In dieser Hausarbeit wird sich mit folgenden Fragen auseinandergesetzt, sodass sie im Fazit beantwortet werden können: Was ist Schulabsentismus und wie viele Schüler/-innen sind betroffen? Wie ist die Schulpflicht gesetzlich geregelt? Welche Konsequenzen folgen, wenn gegen sie verstoßen wird? Welche Ursachen führen zu absentem Verhalten und welche Gegenmaßnahmen gibt es?
Wer kennt es nicht aus der eigenen Schulzeit? Es gibt Tage oder einzelne Schulstunden, auf die man keine Lust hat und "blau machen" will. Wahrscheinlich ist jede/-r schon einmal ohne eine ausreichende Begründung zuhause geblieben, ohne dass die Erziehungsberechtigten etwas davon wussten. Vielleicht wussten sie es auch. Zumindest kenne ich keine Person, die nicht mal ein oder zwei Tage oder einzelne Schulstunden gefehlt hat. Ich behaupte, dass fast kein/-e Schüler/-in weiß, dass man mit solchen Entscheidungen schon schulabsentes Verhalten aufweist.
Wird das Verhalten nicht frühzeitig erkannt und werden keine präventiven Maßnahmen eingeleitet, um schulabsentes Verhalten so weit wie möglich einzudämmen, kann es von gelegentlichem Schulschwänzen über Schulvermeidung bis hin zum Schuldropout kommen. Die Reintegration in den Schulalltag kann sich äußerst schwierig gestalten. Um Schulabsentismus nachvollziehen zu können, muss verstanden werden, welche Ursachen dafür verantwortlich sind. In fast allen Fällen müssen Verknüpfungen zwischen vielen verschiedenen Ursachen erkannt werden, da es sehr selten nur eine Ursache gibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
3 Schulpflicht in Niedersachsen
4 Ursachen des Schulabsentismus
4.1 Schulische Faktoren
4.2 Familiäre Faktoren
4.3 Peergroups
5 Präventionsmöglichkeiten
5.1 Prävention in der Schule
5.1.1 Schulsozialarbeit
5.2 Das Modellprojekt gegen Schulschwänzen (ProgeSs) in Niedersachsen
6 Schulabsentismus während der Corona-Pandemie
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse von Schulabsentismus, um dessen Ursachen zu identifizieren und effektive präventive Maßnahmen aufzuzeigen, wobei insbesondere die rechtlichen Rahmenbedingungen in Niedersachsen sowie die Rolle der Schulsozialarbeit beleuchtet werden.
- Definition und Abgrenzung verschiedener Formen des Schulabsentismus
- Rechtliche Grundlagen und Konsequenzen der Schulpflichtverletzung
- Multikausale Ursachenforschung (schulisch, familiär, sozial)
- Evaluation von Präventionsmodellen wie "ProgeSs"
- Herausforderungen durch die Corona-Pandemie
Auszug aus dem Buch
Schulabsentismus
Schulabsentismus wird mit ‚Abwesenheit‘ übersetzt und ist ein neutraler Oberbegriff für verschiedene Begriffe wie Schulschwänzen, Schulverweigerung, Schulmüdigkeit, Schulvermeidung etc. Es werden also alle Schüler/-innen unter diesem Begriff aufgeführt, die dem Unterricht fernbleiben, es können jedoch keine Aussagen über die Ursachen gemacht werden. Sowohl entschuldigtes als auch unentschuldigtes Fehlen wird bei Schulabsentismus berücksichtigt (vgl. Claßen/ Nießen 2015: 8; Steins et. al 2014: 3; Walter/ Döpfner 2020: 3). „Solange also die mit Schulabsentismus tatsächlich verbundenen Ursachen unbekannt sind sprechen wir von Schulabsentismus.“ (Steins et. al 2014: 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema Schulabsentismus, Darlegung der Relevanz des Themas und Vorstellung der leitenden Forschungsfragen.
2 Begriffsbestimmungen: Klärung und Abgrenzung der zentralen Begriffe Schulabsentismus, Schulvermeidung, Schulverweigerung und Schuldropout.
3 Schulpflicht in Niedersachsen: Darstellung der gesetzlichen Grundlagen der Schulpflicht sowie der rechtlichen Konsequenzen bei deren Verletzung.
4 Ursachen des Schulabsentismus: Analyse der schulischen, familiären und sozialen Faktoren, die zu absentem Verhalten führen können.
5 Präventionsmöglichkeiten: Überblick über präventive schulische Strategien und detaillierte Untersuchung des niedersächsischen Modellprojekts "ProgeSs".
6 Schulabsentismus während der Corona-Pandemie: Betrachtung der Auswirkungen der pandemiebedingten Schulschließungen und des Homeschoolings auf das Absentismusverhalten.
7 Fazit: Zusammenfassende Reflexion der gewonnenen Erkenntnisse und persönliche Einordnung der Problematik.
Schlüsselwörter
Schulabsentismus, Schulpflicht, Schulverweigerung, Prävention, Schulsozialarbeit, ProgeSs, Niedersachsen, Lernmotivation, Familienfaktoren, Peergroups, Schuldropout, Corona-Pandemie, Bildungsrecht, Erziehungswissenschaft, Schulleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Schulabsentismus, beleuchtet dessen Ursachen und evaluiert Möglichkeiten zur Prävention im niedersächsischen Schulkontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Begriffsabgrenzung, die Schulpflicht, die multifaktoriellen Ursachen von Fehlen sowie Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Beweggründe von Schulabsentismus zu entwickeln und zu hinterfragen, welche Maßnahmen tatsächlich helfen, die Schulanwesenheit zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis einer Literaturrecherche und der Analyse von Evaluationsberichten zu Modellprojekten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, Ursachenanalysen, Präventionsansätze, die Rolle der Schulsozialarbeit und die besondere Situation während der Pandemie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schulabsentismus, Prävention, Schulpflicht, Schulsozialarbeit und ProgeSs bilden die wesentlichen Eckpfeiler der Arbeit.
Wie unterscheidet sich "Schulvermeidung" von "Schulabsentismus"?
Schulabsentismus ist ein neutraler Oberbegriff, während Schulvermeidung die aktive Entscheidung des Schülers gegen den Schulbesuch fokussiert, wobei somatische Gründe oft explizit ausgeklammert werden.
Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie auf das Absentismusverhalten laut Arbeit?
Die Arbeit zeigt, dass die Pandemie durch Homeschooling, technische Hürden und mangelnde Konzentration zu neuen Formen von Fehlzeiten und Erfassungsschwierigkeiten geführt hat.
Wie bewertet die Verfasserin das Modellprojekt "ProgeSs"?
Sie stuft es als ein gelungenes Einstiegsprojekt ein, bemängelt jedoch die fehlende Langzeitperspektive und die teilweise schwierige Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sozialen Diensten.
- Quote paper
- M. G. (Author), 2021, Schulverweigerung und Schulabsentismus. Ursachen und Möglichkeiten zur Prävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/996839