Kennzahlenbasierte Unternehmenssteuerung. Eine kritische Reflexion


Essay, 2020

12 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Überblick

3 Gliederung von Kennzahlen

4 Kritik an Kennzahlen und Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Im vorliegenden Scientific Essay wird die kennzahlenbasierte Unternehmenssteuerung erläutert und einer kritischen Reflexion unterzogen. Dabei wird auf folgende Fragestellungen eingegangen: welche Kennzahlen gibt es und wie lassen sie sich gliedern, warum werden sie genutzt, warum sind sie sinnvoll, warum werden speziell in der Unternehmenssteuerung Kennzahlen genutzt und welche Unternehmen nutzen Kennzahlen. Darüber hinaus werden auch die Vor- und Nachteile von Kennzahlen untersucht. Weitergehend wird herausgestellt, an welchen Stellen sich Kennzahlen gut einsetzen lassen und ob der Einsatz von Kennzahlen eher begrenzt aussagekräftig ist oder nicht.

2 Überblick

Um den Leser den Einstieg in das Thema der kennzahlenbasierten Unternehmensteuerung zu vereinfachen, wird zunächst eine grobe Definition darüber gegeben, was Kennzahlen grundsätzlich sind. Kennzahlen werden dazu eingesetzt, um Transparenz über die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens geben zu können. Damit einhergehend lässt sich eine Beurteilung über die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens ableiten. Kennzahlen dienen der Problemerkennung und bei der Ermittlung von betrieblichen Stärken und Schwächen. Kennzahlen sind quantitative Daten, die über betriebswirtschaftliche Sachverhalte informieren sollen1. Diese sollen dem Controlling mithilfe der zur Verfügung stehenden Informationen die Entscheidungsqualität auf allen Ebenen verbessern2. Zusammenfassend sollen mithilfe von Kennzahlen betriebliche Vorgänge erfasst, gemessen, beurteilt und eventuell verbessert werden. Mit Kennzahlen ist es möglich, betriebswirtschaftliche Probleme, schnell, kompetent und entscheidungssicher zu erkennen und mithilfe von geeigneten Kennzahlen zu lösen3. Kennzahlen werden dazu genutzt, aus einer Vielzahl von Informationen das Wesentliche sichtbar zu machen, Maßstäbe aufzustellen, die Situation des Unternehmens objektiv darzustellen und funktionsübergreifende Gesamtzusammenhänge herzustellen4.

3 Gliederung von Kennzahlen

Im nachfolgenden Abschnitt wird ein grober Überblick über die bestehenden Kennzahlen gegeben. Zudem wird darauf eingegangen, wie sich Kennzahlen unterteilen lassen. Da Kennzahlen keiner gesetzlichen eindeutigen Definition unterliegen, kann es vorkommen, dass in der Literatur der Begriff unterschiedlich interpretiert wird.5.Allerdings setzte sich in den 70er Jahren in der Literatur eine einheitliche Definition durch6. Betriebliche Kennzahlen lassen sich in absolute und relative Kennzahlen unterscheiden7 8 9. Absolute Kennzahlen sind Kennzahlen, die sich aus Summen, Differenzen oder Durchschnittswerten zusammensetzen89. Mit absoluten Kennzahlen lassen sich beispielsweise (bspw.) die Zahl der Angestellten, die Bilanzsummen oder bspw. das Betriebsergebnis ermitteln10. Wenn mehrere absolute Kennzahlen ins Verhältnis zueinander gestellt werden, handelt es sich dabei um relative Kennzahlen11. Relative Kennzahlen lassen sich in drei Untergruppen gliedern: Gliederungszahlen, Beziehungszahlen und Indexzahlen. Bei der Gliederungszahl wird die Gesamtmasse in die Teilmasse aufgegliedert und dann ins Verhältnis zur Gesamtmasse gesetzt12. Gliederungszahlen dienen dazu bspw. den prozentualen Anteil am Eigenkapital vom Gesamtkapital darzustellen13. Gliederungszahlen werden immer in Prozent angegeben und lassen sich dadurch leicht vergleichen. Bei der Beziehungszahl wird eine Kennzahl auf eine logische Einheit bezogen14. Ein Beispiel für eine Beziehungszahl ist die Kapitalumschlagshäufigkeit15. Die Kapitalumschlagshäufigkeit drückt aus, wie häufig das Vermögen durch den Umsatz im Betriebsablauf umgeschlagen wird16. Desto größer diese Kennzahl ausfällt, umso effektiver wird das im Unternehmen investierte Kapital eingesetzt17. Bei der Indexzahl werden zeitliche oder örtliche Veränderungen inhaltlich gleicher Zahlen in ein Verhältnis gestellt18. Eine der größten Indexzahlen ist der Deutsche Aktienindex19. Den relativen Kennzahlen wird meistens eine größere Bedeutung beigemessen20.

Nachdem im Vorherigen betriebswirtschaftliche Kennzahlen in relative Kennzahlen, diese dazu dienen die Bilanzsumme oder das Betriebsergebnis darzustellen, und absolute Kennzahlen, sich in sich in Gliederungs-, Beziehungs- und Indexzahlen gliedern lassen, unterschieden worden sind, werden nun die traditionellen und wichtigen Kennzahlen näher erläutert21. An dieser Stelle ist anzumerken, dass nicht alle Kennzahlen für jedes Unternehmen den gleichen Stellenwert haben, doch die nachfolgenden Kennzahlen treffen bei einer Vielzahl von Unternehmen auf eine besondere Wichtigkeit.

Umsatzrentabilität

Die Umsatzrentabilität, auf Englisch Return on Sales (ROS), gibt Auskunft darüber, wie viel Ergebnis pro Umsatz-Euro in der gegebene Periode erwirtschaftet wird. Diese Kennzahl ist häufig im Wirtschaftsbereich des Handels und im Dienstleistungssektor zu finden. Dagegen im produzierenden Gewerbe wird diese Kennzahl eher weniger genutzt, da hier das kapitalorientierte Denken überwiegt22. Die These, dass nicht alle Kennzahlen für alle Unternehmen gleich relevant sind, wird hiermit belegt.

Eigenkapitalrentabilität

Die Eigenkapitalrentabilität, auf Englisch Return on Equity (ROE), zeigt die von Jahr zu Jahr verändernde Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals. Durch den Leverage-Effekt kann der ROE erhöht werden, damit steigt objektiv betrachtet die Gefahr, der Überschuldung. Beim Leverage-Effekt wird anstelle vom Eigenkapital, Fremdkapital eingesetzt23. Diese Kennzahl sollte nur im Vergleich mit der Kapitalstruktur betrachtet werden. Einen genaueren Überblick gibt die Gesamtkapitalrentabilität, hier kann das Ergebnis nicht wie bei der Eigenkapitalrentabilität verfälscht werden, da die Gesamtkapitalrentabilität durch die Aufnahme von neuem Fremdkapital unverändert bleibt. Die Eigenkapitalrentabilität hingegen, würde steigen.

Gesamtkapitalrentabilität

Diese Kennzahl gibt an, wie rentabel, dass im Unternehmen eingesetzte Kapital arbeitet. Ebenfalls wird hier die Verzinsung des Kapitals angegeben, doch im Vergleich zur Eigenkapitalrentabilität, wird mit dem gesamten Kapital gerechnet, d.h. inkl. Fremdkapital24. Die Gesamtkapitalrentabilität ist häufig unter den englischen Begriffen Return on Assets (ROA) oder Return on Capital (ROC) geläufig.

Return on Capital Employed und Return on Net Assets

Die Kennzahlen Return on Capital Employed und Return und Net Assets haben in der Praxis als Weiterentwicklung des ROA und ROC eine noch größere Bedeutung erzielt. Auch hier wird durch den ROCE gezeigt, wie effizient das eingesetzte Kapital genutzt wird. Wie auch bei den zuvor beschriebenen Kennzahlen, wird der ROCE in Prozent angegeben. Je höher der Wert ist, desto besser wirtschaftet das Unternehmen. Der ROCE wird häufig für Investitionsentscheidungen genutzt. Wenn die Zinsen für das Fremdkapital unter dem ROCE Wert liegen, ist es sinnvoll eine Investition durch die Aufnahme von Fremdkapital zu tätigen. Der Unterschied zwischen ROCE und RONA besteht darin, dass beim RONA die Ableitung nicht über die Passivseite erfolgt, sondern nur über die Aktivseite.25.

Return on Investment

Der ROI ist ebenfalls eine bekannte und in der Praxis oft genutzte Kennzahl. Hiermit lässt sich das Verhältnis zwischen dem Gewinn und der Investition ermitteln. Der ROI ist sehr ähnlich wie die Gesamtkapitalrentabilität, der Unterschied zwischen diesen beiden Kennzahlen besteht darin, dass beim ROI die Erfolgsgröße nicht um den Zinsaufwand bereinigt wird und somit Eigen- und Gesamtkapitalgeberperspektive vermischt werden (Weber, J. & Schäffer, U. (2016). Einführung in das Controlling. (15. Auflage). Stuttgart: Schäffer-Pöschel, S. 182).

Cash Recovery Rate

Die letzte traditionelle Kennzahl, die im Essay erläutert wird, ist die Cash Recovery Rate (CRR). Diese Kennzahl setzt sich aus dem erwirtschafteten Cashflow des laufenden Geschäftsjahres in Bezug zum durchschnittlichen Gesamtvermögen des Unternehmens zusammen. Die CRR wird häufig zum Vergleich von verschiedenen Einheiten oder Perioden herangezogen26.

[...]


1 Vgl. Weber, J. & Schäffer, U. (2016). Einführung in das Controlling. Stuttgart: Schäffer- Poeschel S. 177

2 Vgl. Hubert, B. (2018). Controlling-Konzeptionen Ein schneller Einstieg in Theorie und Praxis. Wiesbaden: Springer Gabler S. 14

3 Vgl. Preißler, P. R. (2008). Betriebswirtschaftliche Kennzahlen: Formeln, Aussagekraft, Sollwerte, Ermittlungsintervalle. Oldenbourg: Wissenschaftsverlag S. 1

4 Vgl. Preißler, P. R. (2008). Betriebswirtschaftliche Kennzahlen: Formeln, Aussagekraft, Sollwerte, Ermittlungsintervalle. Oldenbourg: Wissenschaftsverlag S. 3

5 Vgl. Behringer, S. (2011). Konzerncontrolling. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag S. 67

6 Vgl. Reichmann, T., Kißler, M. et. Al. (2017). Controlling mit Kennzahlen: Die systemgestützte Controlling-Konzeption. (9. Auflage). München: Franz Vahlen S. 38

7 Vgl. Behringer, S. (2011). Konzerncontrolling. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag S. 67

8 Vgl. Reichmann, T., Kißler, M. et. Al. (2017). Controlling mit Kennzahlen: Die systemgestützte Controlling-Konzeption. (9. Auflage). München: Franz Vahlen S. 38

9 Vgl. Preißler, P. R. (2008). Betriebswirtschaftliche Kennzahlen: Aussagekraft, Sollwerte, Ermittlungsintervalle. Oldenbourg: Wissenschaftsverlag S. 12

10 Vgl. Gladen, W. (2014). Performance Measurement Controlling mit Kennzahlen. (6. Auflage). Wiesbaden: Springer Gabler S. 15

11 Vgl. Reichmann, T., Kißler, M. et. Al. (2017). Controlling mit Kennzahlen: Die systemgestützte Controlling-Konzeption. (9. Auflage). München: Franz Vahlen S. 38

12 Vgl. Bourier G. Beschreibende Statistik (1998). Wiesbaden: Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, S. 119

13 Vgl. Gladen, W. (2014). Performance Measurement Controlling mit Kennzahlen. (6. Auflage). Wiesbaden: Springer Gabler, S. 15

14 Vgl. Fleig, J. Arten von Kennzahlen. Abgerufen am 31.07.2020 von https://www.business)- wissen.de/hb/arten-von-kennzahlen/

15 Vgl. Gladen, W. (2014). Performance Measurement Controlling mit Kennzahlen. (6. Auflage). Wiesbaden: Springer Gabler, S. 15

16 Vgl. Controlling-Wiki. Kapitalumschlagshäufigkeit. Abgerufen am 02.08.2020 von https://www.controlling-wiki.com/de/index.php/Kapitalumschlagsh%c3%a4ufigkeit

17 Vgl. Greyer, H. (2007). Praxiswissen BWL. Freiburg im Breisgau: HAUFE Verlag, S. 433

18 Vgl. Schulze, M. Kennzahlen /2 Arten von Kennzahlen. Abgerufen am 31.07.2020 von https://www.haufe.de/finance/haufe-finance-office-premium/kennzahlen-2-arten-von- kennzahlen_idesk_PI20354_HI6649337.html

19 Vgl. Gladen, W. (2014). Performance Measurement Controlling mit Kennzahlen. (6. Auflage). Wiesbaden: Springer Gabler, S. 16

20 Vgl. Weber, J. & Schäffer, U. (2016). Einführung in das Controlling. (15. Auflage). Stuttgart: Schäffer- Pöschel, S. 178

21 Vgl. Weber, J. & Schäffer, U. (2016). Einführung in das Controlling. (15. Auflage). Stuttgart: Schäffer- Pöschel, S. 180

22 Vgl. Heesen, B. & Gruber, W. (2018). Bilanzanalyse und Kennzahlen Fallorientierte Bilanzoptimierung. (6. Auflage). Wiesbaden: Springer Gabler S. 199

23 Vgl. Heesen, B. & Gruber, W. (2018). Bilanzanalyse und Kennzahlen Fallorientierte Bilanzoptimierung. (6. Auflage). Wiesbaden: Springer Gabler S. 200

24 Vgl. Heesen, B. & Gruber, W. (2018). Bilanzanalyse und Kennzahlen Fallorientierte Bilanzoptimierung. (6. Auflage). Wiesbaden: Springer Gabler S. 200

25 Vgl. Weber, J. & Schäffer, U. (2016). Einführung in das Controlling. (15. Auflage). Stuttgart: Schäffer- Pöschel, S. 181

26 Vgl. Weber, J. & Schäffer, U. (2016). Einführung in das Controlling. (15. Auflage). Stuttgart: Schäffer- Pöschel, S. 182

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Kennzahlenbasierte Unternehmenssteuerung. Eine kritische Reflexion
Autor
Jahr
2020
Seiten
12
Katalognummer
V996994
ISBN (eBook)
9783346370228
ISBN (Buch)
9783346370235
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kennzahlenbasierte, unternehmenssteuerung, eine, reflexion
Arbeit zitieren
Eva Krause (Autor:in), 2020, Kennzahlenbasierte Unternehmenssteuerung. Eine kritische Reflexion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/996994

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