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Gefährdung als Konstante bei Judith Butler und Carl Schmitt

Ein analytischer Vergleich im Kontext der politischen Theorie

Titre: Gefährdung als Konstante bei Judith Butler und Carl Schmitt

Dossier / Travail , 2020 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christian Wallerer (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Der Autor und die Autorin, mit denen sich diese Hausarbeit auseinandersetzt, sind Carl Schmitt und Judith Butler. Die Herausforderungen eines Vergleichs zwischen dem „Kronjuristen des Dritten Reiches“ und einer radikal-demokratischen Gender-Theoretikern liegen in der offenkundigen Gegensätzlichkeit. Indessen ist es nicht nur erstaunlich, dass beide in ihrer Thematik ähnliche Schwerpunkte setzten, sondern auch, dass sie in ihren Schlussziehungen des Öfteren gar nicht so verschieden sind.

Augenscheinlich interessant ist so bereits, dass sowohl die Ontologie Butlers als auch Schmitts von einer grundlegenden Gefährdung ausgeht, die es einzudämmen gelte und deswegen einen im Kern gesicherten, gegen die Gefährdung gerichteten Zustand anvisieren. Dies erleichtert die Übersetzungsarbeit, die bei einem eher weniger naheliegenden Vergleich zwischen einem rechtskonservativen Staatsrechtler und einer linken Philosophin notwendig zu leisten ist. Die Mühe einer solchen Arbeit erscheint schon allein deswegen lohnenswert, da beide als hochaktuelle, polarisierende und viel rezipierte Autoren der politischen Theorie wahrgenommen werden, wenngleich sich die Produktivität einer Gegenüberstellung natürlich erst durch die Analyse zeigen lässt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Gefährdung als Ontologie

2.2 Die gute Ordnung und ihr politisches Wesen

2.3 Die Herausforderung des Politischen

2.3.1 Die gefährliche Staatlichkeit

2.3.2 Die Entgrenzung der Gewalt

2.3.3 Hegung der Gefährdung

3. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit verfolgt das Ziel, die Konzepte der Gefährdung bei Carl Schmitt und Judith Butler im Kontext der politischen Theorie zu vergleichen und ihre jeweiligen Schlussfolgerungen sowie die dialektische Beziehung zwischen ihren Ansätzen kritisch zu untersuchen.

  • Die ontologische Verankerung der Gefährdung bei Schmitt und Butler.
  • Die Rolle des Staates und dessen Schutzfunktion versus die Idee der Volkssouveränität.
  • Die Analyse der "gefährlichen Staatlichkeit" und die Auswirkungen auf politisches Handeln.
  • Die dialektische Auseinandersetzung mit Gewalt, Feindschaft und der Möglichkeit einer gewaltfreien Praxis.

Auszug aus dem Buch

2.3.3 Hegung der Gefährdung: relativierte Feindschaft und Gewaltlosigkeit

Schmitts Würdigung des Staates wurde in der Beschreibung seiner gesicherten Ordnung begründet. Sie ergibt sich aus dem augenscheinlich schlichten, aber doch sehr effizienten und konsequent gekoppelten Dualismus aus Schutz und Gehorsam innerhalb einer pluralen Staatenwelt. Doch so total Schmitts Bild vom Staat auch anmutet – in seiner Kritik an jene Staatlichkeit, die sich auf absolute Werte stützt, zeigt sich der Sinn der konkreten Ordnung einer politischen Einheit. Schmitts Theorie ist vollumfänglich gegen die Gefährdung gerichtet; gegen den Bürgerkrieg und gegen den Staatenkrieg. Trotzdem hat er seinen Begriff des Politischen und seine Staatslehre nie aufgegeben.

Der entscheidende Gedanke ist stattdessen, dass für Schmitt das Politische einen Eigenwert aufweist. Aus ihm ergibt sich der Dezisionismus, die menschliche Entscheidungsfähigkeit; nur in seinem Kontext ist eine Ordnung der menschlichen Tat zugänglich. Er konnte und wollte diesen Begriff also nicht aufgeben; im Bewusstsein, dass Gefährdung und Gewalt immer als Kehrseite drohen, eben weil ein oppositioneller Staat „in einem besonders existenziellen Sinne etwas anderes und Fremdes ist, sodass im extremen Fall Konflikte mit ihm möglich sind“. Bei Beibehaltung des Politischen und gleichzeitiger Eindämmung der Gefährdung konnte es also nur um „die Relativierung der Feindschaft, die Verneinung der absoluten Feindschaft“ gehen. Ohne diese Hegung „sucht der rechtlos Gemachte in der Feindschaft sein Recht. In ihr findet er den Sinn der Sache und den Sinn des Rechts, wenn das Gehäuse von Schutz und Gehorsam zerbricht, das er bisher bewohnte, oder das Normengewebe der Legalität zerreißt, von dem er bisher Recht und Rechtsschutz erwarten konnte“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die beiden Autoren Carl Schmitt und Judith Butler vor, erläutert die Beweggründe für den Vergleich ihrer scheinbar gegensätzlichen Theorien und gibt einen Ausblick auf die zentrale thematische Fragestellung.

2.1 Gefährdung als Ontologie: In diesem Kapitel wird dargelegt, dass sowohl Schmitt als auch Butler von einer grundlegenden Gefährdung des menschlichen Lebens ausgehen, wobei sie unterschiedliche sozialontologische Ansätze verfolgen.

2.2 Die gute Ordnung und ihr politisches Wesen: Dieses Kapitel analysiert Schmitts Verständnis einer gesicherten Ordnung basierend auf dem Schutz-Gehorsam-Dualismus des Staates und stellt diesen Butlers Konzept der Anerkennung und der Prekarität gegenüber.

2.3 Die Herausforderung des Politischen: Dieses Kapitel untersucht, wie beide Denker auf die Herausforderungen der Moderne reagieren, und unterteilt sich in die Analyse von Staatlichkeit, Gewalt und der Hegung der Gefährdung.

2.3.1 Die gefährliche Staatlichkeit: Die Autoren kritisieren hier jeweils eine pathologisch anmutende Staatlichkeit, die das öffentliche Wohlergehen zugunsten partikularer Interessen oder neoliberaler Strukturen vernachlässigt.

2.3.2 Die Entgrenzung der Gewalt: Dieses Kapitel vergleicht die Ansichten von Schmitt und Butler zur Entstehung von Gewalt, die sich aus der Abkehr von staatlicher Schutzfunktion oder aus einer exkludierenden, normbasierten Ordnung ergibt.

2.3.3 Hegung der Gefährdung: Hier wird thematisiert, wie Schmitt durch die Relativierung von Feindschaft und Butler durch performative Praktiken und Gewaltlosigkeit versuchen, die Gefährdung innerhalb ihrer politischen Konzepte zu begrenzen.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass trotz fundamentaler Unterschiede im Verständnis von Staat und Politik beide Ansätze die Notwendigkeit betonen, den anderen als essenziellen Teil der eigenen Subjektbildung zu begreifen.

Schlüsselwörter

Gefährdung, Carl Schmitt, Judith Butler, Politische Theorie, Staatlichkeit, Souveränität, Gewalt, Prekarität, Freund-Feind-Verhältnis, Volkssouveränität, Anerkennung, Politische Ordnung, Dezisionismus, Antagonismus, Performativität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die politischen Theorien von Carl Schmitt und Judith Butler unter dem zentralen Aspekt der "Gefährdung" und wie diese durch politische Ordnungen oder Handlungen adressiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören Ontologie der Gefährdung, die Rolle und Kritik des Staates, das Wesen des Politischen, die Entgrenzung von Gewalt sowie Konzepte der Souveränität und Volkssouveränität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Diskrepanzen in den Theorien von Schmitt und Butler herauszuarbeiten und zu analysieren, wie beide Autoren das Problem der menschlichen Gefährdung theoretisch und praktisch lösen wollen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine analytische Vergleichsmethode, um die Konzepte beider Denker anhand ausgewählter Hauptwerke gegenüberzustellen und deren dialektische Beziehung zueinander offenzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Bereiche: die Ontologie der Gefährdung, das politische Wesen der Ordnung sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der "Herausforderung des Politischen", inklusive der Analyse von Staatlichkeit, Gewalt und Hegung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gefährdung, Prekarität, Schutz-Gehorsam-Dualismus, Freund-Feind-Verhältnis, Volkssouveränität, Gewaltlosigkeit und die Rolle von Normen.

Wie unterscheidet sich Schmitts Sicht auf den Staat von der Butlers?

Schmitt sieht den Staat als essenziellen Garanten der Ordnung gegen den Bürgerkrieg und betont das Schutz-Gehorsam-Verhältnis, während Butler den Nationalstaat kritisch als Instrument neoliberaler Macht betrachtet und die Volkssouveränität in den Vordergrund rückt.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich Gewalt?

Der Autor schließt, dass beide Denker Gewalt in einem Staat ohne öffentliche Verantwortung als destruktiv begreifen und beide die Notwendigkeit sehen, den anderen nicht als vernichtungswürdiges Objekt, sondern als notwendiges Gegenüber zu betrachten.

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Résumé des informations

Titre
Gefährdung als Konstante bei Judith Butler und Carl Schmitt
Sous-titre
Ein analytischer Vergleich im Kontext der politischen Theorie
Université
Technical University of Darmstadt
Note
1,0
Auteur
Christian Wallerer (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
19
N° de catalogue
V997137
ISBN (ebook)
9783346369475
ISBN (Livre)
9783346369482
Langue
allemand
mots-clé
Carl Schmitt Judith Butler
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christian Wallerer (Auteur), 2020, Gefährdung als Konstante bei Judith Butler und Carl Schmitt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997137
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Extrait de  19  pages
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