Mitarbeiterbindung in Zeiten des demografischen Wandels. Analyse anhand des Unternehmens VW


Hausarbeit, 2018

17 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der demografische Wandel
2.1 Ursachen des demografischen Wandels
2.2 Mögliche Auswirkungen
2.2.1 Auswirkungen auf die Wirtschaft
2.2.2 Auswirkungen auf die Arbeitswelt

3 Mitarbeiterzufriedenheit
3.1 Bedürfnispyramide nach Maslow
3.2 Herzbergtheorie (Zwei-Faktoren-Theorie)

4 Anreizformen
4.1 Monetäre Anreize
4.1.1 Betriebliche Sozialleistungen
4.1.2 Cafeteria-Konzept
4.2 Nicht-monetäre Anreize
4.2.1 Betriebsklima
4.2.2 Work-Life-Balance

5 Mitarbeiterbindungsmaßnahmen am Beispiel Volkswagen

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland, 1950-2060

Abbildung 2: Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland und demografische Ereignisse

1 Einleitung

Die Arbeitswelt ist einem ständigen, fortlaufen Wandel unterworfen. Wirtschaftlicher Strukturwandel, Globalisierung, neue Technologien und der demografische Wandel sind die vier Megatrends, die, laut einem Berufsbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die Arbeitswelt von morgen prägen werden.

Es besteht kein Zweifel daran, dass diese Faktoren, bzw. Megatrends, den größten Einfluss auf die Arbeitswelt nehmen. Wie aber verhalten sich Unternehmen in Bezug auf den demografischen Wandel? Welche Maßnahmen können sie auf die unterschiedlichen Veränderungen ergreifen, und tun sie dies bereits?

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf dem Einflussfaktor demografischer Wandel. Zunächst wird auf eine allgemeine Begriffsdefinition, Ursachen und Auswirkungen eingegangen. Desweiteren auf die Mitarbeiterzufriedenheit, um im Anschluss verschiedene Anreizsysteme der Mitarbeiterbindung vorzustellen. Die Definition und Vorstellung der unterschiedlichen Modelle der Mitarbeiterzufriedenheit kann als theoretische Grundlage für diese Anreizsysteme gesehen werden. Abschließend wird an dem Unternehmen Volkswagen untersucht, ob Mitarbeiterbindungsmaßnahmen stattfinden.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht. Dies soll jedoch keinesfalls eine Geschlechterdiskriminierung oder eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes zum Ausdruck bringen.

Die Bezeichnungen der Gruppen Jüngere, Mittlere und Ältere Menschen (Mitarbeiter) sind neutral zu verstehen und dienen der theoretisch abgeleiteten Kennzeichnung verschiedener Erfahrungsgruppen. Es findet keine Altersdiskriminierung statt.

2 Der demografische Wandel

Eine einheitliche Definition zum Demografie-Begriff ist nicht zu finden. Man versteht den demografischen Wandel gemeinhin heutzutage als Synonym für „das Altern einer Bevölkerung“. Doch wie er sich wirklich entwickelt und was man darunter genau versteht, ist längst nicht in vollem Maße geklärt. Um den Demografie-Begriff einzugrenzen wird in dieser Arbeit mit einer Definition von der Bundeszentrale für politische Bildung gearbeitet, die für den Demografie-Begriff folgendes vorschlägt:

„Wissenschaft von der Bevölkerung. Sie beschreibt den gegenwärtigen Zustand der Bevölkerung (Größe, Altersaufbau, Geburtenhäufigkeit, Zuwanderung usw.) und leitet daraus Schlüsse für die Zukunft ab (Bevölkerungszunahme oder -abnahme, künftiger Altersaufbau usw.).“ (vgl. Thurich 2011)

Nach dieser Definition ist die Diskussion unter dem Synonym „Altern der Bevölkerung“ ein globaler, langsam und langfristig verlaufender Wandel in einigen grundlegenden demografischen Verhaltensmustern. Es beschreibt in Deutschland den stattfindenden Wandel in der Altersstruktur der Bevölkerung, als progressive Zunahme des Anteils der Älteren gegenüber der Jüngeren. Das Altern ist somit das Ergebnis von langfristigen Veränderungen von Geburtenhäufigkeit und Sterblichkeit. Aus soziodemografischer Sicht ist das ein spannender und zugleich sehr dramatischer Vorgang (vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2017).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland, 1950-2060; Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2018

Anhand der Abbildung werden zwei Entwicklungen deutlich: zum einen die zunehmende Zahl an Menschen im Rentenalter und zum anderen ihr steigender Anteil an der Gesamtbevölkerung. Diese Verschiebung zwischen den Anteilen der Hauptaltersgruppen ist gravierend. Der Anteil der unter 20-Jährigen zwischen 1950 und 2017 ist gesunken und zeigt bei der Prognose für 2060 keine Steigerung. Es wird außerdem deutlich, dass das Altern der Bevölkerung zu Hochaltrigkeit führt und deutlich mehr Menschen älter als 80 Jahre werden. Daraus ist außerdem zu schlussfolgern, dass der Anteil der Personen im Erwerbsalter (20 bis 64 Jahre) deutlich zurückgeht. Dies ist auf ein niedriges Geburtenniveau und eine höhere Lebenserwartung zurückzuführen. Fallen diese beiden Ursachen zusammen, zieht das eine beschleunigte Alterung nach sich (vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2018).

2.1 Ursachen des demografischen Wandels

Wie bereits erwähnt ist der demografische Wandel ein fortlaufender Prozess. Im nachfolgenden zeigt die geschichtliche Betrachtung welche Ursachen der Wandel mit sich bringt. Im Jahr 2016 bekam jede Frau im Durchschnitt 1,59 Kinder, während es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch 4,2 Kinder waren. Mit Beginn des ersten Weltkrieges sank die Geburtenziffer bereits auf 2,48 Kinder pro Frau (vgl. Bäcker 2017).

Ein wichtiger Grund für die Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung ist die erhöhte Lebensdauer, die durch fortlaufend erfolgreiche Forschung, vor allem in der Medizin, erreicht wurde. Es gibt auch deutlich mehr Frauen als Männer an der Spitze des aktuellen Altersaufbaus. Dies hat zwei Ursachen: Frauen leben durchschnittlich länger als Männer, wodurch es im höheren Lebensalter generell zu Frauenüberschüssen kommt. Desweiteren spielt der Zweite Weltkrieg eine Rolle, denn viele Männer, die 2016 über 90 Jahre alt gewesen wären, sind in diesem gefallen.

Moderne Möglichkeiten der Familienplanung sind ein weiterer Grund. Durch eine bessere Aufklärung und diverse Methoden der Verhütung, vor allem durch die Erfindung der Antibabypille zu Beginn der 1960er Jahre, ist seither ein Geburtenrückgang zu verzeichnen („Pillenknick“). Die Angst vor dem Risikofaktor Armut, besonders in Verbindung mit Kindern, beeinflussen die Frage nach einer Familie negativ.

Nicht zuletzt ist die Kombination von Beruf und Familie durch die, im Vergleich zu früher, langen Ausbildungs- und Studienzeiten für gehobene und höhere Bildungsabschlüsse schwierig, da sie viel Zeit und Einsatz fordern (vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2018).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland und demografische Ereignisse, 2017; Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2018

In der Abbildung sind diverse Ein- und Ausbuchtungen zu sehen, die auf verschiedene Ereignisse in der Vergangenheit zurückzuführen sind.

Zwei Gründe führen dazu, dass es vergleichsweise viele Menschen im Alter von 30 Jahren gibt. Die stark besetzten sogenannten Babyboomer-Jahrgänge, Menschen, die Ende der 1950er und in den 1960 Jahren geboren und damit 2017 altersmäßig überwiegend in ihren 50ern sind, haben in den 1980er Jahren ihre Kinder bekommen, zum anderen erholten sich die Geburtenzahlen in der DDR ab Ende der 1970er Jahre aufgrund von familienpolitischen Maßnahmen (vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2018).

Aktuell zeigen sich wieder leicht steigende Geburtenzahlen. Die vergleichsweise zahlreichen Kinder der Babyboomer befinden sich in ihrer höchsten Fertilität. Diese etwas höhere Zahl an Neugeborenen wird von kurzfristiger Natur sein und auch die starke Zuwanderung ab 2015, wird den Trend schrumpfender Geburtenjahrgänge nicht nachhaltig aufhalten (vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2017).

2.2 Mögliche Auswirkungen

Durch die sinkende Bevölkerung entstehen Folgen, die sich nur schwer konkret vorausberechnen lassen. Der demografische Wandel betrifft viele Teilbereiche der Gesellschaft. Im Folgenden wird auf zwei Auswirkungen näher eingegangen.

2.2.1 Auswirkungen auf die Wirtschaft

Der demografische Wandel wird von den meisten als Bedrohung angesehen. Er hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Alters- und Gesundheitsvorsorge und ist eine immense Herausforderung für das gesamte Wirtschaftssystem. Die ökonomischen Auswirkungen sind jedoch kein unabänderliches Schicksal, sondern können mit einer Kombination aus Arbeitsmarkt- und Sozialversicherungsreformen in Chancen für unsere Gesellschaft umgewandelt werden.

Zurzeit bedeutet der demografische Wandel, dass immer mehr Rentner auf immer weniger Rentenbeitragszahler kommen. Das Gleiche trifft auf die Krankenversicherung zu. In den nächsten zwanzig Jahren wird sich die Bevölkerung in Deutschland zwar in der Summe kaum ändern, sie schrumpft erst mit dem Ableben der Babyboomer-Generation. Die veränderte Zusammensetzung bedeutet aber, dass es weiterhin viele Konsumenten geben wird, jedoch deutlich weniger beitragspflichtige Erwerbstätige die Güter und Dienstleistungen produzieren können. Eine ältere Bevölkerung hat zudem die Tendenz, vorhandene Vermögenswerte abzubauen, anstatt neue anzusammeln. Dies hat allerdings zur Folge, dass die junge, arbeitende Bevölkerung schwerer Vermögenswerte wie Wohneigentum bilden kann, da die ältere Generation in ökonomisch stabilen Zeiten mit über Jahre hinweg aufgebautem Vermögen ihr Eigentum finanzieren und stark wertsteigern konnten und diese nun durch gesteigerte Nachfrage zu massiv gestiegenen Preisen anbieten können. Es ist aufgrund fehlender Rücklagen schwierig für die Arbeitenden günstige Kredite zu bekommen. Das ist ein Problem auf dem Immobilienmarkt, da zwar viele ältere Menschen ihre erworbenen Häuser verkaufen möchten, ihnen aber nur wenige junge Käufer gegenüberstehen, die die geforderten Preise bzw. Kreditkonditionen bedienen können (vgl. Börsch-Supan 2015, S.266 ff.).

2.2.2 Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Knapp 49.000 unbesetzte Ausbildungsstellen wurden am 18.04.2018 für das Ausbildungsjahr 2017 gemeldet (vgl. Bundesinstitut für Berufsbildung 2018). Unternehmen suchen händeringend nach Auszubildenden, denn es in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels ungewiss, wie viele Menschen nach dem 60. Lebensjahr noch arbeiten bzw. in den Firmen fehlen werden. Deswegen müssen sich Unternehmen neben der Azubirekrutierung auch um bereits ausgebildete Arbeitskräfte bemühen. Dementsprechend wird das Thema Arbeitslosigkeit und auch Angst vor Arbeitslosigkeit künftig weniger Bedeutung haben (vgl. Heckel 2017). Der technische Fortschritt führt dazu, dass Arbeitgeber zunehmend höher qualifizierte bzw. hochspezialisierte Mitarbeiter benötigen. Einen abmildernden Einfluss auf den Fachkräftemangel hat die wachsende Frauenerwerbsquote, sie reicht letztendlich aber nicht aus das Problem zu lösen. Ebenso wenig wie der Zuwachs an Migranten, da es diesen meistens an der nötigen Qualifikation fehlt (vgl. Heckel 2017).

3 Mitarbeiterzufriedenheit

Um die Folgen für die Unternehmen der Arbeitswelt etwas abzumildern, gibt es unzählige Vorschläge um Mitarbeiter zu finden und zu binden. Ein wichtiger Punkt ist die Mitarbeiterzufriedenheit, denn je motivierter die Mitarbeiter sind, desto effektiver, effizienter und loyaler sind sie. Im Folgenden werden zwei allgemeine Theorien erläutert um zu veranschaulichen, was bei der Anwendung von Personalbindungsmaßnahmen beachtet werden sollte, da jeder Mitarbeiter unterschiedlich motivierbar ist. Es bedarf daher mehrerer Maßnahmen, um das Personal langfristig zu binden. Dabei sind vor allem:

- Kulturelle Unterschiede
- Verschiedene Altersgruppen
- Subjektive Bedürfnisse

zu beachten, um eine Fehlplatzierung der Maßnahme zu verhindern. (vgl. Bröckermann & Pepels 2004, S.69f.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Mitarbeiterbindung in Zeiten des demografischen Wandels. Analyse anhand des Unternehmens VW
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
2,0
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V997716
ISBN (eBook)
9783346371928
ISBN (Buch)
9783346371935
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mitarbeiterbindung, zeiten, wandels, analyse, unternehmens
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Mitarbeiterbindung in Zeiten des demografischen Wandels. Analyse anhand des Unternehmens VW, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997716

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