Die Wirkung des Heiligen Geistes in der Theologie J. Calvins


Hausarbeit, 2001

16 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Welche Auffassung vertritt der Autor und wie begründet er sie?

3. Ist seine Begründung überzeugend ?

4. Stimmt er mit der Darstellungen von Neuser und Krusche überein ?

5. Schlußwort

6. Literaturverzeichnis

7. Abkürzungsverzeichnis

1. Vorwort

Kein Thema wird in der Religionsliteratur so selten und knapp bearbeitet wie das Wirken des heiligen Geistes bzw. dessen Definierung.

Aus diesem Anlass habe ich mich entschieden, als Thema für meine Hausarbeit das Wirken des heiligen Geistes in der calvinistischen Theologie einmal näher zu unter- suchen, um zumindest in diesem kleinen Abschnitt der 2000-jährigen Kirchengeschichte etwas Licht in die Dunkelheit zu bringen.

Zu diesem Zwecke werde ich an ausgesuchten Beispielen erörtern, wie die Wirkung des heiligen Geistes in der Theologie Calvins sich verhalten hat und wie sie im Bezug zu anderen Bücherquellen steht.

2. Welche Auffassung vertritt der Autor und wie begründet er sie ?

In der Institutio deutsch vertritt Johann Calvin folgende Auffassungen:

1. Im ersten Buch, Kapitel 7, Abschnitt 4 dient der heilige Geist als Zugangsmittel Gottes zu den menschlichen Herzen, damit diese Gottes Lehre überhaupt empfangen können. Als Begründung führt Calvin Jesaja 59, 21 an (“Mein Geist(. . . ) sollen von deinem Mund nicht weichen(. . . )”). Zudem sieht Calvin im Geist die glaubensstabilisierende Kraft, um Gottes Wort auf Erden unerschütterliches “Gewicht” zu verleihen(“(. . . ) Siegel und Unter-Pfand zur Befestigung des Glaubens(. . . )”).

2. Im 1. Buch, Kapitel 9, Abschnitt 1 rechnet Calvin mit den sogenannten ”Schwärmern” ab, in dem er ihnen vorwirft, dass sie aufgrund der Mißachtung der Schriften Gottes Gott und den Geist auseinanderdividieren wollten. Da jedoch seines Erachtens Gott und Geist eine untrennbare Einheit bilden, verurteilt er diese Gruppierung als” der Raserei verfallen”, was in diesem Zusammenhang nichts anderes bedeutet, als daß seiner Auffassung nach diese Gruppe am wahren Glauben vorbeilebt. Als Begründung führt er 1Tim. 4, 13 an; in diesem Abschnitt wird sinngemäß “ zum Festhalten am lesen der Schrift ermahnt”. Damit macht Calvin deutlich, dass ohne Bezugnahme auf Gottes Schriften keine seriöse Religionsausübung möglich ist.

3. Im 1. Buch, Kapitel 9, Abschnitt 2 stellt Calvin die Unvergleichbarkeit des Hl. Geistes heraus. Damit möchte er die Besonderheit des selbigen besonders betonen. Dies ist nicht verwunderlich, da unter Punkt 2. ) er Gott und den Geist als Einheit definiert hat.

4. Im 2. Buch, Kapitel 11, Abschnitt 8 betont er die Wichtigkeit des Geistes, wenn es darum geht, eine Polarisierung zwischen dem AT und dem NT augenscheinlich zu machen. Das NT bezeichnet er als “geistlich” ;in diesem Zusammenhang bedeutet es, dass Gott den Menschen durch den Geist als Mittler die Botschaft des NT(“Werkzeug des Lebens”; “Gerechtigkeit”, . . . ) zugetragen hat. Das AT nennt Calvin “eine Buchstaben-lehre”, was in diesem Zusammenhang mit dem hl. Geist bedeuten soll, dass im Gegensatz zum NT das AT nicht die Besonderheit der geistlichen Inspiration wiederfahren ist, sondern menschenfeindlich und überholt ist(“AT bringt den Tod(. . . )”). Diese starke Polarisierung zwischen AT und NT ist für diese Zeit typisch, da lange geglaubt wurde, dass das NT der Ersatz des AT darstellen würde (Substitutionslehre). Um nun diese Überholtheit des AT ggb. dem NT zu untermauern, bemüht Calvin den Hl. Geist für eine positive Charakterisierung des NT bei gleichzeitiger Degradierung des AT. Im Gegensatz zu den obrig genannten Punkten führt Calvin in diesem Falle keine Textstelle an , die belegen könnte, dass nur das NT mit dem Spirit des Geistes Gottes erfüllt sei. Dies wäre auch aus der Bibel kaum zu entnehmen.

5. Im 3. Buch, Kapitel 1, Abschnitt 1 wird der hl Geist als Bote für das Tun Christi dar-gestellt, damit wir Menschen überhaupt das Heil Gottes erfahren dürfen. Aus dieser Text-passage wird deutlich, dass für Calvin die Diskrepanz zwischen Gott, Christus zu den Menschen gewaltig ist, sodass der Geist als Verständigungsmedium zwischen diesen beiden ungleichen Partnern vermitteln muss, damit dem nichtigen Mensch überhaupt das Heil Christie zu teil werden kann. Als Begründung seiner These führt er 1. Kor. 6, 11 an. Die Vor- stellung Calvins, dass der Geist eine Leiterfunktion zwischen Gott und den Menschen einnimmt, wird in der Institutio mehrfach erwähnt.

6. Im 3. Buch, Kapitel 1, Abschnitt 3 wird die Wirkung des Geistes mit der Funktion von “Wasser” verglichen; zum Einen reinigt der Geist den sündhaften Menschen, zum Anderen wird der Geist uns als “Quelle” (Joh. 4, 14) bildlich dargestellt, als die “ Hand Gottes”.

Aus dem letzten Bild wird deutlich, welche Zentrale Rolle Calvin dem Geist zukommen lässt, denn was wäre Gott ohne Verbindung zu den Menschen-eben durch den Geist als Kommunikationsmedium. 7. ) Im 3. Buch, Kapitel 1, Abschnitt 4 wird noch deutlicher als zuvor die ungeheuere Wichtigkeit des Geistes für Calvin dokumentiert, in dem er zu bedenken gibt, dass ohne den Geist kein Glaube möglich wäre(“. . . (Geist). . . führt uns durch den Glauben an das Licht des Evangeliums. . . ”). Dabei ist der Geist sowohl untrennbarer Bestandteil Gottes wie auch seines Sohnes. Zur Belegung seiner These führt er zahlreiche Zitate aus dem Johannes-Evangelium an, die seine Sicht durchaus bestätigen.

Dies sind 7 ausgesuchte Textpassagen, die m. E. die Auffassungen und Begründungen Calvins bzgl. des hl. Geistes dokumentieren.

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Wirkung des Heiligen Geistes in der Theologie J. Calvins
Hochschule
Universität Siegen  (FB Theologie)
Note
gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
16
Katalognummer
V9960
ISBN (eBook)
9783638165358
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gute Bewertung seitens des Dozenten. 176 KB
Schlagworte
Wirkung, Heiligen, Geistes, Theologie, Calvins
Arbeit zitieren
Georg Thielmann (Autor), 2001, Die Wirkung des Heiligen Geistes in der Theologie J. Calvins, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9960

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