten.
Schlüsselwörter
Aktives Zuhören, Kommunikation, Watzlawick, Schulz von Thun, Rogers, nicht-direktive Beratung, Kommunikationsquadrat, Selbstkundgabe-Ohr, Paraphrasieren, Verbalisieren, Behindertenhilfe, Sozialassistenz, Gesprächsführung, Beziehungsarbeit, Selbstbestimmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Relevanz und praktische Umsetzung der Kommunikationstechnik "Aktives Zuhören" zur Verbesserung professioneller Beziehungen in der beruflichen Praxis.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit verbindet theoretische Kommunikationsmodelle von Watzlawick und Schulz von Thun mit der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Rogers und wendet diese auf ein Fallbeispiel aus der Behindertenhilfe an.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Aktives Zuhören eine wertschätzende Atmosphäre geschaffen wird, die Klienten bei der eigenständigen Lösungsfindung unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse theoretischer Konzepte, die durch eine praktische Fallanalyse und deren reflexiven Auswertung ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Kommunikation, die Definition und Methodik des Aktiven Zuhörens sowie deren praktische Erprobung anhand eines konkreten Betreuungsfalls.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Aktives Zuhören, Kommunikation, klientenzentrierte Beratung, Kommunikationsquadrat und Beziehungsarbeit.
Wie unterscheidet sich die "direktive" von der "nicht-direktiven" Beratung?
In der direktiven Beratung gibt der Berater vor, bewertet und erteilt Ratschläge, während bei der nicht-direktiven Beratung der Klient selbst im Zentrum steht und durch Aktives Zuhören befähigt wird, eigene Lösungen zu entwickeln.
Warum ist das "Selbstkundgabe-Ohr" für die Praxis so wichtig?
Es ermöglicht dem Zuhörer, die emotionale Lage des Gegenübers zu verstehen, ohne sofort zu bewerten oder ein Urteil zu fällen, was die Basis für eine vertrauensvolle Kommunikation bildet.
- Citar trabajo
- Sonja Fliegel (Autor), 2017, Aktives Zuhören in der beruflichen Praxis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995920