Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus

Die völkische Bewegung um 1900 im Spannungsfeld zwischen Rassenlehre und Anglophobie. "Germanen gegen Germanen"

Titel: Die völkische Bewegung um 1900 im Spannungsfeld zwischen Rassenlehre und Anglophobie. "Germanen gegen Germanen"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jonathan Stumpf (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie positionierten sich die Völkischen zum Britischen Weltreich und den Engländern? Welche Diskurse gab es innerhalb dieser Bewegung mit Blick auf "John Bull"? Dem Alldeutschen Verband etwa attestiert Michael PETERS eine "tiefwurzelnde Englandfeindlichkeit". Aber musste diese Anglophobie nicht zwangsläufig zu den verbreiteten Rassentheorien eines Arthur de GOBINEAU oder Houston Stewart CHAMBERLAIN im Widerspruch stehen, die ja gerade innerhalb der völkischen Bewegung eine derart prominente Rolle spielten wie nirgends sonst?

Letzterer, ein Engländer, wird von Uwe PUSCHNER in seinem Aufsatz Die völkische Bewegung in Deutschland als deren Säulenheiliger bezeichnet. Wenn sich mit dem sakralisierten Rassendogma nach völkischer Überzeugung sowohl die Vergangenheit und Gegenwart deuten als auch die Zukunft vorhersagen ließ und den Germanen generell Tugenden wie Tapferkeit und Edelsinn zugeschrieben wurden, man die Politik Englands aber vorzugsweise mit Adjektiven belegte, die das Gegenteil vorgenannter Tugenden bezeichnen, musste es eines oder mehrere Narrative geben, die diesen Widerspruch aufzulösen suchten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gobineau und Chamberlain

2.1 Arthur de Gobineau

2.2 Houston Stewart Chamberlain

3. Die völkische Bewegung um 1900

3.1 Die „Organisationsstruktur“

3.2 Die Ideologie: „Volk“ oder „Rasse“?

4 Anglophilie und Anglophobie im Spiegel der Quellen

5 Schlussbetrachtung

6 Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld innerhalb der völkischen Bewegung um 1900, die einerseits von tiefsitzender Anglophobie geprägt war, andererseits durch rassentheoretische Konstrukte eine ethnische Verwandtschaft zu den Engländern postulierte. Ziel ist es, die Narrative zu destillieren, mit denen Zeitgenossen diesen Widerspruch aufzulösen suchten.

  • Rassentheoretische Einflüsse von Gobineau und Chamberlain
  • Strukturen und Organisationen der völkischen Bewegung
  • Diskursanalyse zur Ambivalenz zwischen Anglophilie und Anglophobie
  • Untersuchung des "Hammer" als völkisches Leitmedium
  • Ideologische Bewältigung des deutsch-britischen Antagonismus

Auszug aus dem Buch

Die völkische Bewegung um 1900

Die völkische Bewegung war äußerst heterogen und rekrutierte sich in erster Linie, so schreibt ein Völkischer im Heimdall, aus dem Umfeld der „Boden-, Kunst-, Sozial- und Wirtschafts-Neuformer, Bismarck-, Wagner-, Gobineau- und Chamberlain-Verehrer, Flotten-Freunde, Papst-Feinde, Antisemiten, Heimats-Schützer, Sprachreiniger, Sittlichkeits-Bewahrer, Sprit-Bekämpfer, Volks-Erzieher und wie sie alle heißen“.

Es ist der jüngeren Forschung dennoch gelungen, diese Bewegung anhand ihrer Organisationsstrukturen und geistigen Strömungen in ihrer Vielfalt „zumindest zu konturieren“. Da eine umfassende Zusammenschau des „Wirrwarr[s] von Sekten, Verbänden und Kleinunternehmen“ indes nicht Ziel dieser Arbeit ist, werden wir uns bei unserer Skizzierung der Bewegung auf die wirkmächtigsten Periodika und Vereine beschränken und mit Blick auf den weltanschaulichen Gehalt nur ein Schlaglicht auf das Verhältnis der Völkischen zu „Volk“ und „Rasse“ werfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des deutsch-britischen Verhältnisses vor dem Ersten Weltkrieg ein und skizziert den völkischen Diskurs über "Germanen gegen Germanen".

2 Gobineau und Chamberlain: Das Kapitel stellt die beiden zentralen rassentheoretischen Vordenker der völkischen Bewegung vor und analysiert deren Einfluss auf das damalige Weltbild.

3. Die völkische Bewegung um 1900: Hier wird die heterogene Struktur der völkischen Szene sowie die ideologische Gewichtung der Begriffe "Volk" und "Rasse" analysiert.

3.1 Die „Organisationsstruktur“: Dieser Abschnitt beschreibt die Vernetzung völkischer Gruppierungen und die Bedeutung von Vereinen wie dem Alldeutschen Verband.

3.2 Die Ideologie: „Volk“ oder „Rasse“?: Das Kapitel erörtert, inwiefern die Konzepte von Volk und Rasse innerhalb der Bewegung konkurrierten oder sich ergänzten.

4 Anglophilie und Anglophobie im Spiegel der Quellen: Anhand der Zeitschrift "Hammer" werden die widersprüchlichen Einstellungen gegenüber England und der englischen Bevölkerung detailliert dargelegt.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie die völkische Bewegung den ideologischen Widerspruch zwischen germanischer Verwandtschaft und politischer Feindschaft zu England auflöste.

6 Quellen- und Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche verwendeten Primärquellen und die zitierte Forschungsliteratur dokumentiert.

Schlüsselwörter

Völkische Bewegung, Rassentheorie, Anglophobie, Anglophilie, Gobineau, Chamberlain, Alldeutscher Verband, Hammer, Antisemitismus, Germanen, Rassenkampf, Weltanschauung, Nationalismus, Deutschland, England

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das ideologische Spannungsfeld der völkischen Bewegung um 1900, die zwischen einer Bewunderung für das vermeintlich "germanische" England und einer tiefsitzenden, durch Zeitgeist und Politik befeuerten Anglophobie oszillierte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Rassentheorien von Gobineau und Chamberlain, der Organisationsstruktur völkischer Vereine und der diskursiven Auseinandersetzung mit dem "englischen National-Verbrechen" während des Burenkriegs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Destillierung der Narrative, mit denen die Vertreter der völkischen Bewegung den logischen Widerspruch zwischen der Rassenverwandtschaft zu Engländern und der gleichzeitig propagierten Feindschaft gegenüber "Albion" zu rechtfertigen versuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenbasierte diskursanalytische Methode, wobei primär die Zeitschrift "Hammer" sowie zeitgenössische Schriften und die gängige Forschungsliteratur ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die ideologischen Grundlagen durch Gobineau und Chamberlain, die Heterogenität völkischer Organisationen und die konkrete Wahrnehmung Englands in publizistischen Beiträgen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind völkische Bewegung, Rassentheorie, Anglophobie, Germanen, "Hammer"-Zeitschrift und der deutsch-britische Antagonismus.

Welche Rolle spielt Houston Stewart Chamberlain für die Argumentation?

Chamberlain wird als "Säulenheiliger" der Bewegung identifiziert, der durch sein Werk "Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts" das rassenideologische Fundament lieferte, das Deutschland und England als stammverwandte "Germanen" definierte.

Wie versuchten die Völkischen den Widerspruch zur Anglophobie zu lösen?

Die Autoren griffen zu zwei Strategien: Entweder postulierten sie einen schleichenden "Semitismus" der Engländer oder sie machten eine jüdisch dominierte Elite für die entgleiste Politik Englands verantwortlich, um den germanischen Kern des Volkes zu exkulpieren.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die völkische Bewegung um 1900 im Spannungsfeld zwischen Rassenlehre und Anglophobie. "Germanen gegen Germanen"
Hochschule
Universität Mannheim  (Historisches Institut)
Veranstaltung
„Nation“ und „Rasse“: Gesellschaftskonzepte in Deutschland um 1900
Note
1,3
Autor
Jonathan Stumpf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V997780
ISBN (eBook)
9783346370068
ISBN (Buch)
9783346370075
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Völkische Bewegung Rasse Volk Nationalismus Anglophilie Anglophobie Germanen Rassenlehre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonathan Stumpf (Autor:in), 2019, Die völkische Bewegung um 1900 im Spannungsfeld zwischen Rassenlehre und Anglophobie. "Germanen gegen Germanen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997780
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  27  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum