Was haben Hitler, die USA und der Konzern Coca-Cola gemeinsam? Alle drei strebten danach ein Imperium aufzubauen. Anhand der Analyse in dem Essay soll festgestellt werden, in wieweit Imperien in der Geschichte die Herausbildung der staatswissenschaftlichen Disziplin IB beeinflusst haben und welche Bedeutung Imperien heutzutage noch besitzen. Voranstellend
soll kurz geklärt werden, was denn die Disziplin IB überhaupt ist.
Vor 200 Jahren ist der Begriff von dem englischen Philosophen, Ökonom und Jurist Jeremy Bentham zum ersten Mal verwendet wurden. Es handelt sich um eine Disziplin bestehend aus den Politikwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und der Rechtswissenschaften. Heutzutage unterscheidet man in die klassischen Theorien (IBI) und in die Metatheorien (IBII). Ich möchte die IB anhand der Historie von Imperien betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Welche Bedeutung und Konsequenzen haben Imperien auf die IB?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und gegenwärtigen Einfluss von Imperien auf die Entwicklung und Ausprägung der wissenschaftlichen Disziplin der Internationalen Beziehungen (IB) sowie deren Wandel im Kontext moderner Machtstrukturen.
- Historische Genese der Disziplin IB durch die Entstehung von Imperien
- Postkoloniale Ansätze und die Kritik an eurozentrischen Machtstrukturen
- Die Rolle des Realismus und Neorealismus im Kontext imperialer Machtausübung
- Transformation von Imperien: Von territorialen Gebilden zu transnationalen Wirtschaftskonzernen
- Die Notwendigkeit einer Dekonstruktion westlich geprägter IB-Theorien
Auszug aus dem Buch
Welche Bedeutung und Konsequenzen haben Imperien auf die IB?
Meine zweite These lautet, dass es ohne die Imperien keinen postkolonialen Ansatz gegeben hätte. Ableitend aus der genannten Definition von Imperien, waren diese meist das Ergebnis imperialistischen Expansionspolitik. Die Besiedlung entfernter Länder und die ungleiche Schaffung von wirtschaftlicher, kultureller oder territorialer Beziehung ähnelt der Definition des Kolonialismus. Imperialismus ist „die Praxis, Theorie und die Benehmens-Regeln eines dominierenden städtischen Zentrums gegenüber einem regierten fernen Territorium“ laut den Postkolonialisten Said. Es bildeten sich im 15. Jahrhundert wichtige Imperien, wie das Britische Empire, die größte Kolonial- und Handelsmacht der Welt, oder das spanische Imperium in Lateinamerika (Imperio español) heraus. Nach dem Zusammenbruch des westlichen Imperialismus und nach Ende des Zweiten Weltkrieges begannen sich Theoretiker kritisch die lange positiv bewertete Kolonialisierungsgeschichte der Imperien aufzuarbeiten. In postkoloniale Theorien setzten sie sich kritisch mit den historischen und gegenwärtigen Machtverhältnissen auseinander, die im Zusammenhang mit dem europäischen Kolonialismus stehen.
Die Kernthese, die von allen post-kolonialistischen Theoretikern vertreten wird, ist die koloniale Kontinuität. Man sieht den Kolonialismus als einen Kulturkonflikt, der sich bis heute fortsetzt und der die vorhandenen Dichotomien und Hierarchien kontinuierlich reproduziert. Man spricht auch von einen sogenannten Kulturimperialismus, der durch Zerstörung, Unterbindung und Umformung der ursprünglichen Kultur der Kolonialisierten, bei gleichzeitiger Dominanz der Kultur der imperialistisch Herrschenden, praktiziert wird. Johan Galtung prägte nachhaltig diesen Begriff seiner Publikation „Structural Theory of Imperialism“. Das Zentrum eignet der Peripherie seine Kultur in Formbildungen, Wissenschaften, Wertekanons oder Ästhetisierungen an um seine eigene Machtstellung somit zu sichern. Diese Tatsache ist auch in den heutigen Gesellschaftsstrukturen des 21. Jahrhunderts sichtbar. Immer mehr einheimische Kulturen sterben aus, koloniale sprachliche und staatliche Strukturen existieren weiter und eine Ausbreitung von homogenen, standardisierten, westlichen Werten in allen Teilen der Welt ist wiederzuerkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
Welche Bedeutung und Konsequenzen haben Imperien auf die IB?: Diese Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen der historischen Entwicklung von Imperien und der Herausbildung der politikwissenschaftlichen Disziplin der Internationalen Beziehungen. Dabei wird sowohl der postkoloniale Blick auf imperialistische Machtstrukturen als auch der Wandel hin zu modernen, transnationalen Wirtschaftsimperien beleuchtet.
Schlüsselwörter
Internationale Beziehungen, Imperien, Imperialismus, Postkolonialismus, Machtstrukturen, Weltordnung, Kolonialismus, Realismus, Neorealismus, Globalisierung, Wirtschaftsimperium, Eurozentrismus, transnationale Akteure, politische Theorie, Machtausübung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit Imperien als historische Akteure die Entstehung und Entwicklung der wissenschaftlichen Disziplin der Internationalen Beziehungen beeinflusst haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die historische Genese der IB, die Auswirkungen des Kolonialismus, postkoloniale Theorieansätze sowie die Transformation imperialer Macht auf global agierende Konzerne.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie imperiale Strukturen die IB-Theorien geprägt haben und ob diese Disziplin heute noch eine starke Abhängigkeit von westlichen, imperialen Denkmustern aufweist.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden verwendet?
Die Analyse nutzt klassische IB-Theorien wie den Realismus und Neorealismus sowie kritische postkoloniale Theorien und marxistische Ansätze zur wirtschaftlichen Abhängigkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Imperien, der kritischen Auseinandersetzung mit Kolonialismus und Kulturimperialismus sowie der Frage, wie moderne Unternehmen als neue Konstrukteure imperialer Macht fungieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Internationale Beziehungen, Imperialismus, Postkolonialismus, Machtstrukturen und den Wandel der Weltordnung charakterisiert.
Inwiefern hat das Konzept der „kolonialen Kontinuität“ Bedeutung?
Das Konzept beschreibt, dass der Kolonialismus als Kulturkonflikt fortbesteht und die Hierarchien zwischen dem globalen Zentrum und der Peripherie auch im 21. Jahrhundert weiterhin reproduziert werden.
Warum wird Coca-Cola als Beispiel für ein modernes Imperium angeführt?
Coca-Cola dient als Beispiel für transnationale Akteure, die ohne direkte territoriale Herrschaft durch ökonomische Kontrolle und Einflussnahme auf Politik und Gesellschaft moderne imperiale Funktionen ausüben.
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- Sophia Khatri (Author), 2019, Welche Bedeutung und Konsequenzen haben Imperien auf die IB? Ein kurzer Essay, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997786