In dieser Hausarbeit soll anhand von den Qualitätsmerkmalen der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. (DeGeDe) unter dem besonderen Fokus der Partizipation eruiert werden, ob die Sudbury Valley Schule den Kriterien einer demokratischen Schule nachkommt.
Trotz der Reformpädagogik seit dem zwanzigsten Jahrhundert herrschen an den meisten deutschen Schulen immer noch veraltete Strukturen, die beispielsweise an den festgelegten Lehrplänen zu sehen sind. Die in der Reformpädagogik intendierte Selbsttätigkeit der Schülerinnen und Schüler steht weniger im Mittelpunkt.
Daher gibt es heutzutage viele Alternativschulen, unter anderem solche, die ihren Fokus auf demokratische Konzepte legen, in denen Selbstbestimmtheit, Freiheit und Freiwilligkeit an erster Stelle stehen. Beispielgebend ist die Sudbury Valley Schule, die durch Daniel Greenberg nach demokratischem Prinzip gegründet wurde. Doch handelt es sich bei der Sudbury Valley Schule um eine demokratische Schule?
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSDEFINITION
2.1. PARTIZIPATION
2.2. DEMOKRATISCHE BILDUNG
3. DEMOKRATISCHE SCHULEN
3.1. DIE SUDBURY VALLEY SCHULE
3.2. DIE SUDBURY-SCHULE BERLIN-BRANDENBURG
3.2.1. KONZEPT DER SUDBURY VALLEY SCHULE
3.3. QUALITÄTSMERKMALE DER DEGEDE
3.3.1. QUALITÄTSBEREICHE
3.3.2. ÜBERPRÜFUNG DER MERKMALE AUF DIE SUDBURY SCHULE BERLIN-BRANDENBURG
3.3.3. DEMOKRATISCHE BILDUNG AN STAATLICH ÖFFENTLICHEN SCHULEN IN HESSEN
4. FAZIT
7. LITERATUR
7.1. ELEKTRONISCHE TEXTE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Sudbury Valley Schule den Kriterien einer demokratischen Schule entspricht. Unter Anwendung der Qualitätsmerkmale der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. (DeGeDe) wird insbesondere der Aspekt der Partizipation evaluiert und mit der Umsetzung demokratischer Bildung in staatlich öffentlichen Schulen verglichen.
- Analyse des Demokratieverständnisses und der partizipativen Praxis
- Darstellung des Konzepts der Sudbury Valley Schule
- Anwendung der DeGeDe-Qualitätsmerkmale auf die Sudbury-Schule Berlin-Brandenburg
- Vergleich mit dem Stand der Demokratiebildung an staatlichen Schulen in Hessen
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Konzept der Sudbury Valley Schule
In der Sudbury Valley Schule gibt keine verpflichtende Schulanfangszeit, sondern lediglich ein Zeitkonto, um die Schulpflicht zu gewährleisten. Die Öffnungszeiten sind von 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr. Die Schüler selbst entscheiden, wie viel Zeit sie für eine bestimmte Aktivität benötigen. Schüler können auch länger in der Schule bleiben, wenn sie ein Projekt zu Ende bringen möchten. Eine geregelte Mittagspause ist nicht vorgesehen. Laut Greenberg verliert man das Gefühl für Zeit, wenn man sich intensiv voller leidenschaftlicher Neugier mit einem Thema seiner Wahl auseinandersetzt.
Es gibt keine Klassen, sondern ein altersgemischtes Lernen. Laut Greenberg mischen sich genauso wie Erwachsene auch Kinder unterschiedlichen Alters zu einer temporären Gruppe, wenn sie sich für dieselben Themen interessieren. Durch die unterschiedlichen Fähigkeiten und einem anderem Lerntempo helfen sich die Schüler intuitiv, weil es ihnen ein gutes Gefühl gibt, anderen zu helfen und zu sehen, dass sie erfolgreich sind. Altersmischung hat sowohl eine Lern-Seite als auch eine emotionale, und soziale Seite. Sie entspricht der Wirklichkeit des Lebens, ist dynamisch und fördert das Lehr- und Lernvermögen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik veralteter Schulstrukturen ein und definiert die Forschungsfrage, ob die Sudbury Valley Schule den Qualitätskriterien einer demokratischen Schule entspricht.
2. BEGRIFFSDEFINITION: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Partizipation und demokratische Bildung theoretisch fundiert und in den Kontext aktueller bildungspolitischer Anforderungen gestellt.
3. DEMOKRATISCHE SCHULEN: Dieser Hauptteil umfasst die Vorstellung des Sudbury-Konzepts sowie eine detaillierte Überprüfung der DeGeDe-Qualitätsmerkmale an der Sudbury-Schule Berlin-Brandenburg und einen Vergleich zur demokratischen Bildung an staatlichen Schulen.
4. FAZIT: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Analyse und stellt fest, dass das Sudbury-Modell die Kriterien der Partizipation und demokratischen Bildung weitaus konsequenter umsetzt als das staatliche Schulsystem.
Schlüsselwörter
Demokratische Schule, Sudbury Valley Schule, Partizipation, Demokratische Bildung, DeGeDe, Schulkonzept, Selbstbestimmung, Altersmischung, Reformpädagogik, Schulversammlung, Gerechtigkeit, Freiheit, Schulkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Demokratieverständnis in Schulen und analysiert, inwieweit das Sudbury-Schulmodell demokratische Anforderungen erfüllt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Partizipation, selbstbestimmtem Lernen, demokratischer Schulkultur und dem Vergleich zwischen Alternativschulen und staatlichen Systemen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Erfüllt die Sudbury Valley Schule die Kriterien einer demokratischen Schule unter besonderer Berücksichtigung der Partizipation?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Analyse durchgeführt, bei der das Konzept der Sudbury-Schule anhand der Qualitätsmerkmale der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik (DeGeDe) geprüft wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition demokratischer Bildung, dem Konzept der Sudbury Valley Schule und einer detaillierten Prüfung anhand von DeGeDe-Qualitätsbereichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sudbury Valley Schule, Partizipation, Demokratische Bildung, DeGeDe, Selbstbestimmtheit und Schulkonzept.
Gibt es eine Schulleitung im Sudbury-Modell?
Nein, es gibt keine Schulleitung im herkömmlichen Sinne; die Schule wird durch die Schulversammlung geleitet, in der alle Mitglieder stimmberechtigt sind.
Wie werden Leistungen an der Sudbury Valley Schule bewertet?
Es gibt keine formelle Bewertung durch Zensuren; die Schüler werten ihre eigene Entwicklung selbst und setzen sich individuelle Ziele.
Wie schneiden staatliche Schulen im Vergleich ab?
Die Arbeit stellt fest, dass die Umsetzung von Demokratiebildung in demokratischen Schulen aufgrund ihrer Grundsätze deutlich etablierter ist als in staatlichen Bildungseinrichtungen.
Was besagt der Beutelsbacher Konsens in diesem Kontext?
Der Beutelsbacher Konsens dient als wichtige Referenz für demokratische Bildung, insbesondere bezüglich des Überwältigungsverbots und der Pflicht zur Kontroversität im Unterricht.
- Citar trabajo
- Isabelle Pietsch (Autor), 2021, Demokratiepädagogik an Schulen. Wie demokratisch ist die Sudbury Valley Schule?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997449