In dieser Arbeit wird der Autor mittels eines Vergleichs, anhand der Themenzentrierten Interaktion, entwickelt von Ruth Cohn, mit Videoanalysen zeigen, dass das individuelle Verhalten verändert werden kann. Dazu wird die Individualisierung und das Sozialverhalten und die damit inbegriffenen Interaktionen der SuS vorgestellt. Dies mündet in einem Überblick der Lernkooperationen in einer Klasse. Parallel wird die Geschichte und Methodik der TZI vorgestellt und ein Einblick ihrer Praxiswirkung gegeben. Für diesen Vergleich wurde eine Berufsfachschulklasse aus der Friedrich-List-Schule in Lübeck ausgewählt, die ich in der Baseline mit einem Unterricht ohne TZI und in der Post Messung, sieben Wochen später, mit einem Unterricht auf Basis der TZI gefilmt wurde.
Zur Analyse der beiden Unterrichte wurde ein Kodier-Manual, basierend auf den vier Pfeilern der TZI, erstellt und jeder der SuS und die Lehrkraft kodiert. Zur Sicherstellung und Prüfung der Offenheit und Distanz zum Datenmaterial und dessen Analyse wurden 20% der Aufnahmen von einer unabhängigen wissenschaftlichen Mitarbeiterin gegenkodiert.
Viele Berufsschulklassen werden willkürlich mit den verschiedensten SuS belegt. Diese bewusst herbeigeführte Heterogenität fördert eine zu Schuljahresbeginn noch unbekannte, im Laufe des Schuljahres immer bekanntere Dynamik der SuS untereinander, im Zusammenspiel mit der Lehrkraft, mit dem jeweiligen Lehrgegenstand und alles zugleich zu Tage. Diese verschiedenen Dynamiken offenbaren hierbei die unterschiedlichsten Verhaltensweisen der Individuen. Dieser Tatsache kann mit den verschiedensten Unterrichtsarten und -prinzipien begegnet werden.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1.1 ZIELSETZUNG UND RELEVANZ
1.2 FORSCHUNGSFRAGE
2 INDIVIDUALISIERUNG UND HETEROGENITÄT
2.1 INDIVIDUALISIERUNG
2.2 SOZIALVERHALTEN UND INTERAKTIONEN IM KLASSENZIMMER
2.3 LERNKOOPERATIONEN IN DER SCHULE
2.4 THEMENZENTRIERTE INTERAKTION – EINE EINFÜHRUNG
2.5 TZI IN DER PRAXIS
3 METHODOLOGIE
3.1 FRIEDRICH-LIST-SCHULE
3.2 KLASSE
3.3 DATENERHEBUNG
3.4 DATENAUSWERTUNG – KODIERMANUAL ZU TZI
4 ERGEBNISSE
4.1 ERSTE KODIERUNG OHNE TZI – BASELINE
4.2 ZWEITE KODIERUNG MIT TZI – POST-MESSUNG
4.3 KLASSENÜBERSICHT - BASELINE
4.4 KLASSENÜBERSICHT – POST-MESSUNG
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
5.1 ENDBETRACHTUNG UND DISKUSSION
5.2 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Schülerverhalten in den Unterrichtsphasen Themenvorstellung, Gruppeneinteilung und Gruppenarbeitsphase durch eine auf der Themenzentrierten Interaktion (TZI) basierende, individualisierte und direkte Ansprache positiv beeinflusst werden kann. Hierzu wird ein Vergleich zwischen einem konventionellen Unterricht und einem Unterricht nach TZI-Prinzipien durchgeführt.
- Individualisierung in der Berufsbildung
- Sozialverhalten und Interaktionsdynamiken in Schulklassen
- Themenzentrierte Interaktion (TZI) nach Ruth Cohn
- Methodik der Videoanalyse und Verhaltenscodierung
- Vergleichsstudie Baseline vs. Post-Messung
Auszug aus dem Buch
2.4 Themenzentrierte Interaktion – Eine Einführung
Bisher habe ich Konzepte für und aus dem Klassenzimmer vorgestellt. Im folgenden Abschnitt stelle ich ein nicht nur für das Klassenzimmer erarbeitetes Konzept vor.
„Zu den wichtigsten Konzepten der humanistischen Pädagogik zählt das von Ruth Cohn entwickelte Modell des Arbeitens mit und in Gruppen, sei es im Unterricht, in der Jugendarbeit, in der Erwachsenenbildung, in der Sozialpädagogik und Sozialarbeit, in politischen Versammlungen ebenso wie in Selbsthilfegruppen.“ (Keller & Novak, 1993).
Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) steht nicht nur für das Lebendige, sondern auch für das ganzheitliche Lernen. Dieses Konzept lebt von der Annahme, dass das Erleben und Begreifen eine Einheit bildet.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Heterogenität in Berufsschulklassen und Vorstellung der Forschungsfrage zur TZI.
INDIVIDUALISIERUNG UND HETEROGENITÄT: Theoretische Auseinandersetzung mit Individualisierung, Sozialverhalten, Lernkooperationen sowie den Grundlagen und der Praxis der TZI.
METHODOLOGIE: Beschreibung des Forschungssettings an der Friedrich-List-Schule, der Datenerhebung per Videoaufzeichnung und der Entwicklung eines Kodiermanuals auf Basis der TZI-Faktoren.
ERGEBNISSE: Präsentation und Vergleich der quantitativen Daten aus den Videoanalysen der Baseline-Messung und der Post-Messung.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit der TZI, kritische Würdigung der Methode und Ausblick auf weitere Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Themenzentrierte Interaktion, TZI, Individualisierung, Berufsschule, Sozialverhalten, Videoanalyse, Unterrichtsgestaltung, Lernkooperation, Humanistische Pädagogik, Schülerverhalten, Binnendifferenzierung, Lehrer-Schüler-Interaktion, Klassendynamik, Verhaltensänderung, Lernpsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer individualisierten und TZI-basierten Ansprache auf das Sozialverhalten von Schülerinnen und Schülern im Unterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit verknüpft Konzepte der Individualisierung, des kooperativen Lernens und der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth Cohn.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie durch TZI-Methoden das Schülerverhalten in spezifischen Unterrichtsphasen positiv beeinflusst werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine qualitative Videoanalyse, bei der mittels eines eigens erstellten Kodiermanuals das Verhalten einzelner Schüler und der Lehrkraft kodiert und verglichen wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Diversität und TZI, eine detaillierte Methodologie der Datenerhebung sowie eine umfangreiche Ergebnisdarstellung inklusive Kodier-Daten.
Was charakterisiert die Arbeit?
Die Arbeit ist charakterisiert durch einen praxisnahen Vergleich (Baseline vs. Post-Messung) an einer spezifischen Berufsfachschule und eine intensive Auseinandersetzung mit der TZI-Theorie.
Wie wurde die Validität der Kodierung sichergestellt?
Zur Sicherstellung der Objektivität wurden 20% der Videodaten von einer unabhängigen wissenschaftlichen Mitarbeiterin gegenkodiert und der Kappa-Wert berechnet.
Welche Rolle spielt die Friedrich-List-Schule?
Sie dient als Forschungsfeld für die Masterarbeit, da sie mit ihrem pädagogischen Konzept der Individualisierung und des kooperativen Lernens die idealen Rahmenbedingungen bietet.
Was ist das Ergebnis bezüglich der TZI?
Die Ergebnisse belegen eine messbare Verhaltensänderung der Schülerinnen und Schüler hin zu mehr Freude und Interesse, wobei die Ursachenzuschreibung zur TZI kritisch diskutiert wird.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für seine Praxis?
Der Autor plant, die erlernten Werkzeuge der TZI und der Individualisierung kontinuierlich in seinen eigenen Unterricht und den Vorbereitungsdienst zu integrieren.
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- Eric Hake (Author), 2020, Themenzentrierte Interaktion. Veränderung von Verhalten von Schülerinnen und Schülern im individualisierten Unterricht durch gezielte Ansprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/996476