Content Management Systeme. Unterstützung des Einkaufserlebnisses im stationären Handel


Hausarbeit, 2021

16 Seiten, Note: 1,0

Jana-Katharina Plaug (Autor:in)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegende Begriffe

3. Content Management Systeme zur Unterstützung des Einkaufserlebnisses im stationären Handel
3.1 Virtuelle Regalverlängerung - vom stationären Handel ins Web
3.2 Click & Collect - vom Web in den stationären Handel
3.3 Innovative Technologien - Smart Mirrors, Location Based Services und AR & VR im stationären Handel

4. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Evolution des Handels zum Omni-Channel Retailing

Abbildung 2: Burger King AR-Kampagne "Burn That Ad"

Abkürzungsverzeichnis

AR Augmented Reality

ERP Enterprise-Resource-Planning

POS Point of Sale

QR-Codes Quick Response-Codes

VR Virtual Reality

1. Einleitung

In der heutigen Welt sind Konsumenten einem Überfluss an Angeboten ausgesetzt. Daher spielt beim Einkauf - egal ob digital oder stationär - das Streben nach einer einzigartigen Customer Experience eine immer größere Rolle. Unternehmen bleibt häufig nur durch das Schaffen eines innovativen Einkaufserlebnisses, welches den Konsumenten überrascht und seine Erwartungen übertrifft, die Möglichkeit, Kunden an sich zu binden.

Hinzu kommt die Digitalisierung und die damit einhergehende Vernetzung der Gesellschaft. Bereits seit einigen Jahren ist der Online-Handel auf dem Vormarsch, Innovationen wie Mobile Commerce und künstliche Intelligenz verändern den Handel stetig. Der „Point of Decision" ist zudem häufig nicht mehr unbedingt der Point of Sale: Viele Konsumenten informieren sich im Internet über Produkte und wählen erst im Anschluss einen Händler für den tatsächlichen Kauf aus.1 Hier spielen vor allem die Webseiten der Hersteller und Händler eine entscheidende Rolle als Informationsquelle.

Während der Online-Absatz innerhalb der letzten zehn Jahre durchschnittlich um ca. 12% per anno gewachsen ist, kommt der stationäre Handel nur auf ein jährliches Wachstum von ca. 0,2%.2 Dies liegt vor allem am selektiven Verhalten der Konsumenten und der Zunahme eigener Online-Shops von Herstellern.3

Ziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten von Content Management Systemen zur Unterstützung des Einkaufserlebnisses im stationären Handel darzustellen, um für die Zukunft mögliche Verknüpfungsmöglichkeiten beider Kanäle aufzuzeigen.

In diesem Essay wird dazu wie folgt vorgegangen: Zunächst erfolgt die Erläuterung der grundlegenden Begriffe Omnichannel sowie Content Management Systeme (Kapitel 2). Kapitel 3 stellt den Fokus der Arbeit dar: Es werden verschiedene innovative Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie Content Management Systeme das Einkaufserlebnis im stationären Handel digital unterstützen können. Aufgrund des Umfangs dieser Arbeit können jedoch nicht alle Möglichkeiten im Detail ausgeführt werden. Abgeschlossen wird die Arbeit durch ein Fazit und einem Ausblick auf die Zukunft des stationären Handels (Kapitel 4).

2. Grundlegende Begriffe

Heutzutage streben Unternehmen nach einer nahtlosen Customer Journey, was eine Vernetzung der einzelnen Verkaufskanäle voraussetzt. Bei einer vollständigen Vernetzung der Kanäle spricht man vom Omnichannel. Omnichannel (lat. omni = ganzheitlich) stellt eine Erweiterung des Crosschannel um eine kanalübergreifende Integration der einzelnen Touchpoints über alle Devices hinweg dar.4

Die Entwicklung des Handels hin zum Omnichannel wird in Abbildung 1 verdeutlicht. Klar erkennbar ist, dass zunächst eigenständige Absatzkanäle in der Zeit des Multi-Channel parallel zueinander genutzt wurden, ohne Berücksichtigung eines möglichen Channel- Hoppings. Heute geht man hingegen von einer Verzahnung der Kanäle innerhalb der Customer Journey aus.

Im stationären Handel setzt dies eine Digitalisierung voraus, welche bereits bei der Ladengestaltung beginnt. Produkte werden nicht nur analog, sondern auch digital präsentiert, um Konsumenten einen Wechsel zwischen den Kanälen jederzeit zu ermöglichen und somit eine personalisiertes, individuelles Einkaufserlebnis zu schaffen.5 Dabei entstehen No-Line-Systeme, eine Verkaufsform, in welcher die Grenzen zwischen online und offline verschwinden.6

Der einheitliche und grenzenlose Auftritt der Handelsmarke in allen Kundeninteraktionsphasen ermöglicht zudem eine konsistente, begeisternde Kauferfahrung.7

Abbildung 1: Die Evolution des Handels zum Omni-Channel Retailing

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Mehn, A., Wirtz, V., Omnichannel-Exzellenz, 2018, S. 7

Weiterhin ist der Begriff Content Management Systeme für dieses Essay von zentraler Bedeutung. Unter Content Management Systemen versteht man Redaktionssysteme, welche eine einfache Bearbeitung von Inhalten ermöglichen.8 Die Funktionen von Content Management Systemen lassen sich grundsätzlich in drei Module unterscheiden:

- Redaktionssystem zur Bearbeitung von Inhalten
- Content Repository als Speicherplatz der Inhalte
- Publishing System zur Ausgabe der Inhalte im Internet oder für den Druck9

Im Zuge dieses Essays ist vor allem von Web-Content Management Systemen die Rede, welche zur Bearbeitung und Verwaltung von Website-Inhalten dienen.

3. Content Management Systeme zur Unterstützung des Einkaufserlebnisses im stationären Handel

Die Vernetzung des Omnichannels ermöglicht neue, innovative Ansätze, um das Einkaufserlebnis am stationären POS einzigartig zu gestalten. Im Folgenden sollen einige ausgewählte Ansätze vorgestellt werden, welche durch den Einsatz eines Content Management Systems digital umgesetzt werden können.

3.1 Virtuelle Regalverlängerung - vom stationären Handel ins Web

Eine Studie der PricewaterhouseCoopers AG zur Zukunft des stationären Handels konnte bereits 2016 belegen, dass ein Drittel der deutschen Konsumenten auch nicht vorrätige Ware im Geschäft auf einem Bildschirm ansehen und bestellen möchten.10

Durch eine virtuelle Regalverlängerung erhält der Handel die Möglichkeit, sein eigentlich auf die Ladenfläche begrenztes Angebot, um zusätzliche Produkte zu erweitern. Dazu sollten auf der Verkaufsfläche Hinweise platziert werden, die auf das weitere Kontingent im Online-Shop verweisen. Der wohl größte Vorteil der Ermöglichung des Channel- Hoppings vor Ort ist, dass Kunden sich direkt im Laden informieren können, ob vor Ort ausverkaufte Produkte noch erhältlich sind und diese auch direkt online bestellt werden können.11

Für die virtuelle Regalverlängerung kann ein Web-Content Management System hilfreich sein - optimal geeignet ist hier der Einsatz eines Shop-Systems (z.B. Shopware, Shopify, Strato, ...).12 Um die Prozesse zwischen stationärem Handel und Online-Shop zu digitalisieren, sollte im Optimalfall das Content Management System via Schnittstelle mit dem Warenwirtschafts- oder ERP-System des Händlers verbunden sein, damit der Warenbestand stets aktuell angezeigt werden kann.13

Im Laden könnte die Integration der virtuellen Regalverlängerung zum Beispiel über Regaldisplays mit einer Touchscreen-Funktion realisiert werden, welche einen direkten Zugriff auf die Website möglichen. Eine weitere Variante wäre das Anbringen von QR- Codes am Regal, welche die Konsumenten mit ihren Smartphones scannen und direkt zum Produkt im Online-Shop weitergeleitet werden.14

Alternativ können auch die Mitarbeiter im stationären Handel mit Tablets ausgestattet werden, damit Kunden über die im Online-Shop verfügbaren Produkte direkt am Regal beraten und ausverkaufte Produkte bestellt werden können.15

Auch das Windowshopping ermöglicht Online-Spontankäufe direkt am stationären POS. Außerhalb der Geschäftszeiten können Konsumenten so über interaktive TouchscreenDisplays am Schaufenster oder mithilfe dort angebrachter QR-Codes Bestellungen über den Online-Shop tätigen - so können die Öffnungszeiten virtuell ausgeweitet werden.16

3.2 Click & Collect - vom Web in den stationären Handel

Auch umgekehrt gibt es in der Omnichannel-Welt viele Möglichkeiten, das Einkaufserlebnis über mehrere Kanäle auszugestalten und die Konsumenten im Online-Shop direkt zum Besuch im stationären Handel anzuregen.

Ein weit verbreitetes Service-Angebot stellt „Click & Collect" dar: Konsumenten bekommen die Möglichkeit, Waren im Online-Shop zu bestellen und innerhalb der nächsten Tage im stationären Handel abzuholen. Dies spricht vor allem Käufergruppen an, die tagsüber aufgrund Berufstätigkeit nicht zu Hause anzutreffen sind sowie Käufer, die große Produkte (z.B. Möbel) online kaufen, bei welchen die Speditionskosten teuer und somit eine Selbstabholung attraktiv wird.17

Das Anbieten von Click & Collect ermöglicht dem stationären Handel zudem die Erhöhung der Besucherfrequenz und außerdem ein zusätzliches Umsatzpotenzial durch Spontankäufe bei der Abholung.18

Darüber hinaus können klassische Einkaufsimpulse durch personalisierte Angebote und Gutscheine den Onlineshop-Besucher zu einem Besuch des stationären Handels bewegen.19

Auch das Angebot eines persönlichen Beratungstermins kann zu einem Besuch des stationären POS führen. Dazu kann online auf der Website des Händlers ein Termin via Formular gebucht werden. Vor Ort erhält der Kunde eine auf seine Bedürfnisse abgestimmte, kostenfreie und unverbindliche Produktberatung.20

Die Integration von Storefindern auf der Website ermöglicht eine direkte Suche nach der nächsten nahegelegenen Filiale - dazu kann für eine möglichst hohe Usability z.B. Google Maps im Content Management System der Website integriert werden, um die Route unkompliziert zu planen. Die meisten Content Management Systeme bieten hierzu sogar fertige Plugins bzw. Extensions an (z.B. Wordpress, TYPO3).21

3.3 Innovative Technologien - Smart Mirrors, Location Based Services und AR & VR im stationären Handel

Um den Kunden bei seinem Einkauf zu begeistern, ist der Einsatz von innovativen Technologien gewiss ein großer Vorteil.

Einige Händler, wie zum Beispiel Ralph Lauren und Zara, haben ihre Umkleidekabinen in Test-Stores mit interaktiven Touchscreen-Spiegeln, sogenannten „Digital Mirrors", ausgestattet. Diese Digital Mirrors ermöglichen es dem Konsumenten von der Umkleidekabine aus, nach alternativen Produkten zu suchen, sowie mit dem Verkaufspersonal zu kommunizieren, um zum Beispiel eine andere Kleidergröße in die Kabine bringen zu lassen.22

Darüber hinaus ermöglicht die Smart Mirror-Technologie es, sich das Kleidungsstück in alternativen Farben anzuschauen und nicht verfügbare Produkte durch die Anbindung an den Online-Shop direkt online zu bestellen.23 Abschließend können Kunden sich die Informationen zum Produkt auf das eigene Handy übertragen lassen.24

Zudem bietet der Einsatz von Location Based Services die Möglichkeit der Ansprache von Passanten, die sich in räumlicher Nähe des Geschäftes befinden. Per Lockangeboten oder Rabatten können diese zu einem spontanen Besuch des Geschäfts animiert werden.25

[...]


1 Vgl. Heinemann, G., Handel der Zukunft, 2019, S. 10; Zaharia, S., Digitalisierung des Handels, 2013, S. 126 f.

2 Vgl. Mehn, A., Wirtz, V., Omnichannel-Exzellenz, 2018, S. 21; Heinemann, G., Geschäftsmodelle der Zukunft, 2020, S. 35 f.

3 Vgl. Deges, F. Grundlagen E-Commerce, 2020, S. 139.

4 Vgl. Deges, F., Grundlagen E-Commerce, 2020, S. 145.

5 Vgl. Deges, F., Grundlagen E-Commerce, 2020, S. 145.

6 Vgl. Heinemann, G., Gaiser, C., SoLoMo, 2016, S. 12.

7 Vgl. Haderlein, A, Digitale Zukunft, 2012, S. 18 f.

8 Vgl. Lackes, R., Siepermann, M., Sjurts, I., Definition Content Management System, 2018, o. S.

9 Vgl. Lackes, R., Siepermann, M., Sjurts, I., Definition Content Management System, 2018, o. S.

10 Vgl. Bovensiepen, G., Rumpff, S., Bender, S., Store 4.0, 2016, S. 10 f.

11 Vgl. Deges, F., Grundlagen E-Commerce, 2020, S. 141; Haderlein, A., Digitale Zukunft, 2012, S. 22 f.; Stieninger, M., Auinger, A., Riedl, R., Digitale Transformation, 2019, S. 49.

12 Vgl. https://blog.hubspot.de/marketing/shopsysteme, Zugriff am 13.01.2021.

13 Vgl. Vetter, T., Morasch, R., Integrierte Plattformen, 2019, S. 332-335.

14 Vgl. Deges, F., Grundlagen E-Commerce, 2020, S. 146 f.

15 Vgl. Zaharia, S., Digitalisierung des Handels, 2013, S. 131.

16 Vgl. Heinemann, G., Geschäftsmodelle der Zukunft, 2020, S. 45; Deges, F., Grundlagen E-Commerce, 2020, S. 141 f.

17 Vgl. Zaharia, S., Digitalisierung des Handels, 2013, S. 139, Deges, F., Grundlagen E-Commerce, 2020, S. 142.

18 Vgl. Deges, F., Grundlagen E-Commerce, 2020, S. 142 f.

19 Vgl. Vetter, T., Morasch, R., Integrierte Plattformen, 2019, S. 327.

20 Vgl. Zaharia, S., Digitalisierung des Handels, 2013, S. 130.

21 Vgl. https://de.wordpress.org/plugins/wp-google-maps/, https://extensions.typo3.org/exten- sion/go maps ext/, Zugriff am 14.01.2021

22 Vgl. Wieland, E. et al., Interaktive Customer Experience, 2017, S. 690; Stieninger, M., Auinger, A., Riedl, R., Digitale Transformation, 2019, S. 49; Deges, F., Grundlagen E-Commerce, 2020, S. 147.

23 Vgl. Vetter, T., Morasch, R., Integrierte Plattformen, 2019, S. 327.

24 Vgl. Wieland, E. et al., Interaktive Customer Experience, 2017, S. 690.

25 Vgl. Deges, F., Grundlagen E-Commerce, 2020, S. 149, Stieninger, M., Auinger, A., Riedl, R., Digitale Transformation, 2019, S. 49.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Content Management Systeme. Unterstützung des Einkaufserlebnisses im stationären Handel
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Veranstaltung
Content-Management-Systeme
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
16
Katalognummer
V997102
ISBN (eBook)
9783346369147
ISBN (Buch)
9783346369154
Sprache
Deutsch
Schlagworte
POS, Einkaufserlebnis, Einkaufserlebnis stationär, Digitalisierung, Content Management Systeme, CMS, Digitale Unterstützung des Einkaufserlebnisses, Zukunft des Handels
Arbeit zitieren
Jana-Katharina Plaug (Autor:in), 2021, Content Management Systeme. Unterstützung des Einkaufserlebnisses im stationären Handel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997102

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