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Zur Rolle der Ordnungspolizei im NS-Regime. Ganz normale Polizisten?

Título: Zur Rolle der Ordnungspolizei im NS-Regime. Ganz normale Polizisten?

Tesis (Bachelor) , 2020 , 36 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Robin Großkopf (Autor)

Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial
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Vor dem Hintergrund aktueller Motive und Diskussionen um rassistische Strukturen im deutschen Polizeiapparat, wird in dieser Bachelorarbeit die Entwicklung der uniformierten Polizeieinheiten in der Zeit des Nationalsozialismus in mehreren Schritten dargestellt.

Die Fragestellung lautet, inwiefern "ganz normale" Polizisten an den Verbrechen des NS-Regimes beteiligt waren und welche Schuld auf der Ordnungspolizei liegt, die de jure keine NS- Parteiorganisation war. Dabei werden zunächst einzelne institutionelle Veränderungen der Deutschen Polizei von der Machtübernahme bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs analysiert, ehe die Rolle der Ordnungspolizei in der NS- Kriegspolitik dargestellt wird. Abschließend beschäftigt sich diese Bachelorarbeit mit der Beteiligung ausgewählter Polizeibataillone an den NS-Kriegsverbrechen, welche vor genauer an dem Beispiel der Taten des Pol.Bat 309 in Bialystok 1941 erläutert werden.

Am 25.05.2020 ist der US-Amerikaner George Floyd infolge eines Polizeieinsatzes ums Leben gekommen. Das Video seiner Verhaftung und die darauffolgenden weltweiten Proteste der Black-Lifes-Matter-Bewegung führten auch in Deutschland zu einer öffentlichen Diskussion um rassistische Strukturen und Praktiken in der Polizei. Eine 2020 veröffentlichte Studie vom Kriminologen der Ruhr-Universität-Bochum verdeutlicht, dass die durch Befragungen festgestellte schlechtere Behandlung von Menschen mit Migrationshintergrund und People of Color durch Polizeibeamte nicht nur durch individuelle, sondern ebenso durch strukturelle Probleme innerhalb der Polizei begründet sein kann. Die Studie weist infolge dessen darauf hin, dass gerade der Polizei als Inhaberin des staatlichen Gewaltmonopols eine besondere gesellschaftliche Verantwortung zukommt. Diese Verantwortung ist gerade in Deutschland auch immer vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte zu beurteilen. Bist vor 75 Jahren, dass Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit ein struktureller Bestandteil des Staates und dementsprechend auch der Polizei als dessen ausführender Gewalt waren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. FORSCHUNGSSTAND UND QUELLEN

III. AUFBAU DER ORDNUNGSPOLIZEI UND IHR PLATZ IM NS- MACHTAPPARAT VON DER MACHTÜBERNAHME BIS ZUM ZWEITEN WELTKRIEG

III.1. ERSTE PHASE: KONSOLIDIERUNG (1933-1936)

III.2. ZWEITE PHASE: ZENTRALISIERUNG (1936-1939)

IV. DIE ORDNUNGSPOLIZEI AB DEM BEGINN DES ZWEITEN WELTKRIEGES

IV.1. DIE HSSPF UND DIE DOPPELTE BEFEHLSKETTE

IV.2. DIE IDEOLOGISCHE SCHULUNG DER ORDNUNGSPOLIZISTEN FÜR DEN EINSATZ IM KRIEG

V. DIE BETEILIGUNG DER ORDNUNGSPOLIZISTEN AN DEN NS- VERBRECHEN WÄHREND DER KRIEGSZEIT

V.1. BIAŁYSTOK: DER AUFTAKT ZUM MASSENMORD?

VI. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie die uniformierte Polizei nach der nationalsozialistischen Machtergreifung umstrukturiert wurde und inwieweit „ganz normale“ Polizisten an den NS-Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs beteiligt waren. Dabei wird analysiert, wie durch institutionelle Veränderungen, ideologische Schulung und personelle Verflechtungen mit der SS ein Apparat geschaffen wurde, der die systematische Beteiligung an Massenmorden und Deportationen ermöglichte.

  • Institutionelle Umgestaltung und Zentralisierung der Ordnungspolizei (1933–1939)
  • Die Verzahnung von Polizei und SS im NS-Machtapparat
  • Ideologische Indoktrination und Weltanschauungsschulung im Kriegseinsatz
  • Rolle der Ordnungspolizei bei der Shoah (Erschießungen, Deportationen, Einsatzgruppen)
  • Fallstudien zur Beteiligung an NS-Verbrechen (z. B. Polizeibataillon 309 in Białystok)

Auszug aus dem Buch

V.1. Białystok: Der Auftakt zum Massenmord?

Die Taten am 27.06.1941 erfolgten laut Browning zunächst als „Pogrom“, und wurde dann zum „Massenmord“. Zunächst wurden die vornehmlich jüdisch bewohnten Viertel Bialystoks durchsucht und die Menschen wurden zur Synagoge und auf den Marktplatz getrieben. Dabei mussten sie viele Demütigungen erfahren. Michael Okory weist darauf hin, dass es hierbei schon zu willkürlichen Erschießungen kam.

Der nächste Schritt dieser Vorgänge war die Ermordung der zusammengetriebenen Juden. Diese wurden ohne Rücksicht auf das Alter oder Geschlecht auf Befehl des Zugführers Schneider in die Synagoge gebracht. Dort wurden sie eingesperrt und durch ein gezielt gelegtes Feuer in der Synagoge bei lebendigem Leibe verbrannt. Diejenigen, denen die Flucht aus der Synagoge gelang, wurden auf der Stelle erschossen.

Durch diese Verbrechen starben 700 Menschen, darunter auch viele Frauen und Kinder. Insgesamt sind den Angehörigen des Polizeibataillon 309 in Bialystok knapp über 1.000 Menschen zum Opfer gefallen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung thematisiert die Verantwortung der Polizei vor dem Hintergrund ihrer NS-Geschichte und skizziert die Fragestellung nach der Beteiligung „ganz normaler“ Polizisten an NS-Verbrechen.

II. FORSCHUNGSSTAND UND QUELLEN: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Täterforschung und die quellenkritische Einordnung der für die Arbeit herangezogenen Dokumente.

III. AUFBAU DER ORDNUNGSPOLIZEI UND IHR PLATZ IM NS- MACHTAPPARAT VON DER MACHTÜBERNAHME BIS ZUM ZWEITEN WELTKRIEG: Es wird die institutionelle Entwicklung der Polizei in zwei Phasen (Konsolidierung und Zentralisierung) untersucht, die zu einer engen Verzahnung mit der SS führte.

IV. DIE ORDNUNGSPOLIZEI AB DEM BEGINN DES ZWEITEN WELTKRIEGES: Das Kapitel beleuchtet die Erweiterung des Aufgabenbereichs, die doppelte Befehlsstruktur durch HSSPF und die weltanschauliche Schulung der Polizisten für den Kriegseinsatz.

V. DIE BETEILIGUNG DER ORDNUNGSPOLIZISTEN AN DEN NS- VERBRECHEN WÄHREND DER KRIEGSZEIT: Hier wird anhand von Beispielen, insbesondere dem Polizeibataillon 309 in Białystok, die systematische und teils eigeninitiative Beteiligung der Polizei an Massenmorden und Deportationen dargestellt.

VI. RESÜMEE: Das Resümee fasst zusammen, dass die institutionelle Transformation und Ideologisierung die Polizei zu einem zentralen Akteur bei NS-Verbrechen machten, wobei die Verantwortung der einzelnen Beamten durch die Heterogenität der Bataillone komplex bleibt.

Schlüsselwörter

Ordnungspolizei, Nationalsozialismus, NS-Verbrechen, Holocaust, Polizeibataillon, Zentralisierung, Ideologische Schulung, SS-Verzahnung, Vernichtungskrieg, Antisemitismus, Besatzungspolitik, Täterforschung, Befehlshierarchie, Shoah, Massenmord.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle der uniformierten Polizei (Ordnungspolizei) im Nationalsozialismus und ihre Beteiligung an den während des Zweiten Weltkriegs begangenen Verbrechen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der institutionellen Umstrukturierung der Polizei, ihrer ideologischen Indoktrination und ihrer konkreten Beteiligung am Holocaust sowie am Vernichtungskrieg im Osten.

Was ist die primäre Zielsetzung der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie sich die Ordnungspolizei durch das NS-Regime veränderte und warum „ganz normale“ Männer zu Tätern in einem beispiellosen Vernichtungsapparat wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Forschungsliteratur, Gesetzestexten, Erlassen sowie zeitgenössischen Quellen wie Kriegstagebüchern und Zeugenaussagen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die institutionelle Entwicklung (1933–1939), die Organisation des Kriegseinsatzes inklusive der Befehlsstrukturen (HSSPF) und die ideologische Schulung der Polizisten als Voraussetzung für die späteren Verbrechen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Ordnungspolizei, NS-Verbrechen, Holocaust, Polizeibataillone, ideologische Schulung und die Radikalisierung des Polizeiapparates im Krieg.

Welche Bedeutung kommt dem Polizeibataillon 309 in Białystok zu?

Das Bataillon 309 dient als Fallbeispiel für ein Massaker, das sowohl die direkte Beteiligung an systematischen Mordaktionen verdeutlicht als auch die Radikalisierung durch Handlungen aus eigener Initiative der Polizeikräfte aufzeigt.

Was besagt das Fazit zur „Kollektivschuld“ der Ordnungspolizisten?

Die Arbeit betont, dass die Heterogenität der Polizeieinheiten eine pauschale Kollektivschuld erschwert, hält aber fest, dass jede Einheit institutionell so konzipiert war, dass sie an Verbrechen wie Ghetto-Räumungen hätte beteiligt werden können.

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Detalles

Título
Zur Rolle der Ordnungspolizei im NS-Regime. Ganz normale Polizisten?
Universidad
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Calificación
1,7
Autor
Robin Großkopf (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
36
No. de catálogo
V996745
ISBN (Ebook)
9783346368249
ISBN (Libro)
9783346368256
Idioma
Alemán
Etiqueta
Nationalsozialismus Polizei Ordnungspolizei Polizeibataillon Polizeiverbrechen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Robin Großkopf (Autor), 2020, Zur Rolle der Ordnungspolizei im NS-Regime. Ganz normale Polizisten?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/996745
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