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Kiezdeutsch. Emergente Varietät des Deutschen oder sozialer Stil?

Titre: Kiezdeutsch. Emergente Varietät des Deutschen oder sozialer Stil?

Dossier / Travail , 2019 , 27 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Diplom-Verwaltungswirt Robert Guth (Auteur)

Science de Langue / Linguistique (interdisciplinaire)
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Eine Frage, mit der sich die Sprachwissenschaft eingehend beschäftigt, jedoch noch nicht zu einem konkreten Ergebnis gelangen konnte, ist, ob das Kiezdeutsch lediglich ein sozialer Stil oder eine neue emergente Varietät des Deutschen ist.

Auf diese Frage möchte ich in dieser Arbeit eingehen. Eingangs gehe ich auf die Entstehung des Kiezdeutschen ein, danach folgen zunächst einige für das Verständnis der Hausarbeit begriffliche Klärungen, bei denen ich die verschiedenen wissenschaftlichen Termini zunächst definiere und dann voneinander abgrenze. Im Anschluss wende ich mich der zentralen Fragestellung zu, inwiefern man das Kiezdeutsch unter einen sozialen Stil und eine emergente Varietät subsumieren kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung

2.1. Definition – Was ist unter Kiezdeutsch zu verstehen?

3 Varietät – Abgrenzung und Definition

3.1. Abgrenzung: Variation – Variante – Variable – Varietät

3.1.1. Variation

3.1.1.1. Die vier Dimensionen der Variation – Das Vier-Dimensionen-Modell (nach Coseriu)

3.1.2. Variante und Variable im Verhältnis zur Varietät

3.1.3. Feststellung aus 3.1.

3.2. Varietät – Eine Definition aus varietätenlinguistischer und soziolinguistischer Sicht

3.2.1. Merkmale von Varietäten (nach Felder 2016: 9):

3.2.1.1. Innersprachliche Merkmale

3.2.1.2. Außersprachliche Merkmale

3.3. Arten von Varietät: Dialekt, Soziolekt (u.a. Ethnolekt), Regiolekt

4 Sozialer Stil – Abgrenzung und Definition

4.1. Sozialer Stil – Definition

4.2. Abgrenzung der Fachtermini Stil und Register

5 Kiezdeutsch – emergente Varietät oder sozialer Stil?

5.1. Gegenüberstellung – Varietät und Stil

5.2. Kiezdeutsch als neue emergente Varietät

5.2.1. Begründung (sprachwissenschaftliche Analyse) – Kiezdeutsch als neue emergente Varietät des Deutschen

5.2.1.1. Bildung emergenter Ortsangaben

5.2.1.2. Bildung emergenter Verkürzungen

5.2.1.3. Bildung emergenter Aufforderungswörter und Partikel

5.2.1.4. Bildung emergenter Funktionsverbgefüge

5.2.1.5. Bildung emergenter Wortstellungsoptionen

5.2.1.6. Bildung emergenter Verwendungsmuster für ‚so‘

5.3. Feststellung

5.4. Kiezdeutsch als sozialer Stil oder neue emergente Varietät – eine sprachwissenschaftliche Überprüfung

5.4.1. Prüfung der innersprachlichen Merkmale

5.4.1.1. Phonetische und phonologische Merkmale

5.4.1.2. Grammatische Merkmale

5.4.1.2.1. ‚So‘ als Fokusmarker

5.4.1.2.2. Syntaktische Merkmale

5.4.2. Prüfung der außersprachlichen Merkmale

5.4.2.1. Areale und soziale Merkmale

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Einordnung des Kiezdeutschen und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob es sich dabei um eine emergente Varietät des Deutschen oder lediglich um einen sozialen Stil handelt. Hierzu erfolgt eine theoretische Abgrenzung der linguistischen Fachtermini sowie eine empirische Überprüfung anhand innersprachlicher und außersprachlicher Merkmale.

  • Theoretische Grundlagen zu Varietät und sozialem Stil
  • Sprachwissenschaftliche Analyse der Merkmale von Kiezdeutsch
  • Untersuchung von Grammatik, Syntax und Phonetik
  • Überprüfung arealer und sozialer Einordnungskriterien
  • Bewertung des Varietätenstatus im Vergleich zum Sprachstandard

Auszug aus dem Buch

5.2.1.3. Bildung emergenter Aufforderungswörter und Partikel

Im Kiezdeutschen sind durch Verkürzungen und Klitisierungen einige neue Ausdrücke, sog. Partikel, entstanden. Partikel sind feste Ausdrücke, die nicht flektiert werden können, sie entstehen aus Lexemen, die in ihrer ursprünglichen Form änderbar waren (vgl. Wiese 2012: 65).

Für Wiese ist dabei „nicht nur ein einzelner neuer Ausdruck entstanden, sondern (…) bereits ein neues grammatisches Subsystem, in dem (…) Aufforderungswörter unterschiedliche, sich ergänzende Funktionen erfüllen.“ (Wiese 2012: 64).

Ich möchte nun vier Partikel, die im Rahmen des Kiezdeutschen entstanden sind, beleuchten und aufzeigen, inwiefern diese Partikel Wiese (2012) dazu veranlassen, hier von einem grammatischen Subsystem, in dem die Partikel unterschiedliche, sich ergänzende Funktionen erfüllen, auszugehen.

a) ‚lassma‘ (Lass + uns + mal) und ‚musstu‘ (musst + du)

Wiese (2012) spricht bei lassma von „sprecherinklusiv“, ergo leitet die Partikel lassma „Aufforderungen ein, die die Sprecherin oder den Sprecher selbst einbeziehen“ (Wiese 2012: 64).

Beispiel: ‚Lassma Stadion gehen!‘.

Die Partikel musstu hingegen ist „sprecherexklusiv“, er leitet also Aufforderungen ein, die die Sprecherin oder den Sprecher ausklammern. (Wiese 2012: 64).

Beispiel: ‚Musstu Ticket kaufen, bevor ihr Stadion wollt!‘.

Nach Wiese (2012) sind diese beiden Partikel „nicht mehr an ihre ursprünglichen Flexionsmerkmale gebunden.“ So ist die Partikel musstu, die ursprünglich – wie oben dargelegt – aus einer Singularform entstanden ist, ergo sich nur an eine Hörerin oder einen Hörer richtet, im Kiezdeutschen schon so fest als Partikel konventionalisiert, dass sie in Situationen gebraucht werden kann, in denen sich die Sprecherin oder der Sprecher an eine Zuhörerschaft wendet, die aus mehr als einer Person besteht (vgl. Wiese 2012: 65).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Dynamik lebender Sprachen und führt die Problemstellung des Sprachwandels ein, um die Frage nach dem Status des Kiezdeutschen zu kontextualisieren.

2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Kiezdeutsch als informelle, alltagssprachliche Form, die in multiethnischen urbanen Wohngebieten entstanden ist.

3 Varietät – Abgrenzung und Definition: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Varietätenlinguistik erarbeitet, um einen festen Rahmen für die spätere Analyse zu schaffen.

4 Sozialer Stil – Abgrenzung und Definition: Dieses Kapitel erläutert den sprecherorientierten Stil-Begriff und grenzt ihn vom Konzept des Registers ab.

5 Kiezdeutsch – emergente Varietät oder sozialer Stil?: Der Hauptteil vergleicht die Merkmale von Varietät und Stil und überprüft anhand von sprachwissenschaftlichen Analysen, ob Kiezdeutsch die Kriterien einer neuen Varietät erfüllt.

6 Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass Kiezdeutsch auf innersprachlicher Ebene zwar systemhaft ist, jedoch aufgrund fehlender großräumiger Konventionalisierung aus varietätenlinguistischer Sicht als sozialer Stil einzustufen ist.

Schlüsselwörter

Kiezdeutsch, Sprachwandel, Varietät, Sozialer Stil, Soziolekt, Ethnolekt, Sprachsystem, Grammatik, Partikel, Funktionsverbgefüge, Sprachforschung, Systematik, Sprachpraxis, Linguistik, Kohärenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das Kiezdeutsch eine eigenständige linguistische Varietät des Deutschen darstellt oder ob es treffender als sozialer Stil klassifiziert werden sollte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Varietätenlinguistik, die Definition von sozialen Stilen sowie die detaillierte Analyse spezifischer kiezdeutscher Sprachmerkmale wie Partikelbildung, Syntax und Lautung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die sprachwissenschaftliche Überprüfung, ob Kiezdeutsch die strukturellen Tatbestandsmerkmale einer Varietät erfüllt, um so zu einer fundierten Kategorisierung zu gelangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deduktive Herangehensweise: Basierend auf theoretischen Definitionen von Varietät und Stil wird der Kiezdeutsch-Gebrauch anhand linguistischer Daten, vorwiegend unter Rückgriff auf die Studien von Wiese und Auer, analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden innersprachliche Merkmale wie Lautung, Grammatik und Syntax sowie außersprachliche Kriterien wie räumliche Verbreitung und soziale Konventionalisierung gegenübergestellt und kritisch bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Kiezdeutsch, Sprachwandel, Varietätenlinguistik, Soziolekt und die Abgrenzung zwischen System- und Sprecherorientierung charakterisieren.

Warum kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass Kiezdeutsch kein Dialekt im klassischen Sinne ist?

Weil die notwendige großräumige Konventionalisierung fehlt und die sprachlichen Formen innerhalb kleinerer sozialer Gruppen zu dynamisch und wechselhaft sind, um ein stabiles System wie bei einem Dialekt zu bilden.

Welche Rolle spielt die Partikel "so" bei der Analyse des Kiezdeutschen?

Die Arbeit untersucht "so" als potenziellen Fokusmarker und stellt dabei fest, dass dieser Gebrauch zwar im Kiezdeutsch systematisch erscheint, aber auch in der allgemeinen gesprochenen Umgangssprache vorkommt.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "innersprachlichen" und "außersprachlichen" Merkmalen?

Innersprachliche Merkmale beziehen sich auf die grammatischen, phonologischen und syntaktischen Strukturen, während außersprachliche Merkmale die soziale Einbettung und die räumliche kommunikative Reichweite innerhalb einer Sprachgemeinschaft beschreiben.

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Résumé des informations

Titre
Kiezdeutsch. Emergente Varietät des Deutschen oder sozialer Stil?
Note
2,0
Auteur
Diplom-Verwaltungswirt Robert Guth (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
27
N° de catalogue
V997144
ISBN (ebook)
9783346369543
ISBN (Livre)
9783346369550
Langue
allemand
mots-clé
Kiezdeutsch Slang Jugendsprache Varietät Dialekt Stil Kanak-Sprak
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Diplom-Verwaltungswirt Robert Guth (Auteur), 2019, Kiezdeutsch. Emergente Varietät des Deutschen oder sozialer Stil?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997144
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