Junior Management Science (JUMS) ist das erste wissenschaftliche Journal, das die besten Abschlussarbeiten der Betriebswirtschaftslehre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) veröffentlicht.
Für die Publikationen von JUMS legen wir höchste wissenschaftliche Qualitätskriterien an. Um diese sicherzustellen, unterliegen die Abschlussarbeiten – wie in der Wissenschaft üblich – einem double-blind Review-Prozess. Dies bedeutet, dass zwei Wissenschaftler*innen die Abschlussarbeiten unabhängig voneinander begutachten, ohne zu wissen, von wem und an welcher Hochschule die Arbeit verfasst worden ist. Nur die Arbeiten, welche einstimmig als herausragend beurteilt werden, werden von uns publiziert. Die Qualität der Begutachtung wird nicht zuletzt durch unser Advisory Editorial Board gewährleistet, welches über 50 Professor*innen von mehr als 30 Universitäten und Hochschulen aus der DACH-Region umfasst.
In diesem Sammelband befinden sich die besten Beiträge im Jahr 2020, welche in Junior Management Science Volume 5 Issue 4 publiziert wurden.
"On the Analysis of Moral Hazard Using Experimental Studies" von Maria Huber
Keywords: First-degree moral hazard; second-degree moral hazard; experiments; analysis.
"The Effect of Gratitude on Individuals’ Effort – A Field Experiment" von Oriana Wendenburg
Keywords: Gratitude; non-pecuniary gifts; gift giving; reciprocity; personnel economics.
"To Be Is to Do: Exploring How Founder Social and Role Identities Shape Strategic Decisions in New Venture Creation Process" von Magdalena Melonek
Keywords: Sustainable entrepreneurship, entrepreneurial decision making, founder identity, social identity theory, identity
theory, multi-founder ventures.
"Die Quellenbesteuerung bei digitalen Transaktionen – Status quo und mögliche Handlungsalternativen" von Markus Sebastian Gebhart
Keywords: Digitale Werbeleistungen; Quellenbesteuerung; Rechteüberlassung; Digitalsteuer; signifikante digitale Präsenz.
"Economics of Hydrogen: Scenario-based Evaluation of the Power-to-Gas Technology" von Ubald Bauer
Keywords: Hydrogen economics; power-to-gas; renewable energy; capacity optimization.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Moral Hazard in Theory
2.1. Definition
2.2. Types of Moral Hazard
2.3. Distinction from Adverse Selection
3. Experimental Evidence on Moral Hazard
3.1. Second-Degree Moral Hazard
3.2. First-Degree Moral Hazard
4. Conclusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht experimentell, unter welchen Umständen "Moral Hazard" auftritt und wie dieses Problem in verschiedenen wirtschaftlichen Kontexten, insbesondere in Versicherungsmärkten und bei Credence Goods, gemindert oder eliminiert werden kann. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich unterschiedliche Anreizstrukturen auf das Verhalten von Akteuren auswirken und welche Rolle Informationsasymmetrien dabei spielen.
- Analyse von Second-Degree Moral Hazard am Beispiel von Taximärkten und Computerreparaturen
- Untersuchung von First-Degree Moral Hazard in der Naturkatastrophenversicherung
- Einfluss von Wettbewerb auf das Verhalten von Anbietern
- Wirkung von Peer Pressure und pro-sozialen Präferenzen in Gruppenkontexten
- Diskussion experimenteller Methoden zur Identifikation von Moral Hazard
Auszug aus dem Buch
3. Experimental Evidence on Moral Hazard
Balafoutas et al. (2017) were the first to study moral hazard and its influence on market outcomes in a controlled field experiment concentrating on the effect of first-degree moral hazard on the behavior of the supply side. The authors provide evidence for second-degree moral hazard in a market for taxi rides where costs were reimbursed by a third party.
In the experiment, four research assistants, two men and two women, took undercover taxi rides in the capital city of Greece following a fixed script and secretly documented the drivers’ driving and charging behavior. The rides were organized in quadruples meaning that all four assistants took a taxi from the same origin to the same destination in one or two-minute intervals and at random order. Overall, the experiment consisted of 400 rides while 200 were part of the control treatment (CONTROL) and 200 were assigned to the treatment with insurance (INS). The assistants explained to the taxi drivers in both treatments that they were not familiar with the city in order to create an information asymmetry. In CONTROL, the assistants asked the drivers shortly after the ride had begun for a receipt at the end of the ride (without mentioning the purpose of this question) while in INS, it was added that the receipt was needed since expenses were reimbursed by the passengers’ employers. At the end of the experiment, the actual fares paid by the assistants were compared to the correct prices. This was possible because charging fees for taxi rides are standardized in Greece: The tariff consists of a fixed fee per ride and a variable part. This variable part is either computed distance or duration-dependent contingent on what is more profitable for the driver and the taximeter always applies the more profitable method automatically.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Moral Hazard ein, grenzt es von Adverse Selection ab und legt die Forschungsfrage der Arbeit fest.
2. Moral Hazard in Theory: Hier wird der Begriff Moral Hazard definiert, in verschiedene Typen unterteilt und theoretisch hergeleitet, insbesondere mit Fokus auf die Informationsasymmetrien zwischen Vertragspartnern.
3. Experimental Evidence on Moral Hazard: Dieser Hauptteil analysiert aktuelle Feld- und Laborexperimente, um Umstände für das Auftreten von Moral Hazard sowie Strategien zu dessen Minderung zu identifizieren.
4. Conclusion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Implikationen für die Forschung und zeigt wissenschaftliche Lücken für zukünftige Arbeiten auf.
Schlüsselwörter
Moral Hazard, First-Degree Moral Hazard, Second-Degree Moral Hazard, Versicherungsmärkte, Credence Goods, Experimentelle Ökonomik, Informationsasymmetrie, Anreizstrukturen, Wettbewerb, Peer Pressure, Pro-soziale Präferenzen, Verhaltensökonomik, Versicherungsbetrug, Markteffizienz, Forschungsdesign
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen des "Moral Hazard" (moralisches Risiko) in verschiedenen Marktkontexten. Sie untersucht, wie sich Informationsasymmetrien auf das Verhalten von Akteuren auswirken und unter welchen Bedingungen dieses Verhalten zu Ineffizienzen führt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Second-Degree Moral Hazard (Angebotsseite), First-Degree Moral Hazard (Nachfrageseite), die Abgrenzung zu Adverse Selection sowie Methoden zur empirischen Untersuchung durch Feld- und Laborexperimente.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die spezifischen Umstände zu identifizieren, unter denen Moral Hazard entsteht, und Lösungsansätze zu evaluieren, wie dieses Problem durch institutionelle Rahmenbedingungen oder Anreizsysteme abgemildert oder eliminiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine umfassende Analyse aktueller Literatur, die auf experimentellen Studien basiert. Dabei werden sowohl kontrollierte Feldexperimente (z. B. verdeckte Tests in Taxis oder bei Computerreparaturen) als auch Laborexperimente ausgewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Second-Degree Moral Hazard (Verhalten der Anbieterseite bei Versicherungsdeckung) und First-Degree Moral Hazard (Verhalten der Versicherungsnehmer, etwa in Bezug auf Prävention oder pro-soziales Verhalten in Gruppen).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Moral Hazard, experimentelle Evidenz, Informationsasymmetrie, Versicherungsmarkt, Credence Goods und Anreizmechanismen.
Wie wirken sich pro-soziale Präferenzen auf das Moral Hazard Problem aus?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass pro-soziale Präferenzen und Gruppenzugehörigkeit (z. B. in Haftungsgemeinschaften) den Anreiz zu moralisch riskantem Verhalten senken können, da das Handeln des Einzelnen soziale Konsequenzen für die Gruppe hat.
Welchen Einfluss hat Wettbewerb auf Moral Hazard?
Wettbewerb kann als ein effektiver Mechanismus fungieren, um Second-Degree Moral Hazard zu mindern. Wenn Anbieter um Kunden konkurrieren, sinkt deren Anreiz, Kunden durch unnötige Leistungen auszunutzen (z. B. Overtreatment), da Kunden zu anderen Anbietern abwandern können.
- Arbeit zitieren
- Junior Management Science e.V. (Autor:in), 2020, Junior Management Science, Volume 5, Issue 4, December 2020, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997479