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Das bedingungslose Grundeinkommen. Ist zu erwarten, dass die deutsche Sozialpolitik dadurch gerechter wird?

Title: Das bedingungslose Grundeinkommen. Ist zu erwarten, dass die deutsche Sozialpolitik dadurch gerechter wird?

Term Paper , 2020 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Justine Jens (Author)

Political Science - Universal basic income
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Das Bedingungslose Grundeinkommen wird in der aktuellen Debatte vor allem volkswirtschaftlich diskutiert. Ziel dieser Arbeit ist es jedoch, die Frage zu beantworten, ob die Einführung eines BGE die deutsche Sozialpolitik gerechter machen würde. Im Zusammenhang damit sollen im Kapitel II folgende Fragen beantwortet werden: Was ist soziale Gerechtigkeit? Wie ist die aktuelle Lage der Sozialpolitik? Welche Varianten des BGE werden in der aktuellen Forschung diskutiert?
Im Anschluss daran wird im Kapitel III erörtert, welche Argumente für oder gegen das BGE sprechen. In Kapitel III Punkt 1 wird kurz auf die Frage der Finanzierung eingegangen, die restliche Argumentation bezieht sich aber vorwiegend auf sozialpolitische und gesellschaftspolitische Themen (Arbeitsmarkt, Frauen & Familie, Bildung und Gesundheit) und empirische Befunde.

Fördern und fordern ist der Leitsatz der Tätigkeit als Arbeitsvermittler. Manchmal entsteht der Eindruck, dass vor allem einige ALG-II-Empfänger nicht selbst schuld an ihrer Situation sind und dass von ihnen nicht mehr gefordert werden kann. Arbeitsvermittler bieten Erwerbslosen Unterstützung bei der Arbeitssuche und bezuschusste Weiterbildungen an, müssen aber auch Sanktionen verordnen, sofern der ALG-2 Empfänger nicht ausreichend mitwirkt. Teilweise kann aber auch sein, dass er eine Stelle annehmen muss, die nicht seiner Qualifikation2 oder seinen Berufswünschen entspricht. Weigert er sich drohen ihm unter Umständen Sanktionen.

Eine Frage, die sich daraus ergibt, ist, ob dieses System gerecht und menschenwürdig ist. Stigmatisiert dieses System den Hilfeempfänger? Ist an der Zeit dieses gesamte System zu überdenken? Ohne Einkommen kann heutzutage niemand in Sicherheit und Freiheit leben. Die Sanktionierung des Lebensunterhalts von Menschen bedeutet folglich auch eine Sanktionierung von Freiheit und Sicherheit. Laut Werner ist dieses System nichts weiter als eine Peinigung des Bürgers und gleicht in seinen Auswirkungen dem Strafvollzug. Hierin setzt die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) ein: Ein Einkommen für alle, unabhängig von Erwerbsarbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Soziale Gerechtigkeit, aktuelle Sozialpolitik und das BGE

1. Soziale Gerechtigkeit

2. Aktuelle Sozialpolitik

3. Das BGE

4. Aktuell diskutierte Varianten

III. Diskussion des BGE

1. Ökonomische Konsequenzen

2. Sozialpolitische Konsequenzen

3. Gesellschaftspolitische Konsequenzen

4. Kritik und Einwände

5. Rawls und das BGE

6. Mehrheitsgesellschaft und das BGE

IV. Fazit

V. Anhang

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, ob die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) die deutsche Sozialpolitik gerechter gestalten könnte, wobei insbesondere die Auswirkungen auf Freiheit, soziale Sicherheit und Chancengleichheit analysiert werden.

  • Theoretische Fundierung sozialer Gerechtigkeit nach Rawls und Platon.
  • Analyse aktueller sozialpolitischer Instrumente und Abgrenzung zum BGE.
  • Vorstellung und Diskussion verschiedener BGE-Finanzierungsmodelle.
  • Bewertung ökonomischer, sozial- und gesellschaftspolitischer Konsequenzen.
  • Reflexion der gesellschaftlichen Akzeptanz und kritischer Einwände.

Auszug aus dem Buch

3. Gesellschaftspolitische Konsequenzen

„Frauen zwischen 40 und 59 Jahren sind heute eine gehetzte Generation…Und so kann es nicht weiter gehen...Denn es geht um die, die ganz offensichtlich die Stütze unserer Gesellschaft sind“ (IFD Allensbach, 2015, S.5)

90% der alleinerziehenden Elternteile sind Frauen (Vgl. IFD Allensbach, 2008, S.4) und die Pflege der Eltern ist in unserer Gesellschaft auch häufiger die Aufgabe von Frauen als von Männern. (Vgl. IFD Allensbach, 2015, S.40ff). Frauen leisten für unsere Gesellschaft wertvolle und unbezahlte CARE-Arbeit während sie in vielen Fällen gleichzeitig berufstätig sind. Dabei müssen sie sich nicht selten mit Problemen wie dem Gefühl von Überforderung, Zeitnot, Sorgen den Pflegeansprüchen nicht zu genügen, seitenlangen Antragsformularen, den endlosen Befragungen, dem Feilschen um die Pflegestufe (Vgl. IFD Allensbach, 2015, S.4 ff) oder Kindsvätern, die keinen Unterhalt zahlen und Gerichtsprozessen konfrontiert sehen (Vgl. IFD Allensbach, 2015, S.25 ff.) . „Auf die Frage, was ihnen am meisten helfen würde, nennen Alleinerziehende am häufigsten eine stärkere staatliche Unterstützung“ (IFD Allensbach, 2015, S.64) und 75% der pflegenden Familienfrauen finden, dass der Staat mehr Maßnahmen treffen muss, um die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu verbessern (Vgl. IFD Allensbach, 2015, S.5 ff). Frauen sind oft gezwungen in Teilzeit zu arbeiten oder von ihren Partnern finanziell abhängig. Zeiten, in denen Frauen Familienarbeit leisten, fehlen später für den Rentenbezug. Dies sieht Spannagel (2015, S. 12 f.) als weiteres Argument für eine existenzsichernde Höhe des BGE.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Motivation für das Thema basierend auf ihren Erfahrungen als Arbeitsvermittlerin und stellt die Forschungsfrage zur Gerechtigkeit des aktuellen Sozialsystems im Vergleich zum BGE.

II. Soziale Gerechtigkeit, aktuelle Sozialpolitik und das BGE: In diesem Kapitel werden theoretische Gerechtigkeitskonzepte (Rawls, Platon) diskutiert, das aktuelle Sozialleistungssystem abgegrenzt und verschiedene BGE-Varianten vorgestellt.

III. Diskussion des BGE: Dieses Hauptkapitel analysiert die ökonomischen, sozial- und gesellschaftspolitischen Auswirkungen des BGE sowie kritische Einwände und die Positionierung der Mehrheitsgesellschaft.

IV. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass das BGE zur Steigerung von Chancengleichheit und gesellschaftlichem Wohlbefinden beitragen kann und die empirische Kritik oft widerlegbar ist.

V. Anhang: Der Anhang bietet das Abkürzungsverzeichnis, das Literaturverzeichnis sowie Gedächtnisprotokolle aus der beruflichen Praxis der Autorin.

Schlüsselwörter

Bedingungsloses Grundeinkommen, soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Sozialpolitik, Existenzminimum, Arbeitsmarkt, CARE-Arbeit, Armutsbekämpfung, Finanzierung, Bürgergeld, Arbeitslosigkeit, Selbstverwirklichung, Rawls, Sozialstaat, Digitalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) als Alternative oder Ergänzung zum aktuellen deutschen Sozialhilfesystem unter dem Aspekt der sozialen Gerechtigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf Gerechtigkeitstheorien, den Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Familienleben, der Rolle von Frauen in der Gesellschaft sowie ökonomischen Finanzierungsmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob die Einführung eines BGE die deutsche Sozialpolitik gerechter gestalten und die individuelle Freiheit sowie Teilhabe erhöhen würde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Daten und ergänzt diese durch qualitative Beobachtungen aus ihrer eigenen Berufspraxis in einem Jobcenter.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Diskussion ökonomischer Konsequenzen, sozial- und gesellschaftspolitischer Wirkungen, die Auseinandersetzung mit der Theorie von John Rawls sowie die kritische Betrachtung von Gegenargumenten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Bedingungsloses Grundeinkommen, soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Armutsbekämpfung und die Reform des Sozialstaates.

Wie bewertet die Autorin die Situation von Alleinerziehenden im aktuellen System?

Sie beschreibt die aktuelle Situation als prekär, geprägt von finanzieller Abhängigkeit und Überlastung, und sieht in einem BGE eine Möglichkeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die soziale Absicherung zu verbessern.

Welchen Stellenwert nimmt die Philosophie von John Rawls ein?

Rawls dient als theoretische Basis, um die Gerechtigkeit des BGE zu untermauern, insbesondere im Hinblick auf das Differenzialprinzip und die Maximierung der Aussichten für die am wenigsten bevorzugten Gruppen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Kritik am BGE?

Sie kommt zu dem Schluss, dass die gängigsten Kritikpunkte, wie etwa ein drohender Zusammenbruch der Wirtschaft, durch vorliegende Daten und Studien nicht bestätigt werden können.

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Details

Title
Das bedingungslose Grundeinkommen. Ist zu erwarten, dass die deutsche Sozialpolitik dadurch gerechter wird?
College
(International University of Applied Sciences)
Grade
1,0
Author
Justine Jens (Author)
Publication Year
2020
Pages
18
Catalog Number
V996809
ISBN (eBook)
9783346368041
ISBN (Book)
9783346368058
Language
German
Tags
grundeinkommen sozialpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Justine Jens (Author), 2020, Das bedingungslose Grundeinkommen. Ist zu erwarten, dass die deutsche Sozialpolitik dadurch gerechter wird?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/996809
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